Kategorie: Baby

Babykurse: Kontakt und Rat im ersten Jahr

Mit dem ersten Baby wird alles anders: Da sitzt man dann zu Hause und fragt sich im Babyalltag viele Fragen: Ist das jetzt so normal? Entwickelt sich mein Kind altersgerecht? Haben andere dieses oder jenes Phänomen auch? Außerdem: Andere Neu-Eltern kennt man oft noch nicht, andere, die gerade in der gleichen Situation sind.

Da hilft ein Babykurs: Rauskommen, andere Eltern treffen, Kontakte und Baby-kompetente Ansprechpartner haben. Aber was machen Mutter und Kind eigentlich in so einem Babykurs?

Was passiert in einem Babykurs?

Wie man heutzutage einen Ball nicht mehr verkaufen kann, ohne den Hinweis, dass das Spiel damit die Motorik des Kindes fördert, kommunizieren auch viele Kursanbieter einen hohen theoretischen Anspruch: Da ist von Entwicklungsförderung die Rede, von Sprachförderung und Persönlichkeitsentwicklung. Was ist denn damit gemeint? Die Wirklichkeit ist sehr viel netter: Denn je nach Alter der Babys bekommen die Neu-Eltern beispielsweise Ideen, was sie mit ihren Kleinen schon anfangen können. Nette Kinderlieder und -reime werden gesungen und gelernt, Bewegungssspiele gemacht, die den Fähigkeiten angemessen sind (und den Kleinen unglaublichen Spaß machen!). Wer nicht recht weiß, welche Materialien schon zum Spielen und Entdecken geeignet sind – hier bekommt er Anregungen.

Kontakte für Eltern

Die Eltern haben die Chance, Kontakte zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden, die vielleicht auch an einem anderen als dem Kurstag Zeit haben. Und die frischgebackenen Mamis und Papis bekommen mehr Sicherheit, wenn sie merken: Bei den anderen ist es ähnlich, wenn auch nicht identisch. Je nachdem, wie lange diese Kurse dauern – manche enden erst im dritten Lebensjahr – können sich hier auch allererste Kontakte zwischen den Kindern knüpfen.

Und: Es ist nicht zu unterschätzen, wie gut es tut, jemanden die tausend Fragen fragen zu können, die einem im Kopf herumschwirren, jemanden, der sich damit auskennt, Erfahrungen hat, und konkrete Ratschläge geben oder beruhigen kann. So ein Kurs steht und fällt mit einer guten Kursleitung.

Einige Babykurse, damit man die Namen einmal gehört und gelesen hat:

Delfi, Elba, Fenkid Le Fino, Pekip

Berufliche Neuorientierung: Kursleiterin eines Babykurses

Wer bereits Erfahrung in einem pädagogischen, therapeutischen oder pflegerischen Beruf hat, für den (oder die) ist auch eine Kursleitung in einem Babykurs eine schöne Alternative, um sich beruflich neu zu orientieren. Wer beispielsweise eine Weiterbildung als Fenkid-Leitung in München machen möchte, kann zweimal im Jahr diese Kurse bei der Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V. in München machen. Mehr Infos dazu hier Weiterbildung Fenkid

Foto: Copyright © Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.

Junior übernachtet woanders

Ab wann können Kleine zum ersten Mal ohne Eltern übernachten? Und was sollten die Großen dabei beachten?

Das richtige Alter

Als Richtwert gilt, dass die Kleinen im Laufe des zweiten Lebensjahres problemlos ohne Eltern übernachten können. Vorher können sie noch nicht verstehen, dass die Eltern morgen wiederkommen werden und könnten so die Trennung als „für immer“ verstehen und sich verlassen fühlen.

Für die erste Nacht außer Haus sollten Eltern Einiges beachten:

Die Vorbereitung

Kennt das Kleine die Umgebung, die Personen, bei denen es übernachten soll? Dann ist die Nacht ohne Mama und Papa sicher kein Problem. Hat er oder sie schon etwas „Erfahrung“ damit, dass auch mal andere aufpassen? Also Babysitter, Kinderkrippe, Au-Pair? Und natürlich kennen Sie als Eltern Ihr Kind am besten und wissen, ob sie einen kleinen Draufgänger haben oder ein eher schüchternes Kind, dass vielleicht behutsamer in unbekannte Situationen eingeführt werden muss.

Zur Vorbereitung erzählen Sie am besten ein paar Tage vorher, dass es am Wochenende zu Oma und Opa geht – oder zur Tante, o.ä. Tun Sie dies nicht früher, denn das Zeitgefühl Ihres Kindes ist noch nicht so ausgeprägt, dass es sich so ein Erlebnis in zwei Wochen vorstellen kann. Und natürlich malen Sie viele tolle Dinge aus, die beim fremden Übernachtungsort geschehen werden. Dass Ihr Kind mit der Tante in den Zoo gehen wird oder den Hund füttern darf. Vielleicht kann der Onkel anrufen und noch mehr dazu erzählen.

Am Tag selbst

Bei der Verabschiedung vom Kind sollten Sie ganz klar und offen sein: „Wir gehen jetzt, mach’s gut bis morgen, schlaf schön, ich hab Dich lieb“. Aufkommende Zweifel und Trennungsschmerz bei den Eltern selbst bitte möglichst für sich behalten, um den Nachwuchs nicht zu verwirren. Das Kind sollte das Gefühl haben: Das hier ist alles o.k. Und Mama und Papa vertrauen dem nächtlichen Gastgeber voll und ganz.

Und wenn Sie als Eltern den Nachwuchs am nächsten Morgen wieder abholen, ist die Freude sicher groß. Sagen Sie ruhig, dass Sie ganz stolz sind, schon ein so großes Kind zu haben, das die Nacht allein verbringen kann.

Kinderbücher zum Thema:

aboutpixel.de / schlafe wohl © jadon

Alternativen zu Indoor-Spielplätzen

kinderspass im Kinderland

Sie sind laut, sie sind teuer und die Kinder lieben sie – Indoor-Spielplätze. Kaum ein Elternteil, das nicht wenigstens einmal Sohn oder Tochter aus der riesigen Halle mit ohrenbetäubendem Krach vom Kindergeburtstag abgeholt hat – mit leuchtenden Augen natürlich und so richtig ausgetobt. Und sicher, wenn die Matschsaison startet, weiß so mancher nicht, wie er dem Nachwuchs täglich genügend Auslauf bieten kann. Gibt es eigentlich Alternativen? Aber ja!

Winterspielplätze

Für Eltern von kleinen Kindern eine wirkliche Alternative: Kirchengemeinden oder andere gemeinnützige Organisationen statten ihre Räume an ein paar Tagen die Woche mit Kleinkinderspielzeug aus und lassen die Kleinen dort zu festgelegten Uhrzeiten und meist gegen eine Spende toben und krabbeln. Da gibt es das Bällebad, die Balanciermeile oder den Drehkreisel – alles kleinkindgerecht und sehr viel entspannter als im Kleinkindbereich eines Indoor-Spielplatzes. Einziger Nachteil, aber verständlich: Ältere Kinder, ab 4 Jahre oder ab Schulalter haben keinen Zutritt. Das gilt dann auch für ältere Geschwister.

Alternative Indoorhallen

Nicht hundertpotzentig kommerziell, und für die Kinder auch der Hit – öffentlich geförderte Hallen, zu finden eher in größeren Städten. Sie haben ein paar „Indoor-Highlights“ – zum Beispiel eine lange Rutsche oder eine Kletterwand. Sie haben viel Platz, aber nicht den ganzen Indoor-Karussell-Klimbim. Das bedeutet natürlich, dass der Eintrittspreis dementsprechend geringer ist – wie schön! Außerdem kommen die Kurzen etwas kreativer zu ihrem Auslauf und setzten sich nicht einfach bloß in ein Elektroauto.

Kinderland

Na klar, wir wissen auch, dass Möbelhäuser und Gartencenter ihre aufwendigen Kinderspiellandschaften nur deshalb angelegt haben, um deren Eltern als Kunden zu gewinnen. Wenn man aber nicht einmal einen Balkon hat und sowieso schon zu viele Möbel?? Dann schickt man sein Kind trotzdem ein paar Stunden in die kostenlose Kletterwelt des Gartencenters und kauft einen Blumentopf (wenn man ihn braucht). Schließlich wollen die Macher ihre Kinderwelten auch bevölkert haben, so ganz leer traut sich dann vielleicht nicht einmal ein potenzielles Kundenkind herein. Na also – Win-win-Situation! Da immer mehr davon aus dem Boden schießen, lohnt eine Recherche, was gerade in der Nähe aufgemacht hat.

 

 

Foto: Ikea

 

Wettercremes gut getestet

Das ist doch einmal eine gute Nachricht: Ökotest hat 17 Wind- und Wettercremes für Babys und Kleinkinder getestet und fast alle mit mindestens „gut“ bewertet, 14 sogar mit der Bestnote.

Die meisten getesteten Wind- und Wettercremes enthalten keinerlei bedenkliche Inhaltsstoffe und wirkten auf der Basis natürlicher Fette wie Bienenwachs, Mandel-, Sonnenblumen- und Olivenöl.

Kleine Einschränkungen gab es in der Testbewertung allerdings bei hormonell wirkenden UV-Filtern, die in einigen Cremes vorhanden waren. Außerdem bei der Verwendung von Duft – und Konservierungsstoffen – diese waren bei den getesteten Produkten aber glücklicherweise nicht als allergieauslösend bekannt.

Wichtig aber noch darauf hinzuweisen, dass Kinder- und Babyhaut unter normalen Umständen am besten gar nicht ständig eingecremt werden muss. Dies ist nur bei außergewöhnlich kaltem Wetter und längerem Aufenthalt im Freien sinnvoll.

Einige konkrete Ergebnisse des Ökotests hier
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=101122;bernr=07;co

Übrigens: Achtung beim Auftragen von Kältecremes bei Minusgraden – wenn sie viel Wasser enthalten, kann dieses auf der Kinderhaut gefrieren. Mehr dazu hier
http://www.familothek.de/tipps-kaelteempfindliche-kinder.html

Einige der von Ökotest für gut befundenen Cremes:

    

Foto: Miguel Virkkunen Carvalho

Schreibabys: Warum schreit das Baby ständig?

Natürlich weinen Babys, wenn sie Hunger oder Durst haben oder wenn die Windeln voll sind. Die meisten lassen sich schnell wieder beruhigen, wenn ihre Bedürfnisse gestillt sind. Aber es gibt auch Säuglinge, die nahezu „rund um die Uhr“ quengeln und schreien.

Was ist nur los mit solchen Schreibabys? Was hilft den Kindern und ihren gestressten Müttern und genervten Vätern? Wie sinnvoll ist eine Säuglings-Eltern-Therapie?

Lukas kam auf die Welt und sechs Tage lang schien alles in Ordnung zu sein. Doch als in der Nacht Wolken am Himmel aufzogen und es zu regnen anfing, reagierte der Kleine mit einem „Donnerwetter“: Er weinte und schrie und kam nicht mehr zur Ruhe. Und Lukas quengelte und schrie weiter. Am Tag und in der Nacht. Mal zehn Minuten, mal drei Stunden lang. „Er hat viel gebrüllt, und das fast neun Wochen lang“, erzählt Maria Jahns (*Name geändert), die Mutter von Lukas, die ihren Sohn die meiste Zeit allein erzieht, weil ihr Mann beruflich viel im Ausland arbeitet.

„In den ersten Lebensmonaten war er manchmal rot und blau angelaufen vor lauter Schreien. Ich dachte, er bekommt keine Luft mehr“, erzählt die 41 Jahre alte Mutter, die alles ausprobierte, um ihren Sohn zufrieden zu stellen. Hat er Hunger oder Durst? Sind die Windeln nass? Hat er Blähungen? Ist ihm nur langweilig, will er spielen? Ist er so übermüdet, dass er nicht einschlafen kann? „Das einzige, was geholfen hat, war ihn zu tragen. Aber jedesmal, wenn ich ihn hinlegen wollte, fing er wieder an zu brüllen.“

Viel zu wenig Schlaf

Tagsüber schlief der Kleine höchstens eine halbe bis maximal eine Stunde lang – schon das leiseste Geräusch weckte ihn wieder auf. Lukas quengelte und schrie, und auch nachts gab er nur für maximal fünf Stunden Ruhe – statt den sonst üblichen 16 Stunden Schlaf kam er nur auf zehn. Ebenso wie Lukas bekam auch seine Mutter nicht genügend Schlaf: „Das Schreien war wie eine Foltermethode für mich“, erzählt Maria Jahns

Drei Stunden lang Geschrei

Heutzutage sprechen Wissenschaftler vom exzessiven oder vom übermäßigen Schreien, wenn ein Baby an drei aufeinander folgenden Tagen länger als drei Stunden unstillbar und scheinbar grundlos quengelt und schreit und sich dies über mehr als drei Wochen wiederholt.

Ob es sich bei einem Säugling um exzessives Schreien handelt oder nicht, hängt aber nicht nur mit der Schreidauer zusammen. Denn in die Definition wird auch die Situation der Mütter und Väter einbezogen: Denn vom unstillbaren Schreien spricht man auch dann, wenn sich die Eltern durch das Gebrüll ständig unter Stress gesetzt fühlen und psychische und/oder körperliche Probleme bekommen.

Heute weiß man, dass Babys, die exzessiv schreien, Probleme mit der Organisation des Schlaf-Wach-Rhythmus haben: Sie können schlecht einschlafen und bekommen deshalb zu wenig Schlaf. Fachleute bezeichnen das als „Regulationsstörungen der frühen Kindheit“. Häufig kommt zum exzessiven Schreien hinzu, dass es schwierig ist, diese Babys zu füttern. Die Angaben, wieviele Babys unstillbar schreien, schwanken – der Anteil beträgt zwischen zehn und 29 Prozent der Kinder.

Wer bietet Hilfe für einen solchen Fall und was erwartet Eltern und Kind dort? Anlaufstellen für Eltern mit Babys, die unstillbar schreien, gibt es in vielen Großstädten und auch in kleineren Orten bieten speziell ausgebildete Ärzte, Hebammen und Therapeuten mittlerweile Hilfe an. In diesen sogenannten Schreiambulanzen finden erschöpfte Eltern mit ihren Babys Hilfe.

Schreiprobleme frühzeitig behandeln

Schreiprobleme von Säuglingen und Kleinkindern sollten frühzeitig behandelt werden. Denn Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Babys, die exzessiv schreien, früher oder später auch Schlafstörungen und Probleme mit dem Essen und Trinken entwickeln können. Wenn es den Eltern nicht gelingt, diese Probleme zu bewältigen, kann es sein, dass sich die Schwierigkeiten im Laufe des Lebens fortsetzen. So hat man in retrospektiven Studien zum Beispiel festgestellt, dass aggressive Kinder als Babys viel geschrien haben.

Den eigenen Rhythmus finden

Experten gehen davon aus, dass das exzessive Schreien durch verschiedene Faktoren ausgelöst und aufrecht erhalten wird: Sie suchen die Ursachen nicht nur beim Baby selbst, sondern auch bei seinen Eltern und dem Miteinander von Mutter, Vater und Kind.

Der Hintergrund: Wenn ein Baby auf die Welt kommt, muss es sich erst einmal an seine neue Umgebung gewöhnen. Babys, die exzessiv schreien, fällt es jedoch schwer, ihren Rhythmus zu finden. Tagsüber schlafen sie zu wenig, manchmal sind es nur zehn bis 15 Minuten am Stück. In den Wachphasen wirken sie deshalb häufig unzufrieden. Viele dieser Babys können nicht gut abschalten, sie reagieren empfindlich auf Ortsveränderungen, lassen sich leicht irritieren und nur schwer trösten. Darüber hinaus haben Säuglinge mit einem solch „schwierigen“ Temperament häufig Probleme, eindeutige Signale zu senden. Die Folge: Die Eltern können nicht richtig einschätzen, was ihr Kind braucht oder will. Zum Abend hin wird das Quengeln und Schreien meist immer schlimmer – und um 23 Uhr oder um Mitternacht geht’s dann plötzlich ohne Weiteres.

Durch das Schreien ruft das Kind normalerweise die Eltern heran und macht sie nachdrücklich auf seine Bedürfnisse aufmerksam. So gesehen ist das Schreien ein sehr sinnvolles „Distanzsignal“, das die Eltern alarmiert und zum Handeln motiviert. Normalerweise beruhigt sich das Baby wieder, wenn die Ursache behoben ist. Dann können sich auch die Eltern wieder beruhigen – und der Kreislauf ist geschlossen.

Beim unstillbaren Schreien sind die Eltern jedoch ständig in Alarmbereitschaft: Durch den Dauerstress steigt bei vielen Müttern der Blutdruck, sie werden leichter erregbar, einige bekommen Depressionen, ihr Selbstwertgefühl ist verletzt und sie entwickeln eine Wut auf ihr Kind.

Die Signale richtig wahrnehmen

Doch wie kann man eine misslungene Kommunikation zwischen einem Baby und seinen Eltern wieder verbessern? Experten nutzen verschiedene Techniken und Therapiemethoden, um den Eltern und ihren Babys zu helfen. Ziel ist es vor allem, die Aufmerksamkeit der Mütter und Väter zu schärfen, damit sie die Signale ihres Kindes besser wahrnehmen. Beim exzessiven Schreien heißt das vor allem zu erkennen, wann der Säugling überreizt ist und wann er wieder Schlaf braucht – das ist bei Neugeborenen nach etwa 60 bis 90 Minuten Wachzeit der Fall.

Und wie können Eltern erkennen, dass ihr Baby eigentlich schlafen will? Zum Beispiel am Händchen – wenn es schlaff herunterhängt, bedeutet das „Ich bin müde“. Übermüdung kann sich aber auch durch eine motorische Unruhe, unkoordinierte Bewegungen und eine Neigung zum Überstrecken zeigen, möglicherweise hat das Baby auch gerötete Augenränder oder es reibt sich häufig die Nase.

Therapeuten motivieren die Eltern abzuwarten und sich nur von den Aktionen des Babys leiten zu lassen. „Watch, wait, and wonder“ (Beobachten, warten und sich wundern) lautet denn auch das Motto der säuglingsgeleiteten Psychotherapie – ein Konzept, das oft schon nach wenigen Sitzungen Erfolge zeigt.

In der Beratung können Therapeuten den Eltern auch neue Varianten zeigen, wie sie ihr Kind beruhigen, schlafen legen und füttern können und wie sie Grenzen setzen können. Da die meisten Schreibabys sehr aktiv sind, ist es hilfreich, wenn die Eltern mit ihnen zusammen gemeinsame „Ruheinseln“ aufsuchen und sie schon bei den ersten Anzeichen der Müdigkeit zum Schlafen bringen. Die kritischen Schreistunden überbrücken Mütter und Väter am besten beim Spazierengehen mit einem Tragetuch oder im Kinderwagen.

Damit die Mütter nicht unter der Belastung zusammenklappen, sollten sie auch immer wieder mal an sich selbst denken – und zwar ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Probieren Sie doch mal aus, wie es Ihnen geht, wenn Sie das Baby – wann immer es geht – dem Vater oder anderen Familienmitgliedern übergeben. Die meisten Mütter nutzen ihre „freien“ Stunden, um Schlaf nachzuholen, viele wünschen sich aber auch einfach nur mal einen Stadtbummel ohne Kind, ein Treffen mit Freundinnen oder Kolleginnen oder einen ruhigen Abend mit dem Partner. Ein kurzer Zeitabstand kann helfen, sich danach wieder umso fürsorglicher und ruhiger dem Baby zu widmen.

Hilfreiche Netz-Adressen für Eltern von Schreibabys

Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit (GAIMH) www.gaimh.de
Dort gibt es eine Liste für Eltern mit den Adressen von Anlaufstellen bei Problemen. http://www.gaimh.org/fuer-eltern/adressen-deutschland.html

www.schreibaby.de
Ein paar Tricks, wie man ein schreiendes Baby beruhigen kann und weitere Adressen von Schreiambulanzen

Autorin: Karin Hertzer www.karinhertzer.de

 

Taufen – katholisch, evangelisch oder frei?

Viele frischen Eltern möchten ihr Neugeborenes taufen lassen – auch wenn sie selbst nicht gläubig sind oder keiner Religion angehören (Pro und Contra dazu bei Familothek:http://www.familothek.de/kindertaufe-pro-und-contra-sollen-wir-unser-kind-taufen.html). Hier die Möglichkeiten und die Voraussetzungen:

Religiöse Taufe

Wer selbst keiner christlichen Religion angehört, kann sein Baby trotzdem religiös taufen lassen, denn eine Taufe darf bei der katholischen Kirche eigentlich nicht verweigert werden. Dafür müssen bei den Katholiken die Eltern beispielsweise „aktiv um eine Taufe bitten“. Dann wird sie aber gewährt.

Wie genau, das ist ein bisschen Ermessenssache des Pfarrers, und natürlich können die Eltern bei mehreren Pfarreien anfragen. So müssen Eltern manchmal offiziell versprechen, ihr Kind in dem jeweiligen Glauben auch zu erziehen. Möglicherweise werden aktive Paten verlangt – also Paten, die Mitglied der jeweiligen Kirche sind. Manchmal wird auch darauf bestanden, dass zumindest ein Elternteil kirchensteuerpflichtig einer Kirche angehört. Und in den evangelischen Gemeinden entscheidet manchmal der Gemeinderat, ob eine Taufe stattfinden kann. In jedem Fall muss man sich kümmern und mit den jeweiligen Verantwortlichen vorab reden.

Die Freie Taufe

Wer sich gegen eine konfessionellen Taufe entschieden hat und sich trotzdem eine tiefgründige Feier für das neue Familienmitglied wünscht, hat eine weitere Möglichkeit: Die Freie Taufe. Freie Theologen bieten diese Feier an, die auch Namensgebungsfeier genannt wird.

Der Ort der Taufe kann von der Familie gewählt, die Details der Zeremonie mit dem/der Theologen/in individuell besprochen werden. Bei der Feier werden die Kinder feierlich in die Familie aufgenommen, beispielsweise mit duftenden Ölen eingerieben oder ein Baum wird feierlich gepflanzt.

Obwohl von Theologen angeboten, ist die Freie Taufe kein Ersatz der konfessionellen Taufe im kirchlichen Sinn. Sie ist aber eine tiefgründige Willkommensfeier für das Neugeborene, für alle, die ein Bedürfnis dafür verspüren, aber das Kind nicht so schnell in einer konfessionellen Ecke festlegen wollen.

Die Kosten für den Einsatz des Theologen liegen bei 300-350 Euro und müssen von der Familie getragen werden. Übrigens sind auch Freie Hochzeiten möglich – diese kosten um die 700 Euro. Freie Theologen findet man im Internet, unter anderem unter http://www.freie-theologen.de/home.html

Medien und Ideen zum Thema:

   

   

Kindertaufe: Pro und Contra

Taufen oder nicht?
Wer als gläubiger Mensch gar keine Zweifel daran hat, dass der Nachwuchs getauft werden soll, muss hier gar nicht weiter lesen. Doch viele frischen Eltern denken über Taufe nach – manchmal ist die Meinung sogar innerhalb eines Elternpaares geteilt. Ein paar Pros und Contras als Denkanstöße:

PRO

Ein Kind zu taufen, ist einfach ein schönes Fest: Ein Baby wird feierlich in die Gemeinschaft eingeführt, ein schönes Taufkleid, die Verwandten begrüßen den neuen Erdenbürger. Wir können Taufpaten für das Kind bestimmen – diese sollen ja die Glaubensseite beim Kind vertreten und haben damit auch eine Verantwortung für das Kind. So „wächst“ unsere neue Familie!

Später kommt das Kind dann automatisch in den Religionsunterricht – lernt etwas über Religion, die ja ein Teil unserer Kultur ist. Das erweitert den Horizont, denn ethikische Werte leben wir als nicht-religiöse Eltern ja selbst zu Hause vor. Wie soll denn ein Jugendlicher oder junger Erwachsener später für sich entscheiden, ob Religion und Glaube für ihn Sinn macht, wenn er oder sie gar nicht weiß, wie diese praktiziert wird? Mit religiösen Taufpaten bekommt das Kind auch andere Vorbilder und somit eine echte Chance, sich später für den Glauben zu entscheiden.

Und wenn wir vielleicht nicht getauft wurden oder aus der Kirche ausgetreten sind, kann doch unser Kind trotzdem ein religiöses Interesse haben und in die Kirche gehen – so leben wir unserem Kind gleich Toleranz für verschiedene Lebenseinstellungen vor!

Wenn unser Kind einer Religion angehört, bekommt es vielleicht eher mit, dass religiöse Feste wie Weihnachten oder Ostern nicht nur „Geschenke-Feste“ sind, sondern eine tiefere Bedeutung haben. Und vielleicht hilft der Glaube an den lieben Gott unserem Kind später einmal, wenn es die traurigen Seiten des Lebens kennen lernen muss – zum Beispiel, wenn jemand stirbt.

Hier die Möglichkeiten, wenn man sich für eine Taufe – katholisch, evangelisch, oder eine freie Taufe – entscheidet.

CONTRA

Es kommt nicht darauf an, ein Baby zu taufen. Unser Kind kann sich später selbst entscheiden, ob es sich für Religion überhaupt und für welche Konfession es sich interessiert. Wer möchte, kann ja das Interesse des Kindes für religiöse Themen trotzdem fördern. Auch für den Religionsunterricht muss kein Kind getauft werden. Schließlich ist Ethikunterricht sehr sinnvoll. Sollte es das wollen, kann unser Kind auch einen Kindergottesdienst besuchen, ohne getauft zu sein.

Auch die Taufpaten sind kein Argument. Schließlich können wir auch ohne Taufe Freunde finden, die dem Kind neben den Eltern ein Vorbild sein können. Es ist egal, ob diese selbst religiös sind oder nicht. Und dabei machen wir uns vielleicht mehr Gedanken – da das dann ja nicht durch ein Ritual vorgegeben ist (und es auch mehrere Vorbilder sein dürfen!)

Wir möchten, dass unser Kind lernt, dass es viele Wege des Glaubens oder auch Nicht- Glaubens gibt. Schließlich leben bei uns ja nicht nur christliche Religionsangehörige, sondern auch viele andere. Man kann an Vieles glauben, das muss nicht ein christlicher Gott sein. Und wir finden, dass es viele Wege gibt, mit den Härten des Lebens umzugehen – wie zum Beispiel der Tod eines Angehörigen. In solchen schlimmen Fällen ist Liebe und Nähe sowieso das Wichtigste.

Und sollte unser Kind sich dafür entscheiden, beispielsweise mit den Klassenkameraden die erste Kommunion feiern zu wollen, kann es dies tun. Denn dann hat es sich selbst dafür entschieden und das hat für alle eine größere Bedeutung.

Frühenglisch: Pro und Contra

Soll man sein Kind ab dem 3. Lebensmonat in den Early-Englisch Kurs schicken? Oder als Kindergartenkind in die englische Spielgruppe? Das wird heiß und kontrovers diskutiert. Wir diskutieren mit:

PRO

Es ist toll, welche Chancen Kinder heute schon so früh haben können! Schön, wenn man mit dem Baby eine sinnvolle Beschäftigung hat, und das Kleine schon einmal an den Klang einer fremden Sprache gewöhnen kann. Und für das Kind selbst ist Zweisprachigkeit von Anfang an Normalität. Es singt und spielt in zwei Sprachen. Und viele Dinge graben sich bereits in ganz jungem Alter in das Bewusstsein – ein Geschenk fürs Leben! Vielleicht macht ja auch der Papa mit dem Baby den Kurs – dann haben beide eine reservierte Zeit miteinander.

Überhaupt haben Kinder im Vorschulalter noch ein unverkrampftes Verhältnis zum Lernen – das sollten verantwortungsvolle Eltern ausnutzen. Sie haben keine Angst, Fehler zu machen, sind stolz auf alles, was sie können. Wenn sie dann etwas lernen, was sie später in der Schule nutzen können, ist das ein Vorteil.

Mit einem privaten Englischkurs werden Vorschulkinder also noch vor der Schule auf spielerische Art gefördert und machen die grundlegende Erfahrung, dass Lernen Spaß machen kann. Das ist eine Erfahrung, die man keinem Kind nehmen sollte. Außerdem weiß man ja, dass Kinder im Vorschulalter Laute noch besser nachahmen können, als später im Leben. Das bedeutet, dass sie bei Frühenglisch lernen, akzentfrei zu sprechen. All dies sollte einem das Geld und den organisatorischen Aufwand wert sein.

Und wenn sie dann in die Schule gehen, kann man den Kurs doch nachmittags fortführen. Schließlich ist ja lernen im privaten Englischkurs meist besser organisiert, wird von Muttersprachlern unterrichtet und in kleineren Gruppen. Hier steht der Spaß im Vordergrund, und es ist gut, wenn Kinder auf jeden Fall die Erfahrung machen, dass man mit Spaß lernen kann. Und sicher bekommen sie bessere Noten im Fach Englisch, wenn sie die Sprache schon lange gelernt haben oder das neue Schulfach, wenn es eingeführt wird, nichts Neues mehr ist.

In der Schule kommt beim Sprachen lernen ja meist das freie Sprechen zu kurz – das können die Kinder dann im privaten Englischkurs lernen. Und das Wichtigste beim Sprachen lernen ist doch immer, dass es die Kommunikation mit anderen möglich macht. So manchem ist es einfach wichtig, dass das eigene Kind mit Englisch oder einer anderen Sprache in Kontakt kommt. Also, warum nicht? Dann ist es nicht schön, wenn sich Eltern deshalb als „Übereltern“ vor anderen rechtfertigen müssen.nicht..

CONTRA

Lasst die Kinder doch Kinder sein! Natürlich ist es hübsch, wenn man als Eltern dem Baby etwas Englisches vorsingt. Alles o.k., aber es darf doch bitte kein „Muss“ sein! Überhaupt, dieses Muss: Schon den Zweijährigen auf seine Karriere im Business vorbereiten, obwohl niemand weiß, ob er nicht vielleicht eine genetisch bedingte Rechtschreibschwäche hat oder handwerklich wahnsinnig begabt ist!

Am schlimmsten ist eigentlich, dass eine seltsame Atmosphäre entsteht: Alle, die nicht jede nur denkbare Möglichkeit ausschöpfen, um das Leistungspotenzial des Nachwuchses zu optimieren, haben ein schlechtes Gewissen: Was, wenn mein Kind jetzt „hintendran“ ist, nur weil wir nicht zum Frühenglisch gegangen sind? Schlimmer noch: Vielleicht müssen sie sich vor anderen rechtfertigen? „Es war mit Musikalischer Früherziehung, Mutter-Kind-Turnen und Capoeira einfach zuviel….

Es stellt sich die Frage, was denn eigentlich das Sprachen lernen in einem Sprachkurs für Vorschulkinder so „bringt“. Es gibt genügend Pädagogen, die den Ansatz verfechten: Kinder sollen das lernen, was sie wollen – und zu der Zeit, die sie wollen. Viele Pädagogen sind gegen die sogenannte Verkopfung von Lernen in der Vorschulzeit (in der Schule sieht das dann ja anders aus): Kinder lernen eben nicht mehr, wenn sie möglichst viele Kurse besuchen. Das Hirn sucht sich seine eigenen Lehrstoff. Kinder lernen in ihrem Tempo und nach ihrer Interessenlage – und eben nicht nur durch gewollte Vermittlung von Wissen. Vielleicht lernen sie deshalb ja viel schneller als die langsamen Erwachsenen, weil sie es auf ihre Weise tun: Wenn sie Lust dazu haben, die Inhalte mit Emotionen verbinden können und nach ihrem eigenen Rhythmus. Zum Beispiel, wenn sie beide Sprachen in einem zweisprachigen Haushalt lernen. In einem Kurs geben andere vor, wann gelernt wird.

Ob wirklich etwas hängen bleibt, wenn die sprachlichen Erfahrungen aus der frühen Kindheit in der Schule durch so viele andere Lernstoffe überlagert werden? Wer weiß. Gut wäre nur: Auf das Kind heute schauen und was für das Kind jetzt gut wäre – nicht an irgendwelche Jobs, Schulnoten oder oder Ähnliches in ferner Zukunft denken. Übrigens: Der Gedanke, dass es in 20 Jahren Computer gibt, die als schriftliche und mündliche Simultanübersetzer im Handtaschenformat beim Business- oder Reisetrip immer dabei sind – so abwegig ist der wirklich nicht…

Gut gekühlt bleibt’s wertvoll

Die Muttermilch ist für Babys in den ersten Monaten zweifelsohne die beste Nahrung. Immer mehr Mütter sind in dieser Zeit schon wieder für einige Stunden berufstätig oder möchten einen Termin ohne Baby wahrnehmen. Dafür muss keine gut funktionierende Stillbeziehung aufgegeben werden.

Tipps zum Aufbewahren von Muttermilch

  • Abgepumpte Muttermilch hält sich bei circa vier Grad in Kühlschrank mindestens drei Tage.
  • Tiefgefrorene Muttermilch kann man sogar noch nach 6 Monaten verwenden. Zum Auftauen sollte die Milch 24 Stunden in den Kühlschrank lagern.
  • Muttermilch bei Kühlschranktemperatur schonend im Wasserbad oder unter fließendem warmen Wasser erwärmen.

Und wie kann die stillende Mama dies am besten nutzen? Beispielsweise wenn frau voll stillt und genug Milch für einen Abend woanders abpumpen möchte? 24 Stunden vorher anfangen, immer wieder zwischendurch kleine Menge abpumpen, bis man ein volles Fläschchen hat. Wenn die Milch nicht länger als 24 Stunden in Kühlschrank lagert, darf man noch frisch abgepumpte Muttermilch dazugeben. Ist der Abend gekommen, kann die Betreuungsperson das volle Fläschchen einmal erwärmen und füttern.

Absolute Don’ts

  • Einmal aufgetauchte Muttermilch nicht wieder einfrieren.
  • Einmal bereits aufgewärmte Milch darf nicht nochmal verfüttert werden. Die Reste also immer wegkippen.
  • Muttermilch nicht in der Mikrowelle erwärmen, da diese Methode wichtige Bestandteile leider zerstört.

 

Foto: aboutpixel.de / Saugstelle. © Jan Gropp

Bei Giftalarm ein Blick aufs Handy

Rat und Tipps, wenn kleine Entdecker Unbekanntes in den Mund gesteckt haben: Handybesitzer mit Android oder mit iPhone Betriebsystem können sich einen neuen Giftratgeber-App für kleines Geld im Internet herunterladen.

 

Dort finden sie eine Liste mit 190 Giftstoffen und die Anleitung, was Eltern tun sollten, wenn Sohn oder Tochter etwas Giftiges gegessen haben könnten. Außerdem Fotos von 60 Giftplanzen, damit sie auch der Laie erkennen und vergleichen kann. Die App bietet darüberhinaus Tipps zu Zecken, Schlangen, Quallen, Bienen und Wespen.

Herausgeber der App ist die niederländische Stiftung Ticket to Prevent, die unter anderem mit Experten des Niederländischen Roten Kreuzes und der niederländischen Überwachungsorganisation für Konsumentensicherheit zusammenarbeitet.

Die Giftratgeber-App (unter Gifteratgeber-App suchen) gibt es auf Englisch, Deutsch, Niederländisch und Französisch und kostet zum Beispiel im iTunes App Store 3,99 Euro.

Im Notfall also: Erst ein Blick aufs App für die erste Hilfe. Erscheint es einem nötig, ein Anruf beim Giftnotruftelefon, dessen Telefonnummer Eltern kleiner Kinder eingespeichert haben sollten: Giftnotruftelefon

 

Foto: Hugo.arg