Monat: Oktober 2019

Kindergeburtstag planen – Checkliste für Eltern

 Ob der allererste „richtige“ Kindergeburtstag mit dem Zweijährigen oder die „fast-schon“- Party mit der Elfjährigen: Es gibt ein paar Dinge, an die sollten alle Eltern bei der Planung denken:

Einladungen

Ob als Schiffchen gefaltet oder als Vordruck gekauft, folgende Infos sollten Einladungskarten für den Kindergeburtstag enthalten:

  • Wer feiert Geburtstag? Name(n) der Eltern, Adresse und Telefon, am besten noch E-Mail: Schon manches Mal standen Eltern der Gäste mit dem Nachwuchs vor dem Klingelschild der Wohnanlage und überlegten fieberhaft, wie denn Laurin und seine Mama Katja wohl mit Nachnamen heißen?
  • Wann und wo findet die Geburtstagsfeier statt : Adresse, siehe oben, ggf. Wegbeschreibung. Gut ist auch eine feste Abholzeit.
  • Bis wann soll zu – oder abgesagt werden?
  • Immer wieder gern genommen von gestressten Gastkinder-Eltern: Kurze Hinweise zum Thema: Was wünscht sich das Geburtstagskind? Gibt es gar einen „Geburtstagskorb“ bei einem Spielwarenladen (eine großartige Erfindung!!)
  • Besonderheiten der Party (z.B. was ist mitzubringen)

Übrigens: Wer meint, diese Infos seien doch klar, der kaufe einmal drei zufällig ausgesuchte vorgedruckte Einladungen für Kindergeburtstage und checke, ob alle Felder für die obengenannten Infos auf den Vordrucken vorhanden sind. Sollte wirklich jemand bei allen drei Vordrucken die Frage mit ja beantworten – würde ich mich über den Namen des Kartenverlages freuen!

Geburtstagsfeier selbst planen

Hier sind natürlich der Fantasie und dem Geldbeutel keine Grenzen gesetzt. Im Auge behalten sollte man aber immer:

  • Wie alt sind die Kinder?
  • Wie viele Gäste werden es sein? Die Regel mit den Jahren und der Gästeanzahl ist wirklich nicht schlecht, darf aber auch mal umgangen werden
  • Welche Möglichkeiten habe ich zu Hause? Wer ein großes Haus hat: Herzlichen Glückwunsch! Alle anderen müssen im Laufe der Jahre schon überlegen, wo sie die wilde Meute aus 8 Kindern für den Tag unterbringen. Der Möglichkeiten sind viele!
  • Jahreszeit der Party, siehe oben. In unseren Breitengraden garantiert ja auch ein Hochsommergeburtstag nicht immer eine gelungene Freiluftfeier. Da ist Spontaneität und manchmal einfach nur gute Kleidung gefragt!

Für den „Klassiker“, die Schatzsuche beim Kindergeburtstag, gibt es bei Familothek ein paar Ideen: Schatzsuche

Am Tag des Kindergeburtstages selbst

Geburtstagskuchen & Co: Die Verpflegung

Klar ist: Die kleinen Gäste kommen nicht wegen des Essens. Trotzdem freuen sich beispielsweise die Eltern der Gastkinder ganz sicher, wenn die müden Helden zu Hause nicht noch ein Abendessen brauchen. Dazu reichen aber meistens Würstchen & Co, belegte Brote oder Pizza – Gourmetrezepte werden von den aufgeregten kleinen Gästen vielleicht nicht wirklich gewürdigt. Wer allerdings Spaß daran hat, für die Kinder aufwendig zu kochen und zu dekorieren – es hat ja keiner gesagt, dass nicht auch die Eltern Spaß am Geburtstag ihrer Kinder haben dürfen. Süßigkeiten und/oder Geburtstagskuchen nicht vergessen, sie gehören zu einem Kindergeburtstag dazu. Dazu eine Idee von der Familothek: Geburtstagskuchen

Kinder, Kinder – die Feier selbst

Das ist die Königsdisziplin für alle Eltern und der Moment, in dem man und frau spätestens alle Erzieher aus der Kita (noch mehr) wertschätzt: Wie halte ich die wilde, zickige, aufgeregte Meute bei der Stange, was mache ich mit „Keine Lust“-Kindern oder den rauflustigen?

  • Hilfe holen: Am besten betreut man einen Kindergeburtstag mindestens zu zweit (bei jüngeren Kindern sind ja oft sowieso noch weitere Betreuungspersonen dabei). Das ist auch bei – hoffentlich kleinen – Unfällen gut, wenn man zum Beispiel mit einem Kind allein weiter weg zur Toilette gehen muss, um das T-Shirt von Saft zu säubern oder ähnliches. Denn so sind die anderen in der Zeit nicht unbeaufsichtigt.
  • Wie viel festes Programm und wie viel „einfach spielen lassen“ – das ist Geschmackssache. Zu beobachten ist seit Jahren eine Tendenz der „Superprofessionalisierung“ von Kindergeburtstagen, Motto: Möglichst viel machen, möglichst viel Programm. Das kann ja schön sein und den Kindern auch tolle Erlebnisse bescheren. Aber: Es muss nicht sein oder nicht immer sein. Die kleinen Gäste, die oft sowieso die ganze Woche (unterschiedliches) Programm haben, sind meist viel anspruchsloser als sich das die Großen denken. Da sind oft ganz andere Dinge wichtig. Also: Bloß nicht das festgesetzte Programm unbedingt durchsetzen!
  • Trotzdem sollte man ein bis zwei Spiele/Highlights ausgedacht und bereit haben, um kritische Situationen zu überbrücken: Zum Beispiel etwas Ruhiges, wenn die Stimmung überschnappt, etwas zum Begeistern für alle, wenn sich aus irgendwelchen Gründen schlechte Stimmung verbreitet.

Und danach…Ein gutes Getränk für die großen Gastgeber bereitstellen, gerne alkoholisch: Geschafft! Bis zum nächsten Jahr….

Haben Sie noch mehr „Profi-Tipps„, Anmerkungen und Ideen zu diesem Thema? Über Kommentare freuen wir uns!

Foto: Pixabay, Alexas Fotos

Der passende Kindergarten, die passende Kita

Tipps, worauf Eltern bei der Auswahl der Kita, des Kindergartens achten sollen. Den idealen Kindergarten, die ideale Kita gibt es nicht – und wer jetzt sagt, „aber doch, unserer!“, der kann sich wirklich freuen. Natürlich können sich die Eltern vieles nicht aussuchen: In manchen Städten sind sie froh um einen Platz bis 16:00 oder eine Einrichtung die gut zu erreichen oder zu bezahlen ist. Trotzdem kann man sich ja manchmal doch zwischen zwei oder drei Kitas entscheiden. Hier ein paar Anregungen, worauf Mama und Papa dann achten sollten:

Das Kita-Konzept

Manche Häuser verteilen lange Handbücher mit pädagogischem Fachchinesisch, um ihre Kompetenz darzustellen. Hmmm, sie sollen doch mit Kindern gut umgehen. Fällt das bei aller Theorie nicht hinten herunter? Aber ein klares, gutes Konzeptpapier mit wichtigen Infos ist als Grundlage gut. Darin steht hoffentlich Folgendes:

  • Öffnungszeiten? Wenn die Einrichtung Freitags um 12:00 Uhr schließt, der Arbeitgeber aber sein Büro bis 15:00 besetzen will, wird es schwierig, nein – schlicht unmöglich.
  • Wie ist der Start geplant? Ähnlich wie beim ersten Arbeitstag in Mamas Büro kann man daraus eine Menge für die Wertschätzung des Kindes als Neuankömmling lesen. Gibt es Schnuppertage? Hat mein Kind einen großen „Paten“, ein älteres Kind, das den Start erleichtert?
  • Was lernen die Kinder im Kindergarten? Und wie? Musikalische Früherziehung, Kinderenglisch, Naturwissenschaften für Kinder? Schön, wenn die Kleinen Anregungen bekommen, zu viel ist allerdings auch nichts. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Kinder bei zu großem Angebot präsentierter Lerninhalte weniger auf die Idee kommen, selbst aus eigenem Antrieb zu lernen. Zum Beispiel zu spielen, existenziell für die kindliche Entwicklung. Wem etwas Wichtiges fehlt, kann dies selbst meist problemlos nach dem Kindergarten ausgleichen und den Sohn zur Musikstunde o.ä. bringen.
  • Entwicklungsgespräche? Soll es sie geben und wie sind sie geplant? Darüber kann man ruhig einmal genauere Fragen stellen. Sehr wichtig ist auch, ob sich die Erzieher zwischendurch mit den Eltern über das Kind austauschen. Bei diesen „Zwischen-Tür-und-Angelgesprächen“ erfahren Eltern oft eine Menge Neues über ihr Kind.
  • Kooperation mit benachbarten Grundschulen? Das scheint Eltern von Zweijährigen weit weg, kommt aber ganz sicher: Der Sprössling wird Vorschulkind und dann ist ein sanfter Übergang zum neuen Lebensabschnitt „Schule“ sehr hilfreich.

Das Kita-Personal

  • Offensichtlich ist der Personalschlüssel (=Betreuer pro Kind), der bei oft günstigeren städtischen Kindergärten höher ist, als bei privaten. Doch der Personalschlüssel sagt wenig über das Engagement der Erzieher aus.
  • Ein großer Punkt ist Sympathie. Das eigene Kind muss jahrelang mit den Erziehern auskommen. Ein wichtiger Punkt also: Wie sympathisch sind die Menschen, die dort arbeiten? Werden Fragen beantwortet oder ausweichend beschieden? Wie reagieren die Zuständigen auf die Fragen anderer Eltern – als Beobachter kann man das ganz gut einschätzen: Nehmen sie sie ernst oder wiegeln sie sie ab?
  • Ein zweiter Punkt ist Kompetenz: Wieviel Erfahrung bringen die Leute mit und nicht zuletzt: Wie engagiert erscheinen sie? Toll ist auch einmal ein männlicher Erzieher – ist dieser allerdings unsympathisch, heißt das auch nichts.
  • Kleiner Tipp: Vertreter des Elternbeirates sind bei Tagen der offenen Tür manchmal dabei: Sie sehen die Einrichtung aus der Eltern-Perspektive, geben also andere Auskünfte als Erzieher – Ansprechen lohnt sich!

Andere Eltern

Bei Elterninitiativen hat man häufig viel Kontakt mit anderen Eltern – die sollten einem dann auch prinzipiell sympathisch sein. In manchen Einrichtungen sehen die Eltern einander nur beim Bringen und Holen der Kinder. Aber wer das zum Austausch nutzt, bekommt sicher mehr Insiderinfos als andere. In manchen großen Kitas wird unter Eltern noch nicht einmal gegrüßt – das ist sicher kein Pluspunkt. Schließlich will man ja auch dem eigenen Kind ein bisschen Höflichkeit beibringen. Und wie soll es das lernen, wenn die Eltern der Kindergartenfreunde an Mama vorbeischauen?

Andere Kinder

Ein schwieriges Thema, denn zumeist finden die Tage der offenen Tür ja ohne andere Kinder statt und die beiden großen Nachbarjungs, vor denen die Dreijährigen Angst haben, gehen vielleicht sowieso ab Herbst in die Schule. Schön ist es schon, wenn das Kind zu Beginn schon ein paar Kinder kennt – aber je nach Kind ist es manchmal auch nicht ganz so wichtig. Denn Kinder befreunden sich schnell.

Wichtig allerdings, gerade bei den immer zahlreicheren Einrichtungen, die Kinder aller Altersklassen aufnehmen: Gibt es Kinder im selben Alter und Entwicklungsstadium? Denn ein Vierjähriger wird sich auf Dauer mit ausnahmslos Zweijährigen wahrscheinlich langweilen. Nicht ganz unwichtig allerdings, ob Freunde aus dem Kindergarten einmal mit dem eigenen Kind in die Schule gehen werden oder überhaupt in der Nachbarschaft wohnen. Ersteres kann den Schulstart erleichtern. Kinder in der Nachbarschaft sind schöner für Eltern und Kind: Dann müssen nicht alle zum Freundebesuch durch die ganze Stadt oder viele Kilometer über Land.

Die Räumlichkeiten

Wegen des gesetzlich festgelegten Krippenausbaus sind viele Häuser dazu übergegangen, eine Kooperationseinrichtung mit Kindern von 0-6 Jahre zu werden. Manche haben dazu noch ein teiloffenes oder offenes Konzept. Das kann dann schon einmal 150 Kinder in einem Riesenhaus bedeuten. Manche Einrichtungen haben das richtig gut im Griff, können die Kleineren von den Größeren trennen, wenn es nötig ist und haben trotz eines offenen Hauses immer wieder kleinere organisatorische oder räumliche Einheiten, um den Kindern Sicherheit zu bieten. Da hilft nur: Fragen!

  • Manche privaten Träger beeindrucken Eltern mit niedlichst bemalten Wänden – schön, aber das ist dem eigenen Kind höchstwahrscheinlich herzlich egal. Es gibt nette kleine Elterninitiativen, die aber unter Platzmangel, gerade draußen, leiden. Mit einem Rundgang hat man das schnell heraus.
  • Das Kindergartenessen ist auch immer wieder ein wichtiges Thema bei der Entscheidung für einen Kindergarten. Gut, es sollte nicht zu 100% aus Fastfood bestehen. Aber wenn sonst alles passt und nur der Bio-Anteil des Essens zu niedrig ist?

Der Weg

Geht man einmal zum Sprechtag hin, ist noch alles o.k. Aber 4 Jahre lang dreimal umsteigen und dann noch der lange Fußweg mit dem trödelnden Sohnemann? Wer nicht mehr im Buggy sitzt, geht erst einmal seeehr langsam mit kurzen Beinen und gesundem Interesse an seiner Umwelt (sprich jedem Steinchen und Stöckchen auf dem Weg) Wer alleine fürs Hinbringen zuständig sind, wird diesen Weg 4 mal täglich, 5 Tage die Woche machen. Der Weg kann also durchaus zum k.o.-Kriterium werden.

Kind und Kindergarten müssen passen

Last but not least: Bei all den Informationen und Überlegungen das eigene Kind nicht vergessen. Braucht der Nachwuchs unbedingt viel Auslauf oder ist das Bastelangebot ganz wichtig? Ist es besser, wenn sie mit ihrer Freundin in die Einrichtung kommt oder kann sie nicht genug Anregung von anderen Kindern bekommen? Die Mutter aus der Nachbarschaft schwärmt vom Kindergarten mit der tollen Ausstattung? Aber ob der sehr streng geregelte Tagesablauf zu der eigenwilligen Tochter passt?

Anschauen, fragen, überlegen, entscheiden – viel Glück!

Foto: Pixabay, ptra