Kategorie: Kleinkind

Junior übernachtet woanders

Ab wann können Kleine zum ersten Mal ohne Eltern übernachten? Und was sollten die Großen dabei beachten?

Das richtige Alter

Als Richtwert gilt, dass die Kleinen im Laufe des zweiten Lebensjahres problemlos ohne Eltern übernachten können. Vorher können sie noch nicht verstehen, dass die Eltern morgen wiederkommen werden und könnten so die Trennung als „für immer“ verstehen und sich verlassen fühlen.

Für die erste Nacht außer Haus sollten Eltern Einiges beachten:

Die Vorbereitung

Kennt das Kleine die Umgebung, die Personen, bei denen es übernachten soll? Dann ist die Nacht ohne Mama und Papa sicher kein Problem. Hat er oder sie schon etwas „Erfahrung“ damit, dass auch mal andere aufpassen? Also Babysitter, Kinderkrippe, Au-Pair? Und natürlich kennen Sie als Eltern Ihr Kind am besten und wissen, ob sie einen kleinen Draufgänger haben oder ein eher schüchternes Kind, dass vielleicht behutsamer in unbekannte Situationen eingeführt werden muss.

Zur Vorbereitung erzählen Sie am besten ein paar Tage vorher, dass es am Wochenende zu Oma und Opa geht – oder zur Tante, o.ä. Tun Sie dies nicht früher, denn das Zeitgefühl Ihres Kindes ist noch nicht so ausgeprägt, dass es sich so ein Erlebnis in zwei Wochen vorstellen kann. Und natürlich malen Sie viele tolle Dinge aus, die beim fremden Übernachtungsort geschehen werden. Dass Ihr Kind mit der Tante in den Zoo gehen wird oder den Hund füttern darf. Vielleicht kann der Onkel anrufen und noch mehr dazu erzählen.

Am Tag selbst

Bei der Verabschiedung vom Kind sollten Sie ganz klar und offen sein: „Wir gehen jetzt, mach’s gut bis morgen, schlaf schön, ich hab Dich lieb“. Aufkommende Zweifel und Trennungsschmerz bei den Eltern selbst bitte möglichst für sich behalten, um den Nachwuchs nicht zu verwirren. Das Kind sollte das Gefühl haben: Das hier ist alles o.k. Und Mama und Papa vertrauen dem nächtlichen Gastgeber voll und ganz.

Und wenn Sie als Eltern den Nachwuchs am nächsten Morgen wieder abholen, ist die Freude sicher groß. Sagen Sie ruhig, dass Sie ganz stolz sind, schon ein so großes Kind zu haben, das die Nacht allein verbringen kann.

Kinderbücher zum Thema:

aboutpixel.de / schlafe wohl © jadon

Spielplätze – vorher checken!

Endlich geht es raus in die Sonne – und die Kids können auf den Spielplatz! Doch Spielplätze können auch gefährlich sein: Nach langem Winter und Matschzeit sind so manche Spielgeräte gefährlich verrottet. Im Sommer selbst haben vielleicht abendliche Feierrunden den Spielplatz in eine Müllhalde mit Zigarettenkippen und Alkoholresten in bunten Flaschen verwandelt.

Es lohnt sich also als Erwachsener die eine oder andere Runde über das Spielgelände zu drehen, bevor man die Kleinen auf Geräte und Gelände loslässt. Folgende Stationen sind dabei hilfreich:

  • Geräte genauer anschauen, einmal umkreisen: Spitze Metallteile bergen Verletzungsgefahr, verrottetes Holz wird vom Spielgerät zur Stolperfalle, in abgerissenen Seilen können sich Kinderfüße verfangen. Das ist leider nicht so selten, wie es klingt.
  • Mitspielen: Spielgeräte müssen auch für Erwachsene immer zu benutzen sein. Wer sich also auch einmal auf die Rutsche schwingt, merkt gleich selbst, ob die Stufen hinauf gefährlich wackeln.
  • Bodenbelag checken: Das ist eine besonders gemeine Falle für spielende Kinder – wenn sich zum Beispiel Glas-Müll im Sand findet und die Kinder unbedarft vom Klettergerüst hinein hüpfen.
  • Bescheid sagen! Viele Spielplätze haben irgendwo einen Aufkleber mit einer Telefonnummer, bei der sich Eltern und Anwohner melden können, wenn die Plätze und Geräte in keinem guten Zustand sind. Am besten sofort, das Handy haben ja meist alle dabei.

Spielplatzpate werden! Wer sich sowieso ständig auf Spielplätzen „herumtreibt“ (und dies tun zum Beispiel Eltern von Kindergartenkindern im Sommer ständig), kann daraus gleich ein ehrenamtliches Engagament für den Spielplatz vor der Haustür machen. Spielplatzpaten haben je nach Kommune etwas unterschiedliche Aufgaben. Auf jeden Fall sind sie für die Gemeinde Ansprechpartner für den jeweiligen Spielplatz und sehen nach, ob alles dort in Ordnung ist. Sie können aber auch Feste auf den Spielplätzen organisieren oder eine durch die Gemeinde gestellte Spielgerätekiste verwalten.

Am besten einmal die eigene Stadt oder Gemeinde mit dem Stichwort „Spielplatzpate“ googeln!

Foto: TÜV Rheinland.

Spielideen für drinnen

Regen, Matsch oder Eiseskälte – Spielideen für drinnen kann man nie genug haben! Wer einigermaßen entspannte Nachbarn und ein Minimum an Platz hat, kann auch in Haus und Wohnung für Bewegung sorgen. Hier ein paar Ideen, selbst ausprobiert und für gut befunden:

Spielidee 1: Seiltanzen auf dem Boden

Ein möglichst langes Seil auf den Boden legen und schon kann es losgehen: Wer traut sich, auf dem zwischen zwei Hochäusern/Berggipfeln hoch gespannten Seil zu balancieren? Ist gar die berühmte Seiltänzerin aus dem Zirkus bei der Vorstellung zu sehen? Oder der Clown, der erst noch etwas üben muss? Wer keine Lust auf Rollenspiele hat, kann auch einfach ein Wettrennen machen: Wer schafft es am schnellsten – ohne daneben zu treten natürlich! – über das Seil zu laufen?

Spielidee 2: Akrobatik mit Mama und Papa

Viele Kinder lieben es – Mama und Papa haben dabei auch gleich ein Workout, wenn die Kids auf ihnen herumturnen. Je nach Größe (und Kilos!) der Kinder gibt es viele Varianten:

  • Engelchen flieg“ – an beiden Händen von Mama und Papa
  • „Flieger“ – das Kleine wird von einem Erwachsenen an einem Fuß und einer Hand gefasst und im Kreis gedreht
  • Kleinkinder-Hängematte: Zwei Erwachsene halten ein stabiles Tuch zwischen sich und schaukeln das Kind in der „Hängematte“ – je nach Alter und Abenteuerlust des Kindes sanft oder wilder! Immer und überall durchzuführen und ganz sicher ein Erfolg. Bei mehreren Kindern stellt sich sicher noch ein anderer Effekt ein: Ja, auch warten muss man irgendwann im Leben einmal lernen.

Akrobatik für etwas ältere Kinder

  • „Auf den Füßen laufen“: Das Kind stellt sich auf die Füße des Erwachsenen und der läuft los, während das Kind versucht, bei den „langen“ Schritten auf den Füßen des Erwachsenen zu bleiben. Das ist meistens nicht so einfach und schult natürlich den Gleichgewichts-Sinn. Geht übrigens vorwärts und rückwärts: Der Erwachsene geht vorwärts und rückwärts oder das Kind steht mit dem Gesicht zum Erwachsenen oder dreht sich um und schaut nach vorn.
  • Auf den Knien stehen. Das kennt man schon fast aus dem Zirkus: Ein Erwachsener geht leicht in die Knie und lässt das Kind auf seine Knien balancieren, es hält sich an den Händen des Großen fest. Das geht auf einem Bein, vorwärts, rückwärts….Gut für Zirkusposen! Ganz gut ist hier ein weicher Untergrund, falls das Kind abrutscht. Außerdem: Ein echtes Workout für den „Großen“!
  • Salto mit Mama und Papa: Das Kind hält sich an den Händen und dreht sich rückwärts oder vorwärts im Minisalto um die Arme. Auch hier: Auf eine weiche Unterlage achten.

Spielidee 3: Dschungel & Co

Das Wohnzimmer oder Kinderzimmer wird zum gefährlichen Dschungel mit wilden Tieren, die auf Bäumen (Stühlen) liegen, im Wasser (Teppich) lauern oder gut getarnt (unter dem Tisch) auf ihre Beute warten. Was passiert, wenn der bekannte Naturforscher die Szene betritt? Oder das Krokodil den vorwitzigen Vogel fressen will, aber zu behäbig ist? Solche Rollenspiele gehen natürlich auch mit Zirkus oder Zoo. Nett (und bewegungsfördernd) ist es, wenn die Kinder Tiere nachmachen können. Aber wenn es sein muss, kann es ja auch Star Wars oder die Pirateninsel sein!

Alternativen zu Indoor-Spielplätzen

kinderspass im Kinderland

Sie sind laut, sie sind teuer und die Kinder lieben sie – Indoor-Spielplätze. Kaum ein Elternteil, das nicht wenigstens einmal Sohn oder Tochter aus der riesigen Halle mit ohrenbetäubendem Krach vom Kindergeburtstag abgeholt hat – mit leuchtenden Augen natürlich und so richtig ausgetobt. Und sicher, wenn die Matschsaison startet, weiß so mancher nicht, wie er dem Nachwuchs täglich genügend Auslauf bieten kann. Gibt es eigentlich Alternativen? Aber ja!

Winterspielplätze

Für Eltern von kleinen Kindern eine wirkliche Alternative: Kirchengemeinden oder andere gemeinnützige Organisationen statten ihre Räume an ein paar Tagen die Woche mit Kleinkinderspielzeug aus und lassen die Kleinen dort zu festgelegten Uhrzeiten und meist gegen eine Spende toben und krabbeln. Da gibt es das Bällebad, die Balanciermeile oder den Drehkreisel – alles kleinkindgerecht und sehr viel entspannter als im Kleinkindbereich eines Indoor-Spielplatzes. Einziger Nachteil, aber verständlich: Ältere Kinder, ab 4 Jahre oder ab Schulalter haben keinen Zutritt. Das gilt dann auch für ältere Geschwister.

Alternative Indoorhallen

Nicht hundertpotzentig kommerziell, und für die Kinder auch der Hit – öffentlich geförderte Hallen, zu finden eher in größeren Städten. Sie haben ein paar „Indoor-Highlights“ – zum Beispiel eine lange Rutsche oder eine Kletterwand. Sie haben viel Platz, aber nicht den ganzen Indoor-Karussell-Klimbim. Das bedeutet natürlich, dass der Eintrittspreis dementsprechend geringer ist – wie schön! Außerdem kommen die Kurzen etwas kreativer zu ihrem Auslauf und setzten sich nicht einfach bloß in ein Elektroauto.

Kinderland

Na klar, wir wissen auch, dass Möbelhäuser und Gartencenter ihre aufwendigen Kinderspiellandschaften nur deshalb angelegt haben, um deren Eltern als Kunden zu gewinnen. Wenn man aber nicht einmal einen Balkon hat und sowieso schon zu viele Möbel?? Dann schickt man sein Kind trotzdem ein paar Stunden in die kostenlose Kletterwelt des Gartencenters und kauft einen Blumentopf (wenn man ihn braucht). Schließlich wollen die Macher ihre Kinderwelten auch bevölkert haben, so ganz leer traut sich dann vielleicht nicht einmal ein potenzielles Kundenkind herein. Na also – Win-win-Situation! Da immer mehr davon aus dem Boden schießen, lohnt eine Recherche, was gerade in der Nähe aufgemacht hat.

 

 

Foto: Ikea

 

Hut ab vor Erzieherinnen und Erziehern!

Fragen Sie sich auch manchmal, wie denn so eine Erzieherin den Krach – den Wahnsinn, die vielen Kinder, diese unendliche Energie von Kindergruppen den ganzen Tag aushält? Ich auch. Haben Sie sie schon einmal um dieses unglaubliche Geheimnis beneidet, wie sie die ganze Bande unbeschadet und entspannt zum Kita-Ausflug geleitet und zurück – während Sie noch jetzt gestresst an den letzten Kindergeburtstag denken, wo aber höchstens ein Drittel der Kinderanzahl einer Kitagruppe in Ihrer Obhut war?

Wie machen die das bloß? Auch nicht immer geduldig (aber oft) und jeden Tag ganz schön herausgefordert. Mit unterschiedlichsten Kindern, die unterschiedlichste Probleme, Familienkonstellationen, kulturelle Hintergründe und so weiter mitbringen….Und gerade Erzieherinnen und Erzieher sind heute von der aktuellen Situation mit häufigem Personalmangel und -wechsel am meisten gefordert. Und auch wenn man sich als Erzieher beim aktuellen Kitamangel den Job wohl aussuchen kann, hat interessanterweise noch immer niemand kapiert, mit welchem Mittel man denn Mangel seeehr leicht beseitigen und viele Probleme lösen könnte: Einfach mehr Geld zahlen.

Allerdings, sagen wir es wie es ist: Weil Erzieher(innen) so dringend, dringend gebraucht werden, erlebt man manches Mal im Kampf um einen Kita-Platz oder schlimmer, wenn das Kind schon in der Einrichtung ist, Betreuungspersonen, bei denen man sich fragt: Warum sind die eigentlich Erzieher geworden – mögen die eigentlich Kinder?

Weil das leider so ist, sind die „guten“ Erzieher noch mehr zu loben! Sie müssen nämlich neben den manchmal schwierigen Bedingungen dann auch noch unmotivierte Kollegen aushalten. Und das leisten sie, die guten Erzieher. Die wichtigen Begleiter unserer Kinder, die uns helfen, und für unsere Kinder wichtige Ansprechpartner außerhalb der Familie sind.

Also liebe Eltern: Sagt es ihnen ruhig einmal, wenn ihr die Arbeit gut findet, die Erzieher mit Euren Kindern leisten – jeder wird ja gerne einmal gelobt!

 

Foto: George Garrigues at en.wikipedia

Wettercremes gut getestet

Das ist doch einmal eine gute Nachricht: Ökotest hat 17 Wind- und Wettercremes für Babys und Kleinkinder getestet und fast alle mit mindestens „gut“ bewertet, 14 sogar mit der Bestnote.

Die meisten getesteten Wind- und Wettercremes enthalten keinerlei bedenkliche Inhaltsstoffe und wirkten auf der Basis natürlicher Fette wie Bienenwachs, Mandel-, Sonnenblumen- und Olivenöl.

Kleine Einschränkungen gab es in der Testbewertung allerdings bei hormonell wirkenden UV-Filtern, die in einigen Cremes vorhanden waren. Außerdem bei der Verwendung von Duft – und Konservierungsstoffen – diese waren bei den getesteten Produkten aber glücklicherweise nicht als allergieauslösend bekannt.

Wichtig aber noch darauf hinzuweisen, dass Kinder- und Babyhaut unter normalen Umständen am besten gar nicht ständig eingecremt werden muss. Dies ist nur bei außergewöhnlich kaltem Wetter und längerem Aufenthalt im Freien sinnvoll.

Einige konkrete Ergebnisse des Ökotests hier
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=101122;bernr=07;co

Übrigens: Achtung beim Auftragen von Kältecremes bei Minusgraden – wenn sie viel Wasser enthalten, kann dieses auf der Kinderhaut gefrieren. Mehr dazu hier
http://www.familothek.de/tipps-kaelteempfindliche-kinder.html

Einige der von Ökotest für gut befundenen Cremes:

    

Foto: Miguel Virkkunen Carvalho

Sicherer Urlaub am Meer

Kleine Piraten, wackere Matrosen und große Sandburgbauer – alle Kinder lieben den Aufenthalt am Meer. Klar ist das schön – aber trotzdem kann das Meer als Naturgewalt eine besondere Kraft entfalten. Deshalb sollten Sie bei einem Urlaub mit Ihren Kindern am Meer einige Regeln für den Strand beachten:

Außerdem Tipps für die Sicherheit am Badesee

Besonders gefährdet: Babys und Kleinkinder

Nahezu jedes flache Wasser kann für Babys und Kleinkinder gefährlich werden: Sie haben einen im Verhältnis zu ihrem Körper sehr schweren Kopf und können deshalb schon in einer Pfütze ertrinken, wenn sie mit dem Gesicht hineinfallen – sie schaffen es nicht, sich allein aus der Gefahr zu befreien. Deshalb gilt gerade für diese Altersgruppe: Am Meer immer ein Auge auf den Nachwuchs im Krippenalter haben!

Meeresströmung: Unsichtbar und gefährlich

Das Meer birgt auch für größere Kinder unsichtbare Gefahren: Die Strömungen unter Wasser können auch im beispielsweise relativ ruhigen Mittelmeer ein schwimmendes Kind auf die offene See ziehen. Erklären Sie also Ihrem Kind ruhig und ernsthaft, dass es nur ins Wasser gehen darf, wenn ein Erwachsener vom Strand aus zuschaut. Oder lassen Sie es am besten gar nicht allein ins Wasser gehen, zumindest wenn es tiefer wird. Überschätzen Sie außerdem auch nicht, wie gut Ihr Kind schwimmen kann. Denn wer ein Seepferdchen hat, ist noch lange nicht „schwimmsicher“. Als schwimmsicher bezeichnet der DLRG Kinder, die sich unter anderem 15 Minuten im tiefen Wasser halten können.

Vorsicht auch bei aufblasbaren Tieren oder Luftmatratzen: Mit ihnen können Kinder weg vom Ufer treiben – als am besten nur im flachen Wasser spielen und zusammen mit einem Erwachsenen.

Bewachte Badestrände nutzen

Nein, komplett darauf verlassen sollten Sie sich nicht: denn auch der bestausgebildetste Rettungsschwimmer hat seine Augen eben nicht überall. Auch an einem bewachten Badestrand müssen Sie die Augen bei den Kindern im Wasser haben. Trotzdem gibt es eine gewisse Sicherheit, wenn der Badestrand von professionellen Rettern bewacht wird. Und – Sie haben Experten vor Ort, mit denen Sie über die örtlichen Gegebenheiten sprechen können. Sie können Sie also fragen, ob die Strömung heute stark ist und an welchen Stellen das Meer vielleicht plötzlich abfällt.

Schwimmen lernen gibt Sicherheit

Eine schöne Vorbereitung auf die Ferien am Meer ist ein Schwimmkurs – er ist ab circa vier Jahre sinnvoll. Im salzigen Meerwasser kann sich ein Schwimmanfänger sogar leichter über Wasser halten. Kleinere Kinder profitieren von Babyschwimm- und Wassergewöhnungskursen, die in öffentlichen Bädern oder bei Familienbildungsstellen angeboten werden. Denn die Kleinen bewegen sich danach sicherer im Meerwasser.

Illustration: Isabelle Dinter

Frühenglisch: Pro und Contra

Soll man sein Kind ab dem 3. Lebensmonat in den Early-Englisch Kurs schicken? Oder als Kindergartenkind in die englische Spielgruppe? Das wird heiß und kontrovers diskutiert. Wir diskutieren mit:

PRO

Es ist toll, welche Chancen Kinder heute schon so früh haben können! Schön, wenn man mit dem Baby eine sinnvolle Beschäftigung hat, und das Kleine schon einmal an den Klang einer fremden Sprache gewöhnen kann. Und für das Kind selbst ist Zweisprachigkeit von Anfang an Normalität. Es singt und spielt in zwei Sprachen. Und viele Dinge graben sich bereits in ganz jungem Alter in das Bewusstsein – ein Geschenk fürs Leben! Vielleicht macht ja auch der Papa mit dem Baby den Kurs – dann haben beide eine reservierte Zeit miteinander.

Überhaupt haben Kinder im Vorschulalter noch ein unverkrampftes Verhältnis zum Lernen – das sollten verantwortungsvolle Eltern ausnutzen. Sie haben keine Angst, Fehler zu machen, sind stolz auf alles, was sie können. Wenn sie dann etwas lernen, was sie später in der Schule nutzen können, ist das ein Vorteil.

Mit einem privaten Englischkurs werden Vorschulkinder also noch vor der Schule auf spielerische Art gefördert und machen die grundlegende Erfahrung, dass Lernen Spaß machen kann. Das ist eine Erfahrung, die man keinem Kind nehmen sollte. Außerdem weiß man ja, dass Kinder im Vorschulalter Laute noch besser nachahmen können, als später im Leben. Das bedeutet, dass sie bei Frühenglisch lernen, akzentfrei zu sprechen. All dies sollte einem das Geld und den organisatorischen Aufwand wert sein.

Und wenn sie dann in die Schule gehen, kann man den Kurs doch nachmittags fortführen. Schließlich ist ja lernen im privaten Englischkurs meist besser organisiert, wird von Muttersprachlern unterrichtet und in kleineren Gruppen. Hier steht der Spaß im Vordergrund, und es ist gut, wenn Kinder auf jeden Fall die Erfahrung machen, dass man mit Spaß lernen kann. Und sicher bekommen sie bessere Noten im Fach Englisch, wenn sie die Sprache schon lange gelernt haben oder das neue Schulfach, wenn es eingeführt wird, nichts Neues mehr ist.

In der Schule kommt beim Sprachen lernen ja meist das freie Sprechen zu kurz – das können die Kinder dann im privaten Englischkurs lernen. Und das Wichtigste beim Sprachen lernen ist doch immer, dass es die Kommunikation mit anderen möglich macht. So manchem ist es einfach wichtig, dass das eigene Kind mit Englisch oder einer anderen Sprache in Kontakt kommt. Also, warum nicht? Dann ist es nicht schön, wenn sich Eltern deshalb als „Übereltern“ vor anderen rechtfertigen müssen.nicht..

CONTRA

Lasst die Kinder doch Kinder sein! Natürlich ist es hübsch, wenn man als Eltern dem Baby etwas Englisches vorsingt. Alles o.k., aber es darf doch bitte kein „Muss“ sein! Überhaupt, dieses Muss: Schon den Zweijährigen auf seine Karriere im Business vorbereiten, obwohl niemand weiß, ob er nicht vielleicht eine genetisch bedingte Rechtschreibschwäche hat oder handwerklich wahnsinnig begabt ist!

Am schlimmsten ist eigentlich, dass eine seltsame Atmosphäre entsteht: Alle, die nicht jede nur denkbare Möglichkeit ausschöpfen, um das Leistungspotenzial des Nachwuchses zu optimieren, haben ein schlechtes Gewissen: Was, wenn mein Kind jetzt „hintendran“ ist, nur weil wir nicht zum Frühenglisch gegangen sind? Schlimmer noch: Vielleicht müssen sie sich vor anderen rechtfertigen? „Es war mit Musikalischer Früherziehung, Mutter-Kind-Turnen und Capoeira einfach zuviel….

Es stellt sich die Frage, was denn eigentlich das Sprachen lernen in einem Sprachkurs für Vorschulkinder so „bringt“. Es gibt genügend Pädagogen, die den Ansatz verfechten: Kinder sollen das lernen, was sie wollen – und zu der Zeit, die sie wollen. Viele Pädagogen sind gegen die sogenannte Verkopfung von Lernen in der Vorschulzeit (in der Schule sieht das dann ja anders aus): Kinder lernen eben nicht mehr, wenn sie möglichst viele Kurse besuchen. Das Hirn sucht sich seine eigenen Lehrstoff. Kinder lernen in ihrem Tempo und nach ihrer Interessenlage – und eben nicht nur durch gewollte Vermittlung von Wissen. Vielleicht lernen sie deshalb ja viel schneller als die langsamen Erwachsenen, weil sie es auf ihre Weise tun: Wenn sie Lust dazu haben, die Inhalte mit Emotionen verbinden können und nach ihrem eigenen Rhythmus. Zum Beispiel, wenn sie beide Sprachen in einem zweisprachigen Haushalt lernen. In einem Kurs geben andere vor, wann gelernt wird.

Ob wirklich etwas hängen bleibt, wenn die sprachlichen Erfahrungen aus der frühen Kindheit in der Schule durch so viele andere Lernstoffe überlagert werden? Wer weiß. Gut wäre nur: Auf das Kind heute schauen und was für das Kind jetzt gut wäre – nicht an irgendwelche Jobs, Schulnoten oder oder Ähnliches in ferner Zukunft denken. Übrigens: Der Gedanke, dass es in 20 Jahren Computer gibt, die als schriftliche und mündliche Simultanübersetzer im Handtaschenformat beim Business- oder Reisetrip immer dabei sind – so abwegig ist der wirklich nicht…

Bei Giftalarm ein Blick aufs Handy

Rat und Tipps, wenn kleine Entdecker Unbekanntes in den Mund gesteckt haben: Handybesitzer mit Android oder mit iPhone Betriebsystem können sich einen neuen Giftratgeber-App für kleines Geld im Internet herunterladen.

 

Dort finden sie eine Liste mit 190 Giftstoffen und die Anleitung, was Eltern tun sollten, wenn Sohn oder Tochter etwas Giftiges gegessen haben könnten. Außerdem Fotos von 60 Giftplanzen, damit sie auch der Laie erkennen und vergleichen kann. Die App bietet darüberhinaus Tipps zu Zecken, Schlangen, Quallen, Bienen und Wespen.

Herausgeber der App ist die niederländische Stiftung Ticket to Prevent, die unter anderem mit Experten des Niederländischen Roten Kreuzes und der niederländischen Überwachungsorganisation für Konsumentensicherheit zusammenarbeitet.

Die Giftratgeber-App (unter Gifteratgeber-App suchen) gibt es auf Englisch, Deutsch, Niederländisch und Französisch und kostet zum Beispiel im iTunes App Store 3,99 Euro.

Im Notfall also: Erst ein Blick aufs App für die erste Hilfe. Erscheint es einem nötig, ein Anruf beim Giftnotruftelefon, dessen Telefonnummer Eltern kleiner Kinder eingespeichert haben sollten: Giftnotruftelefon

 

Foto: Hugo.arg

Sonnenschutz für Kinderaugen

Sonnenschutz für Kinder

Wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt, käme besorgten Eltern nicht in den Sinn, ihre Kinder ohne Sonnencreme und ohne Sonnenhut ins Freie zu schicken. Aber mit Sonnenbrille?

Das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) weist darauf hin, dass gerade empfindliche Kinderaugen vor der gefährlichen UV-Strahlung geschützt werden müssen. Und ein Spruch aus Australien – einem Land, das sich mit hoher Sonnenstrahlung auskennt – unterstreicht dies: Dort heißt es slip, slap, slop, slide: „Slip“ dir ein Shirt an, „slop“ dir Sonnenmilch auf die Haut, „slap“ dir einen Hut auf den Kopf und „slide“ dir die Sonnenbrille vor die Augen.

Wer also für den Nachwuchs eine Sonnenbrille anschaffen möchte, sollte Folgendes beherzigen: Die Kinderbrille zum Schutz gegen zu viel Sonne sollte

  • ausreichenden UV-Schutz haben, auch an der Seite – sonst nützt es nichts
  • bruchsicher und kratzfest sein – wir wissen warum
  • gut angepasst sein, denn Druckstellen treten bei sensibler Kinderhaut leichter auf
  • von den Kindern selbst ausgesucht sein. Denn dann setzten sie sie auch auf.

Die Bügel einer Kindersonnenbrillen sollten das Ohr sicher umfassen, ohne jedoch zu drücken. Anatomisch geformte Nasenstege und Nasenpads mit großer Auflagefläche sorgen für sicheren Sitz auf kleinen Nasen.

Und wie dunkel soll die Sonnenbrille für Kinder sein?

Hier kommt es auf die richtige Blendschutzkategorie an. Die sollte auf der Innenseite des Brillenbügels vermerkt sein. Kategorie 0 absorbiert so gut wie kein Licht, Kategorie 4 dagegen fast alles. Kinder, die in unseren Breitengraden auf Entdeckungstour gehen, sind mit Kategorie 2 optimal vor Blendung geschützt.

Und was ist, wenn die Kleinen die Brille nicht aufsetzen wollen? Vorbild sind wie immer die Erwachsenen: Wenn Mama und Papa coole Sonnenbrillen tragen, will Junior das auch.

Foto: Babybanz