Kategorie: Grundschulkind

Spielplätze – vorher checken!

Endlich geht es raus in die Sonne – und die Kids können auf den Spielplatz! Doch Spielplätze können auch gefährlich sein: Nach langem Winter und Matschzeit sind so manche Spielgeräte gefährlich verrottet. Im Sommer selbst haben vielleicht abendliche Feierrunden den Spielplatz in eine Müllhalde mit Zigarettenkippen und Alkoholresten in bunten Flaschen verwandelt.

Es lohnt sich also als Erwachsener die eine oder andere Runde über das Spielgelände zu drehen, bevor man die Kleinen auf Geräte und Gelände loslässt. Folgende Stationen sind dabei hilfreich:

  • Geräte genauer anschauen, einmal umkreisen: Spitze Metallteile bergen Verletzungsgefahr, verrottetes Holz wird vom Spielgerät zur Stolperfalle, in abgerissenen Seilen können sich Kinderfüße verfangen. Das ist leider nicht so selten, wie es klingt.
  • Mitspielen: Spielgeräte müssen auch für Erwachsene immer zu benutzen sein. Wer sich also auch einmal auf die Rutsche schwingt, merkt gleich selbst, ob die Stufen hinauf gefährlich wackeln.
  • Bodenbelag checken: Das ist eine besonders gemeine Falle für spielende Kinder – wenn sich zum Beispiel Glas-Müll im Sand findet und die Kinder unbedarft vom Klettergerüst hinein hüpfen.
  • Bescheid sagen! Viele Spielplätze haben irgendwo einen Aufkleber mit einer Telefonnummer, bei der sich Eltern und Anwohner melden können, wenn die Plätze und Geräte in keinem guten Zustand sind. Am besten sofort, das Handy haben ja meist alle dabei.

Spielplatzpate werden! Wer sich sowieso ständig auf Spielplätzen „herumtreibt“ (und dies tun zum Beispiel Eltern von Kindergartenkindern im Sommer ständig), kann daraus gleich ein ehrenamtliches Engagament für den Spielplatz vor der Haustür machen. Spielplatzpaten haben je nach Kommune etwas unterschiedliche Aufgaben. Auf jeden Fall sind sie für die Gemeinde Ansprechpartner für den jeweiligen Spielplatz und sehen nach, ob alles dort in Ordnung ist. Sie können aber auch Feste auf den Spielplätzen organisieren oder eine durch die Gemeinde gestellte Spielgerätekiste verwalten.

Am besten einmal die eigene Stadt oder Gemeinde mit dem Stichwort „Spielplatzpate“ googeln!

Foto: TÜV Rheinland.

Spielideen für drinnen

Regen, Matsch oder Eiseskälte – Spielideen für drinnen kann man nie genug haben! Wer einigermaßen entspannte Nachbarn und ein Minimum an Platz hat, kann auch in Haus und Wohnung für Bewegung sorgen. Hier ein paar Ideen, selbst ausprobiert und für gut befunden:

Spielidee 1: Seiltanzen auf dem Boden

Ein möglichst langes Seil auf den Boden legen und schon kann es losgehen: Wer traut sich, auf dem zwischen zwei Hochäusern/Berggipfeln hoch gespannten Seil zu balancieren? Ist gar die berühmte Seiltänzerin aus dem Zirkus bei der Vorstellung zu sehen? Oder der Clown, der erst noch etwas üben muss? Wer keine Lust auf Rollenspiele hat, kann auch einfach ein Wettrennen machen: Wer schafft es am schnellsten – ohne daneben zu treten natürlich! – über das Seil zu laufen?

Spielidee 2: Akrobatik mit Mama und Papa

Viele Kinder lieben es – Mama und Papa haben dabei auch gleich ein Workout, wenn die Kids auf ihnen herumturnen. Je nach Größe (und Kilos!) der Kinder gibt es viele Varianten:

  • Engelchen flieg“ – an beiden Händen von Mama und Papa
  • „Flieger“ – das Kleine wird von einem Erwachsenen an einem Fuß und einer Hand gefasst und im Kreis gedreht
  • Kleinkinder-Hängematte: Zwei Erwachsene halten ein stabiles Tuch zwischen sich und schaukeln das Kind in der „Hängematte“ – je nach Alter und Abenteuerlust des Kindes sanft oder wilder! Immer und überall durchzuführen und ganz sicher ein Erfolg. Bei mehreren Kindern stellt sich sicher noch ein anderer Effekt ein: Ja, auch warten muss man irgendwann im Leben einmal lernen.

Akrobatik für etwas ältere Kinder

  • „Auf den Füßen laufen“: Das Kind stellt sich auf die Füße des Erwachsenen und der läuft los, während das Kind versucht, bei den „langen“ Schritten auf den Füßen des Erwachsenen zu bleiben. Das ist meistens nicht so einfach und schult natürlich den Gleichgewichts-Sinn. Geht übrigens vorwärts und rückwärts: Der Erwachsene geht vorwärts und rückwärts oder das Kind steht mit dem Gesicht zum Erwachsenen oder dreht sich um und schaut nach vorn.
  • Auf den Knien stehen. Das kennt man schon fast aus dem Zirkus: Ein Erwachsener geht leicht in die Knie und lässt das Kind auf seine Knien balancieren, es hält sich an den Händen des Großen fest. Das geht auf einem Bein, vorwärts, rückwärts….Gut für Zirkusposen! Ganz gut ist hier ein weicher Untergrund, falls das Kind abrutscht. Außerdem: Ein echtes Workout für den „Großen“!
  • Salto mit Mama und Papa: Das Kind hält sich an den Händen und dreht sich rückwärts oder vorwärts im Minisalto um die Arme. Auch hier: Auf eine weiche Unterlage achten.

Spielidee 3: Dschungel & Co

Das Wohnzimmer oder Kinderzimmer wird zum gefährlichen Dschungel mit wilden Tieren, die auf Bäumen (Stühlen) liegen, im Wasser (Teppich) lauern oder gut getarnt (unter dem Tisch) auf ihre Beute warten. Was passiert, wenn der bekannte Naturforscher die Szene betritt? Oder das Krokodil den vorwitzigen Vogel fressen will, aber zu behäbig ist? Solche Rollenspiele gehen natürlich auch mit Zirkus oder Zoo. Nett (und bewegungsfördernd) ist es, wenn die Kinder Tiere nachmachen können. Aber wenn es sein muss, kann es ja auch Star Wars oder die Pirateninsel sein!

Einladungskarte für den Kindergeburtstag

Viele Einladungskarten für Kindergeburtstage sind nicht gerade phantasievoll – da machen Eltern doch lieber eine Einladung selbst! Eine einfache Variante ist, ein lustiges Foto des Kindes/des Veranstaltungsortes/irgendetwas Nettes auf eine Klappkarte zu kleben und auf der Innenseite den Einladungstext zu schreiben.

Sehr schön, und man kann den Text einfach auf Word eingeben und ausdrucken. Aber: Das kann ganz schön fummelig werden, wenn man die Größe der Fotos austarieren und noch an den Text denken muss. Zur Vollständigkeit von Einladungskarten zum Kindergeburtstag haben wir uns auch schon einmal Gedanken gemacht: Kindergeburtstag planen – Checkliste für Eltern

Einladungskarte: Kostenlose Vorlage zum Ausdrucken

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Vorlage-Einladung

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Wer es leichter haben möchte, nimmt die kostenlose Vorlage für Einladungskarten von Familothek!
1. Vorlage auf festerem Papier ausdrucken
2. Leere Felder ausfüllen (so vergisst man nichts Wichtiges)
3. Entlang der gestrichelten Linie das Blatt mit einem Lineal und scharfem Messer oder diesen großartigen Papierschneidebrettern quer komplett in zwei Teile schneiden – eine Vorlage ergibt zwei Einladungskarten
4. Die (leere) linke Hälfte des Blattes auf die rechte (beschriebene) klappen – möglichst Kante auf Kante, sieht hübscher aus!
5. Auf die leere Vorderseite ein Foto im Standardformat 10×13 kleben (oder 10x 15, dann steht es aber etwas über)

Viel Spaß und eine schöne Feier!

 

Wer es doch aufwendiger mag – hier Vorlagen mit Disney-, Elfen- oder Olchimotiven:

 

Elektroauto selber basteln

Der Ravensburger Verlag hat die Reihe Science X herausgebracht: Experimentierkästen, mit denen sich 17 spannende Themengebiete erschließen lassen. Ob Raumfahrt, Elektrotechnik, Dinosaurier, Kristalle, das Ökosystem Erde oder das Thema Wasser: Für viele verschiedene Interessensgebiete ist etwas dabei. Die Kästen sind ab acht Jahren empfohlen und der Ravensburger Verlag wirbt damit, dass die Experimente mit Naturwissenschaftlern entwickelt und mit Kindern getestet wurden. Familothek wollte wissen, wie geeignet die Kästen wirklich sind, und hat dies mit einem Kasten zum Thema Elektroauto für Sie getestet:

Ich hatte erst einmal ziemlich Respekt, als wir den Karton aufmachten“, so unsere erwachsene Testerin – „aber da die Teile alle abgebildet und erklärt sind, merkten wir sofort, wir kommen gut zurecht. Sehr positiv fiel mir gleich das sehr ausführliche und anschauliche Begleitheft auf. Alle Materialien sind gut erklärt und es gibt auch noch Hintergrundinformationen. Auch die acht Experimente sind ausführlich erklärt.“ Man braucht zusätzlich einen kleinen Schraubenzieher und eine Batterie. Zu Beginn sind es einfache Experimente, wie der Bau einer einfachen Schaltung mit Motor und einer solarbetriebenen LED Lampe. Jedes Experiment ist auch einzeln durchführbar. Die einfachsten dauern etwa zehn Minuten, die späteren etwas länger.

Der Schwierigkeitsgrad der Experimente steigert sich über das Elektroauto bis zur Solartankstelle. Zu jedem Experiment gibt es gute, aber nicht zu lange Hintergrundinformationen. Und es ist tatsächlich so, dass die Experimente gut durchzuführen sind und funktionieren. Das Material ist größtenteils von guter Qualität, das Auto ist allerdings am Ende etwas klapprig. Aber es fährt. Elektroauto2

„Unsere Siebenjährige hatte beim Experimentieren ziemlich schnell begriffen, dass ein Stromkreis geschlossen sein muss, damit Strom fließt. Auch dass es eine Energiequelle braucht, entweder die Batterie oder die Solarzelle und Licht. Und dass diese Energie irgendwie zu den Rädern kommen muss“, so beschreibt unsere Testerin den Erkenntnisgewinn ihrer Tochter.

Und ihr Votum zur Unterstützung beim Bearbeiten? „In Begleitung eines Erwachsenen kann der Kasten auch schon von Siebenjährigen bearbeitet werden, und auch technisch nicht versierte Erwachsene eigenen sich gut als Begleitpersonen und haben ihren Spaß an der Sache. Auch Achtjährige brauchen eventuell hier und da noch Unterstützung – vor allem da die Handhabung mit Strom ja nicht ungefährlich ist.“

ScienceX: Faszination Elektroauto, Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, Ravensburg, 2014, ISBN 978-3-473-55304-4, empfohlen für Kinder ab 8 (je nach Anbieter zwischen 24,99 und 33,95 Euro).

Mickan ist ganz zufrieden mit sich

Aus dem Alltag einer Achtjährigen: Mickan wird bald 8 und findet sich weder total hübsch, noch ist sie die Hässlichste im Universum. Wenn sie länger in den Spiegel schaut, so etwa eine Viertelstunde, dann bekommt sie ein sonderbares Gefühl. Sie nennt es das „Ich-Gefühl“. Dann ist das im Spiegel plötzlich sie und sie muss mehrmals hintereinander „ich bin ich“ sagen und dann ist alles wieder normal.

Mikan ist ein aufgewecktes Mädchen und Emma Adbage lässt sie in ihrer eigenen Sprache von ihrem Leben erzählen. Vom Wandertag, für den sich ihre Mutter extra bei den Nachbarn einen Kompass für sie ausgeliehen hat. Als Mickan sich dann im Wald verläuft, geht sie in Richtung des Pfeiles und findet ihre Gruppe wieder, das Gerät entpuppt sich allerdings trotzdem als alter Liftkartenhalter vom Skifahren. Auf dem Nachhauseweg hält sie die Hand ihrer Freundin Penny, ein richtiger Kumpel ist nämlich besser als ein falscher Kompass.

Emma Adbage lässt Mickan mit viel trockenem Humor über ihr Leben erzählen, zum Beispiel von dem Tag, als ihre Klasse feststellt, dass die Fische aus dem Klassenaquarium weg sind. Die Lehrerin verdächtigt Pecka, der öfters mal was im Schilde führt, der weiß aber von nichts. Die Fische müssen gestohlen worden sein. Ein Mädchen weint und Mickan und Penny malen Fisch-Such-Plakate und hängen sie auf.

Neben der Fisch-Geschichte gibt es noch die Geschichte von der Theateraufführung, die sich als roter Faden durch das Buch zieht. Viele der anderen Kapitel stehen für sich, „die schrecklichen Dinge“ zum Beispiel oder auch Mickans Analyse über Jungen und Mädchen, die wirklich sehr lesenswert ist, nicht nur für Kinder.

Emma Adbage ist 1982 geboren und hat schon mehrere Kinderbücher geschrieben. „Mickan ist ganz zufrieden mit sich“ ist allerdings das erste, das ins Deutsche übersetzt wurde. Interessanterweise gibt es auf Französisch bereits drei ihrer Bücher. Emma Adbage sagt, dass sie sich von der Sprach von Kindern inspirieren lässt, nach der Lektüre von „Mickan ist ganz zufrieden mit sich“ glaubt man ihr das aufs Wort, und hofft, dass es bald mehr davon auf Deutsch zu lesen gibt.

Mickan ist ganz zufrieden mit sich eignet sich hervorragend zum selbstlesen ab der zweiten Klasse bis zur vierten oder fünften Klasse. Es ist aber auch eine Freude zum Vorlesen.

Mickan ist ganz zufrieden mit sich, Emma Adbåge, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21359-5, ab 7 Jahren (12,99 Euro).

„Tonnerwetter, heute ist ja mein Geburtstag“

Typisch Dr. Brumm: Er freut sich auf einen Tag, an dem er nichts vorhat, außer ausgiebig zu frühstücken und danach die Reißfestigkeit der Hängematte im Garten zu testen.

Dr. Brumm hat Geburtstag!

Aber es kommt mal wieder anders. Er hat nämlich heute Geburtstag und seinen Freunden eine Party versprochen. Jetzt muss er improvisieren, denn zugeben, dass er es vergessen hat, will er natürlich nicht. Zunächst scheint es trotz fantasievoller Ideen – Eierlaufen ohne Eier, Tauziehen ohne Tau und Sackhüpfen ohne Sack – ein eher langweiliger Geburtstag zu werden. Aber dann hat Dr. Brumm eine wirklich gute Idee: Sie helfen Bauer Hackenpiep und machen um die Wette das Heu. Da ist sogar Bauer Hackenpiep mal zufrieden. Und als Frau Hackenpiep dann auch noch einen Schokoladenkuchen serviert, sind sich alle einig: „Das ist die beste Geburtstagsparty, die wir je gefeiert haben.“
In typischer Dr. Brumm Manier hat Daniel Napp dieses Kinderbuch verfasst und detailreich illustriert. Es ist mittlerweile das 11. Dr. Brumm Buch und es soll nicht das letzte gewesen sein, verspricht Daniel Napp auf seiner Homepage.

Daniel Napp, geboren 1974, ist studierter Illustrator. Seine Diplomarbeit hat er mit „Dr. Brumm versteht das nicht“ gemacht. Und kurz darauf weitere Kinderbücher veröffentlicht. Für „Dr. Brumm will´s wissen“ hat er die Eule des Monats bekommen und „Dr. Brumm gibt Gas“ ist als Erstlesebuch des Monats vom Borromäusverein ausgezeichnet worden. Mittlerweile arbeitet er in einem Gemeinschaftsatelier in Münster. Dort illustriert er nicht nur seine eigenen Geschichten, sondern auch die anderer Autoren. So hat er zum Beispiel das neue Bilderbuch vom Kleinen Wassermann illustriert, und auch die Bilder in den Latte Igel Geschichten des finnischen Autors Sebastian Lybeck sind aus seiner Feder bzw. seinen Pinseln.

„Dr. Brumm feiert Geburtstag“ ist wie alle Dr. Brumm Bücher super zum Vorlesen und Bilder anschauen für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Die große deutliche Schrift macht es aber auch zu einem idealen Buch zum selber Lesen für Leseanfänger.

Wer von den Büchern noch nicht genug hat, dem kann man einen Besuch auf Daniel Napps Homepage (www.Daniel-Napp.de) nur empfehlen. Sie ist eine wahre Fundgrube an Zusatzinformationen: Zum Beispiel, dass Dr. Brumm seinen Dr. Titel fürs Honigessen bekommen hat. Und Daniel Napp erzählt mit vielen Bildern, wie ein Buch von ihm entsteht. Außerdem findet man einen Trailer zu einem Dr. Brumm Trickfilm Projekt, sowie Links zu Interviews mit Daniel Napp, zum Beispiel bei der Kinderbuchcouch, wo man das Interview als Film anschauen kann. Wer lieber selbst aktiv wird, findet zahlreiche Bastelbögen zu den verschiedenen Geschichten von Daniel Napp.

Dr. Brumm feiert Geburtstag, Daniel Napp, Thienemann Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, 2014, ISBN 978-3-522-43743-1, ab 5 Jahren (je 12,99 Euro).

„Wie lange dauert der Tod?“

Als der Thienemann Verlag mir „Nie mehr Wolkengucken mit Opa“ vorschlug, dachte ich: Endlich einmal ein Kinderbuch zum Thema Tod und Trauer. Als ich das Buch in den Händen hielt war mein erster Gedanke: „Welch schöne Bilder! Die Illustratorin Verena Körting hat Bilder von solch intensiver Atmosphäre geschaffen, dass man allein durch das Betrachten schon mitten in der Geschichte ist.

Die Geschichte handelt von Lilli, die immer stundenlang mit ihrem Opa auf der Schaukel am alten Kirschbaum saß und die Wolken mit ihm anschaute. Sie sahen die fantastischsten Dinge und es war ihnen nie langweilig.

Eines Tages ist Opa im Krankenhaus und sieht dünner und kleiner aus als sonst. „Und an einem windigen Tag passiert es – einfach so, ohne dass jemand etwas dagegen tun kann.“
„Opa ist gegangen“ sagt die Nachbarin, aber sie weiß auch nicht wohin. Lilli versteht nicht, warum er sie nicht mitgenommen hat, und Oma und seinen Kegelfreund. Lilli ist sauer „der Tod ist doof“ ruft sie und dann, als Oma ihr Opas alten Gartenhut aufsetzt, da kann sie auch endlich weinen.

Lilli malt ein Herz für Opa und überlegt, ob er ein Kuscheltier mitnehmen sollte und was er anziehen soll, im Sarg.

Es gibt ein Gespräch mit dem Pfarrer und die Beerdigung und Lilli überlegt, ob es langweilig ist, wenn man tot ist.

In der Geschichte von Martina Baumbach wird das Kindergartenkind Lilli durch die Tage vor und nach der Beerdigung begleitet. Lillis Reaktion auf den Tod ihres geliebten Opas wird in all ihren Facetten gezeigt: Unverständnis, Trauer, Wut. Aber Lilli findet auch Trost in ihren eigenen Erfahrungen mit Maikäfern, die sie mal in einer Schachtel gesammelt hatte. Als sie nach ein paar Tagen wieder nach ihnen schaute, haben sie sich nicht mehr bewegt. Aber sie sahen friedlich aus, als wären sie zufrieden mit all dem Gesumme dass sie in ihrem Leben veranstaltet hatten. Auch die Zeiten mit der Familie und das Gespräch mit dem Pfarrer geben Lilli Trost und helfen ihr mit der Situation umzugehen.

„Nie mehr Wolkengucken mit Opa“ ist ein wunderbar einfühlsames Buch über die wohl schwersten Momente im Leben. Es ist besonders geeignet für Kinder im Kindergarten und der Grundschule. Die beiden letzten Seiten, die sehr viele gute Tipps für trauernde Kinder und ihre Eltern beinhalten, sind aber auch noch für ältere Kinder geeignet.
Die Münchener Autorin hat schon viele Kinder und Jugendbücher veröffentlicht und widmet sich gerne auch den schwierigeren Themen (Kuddelmuddel in Omas Kopf, Und Papa sehe ich am Wochenende, Jette zieht um). Auch im Radio kann man Martina Baumbachs Geschichten hören, in Bayern 1 kommen sie manchmal als Betthupferl. Den Link findet man auf www.martinabaumbach.de.

Nie mehr Wolkengucken mit Opa, Martina Baumbach und Verena Körting, Thienemann Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, 2014, ISBN 978-3-522-30372-9, ab 4 Jahren (12,99 Euro).

Alternativen zu Indoor-Spielplätzen

kinderspass im Kinderland

Sie sind laut, sie sind teuer und die Kinder lieben sie – Indoor-Spielplätze. Kaum ein Elternteil, das nicht wenigstens einmal Sohn oder Tochter aus der riesigen Halle mit ohrenbetäubendem Krach vom Kindergeburtstag abgeholt hat – mit leuchtenden Augen natürlich und so richtig ausgetobt. Und sicher, wenn die Matschsaison startet, weiß so mancher nicht, wie er dem Nachwuchs täglich genügend Auslauf bieten kann. Gibt es eigentlich Alternativen? Aber ja!

Winterspielplätze

Für Eltern von kleinen Kindern eine wirkliche Alternative: Kirchengemeinden oder andere gemeinnützige Organisationen statten ihre Räume an ein paar Tagen die Woche mit Kleinkinderspielzeug aus und lassen die Kleinen dort zu festgelegten Uhrzeiten und meist gegen eine Spende toben und krabbeln. Da gibt es das Bällebad, die Balanciermeile oder den Drehkreisel – alles kleinkindgerecht und sehr viel entspannter als im Kleinkindbereich eines Indoor-Spielplatzes. Einziger Nachteil, aber verständlich: Ältere Kinder, ab 4 Jahre oder ab Schulalter haben keinen Zutritt. Das gilt dann auch für ältere Geschwister.

Alternative Indoorhallen

Nicht hundertpotzentig kommerziell, und für die Kinder auch der Hit – öffentlich geförderte Hallen, zu finden eher in größeren Städten. Sie haben ein paar „Indoor-Highlights“ – zum Beispiel eine lange Rutsche oder eine Kletterwand. Sie haben viel Platz, aber nicht den ganzen Indoor-Karussell-Klimbim. Das bedeutet natürlich, dass der Eintrittspreis dementsprechend geringer ist – wie schön! Außerdem kommen die Kurzen etwas kreativer zu ihrem Auslauf und setzten sich nicht einfach bloß in ein Elektroauto.

Kinderland

Na klar, wir wissen auch, dass Möbelhäuser und Gartencenter ihre aufwendigen Kinderspiellandschaften nur deshalb angelegt haben, um deren Eltern als Kunden zu gewinnen. Wenn man aber nicht einmal einen Balkon hat und sowieso schon zu viele Möbel?? Dann schickt man sein Kind trotzdem ein paar Stunden in die kostenlose Kletterwelt des Gartencenters und kauft einen Blumentopf (wenn man ihn braucht). Schließlich wollen die Macher ihre Kinderwelten auch bevölkert haben, so ganz leer traut sich dann vielleicht nicht einmal ein potenzielles Kundenkind herein. Na also – Win-win-Situation! Da immer mehr davon aus dem Boden schießen, lohnt eine Recherche, was gerade in der Nähe aufgemacht hat.

 

 

Foto: Ikea

 

Liniertes Papier in der Grundschule – welche Linien wofür?

Liniertes Papier ist ein Thema für Grundschuleltern: Ihr Kind ist gerade in die erste, zweite oder dritte Klasse gekommen und Sie wundern sich, warum alle Hefte eine neue Linierung haben?
Vorlagen für alle Linierungen zum kostenlosen Herunterladen und Ausdrucken

Vielleicht erinnern Sie sich nicht oder sind in einem anderen Land in die Grundschule gegangen, aber das ist die Erklärung:

  • Erstklässler haben vier Linien in ihren Heften zum Schreiben lernen. Sie brauchen diese, weil sie die unterschiedliche Höhen der Bögen und Schwünge aller Buchstaben erst lernen müssen. Die Linien teilen eine Zeile in drei „Bereiche“ – viele Grundschullehrer nutzen Bilder, um den Kindern die Schreibweise eines Buchstaben näher zu bringen: Zum Beispiel das „Dach“ der Zeile, das „Haus“ (die Mitte) und der „Keller“. Ein „g“ geht zu Beispiel mit dem unteren Haken in den Keller.
    Beim Rechnen lernen sie erst die Zahlen und ihre Schreibweise und benötigen deshalb größere Kästchen in den Matheheften.

 

  • Zweitklässler beginnen mit der Schreibschrift (das ist von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich, oft auch von Schule zu Schule). Die Linienführung folgt noch immer der Logik aus der ersten Klasse, (siehe oben) ist aber nun enger. Die Linienhöhe ist nun der Standardhöhe der Großen angepasst, hat aber weiterhin Hilfslinien. Da die Kinder bereits Zahlen schreiben können, wechseln sie auch hier zu den kleineren Standardkästchen in Mathematik.

 

  • Drittklässler haben ein auf den Blick seltsame Linierung: In der Mitte der Zeile zwei enge Linien. Diese sollen noch Hilfslinien in der Mitte der Zeile sein. Ganz ehrlich, ich selbst kann mich noch heute erinnern, damit nicht besonders gut klargekommen zu sein.

Ab der vierten Klasse ist das alles kein Thema mehr – die Kinder nutzen die Standardzeilen und -kästchen, man geht davon aus, dass die Kinder ihre Handschrift entwickelt haben. Dass das nicht ganz so stimmt, zeigen Untersuchungen wie diese hier: (Schreiben lernen statt Schönschrift)

Aber trotzdem: Juhu, endlich können Eltern Schulhefte (häufig günstiger) auf Vorrat kaufen und die Kinder auch mal eine Seite aus Papas Block benutzen. Übrigens – zum Üben für eine bessere Handschrift haben wir auch noch ein paar Tipps: Wie kann ich die eigene Handschrift meines Kindes fördern?

 

Thea Sisters – Kinderbücher ab acht Jahre

Schlau, nett, hübsch und vor allem ein tolles Team: Der Redakteur der „Neuen Nager Nachrichten“, Geronimo Stilton wurde an dieser Stelle bereits vorgestellt. Auch seine Schwester Thea Stilton kam in diesem Buch bereits vor. Nun macht sie ihre eigene Karriere. Aufgrund einer Einladung, einen Kurs über Abenteuer-Journalismus zu halten, begibt sich Thea mal wieder zum Mausford College, wo sie selbst mal studiert hat. Dort lernt sie fünf reizende Mäusemädchen kennen: Colette, Pamela, Pauline, Nicky und Violet. Jede mit ihren Eigenheiten und besonderen Begabungen, aber alle sind sehr nett und sehr schlau.

Bald schon geschehen merkwürdige Dinge im Mausford College: Thea glaubt öfter einen Schatten zu sehen, ist sich aber nicht sicher. Der tollpatschige Student Hans Mausner kommt ihr irgendwie bekannt vor, aber sie weiß nicht woher. Und dann ist er plötzlich ganz verschwunden. Außerdem fehlen noch große Töpfe, ein Gartenschlauch und die Harke des Gärtners. Die fünf Mäusemädchen machen sich auf die Suche. Sie knacken den Drachencode und entdecken einen Geheimgang. Am Ende klärt sich auch das Geheimnis um Hans Mausner auf.

Am Anfang jedes Buches werden die fünf Mäusemädchen mit einem Steckbrief vorgestellt, so dass man sie schon ein bisschen kennt. Jede hat ihre individuellen Stärken und Schwächen, was sie sehr sympathisch macht. Sie ergänzen sich damit außerdem zu einem sehr guten Team.

Von den Thea Sisters gibt mittlerweile viele Abenteuer, so dass es keine langen Wartezeiten auf das nächste Abenteuer geben muss.
Das zweite Abenteuer führt die fünf Mädchen nach Peru, wo sie eine geheime Stadt entdecken, einem Archäologen helfen und die Schurken davon abhalten eine Tür der Stadt zu zerstören.
Im dritten Abenteuer reisen die Mädchen nach Paris, wo sie einen Skandal in der Mode-Szene aufdecken. Das fünfte Abenteuer spielt in Mailand, in der Welt des Balletts. Seit dem 1.9. 14 gibt es noch vier weitere Bücher für die ganz großen kleinen Fans (Titel: siehe unten).

Die Bücher sind wie auch die von Geronimo Stilton witzig aufgemacht: Manche Wörter sind anders geschrieben, es gibt immer wieder Hinweise zum Mit-Raten. Außerdem allgemeine Informationen über die Länder und Orte, an denen sich die Mäusemädchen aufhalten, so dass bei der Lektüre auch etwas Allgemeinwissen vermittelt wird. Die Sprache ist gut zu verstehen und die Bücher nicht zu dick, so dass auch nicht so geübte Leser und Leserinnen durchaus Spaß an der Lektüre haben.

Zu den Stilton Büchern gibt es eine schön gestaltete Internetseite mit Leseproben, Ausmalbildern, Briefpapier und einem Gewinnspiel (www.theasisters.de).

Die Thea Sisters und der Drachencode,Die Thea Sisters und die geheime Stadt, Die Thea Sisters und der Modedieb, Die Thea Sisters und der tanzende Schatten.

Seit September 2014: Die Thea Sisters und das Rätsel von New York, Die Thea Sisters und der indische Prinz, Die Thea Sisters und der Schatz im Eis, Die Thea Sisters und die Jagd nach dem blauen Skarabäus.

Thea Stilton, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ab 8 Jahren (je 7,99 Euro).