Unsere Fragen zum Betreuungsgeld

100 oder sogar 150 Euro monatlich für Mütter, „die ihre Kinder unter 3 Jahre zu Hause betreuen“ und nicht in die Kinderkrippe geben – das wird uns ab 2013 erwarten. Wir haben dazu einige Fragen:

Was heißt die Formulierung, „Betreuungsgeld für Mütter, die ihre Kinder unter 3 Jahre zu Hause betreuen“, die blind – oder eher taub – von den meisten Medien übernommen wird?

Betreuen Eltern, die ihre Kinder von 9-14:00 Uhr oder auch bis 17:00 Uhr in der Krippe haben, ihre Kinder sonst nicht zu Hause? Stellen sie sie von 14:30 Uhr nachmittags bis 8.30 morgens in die Tiefkühltruhe? Und was ist am Wochenende, in den Ferien und während der – bei Krippenkindern nicht seltenen – Krankheitstage?

Wer wird anerkannt?

Was bedeutet das Argument „Mütter, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen sollen anerkannt werden“. Können sich das denn alle Mütter aussuchen? In der heutigen Zeit? Und wird nur deren Leistung anerkannt, die komplett zu Hause bleibt? Wer leider, leider halbtags oder auch ganztags zum Familienunterhalt beiträgt – ist deren Leistung an der Kindererziehung nicht anerkennenswert? Vielleicht auch nur zur Hälfte oder anderweitig?

Eindeutig pervertiert wird das Vorhaben ja durch die Einschränkung „Wer sein Kind nicht in eine staatliche Kinderkrippe gibt“. Benötigt denn die Mutter, die sich ein Au-Pair leisten kann, das Geld so dringend?

Der Gedanke, mit dem Geld „etwas für die Rente der Frauen zu tun“ ist ja wirklich eine gute Idee. Aber auch teilzeitarbeitende Frauen haben weniger Einkommen und damit weniger Rente als Frauen ohne Kinder mit klassischem Achtstundentag und ununterbrochener Berufskarriere. Bleiben die Frauenrenten der ersteren so niedrig wie bisher?

Ist das gerecht?

Noch ein Gedanke – von einigen Politikern schon genannt, aber einfach zu schön, um ihn nicht weiterzuspinnen: Mit dem Betreuungsgeld wird die Nicht-Nutzung einer staatlichen Leistung honoriert. Wer also nie auf der Autobahn fährt, nicht ins Theater geht und wasserscheu ist – was bekommt denn der als Ausgleich?

Es ist ja schön, dass der Staat Mütter finanziell unterstützen wird – sehr gut! Aber so, wie es geplant ist: Ist das gerecht?

Foto: Philips/AVENT

 

 

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