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Smartphone für jüngere Kinder – pro und contra

Irgendwann wird auch Ihr Kind wahrscheinlich ein Smartphone besitzen wollen – schließlich haben wir, die Eltern, meist auch eins. Aber ab wann ist das passende Alter dafür? Wie immer ist das individuell sehr verschieden. Damit Sie als Eltern den richtigen Zeitpunkt für Ihr Kind finden, hier ein Pro und Contra sowie ein paar Tipps zum Thema Handy und Kinder. Gewichten Sie selbst, welches Argument bei Ihnen und Ihrer Situation zu Hause schwerer oder leichter wiegt:

Smartphone für Grundschüler Pro

  • Sicherheit: Auf allen Wegen immer erreichbar für „Komm-nach-Hause“ oder „ich hole Dich später – Nachrichten. Sehr praktisch!
  • Wer es ganz genau wissen will oder muss, kann einen Standort-Software aktivieren und weiß dann immer genau, wo sich das eigene Kind gerade befindet.
  • SMS  – die Kleinen schreiben ihre Nachrichten selber und lernen dabei gleich tippen und Sätze formulieren.
  • Fotos machen, Filme drehen – das macht auch jüngeren Kindern sehr viel Spaß – und wahnsinnig kreativ sind sie meist sowieso.
  • Mit einer coolen App lernt es sich doch gleich viel leichter für die Schule!
  • Und wenn der Nachwuchs argumentiert, dass er eines „braucht“ um dazuzugehören? Weil „alle“ aus der Klasse eines haben? Wirklich, wirklich? Vielleicht erzählen dies die schlauen Kinderchen ja zu Hause bei allen Eltern der Klasse (Sie erinnern sich, klassischer Trick: „der andere darf aber auch…“)

Smartphone für Grundschüler Contra

  • In diesem Alter wird gerne Vieles vergessen und verloren – und vielleicht auch einmal das Smartphone…Also: Höchstens ein Prepaid-Handy.
  • „Kostenfalle Handy“ – das gilt besonders für ein Smartphone in Kinderhand: Kostenpflichtige Apps herunterladen, im Ausland telefonieren, Betrügern mit dubiosen Anrufnummern auf den Leim gehen – es gibt viele Möglichkeiten, das Taschengeldkonto stark zu überziehen. Also besser – genau – Prepaid.
  • Mit einem Smartphone kann Ihr Kind jederzeit unkontrolliert ins Internet – auf jede Internetseite und auch zwei Stunden lang. Ein Tipp: Keinen Datenvertrag abschließen und das Kind nur zu Hause ins W-LAN einloggen lassen – dann haben Sie als Eltern über Zeit und Internetseiten noch Kontrolle. Apps können Ihnen als Eltern helfen, den Zugriff Ihrer Kinder auf verschiedene Funktionen einzuschränken und zu überwachen.
  • Viele Erwachsene können ohne ihr Smartphone nicht mehr aus dem Haus gehen, viele Jugendliche sitzen mit der Nase vorm Handy am Essenstisch. Muss das also wirklich so früh anfangen? Jump ’n Run auf dem Minibildschirm statt fangen spielen in der Grünanlage? Bitte nicht!

Foto:  Andi Graf , Pixabay 

Spiele für die Reise

Lange Reisen sind für Kinder immer ööööde – hier ein paar Ideen für Spiele in Auto, Fernbus, Zug oder Flugzeug, um die laaangen Wartezeiten für Kinder und Eltern zu überbrücken:

Geschichten erfinden 1: Bekannte Figuren, ab ca. 5 Jahre:

Jeder Spielteilnehmer denkt sich aus, eine andere Person zu sein: Das kann Bob der Baumeister oder Lillifee sein, Asterix oder ein Minion. Wichtig ist, dass alle Mitspieler die Personen kennen. Außerdem gibt es einen Geschichtenerzähler. Der denkt sich eine Geschichte aus, in der die beteiligten Personen vorkommen und fordert sie auf, etwas zur Geschichte beizutragen: „Lillifee und Asterix gingen spazieren und trafen auf einen Minion. Da sagte Lillifee: „…“ und nun muss der Spieler, der die Person Lillifee spielt, etwas zur Geschichte beitragen. „ Also“ antwortetet Asterix“……. Je lustiger die Ideen der Mitspieler sind, desto lustiger wird die Geschichte. Passen muss dabei gar nichts, im Gegenteil – aus den gegensätzlichen Figuren und Charakteren, die in der Geschichte aufeinander treffen, ergeben sich oft lustige Ideen.

Geschichten erfinden 2: Glücklicherweise – unglücklicherweise, ab ca. 5 Jahre.

Ein Mitspieler beginnt: Glücklicherweise fahren wir gerade in den Urlaub“, der nächste macht weiter „Unglücklicherweise sind wir noch nicht da“. Der nächste „Glücklicherweise werden wir morgen an den Strand gehen“…usw. Das ist eigentlich gar keine richtige Geschichte, kann sich aber zu einer lustigen Geschichte entwickeln, je nach Fantasie der Mitspieler. Übrigens: Immer mit „Glücklicherweise“ aufhören!

Mit Buchstaben und Zahlen haben folgende Ideen zu tun:

Stadt, Land, Fluss ohne Papier mindestens Grundschulalter

Ein Spielleiter gibt eine Kategorie vor, z.B.: „Wer weiß fünf Städtenamen, die mit dem Buchstaben F beginnen?“ Alle Mitspieler rufen die Namen laut heraus. Beliebt ist es, die Kategorie vorzugeben und den Buchstaben von zwei Mitspielern „auslosen“ zu lassen. Wer das nicht kennt, es geht so: Ein Spieler beginnt laut mit „A“, und zählt das Alphabet weiter. Ein zweiter sagt irgendwann „Stop“ – der Buchstabe, bei dem der erste Spieler gerade angelangt ist, wird genommen. Stadt, Land, Fluss ist nicht ganz einfach, auch für Grundschulkinder. Deshalb ist ein Spielleiter ganz praktisch, der schaut, welche Kategorie es sein soll, und ob man zum Beispiel bei Geschwistern unterschiedlichen Alters auch verschiedene Regeln gibt (z.B. das jüngere Kind hat bereits bei drei Begriffen gewonnen). Eine weitere Variante ist, dass der Spielleiter die bekannten Kategorien einzeln ansagt (Stadt, Land, Fluss, Tier, Name, Beruf – oder andere). Das Kind bekommt einen Punkt, welches zuerst einen passenden Begriff mit dem gewählten Buchstaben weiß und laut sagt.
Für Stadt, Land, Fluss auf dem Tisch haben wir übrigens eine Vorlage zum Ausdrucken – und zwar auch als Vorschulversion.

Kennzeichen zählen, ab Vorschulalter

Ein Spiel für längere Autofahrten und so unkompliziert, dass auch der Fahrer oder die Fahrerin mitspielen kann: Jeder Spieler sucht sich eine Zahl zwischen 0 und 9 aus. Jetzt wird Ausschau gehalten, welches Auto ein Kennzeichen mit dieser Zahl als letzte Zahl des Kennzeichens hat. Dazu zählen zu überholende oder überholende sowie entgegenkommende Autos. Wer beim Ankunftsort/bis zur Pause/ nach einer Stunde die meisten Kennzeichen gesammelt hat, hat gewonnen.

Hilfe, Kinder lieben hässliche Dinge!

Geschmackliche Irrtümer

Rosa, rosa, rosa. Oder glitter, zehnfarbig. Puppen mit Rüschenkleidern,  überladen gestaltete Aufkleber und überniedliche Kuscheltierchen mit rosa Öhrchen, riesengroßen Kulleraugen und ganz in grasgrün. Oder tiefschwarze Totenköpfe, verzerrte grellbunte Fratzen mit angriffslustiger Körperhaltung auf T-Shirts. Muskelbepackte Kunstfiguren mit spitzen Ohrenmasken in Plastik in unserem Kinderzimmer. Unsere Kinder sind begeistert und uns packt das kalte Grausen angesichts dieser ästhetischen Verirrungen – woher bitte haben die das bloß?

Es scheint so eine Art Virus zu sein, der die eigene Brut irgendwann infiziert. Natürlich kann man mit der frühkindlichen Eigenart argumentieren, grelle Farben leichter wahrzunehmen. Aber reicht das als Erklärung für Ben 10? Viel später kommt dann die Nachahmung der Großen aus dem Kindergarten hinzu, ihrerseits bereits von den großen Brüdern und Schwestern intrigiert. Ein kleiner Teufelskreis geschmacklicher Orientierungslosigkeit.

Eltern die meinen, dass die eigenen Kinder von handwerklich soliden (und teuren) Baby-Spielzeugen aus Holz mit gedeckten Grundfarben geschmacklich besser gebildet werden, irren. Jedenfalls dann, wenn sie sie nicht in den folgenden zwanzig Jahren von jedem anderen Kinderzimmer, jeglichem Werbeplakat, dem Kindergarten und der Schule fernhalten.

Waren wir selbst als Kinder da besser? Ich persönlich erinnere mich an eine tiefe Begeisterung für meine Barbies in ihrem Schönheitssalon im Grün der Siebziger – nein, wir waren es wohl nicht. Das hat etwas Beruhigendes – schließlich würden wir heute nicht von uns selbst behaupten, einen schlechten Geschmack zu haben! Auch meine persönliche Vorliebe für Barbies hat mittlerweile stark abgenommen.

Also entspannen wir uns und lassen ihnen ihren Spaß im Kinderzimmer, hängen uns aber keine niedlichen Benjamin Blümchen Plakate in der Küche auf. Und wenn die quietschbunte Kinderlampe im fortschreitenden Alter echt uncool wird, aber noch super funktioniert, dann liebe Eltern, denkt bitte nicht an das Praktische – „die könnte man doch noch in der Küche/im Büro/im Bügelzimmer nutzen“. Nein, o nein, stellt sie in Ebay oder verschenkt sie an die Nachbarn mit dem Fünfjährigen – kauft Euch bitte, bitte eine neue, die Euch gefällt!

 

 

Foto: privat

Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später

Es geht um Regenbogenfamilien. Stephanie Gerlach und Uli Streib-Brzic – selbst Eltern mit eigenen Regenbogenfamilien – haben noch einmal die Kinder befragt, die sie im ersten Band interviewt hatten: Wie ist das, mit zwei Mamas oder Papas groß zu werden? Ihre „Kinderinterviews“ sind gleichfalls abgedruckt und die mittlerweile jungen Erwachsenen blicken in neuen Interviews mit Abstand auf ihre Kindheit zurück.

Wie ist Kindheit in einer Regenbogenfamilie?

Und, wie ist es? Nun, wer die Interviews nacheinander wegliest, wird feststellen: Fast alles ist so, wie es bei tausenden anderen jungen Erwachsenen ist, wenn sie auf ihre Kinderzeit zurückblicken: Manches Gutes, manches Schlechtes – es sind viele Patchwork-Geschichten darunter, mit allen Schwierigkeiten und Geschenken, die solch eine Familie mit sich bringt. Natürlich sind die Geschichten sehr unterschiedlich, je nachdem, wie die einzelne Familie war, ob Geschwister da waren, wie sich die jungen Menschen im Leben zurechtgefunden haben.

Sind Regenbogenfamilien ganz normal? Ja, na klar. Wir haben darüber auch schon geschrieben. Im Buch findet sich eine Einschränkung: Fast alle Befragten sprachen darüber, wie es war, wenn andere auf „ihr“ Familienmodell reagierten. Das war meistens gut, manchmal aber auch nicht – auf jeden Fall mussten sich die Regenbogen-Kinder schon früh mit ihrer eigenen Familie auseinandersetzen. Bei vielen hatte das positive Auswirkungen: Sie reflektierten ihre Umgebung, schauten sich ihre Klassenkameraden, die Sportkollegen genauer an.

Ein sehr interessantes und authentisches Buch, nicht nur für Eltern von Regenbogenfamilien. Sondern für alle Eltern, wenn sie sehen wollen, welche Erfahrungen Kinder in ihren Familien machen und was eigentlich heute als Familie „normal“ ist – nämlich glücklicherweise alles, was für Kinder (und Eltern!) gut ist.

Gab es weitere Erfahrungen, „zwischen den Zeilen“, wenn die Autorinnen ihre „Schützlinge“ besuchten? Ich habe bei der Autorin Stephanie Gerlach selbst nachgefragt:

Für eigentlich alle Kinder war und ist es ein seltsames Gefühl, rechtlich anders behandelt worden zu sein als Kinder in „normalen Ehen“. Schließlich haben sie zwar zwei Elternteile, sind aber von einem adoptiert worden – auch wenn die Eltern bereits vor ihrer Geburt verheiratet waren, also in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft wohnten. Das ist schade, denn es gibt den Kindern ein Gefühl, welches nicht sein müsste – auch wenn sie am Tag der Adoption selbst und während der Vorbereitungen dazu (z.B. Besuch vom Jugendamt) noch zu klein waren, um sich zu wundern, das kam später. Am liebsten wäre es eigentlich allen Kindern, dass diese Familienform überall so akzeptiert ist, dass es normal ist und niemand mehr darüber reden muss.

Welche Erkenntnisse waren für die Autorin selbst neu beim Nachfolgebuch? Neu und anders als vor zehn Jahren war für Stephanie zum einen das Thema „Transgender“ – welches vor zehn Jahren noch nicht im Licht der Öffentlichkeit stand. Und neu sind leider auch die wieder aufkeimenden Vorurteile gegen lesbische und schwule Lebensformen. „Das hätte vor zehn Jahren niemand so erwartet“ sagt sie und sorgt sich um Toleranz im Allgemeinen in unserer Gesellschaft.

Wird es ein Buch „Zwanzig Jahre später“ geben? Stephanie hofft, dass da nicht nötig sein wird – und ist da aufgrund der schon angesprochenen aktuellen Entwicklungen in Richtung Intoleranz leider kritisch. „Alles was wir uns erkämpft haben, kann uns wieder genommen werden“, sagt sie. Ein wahres Wort, welches nicht nur für Eltern von Regenbogenfamilien gilt, sondern für uns alle, die in einer offenen und toleranten Gesellschaft leben wollen.

Uli Streib-Brzic und Stephanie Gerlach: „Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später!“ Querverlag 19,90 Euro

Smartphone-Regeln für Teenager

Irgendwann kommt der Tag: Der Teenager oder „Fast-Teenager“ bekommt ein Smartphone. Wann es soweit ist, das ist individuell verschieden. Zum Thema „Smartphone für jüngere Kinder?“ haben wir uns schon einmal ein paar Gedanken gemacht.

Doch mit dem eigenen Smartphone können sich leicht schlechte Gewohnheiten einschleichen – auch wenn bei vielen das Internet erst einmal komplett ausgeschaltet bleibt oder nur zu Hause verfügbar ist. Dazu der Hinweis, dass es bei einigen Vertragsanbietern möglich ist, im Rahmen einer Kindersicherung das mobile Internet auszuschalten, und dennoch das Surfen im WLAN (und unter Aufsicht) zu ermöglichen. Am besten beim Anbieter direkt nachfragen! Wer den Internetzugang erst einmal gar nicht erlauben will, kann bestimmte Geräte über den Router von zu Hause ausschalten (oder einfach ein „altes“ Handy benutzen – die konnten nur telefonieren, man erinnere sich)

Vertragsvorlage Smartphone-Nutzung

Vorlage-Smartphone-Vertrag hier mit einem Klick herunterladen

Trotzdem sind ein paar Regeln nötig, die dem Smartphone-Anfänger von Anfang an klar machen, was o.k. ist und was nicht. Dazu finden Sie oben in grün die Vorlage eines „Vertrages“ zwischen Eltern und Kindern zur Smartphone-Nutzung. Mit Möglichkeiten zur Regelung der Uhrzeiten, wann das Gerät genutzt werden darf und wann nicht. Zum Ausdrucken, beidseitig unterschreiben und natürlich auch ergänzen – über Ideen in den Kommentaren freuen wir uns!

Geht es mit dem Gerät unbeaufsichtigt ins Internet, sind natürlich noch ganz andere Informationen notwendig. Zum Beispiel, dass man sich mit illegalen Downloads strafbar macht. Oder dass ein Facebook-Profil im Alter von 12 nicht legal ist. Eine gute Grundlage für all diese neuen Regeln sind altersgerechte Bücher, die zusammengefasst über Gefahren und Risiken aufklären (zum Beispiel zum Thema Soziale Netzwerke).

Und natürlich: In der Familie darüber reden, bevor es ans mobile Surfen geht! Hier außerdem eine weitere schriftliche Vorlage zum Thema „illegale Downloads. Sie entstand unter dem Eindruck eines weiterhin geltenden Rechtsurteils, dass sich Eltern dann aus der rechtlichen Pflicht für die illegalen Downloads ihrer Kinder befreien, wenn sie sie vorher nachweislich drauf hingewiesen haben. Juristischer Kinderkram? Das muss jeder für sich selbst entscheiden – sicher ist sicher, finden wir.

Weiteres Infos für Teenies zum Thema Internet und Co

Mobilhome-Urlaub für Nicht-Camper

Ist ein Urlaub im Mobilhome etwas für Eltern mit Kindern? Ganz sicher.

Ist es aber auch etwas für Erwachsene, die früher nicht auf die Idee kamen, ihren Urlaub auf einem Campingplatz zu verbringen? Ein Testbericht:

Nein, früher war ich selten auf einem Campingplatz zu finden. Doch natürlich ändert sich Vieles, wenn man Eltern wird. Zweimal war ich nun in einem Mobilhome in den Ferien mit Kind – einmal in Frankreich und einmal in Deutschland. Und, kann ich es weiterempfehlen?

Superpositiv

Kinder brauchen Kinder. Und wer nicht gerade Zwillinge hat (aber auch sie sollen ja eigene Kontakte bekommen), der braucht im Urlaub Spielkameraden der gleichen Altersklasse, spätestens ab dem Alter von 3 oder 4 Jahre. Auf Campingplätzen gibt es sie. Glücklicherweise fahren viele deutsche Familien auch auf Campingplätze im Ausland, so dass es auch dort nie Schwierigkeiten gab, andere Kinder zu finden. Aber Achtung: Eine Garantie gibt es ja nie. Deshalb bei der Auswahl des Platzes darauf achten, dass es nicht der naturschöne kleine Platz ist, der außer guten Restaurants nichts zu bieten hat! Lieber schauen, ob es Kinderattraktionen gibt, dann wählen diese Ziele sicher auch andere Familien aus.

KinderakttraktionenMobilhome3-kleiner

Nur ein einfacher Campingplatz – das gibt es heute glaube ich fast nicht mehr. Wieviel Bespaßung doch so möglich ist – zur Erleichterung aller Eltern: Da gibt es Animationsprogramme, Wasserrutschenparks, vielfältige Spiel- und Sportmöglichkeiten sowieso. Die Veranstalter müssen sich schon etwas einfallen lassen, um die Gäste anzuziehen. Da heißt es nur „wählen“, was für Kinder und Eltern wichtig ist.

Die Atmosphäre

Mobilhome2-kleinGartenzwerge vor dem Vorzelt, das muss man mögen – nein, es ist keine Voraussetzung für einen Urlaub im Mobilhome, dass man Dauercamper wird. Klar gibt es auf einigen Campingplätzen Menschen, die dort fast leben und ich kann mich auch nicht erinnern, jemals so riesengroße Wohnmobile auf der Straße gesehen zu haben. Aber das kann man ja auch mal einfach nur bestaunen.

Kein Verkehr im abgezäunten Areal

Das Beste für Eltern von (manchmal zu) kleinen Entdeckern: Auf einem Campingplatz gibt es natürliche Begrenzungen und bis auf An- und Abfahrt wenig Autoverkehr. Aber Vorsicht: Gerade große Mobilhome-Parks können den Kindern das Wiederfinden des eigenen Mobilhomes erschweren. Also genau das Gelände begehen, Handynummer auf die Hand notieren, bevor man die Neugierigen losschickt.

Das Platzangebot

Ja, das ist so eine Sache. Es ist erstaunlich, wie diese Mobilhomes auch noch die allerkleinste Ecke nutzen. Und im Sommer ist das ja meist kein Problem, schließlich hält sich jeder mehr oder minder draußen auf. Meine Erfahrungen beziehen sich glücklicherweise nur auf gutes Wetter. Aber drei Tage Regen am Stück möchte ich eigentlich in so einem engen Gefährt nicht erleben. Schon gar nicht mit agilen Kindergarten-Sprösslingen…

Was fehlte?

Neben Platz bei schlechtem Wetter ganz eindeutig: Eine Spülmaschine – die allerdings auch nicht immer in Ferienwohnungen vorhanden ist. Ich persönlich mag es nicht, wenn der Luxus, der für mich zu Hause ganz normal ist, im Urlaub fehlt. Aber es gibt ja auch Menschen, für die Spülen meditativ ist – vor allem im Urlaub!

Danke, liebe Digital Natives

Liebe Digital Natives, ich weiß, ihr hattet es nicht leicht: Wir sind ja eure Eltern und seitdem ihr euch mit Technik beschäftigt, gehen wir euch auf die Nerven. Als ihr drei Jahre alt wart, haben wir euch den Fernseher mit der DVD vom „Kleinen roten Traktor“ nach einer Viertelstunde ausgemacht, damit ihr nicht überfordert seid. Mit sechs haben wir euch Computerspiel-Zeiten vorgegeben und darauf gepocht, dass das Ding dann auch wirklich ausgemacht wird – und das manchmal knapp vor dem nächsten Level! Mit neun haben wir uns dann vorübergehend erfolgreich dagegen gewehrt, euch ein sündhaft teures Smartphone mit Flatrate zu kaufen. Und als ihr elf Jahre alt wart, haben wir Spielverderber euch immer noch Facebook verboten.

Ich weiß, wir haben euch genervt -aber glaubt uns, es war alles nur zu eurem Besten! Freiwillig hätten wir uns nicht so oft mit euch über die Mediennutzung gestritten – eure Wutausbrüche und Heulanfälle nach dem selbst gesetzten „Sendeschluss“ ignoriert und ausgehalten. Aber ich weiß auch: Obwohl ihr jetzt alt genug seid, euren Medienkonsum selbst zu kontrollieren (wir hoffen das!), seid ihr zum großen Teil noch nicht alt genug, das zu verstehen. Das wird noch etwas dauern.

Aber eines wollte ich euch trotzdem einmal sagen: Klasse, dass ihr Digital Natives unsere Kinder seid! Ihr zeigt uns neue interessante Funktionen, die wir auf unserem Smartphone nie entdeckt hätten. Ihr portiert uns unser Adressbuch, sprecht mit Google, und ohne euch wären so manche von uns nie darauf gekommen, was denn eigentlich ein Youtuber ist.

Ihr tut also eine ganze Menge für die elektronische Bildung eurer Eltern. Und wenn wir auch in manchen Dingen doch noch fitter sind, als ihr (oder wisst ihr, wie man eine elektronische Steuerklärung versendet?), so ist es doch schön, dass in diesem Falle einmal die Generationen voneinander lernen – gemeinsam.

Nützliche und unnütze Kinderprodukte

Produkte für Kinder gibt es viele – ganze Industrien reißen sich um diesen Markt. Für manche ist das eine nützlich und schön, für andere das andere. Aber einige Dinge sind wirklich komplett unnütz – oder auch eine großartige Erfindung, die allen Eltern und Kindern das Leben erleichtert. Hier eine kleine (völlig subjektive) Liste nützlicher und komplett unnützer Produkte für Kinder aller Altersstufen:

Fünf komplett überflüssige Kinderprodukte

1. Der Smartphone-Tracker. Die moderne elektronische Fußfessel für die Jugend. Er soll Eltern per GPS den Aufenthaltsort ihrer Kinder anzeigen. Sinnvoll ist das höchstens für stark entführungsgefährdete Promikinder. Aber wenn ich nicht sowieso ungefähr weiß, wo sich mein Kind gerade aufhält, dann rufe ich es einfach an.

2. Hosengamaschen. Ich dachte es sei sinnvoll, wenn das Ende eines Kinderhosenbeins durch eine zusätzliche Plastikgamasche vor Schmutz und Dreck geschützt ist. Als Zwischenschritt zwischen Matschhose und Nicht-Matschhose sozusagen. Weit gefehlt: Kinderhosen sind grundsätzlich eher an den Knien oder weiteren unerfindlichen Stellen dreckig. Bringt gar nix!

3. Linkshänder-Lineal. Es gibt viele extra-Produkte für Linkshänder – sinnvolle und weniger sinnvolle. Dazu gibt es bei uns eine lange Liste mit Linkshänder-Produkten und welche praktisch sind. Wirklich komplett sinnlos und – schlimmer noch – verwirrend ist ein Lineal, welches mit seiner Zählung von rechts nach links führt. Das verwirrt schon beim Anschauen.

4. Ein langes Lätzchen, auf dem der Teller steht. Vor meinem geistigen Auge entsteht sofort ein Kind, das sich aus dem Sitz beugt oder versucht, aufzustehen… und damit den Teller zum Umkippen bringt! Schließlich sind Lätzchen ja ein Kleidungsstück für kleine Kinder, nicht für Vierjährige, die aber auch immer noch sehr ungestüm sein können. Gibt es da Praxisberichte?

5. Ein weiteres überflüssiges Kinderprodukt,  ein Hinweis vom Blog München Querbeet (Dank an Birgit!): Fruchttüten aus Plastik mit püriertem Obst für Kinder statt einfach einem Stück Apfel oder Banane zum darauf Herumkauen: Dinge, die die Welt nicht braucht: Püriertes Obst aus der Quetschtüte

Fünf tolle Erfindungen für Kinder

Die gibt es auch!

1. Milchkühler. Ich hatte oft ein schreiendes, hungriges, abgestilltes Baby, als es solche Milchkühler noch nicht gab. Ein paar Jahre später gab es sie und ich wurde neidisch… Ein paar kostbare Nerven hätte es nachts um drei schon gespart…

2. Abdeckung für den Kindersitz am Fahrrad. Warum wurden diese Abdeckungen nicht direkt mit den Kindersitzen selbst auf den Markt gebracht? Keine nassen Kinderpopos mehr, nachdem das Rad im Sommergewitter draußen stand– super!

3. Babybrei Pastinake. Hat einfach den Vorteil, dass spuckende Kinder nicht so schlimme Flecken hinterlassen wie mit Karotte oder Nudeln mit Tomatensoße… Übrigens, wer es noch nicht weiß: Karottenflecken bleichen bei Sonnenlicht von selbst aus, es dauert aber einige Zeit.

4. Anlauttabelle. Das ist sinnvoll, wenn es ums Lesen lernen geht: Jedem Buchstaben wird bei der Tabelle ein Laut am Anfang eines Wortes zugeordnet. Nachvollziehbar für Erstklässler und eine gute Hilfe für die ersten Worte auf Papier. (hier eine Vorlage der Anlauttabelle zum Herunterladen)

5. Natürlich: Das Laufrad. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es das früher nicht gab. Nach dem Laufrad gelingt der Umstieg auf das Fahrrad meist spielend, weil die Balance bereits gut geübt wurde. Puky hat übrigens die Produktion von Stützrädern eingestellt.

Welche Beispiele für sinnvolle oder überflüssige Kinderprodukte haben Sie?

 

Foto: Wladyslaw Sojka
Zwei Kinderlaufräder“ von Taxiarchos228Eigenes Werk. Lizenziert unter FAL über Wikimedia Commons.

Lobet das Kind! Aber wie?

Dass man sein Kind loben soll, steht heutzutage in jedem mittelmäßigen Erziehungsratgeber. Trotzdem ist es gar nicht so einfach, wie es sich anhört, denn die Tücke steckt wie immer im Detail im Alltag:

 Abwertung mit „alten Sprüchen“

Viele von uns Eltern sind selbst vor der segensreichen Zeit erzogen worden, in der das Lob als so wichtig erachtet wurde: Manchmal merken wir gar nicht, dass wir Sprüche von unseren Eltern, Großeltern und Lehrern unbewusst übernehmen: „Kannst Du nicht endlich mal“, „Hast Du schon wieder“ , „Na also, wenigstens ein bisschen“ . Wer sich das bewusst macht, merkt erschreckt, dass in vielen dieser Sprüche kleine Abwertungen drinstecken, die fatale Folgen haben können. Also: Sich selbst einmal zuhören und überlegen, ob man es das nächste Mal nicht anders sagen könnte.

Zuviel loben geht auch

Es geht leider auch umgekehrt: Wer ständig und täglich jede kleinste Kleinigkeit des Nachwuchses überschwänglichst lobt, wertet das Lob als solches ab. Möglich, dass Sohnemann oder Tochter nun überzeugt ist, alles zu können und unfehlbar zu sein – wozu das führt, das kann man sich ja vorstellen. Möglich aber auch, dass das Kind sich orientierungslos verliert – schließlich wird alles gelobt. Was besonders gut war, wird genauso in den Himmel gehoben, wie die kleine Tätigkeit fünf Minuten vorher. Wer soll sich da noch auskennen? Ohne fehlende richtungsweisende Rückmeldung weiß das Kind gar nicht, wo es noch üben soll und was es überhaupt schon kann.

„Richtig“ loben

Fachleute und Pädagogen sprechen von richtig oder falsch loben. Von loben im Gegensatz zu ermutigen als richtigen Ansatz: Ermutigen bedeutet, die Leistung eines Kindes zu loben, nicht das Kind selbst. Eine Ermutigung überträgt Verantwortung auf das Kind, ohne es allerdings zu überfordern ( „Schön, dass Du mir geholfen hast“). Falsch wäre es außerdem, beim Loben noch zusätzlich Druck aufzubauen (war schon ganz gut, das kannst Du aber doch besser“). Auch nicht gut: Zuviel belohnen, so dass das Kind nur noch etwas tut, um eine materielle Belohnung zu bekommen.

Lobt man „richtig“, kann ein Lob, eine Ermutigung eine unglaubliche Kraft entfalten. Übrigens: Hier unser Lobekalender aus der letzten Adventszeit. http://www.familothek.de/vorlage-adventskalender-loben.html
Auch wenn nicht Advent ist, kann man trotzdem immer wieder etwas, das „Richtige“ loben, Motto „Das hast Du heute gut gemacht“, als Ansporn für morgen.

Bildquelle aboutpixel.de konzentriert © Walter Christ

Gute Eltern-Infos für die Medienerziehung

Die Medienwelt ist bunt – und manchmal gefährlich für Kinder. Aber eine gute Medienerziehung kann schützen. Und was muss ich als Eltern dazu wissen? Informationsportale, Initiativen & Co geben Ratschläge zu Themen wie Mediennutzung von Kindern, Internet, Fernsehen, Computerspiele und Co. Oft weiß man erst einmal nicht, wer dahinter steckt.

Da wir in Deutschland außerdem den Föderalismus haben, fühlen sich im Zweifel sechzehn verschiedene Stellen der öffentlichen Hand besser oder schlechter bemüßigt, Ratschläge und Tipps zur Medienerziehung zu geben. Viele Infos sind in erster Linie gut – aber auch verwirrend. Hier deshalb eine kleine Auswahl, welche weiterführenden Infos zum Thema Medienerziehung wir empfehlen können:

Schau hin Newsletter

„Schau hin“ nennt sich selbst „Medienratgeber für Familien“. Dahinter steht neben dem Bundesfamilienministerium und den öffentlichen Fernsehsendern das Erste und ZDF auch die TV – Zeitschrift TV Spielfilm sowie der Telefonanbieter Vodafone. Also ein Mix aus privatwirtschaftlichen und öffentlichen Stellen.

Ein kostenloses Newsletterprogramm verschickt an Interessenten 30 Tage lang alle zwei Tage einen Newsletter mit thematischem Schwerpunkt. Die Mails bieten einen schönen Überblick über alle Medienfragen, die einem als Eltern mit Kindern in einem bestimmten Alter so am Herzen liegen. Das geht von Computernutzung über Fernsehen bis zu Werbung, Lernspiele oder Handynutzungstipps. Der kurze Newsletter hat jeweils eine Fülle weiterführender Links zum jeweiligen Thema. Es gibt drei Varianten je nach Altersstufen 3-6 Jahre, 7-10 Jahre und 11-13 Jahre.

Wer also Kinder hat, die beginnen, sich ganz besonders mit dem einen oder anderen Medium zu befassen – unbedingt abonnieren!

Zum Thema Online-Spiele haben wir uns mit einer Medienpädagogin von Schau hin unterhalten.

Flimmo TV

Der Verein „Programmberatung für Eltern e.V.“ gibt einen aktuellen Fernsehratgeber für Eltern heraus. Die Initiative, an der sich fast alle Landesmedienanstalten Deutschlands beteiligen, bespricht laufende Sendungen im Fernsehen unter dem Aspekt, welche für ein gewisses Alter geeignet sind, gerade noch akzeptabel oder auch schädlich sein können. So zum Beispiel Sendungen, die Realität mit Soap-Charakter vermischen oder einem gefährlichen Schönheitsideal huldigen. Geschmacksfragen werden dabei allerdings nicht beleuchtet – was für Eltern vielleicht albern und ohne pädagogischen Wert erscheint, aber harmlos ist und unterhält, wird auch so eingestuft. Flimmo gibt es ganz neu auch als App.

Klicksafe

Als Initiative für mehr Sicherheit im Internet, gegründet im Auftrag der Europäischen Kommission nennt sich Klicksafe auch „EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz“. Das Projekt führen die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen gemeinsam. Auch hier gibt es eine Fülle von Elternratgebern, Broschüren, Tipps und Flyer zu den unterschiedlichsten Medienthemen. Wer sich nicht beispielsweise 52 Seiten zum Thema Social Communities herunterladen möchte, kann die Infos kostenlos gedruckt bestellen. Dann bekommt er (oder sie) umfangreiche Infos zum Thema, um mit den eigenen Kindern auf einer Wellenlänge diskutieren zu können.