Kategorie: Bildung

Schulmaterial-Kauf – geht das billig?

Alle Jahre wieder – zum Schuljahresbeginn steht Schulmaterial kaufen auf dem Familienplan: Hefte, Bücher, Stifte, Material für Kunst und Werken – das geht ins Geld, jedes Jahr. Geht das denn auch billiger, kann man vielleicht ein bisschen sparen? Im Prinzip ja, aber bitte nicht überall:

Sparen ja:

  • Hefte, Blöcke und Papier. Die muss man nicht im Fachgeschäft kaufen, sondern kann sie auch im Fünferpack beim Discounter oder Ein-Euroshop auf Vorrat erwerben. Oder dieses Schulmaterial im Internet bestellen und da schnell das günstigste Angebot aussuchen.
  • Achtung allerdings für Grundschuleltern: Die Linienführung ändert sich bis zur vierten Klasse jedes Jahr (Liniertes Papier), aber dann kann vielleicht das jüngere Geschwisterkind die übriggebliebenen Hefte zwei Jahre später nutzen. Wer zwischendurch ein bis zwei Seiten zusätzlich benötigt, kann diese auch bei uns ausdrucken (Vorlagen für liniertes Papier)
  • Achtung auch bei den Vorgaben der Lehrer „mit Rand“ oder ohne sowie 16 oder 32 Blatt – das wird mal strenger, mal weniger streng gehandhabt – das darf man aber auch schon vor den Sommerferien bei Lehrerin oder Lehrer erfragen.
  • Außerdem sparen bei: Turntrikots, Malkittel, Stiftebecher, Schlamper-Mäppchen, Schnellheftern… Klar sind sie toll mit dem Aufdruck von Prinzessin Lillifee, Monster High oder dem Lieblingsfußballverein. Muss aber nicht sein. Schließlich zahlen Eltern sonst die Lizenzgebühren mit.

Sparen leider nein bei:

  • Füller
    Den sollten Eltern auf jeden Fall im Fachgeschäft kaufen, und ihn vorher vom eigenen Kind ausprobieren lassen. Gerade beim allerersten Füller ist das wichtig: Haben doch viele Hersteller Varianten, die vor allem zum Schreiben lernen geeignet sind. Außerdem wichtig: Braucht das Kind einen Linkshänder-Füller? (Link)
  • Schulranzen
    Ein Schulranzen muss auf den Rücken passen und zwar so gut wie möglich. Eltern von Schulanfängern können sich vielleicht nicht vorstellen, welche Gewichte ihre Kinder in den nächsten Jahren auf ihren schmalen Rücken tragen müssen. Das wird immer mehr. Und die Angewohnheit, dass Kinder heute oft in Grundschulen ihre Schulsachen lagern können, führt zu einem negativen Phänomen: Die Kinder nehmen täglich fast alles nach Hause mit, damit sie auf jeden Fall immer alle Schulsachen parat haben.
  • Material zum Malen und Basteln: Wer hier spart, tut dies zu Lasten des eigenen Kindes: Die günstigen Wassermalfarben leuchten lange nicht so schön und die günstigen Buntstifte brechen ständig ab, die Pinselborsten zerfasern beim Malen, die Schere schneidet kaum. Auch hier also: Markenartikel machen einfach dem Kind mehr Freude und motivieren besser zum Malen und Basteln.
  • Turnschuhe…
    Brauchen Kinder manchmal sogar mehrfach im Jahr, wenn die Füße wachsen. Hier muss es nun nicht immer für den Schulunterricht die superteure Markenversion sein – aber natürlich sollen die Schuhe belastbar sein und vor allem: Passen. Zum Checken der aktuellen Schuhgröße unsere Vorlage zum Ausdrucken
  • Zeit sparen
    In vielen Familien ist Zeit eine fast noch kostbarere Währung als Geld. Dazu ein Tipp: Wer beim Besorgen der vielen Kleinigkeiten zum Schulanfang Zeit sparen will, geht am besten in ein gutes Schreibwaren-Geschäft. Auf Nachfrage bieten viele nämlich an, die Liste komplett zusammen zu stellen. Also einfach Schul-Liste abgeben, etwas anderes tun und später das Paket mit Heften, Stiften und Blöcken wieder abholen. Gut, das spart sicher nicht sehr viel Geld. Aber ungemein Zeit und Nerven…

Bild: Alexander Stein

Liniertes Papier in der Grundschule – welche Linien wofür?

Liniertes Papier ist ein Thema für Grundschuleltern: Ihr Kind ist gerade in die erste, zweite oder dritte Klasse gekommen und Sie wundern sich, warum alle Hefte eine neue Linierung haben?
Vorlagen für alle Linierungen zum kostenlosen Herunterladen und Ausdrucken

Vielleicht erinnern Sie sich nicht oder sind in einem anderen Land in die Grundschule gegangen, aber das ist die Erklärung:

  • Erstklässler haben vier Linien in ihren Heften zum Schreiben lernen. Sie brauchen diese, weil sie die unterschiedliche Höhen der Bögen und Schwünge aller Buchstaben erst lernen müssen. Die Linien teilen eine Zeile in drei „Bereiche“ – viele Grundschullehrer nutzen Bilder, um den Kindern die Schreibweise eines Buchstaben näher zu bringen: Zum Beispiel das „Dach“ der Zeile, das „Haus“ (die Mitte) und der „Keller“. Ein „g“ geht zu Beispiel mit dem unteren Haken in den Keller.
    Beim Rechnen lernen sie erst die Zahlen und ihre Schreibweise und benötigen deshalb größere Kästchen in den Matheheften.

 

  • Zweitklässler beginnen mit der Schreibschrift (das ist von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich, oft auch von Schule zu Schule). Die Linienführung folgt noch immer der Logik aus der ersten Klasse, (siehe oben) ist aber nun enger. Die Linienhöhe ist nun der Standardhöhe der Großen angepasst, hat aber weiterhin Hilfslinien. Da die Kinder bereits Zahlen schreiben können, wechseln sie auch hier zu den kleineren Standardkästchen in Mathematik.

 

  • Drittklässler haben ein auf den Blick seltsame Linierung: In der Mitte der Zeile zwei enge Linien. Diese sollen noch Hilfslinien in der Mitte der Zeile sein. Ganz ehrlich, ich selbst kann mich noch heute erinnern, damit nicht besonders gut klargekommen zu sein.

Ab der vierten Klasse ist das alles kein Thema mehr – die Kinder nutzen die Standardzeilen und -kästchen, man geht davon aus, dass die Kinder ihre Handschrift entwickelt haben. Dass das nicht ganz so stimmt, zeigen Untersuchungen wie diese hier: (Schreiben lernen statt Schönschrift)

Aber trotzdem: Juhu, endlich können Eltern Schulhefte (häufig günstiger) auf Vorrat kaufen und die Kinder auch mal eine Seite aus Papas Block benutzen. Übrigens – zum Üben für eine bessere Handschrift haben wir auch noch ein paar Tipps: Wie kann ich die eigene Handschrift meines Kindes fördern?

 

Gemeinsame Schulpolitik in Deutschland? Leider nein!

Da saßen Bildungspolitiker zweier Länder auf dem Podium auf der Bildungsmesse Didacta 2014 und diskutierten über die Frage „Differenziertes Schulsystem oder Gemeinschaftsschule – was ist für Schülerinnen und Schüler besser?“ Es handelte sich um einen Vertreter des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Gemeinschaftsschule) und einem Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und und Kunst aus Bayern (differenziertes Schulsystem). Und – sie stritten sich, anders kann man das nicht sagen.

Gemeinsam mit einem Professor und einer Vertreterin einer Initiative pro dreigliedriges Schulsystem wurden Studien und Gegenstudien zitiert, Zahlen und Statistiken in die Arena geworfen und sich gegenseitig Rückständigkeit vorgeworfen. Ideologie und Grabenkampf war das Gebot der Stunde. Wenn ein solcher Ton immer dann herrscht, wenn sich in länderübergreifenden Gremien die Verteter zum Thema Schulpolitik treffen, kann man sich glücklich schätzen, wenn überhaupt einmal etwas Konstruktives und Gemeinsames dabei herauskommt.

Obwohl die Moderatorin zu Beginn darauf hinwies, dass es um den Blickwinkel der Schülerinnen und Schüler ging, kam die Diskussion auf diese höchst selten. Die Tatsache, dass Deutschland ein Land ist, in dem es mehr als sinnvoll wäre, Abschlüsse, Systeme, Standards so gut wie möglich zu vereinheitlichen, kam nicht zur Sprache. Dabei würde dies der Tatsache Rechnung tragen, dass heutzutage viele Absolventen zum Studieren und Arbeiten ihre Heimatregion verlassen und Familien aufgrund von Arbeitssituationen der Eltern häufig innerhalb Deutschlands umziehen. Und wie schlägt sich dann ein Gemeinschaftsschüler in der Realschule? Ein FOS-Schüler im Gymnasium des Nachbar-Bundeslandes? Sind solche Probleme Einzelfälle und vernachlässigbar?

Es kann nicht sein, dass wir ein immer einheitlicheres Europa mit gleichem Geld, zum Teil gleicher Außenpolitik, gleichen Wirtschaftsstandards haben und bekommen – eine einheitliche Schulpolitik in Deutschland aber immer unwahrscheinlicher erscheint. Europäische Freizügigkeit von Arbeitnehmern – wir arbeiten europaweit daran; Freizügigkeit von Schulkindern in Deutschland – keine Chance?

Grabenkämpfe, Ideologien, schön und gut – aber Politiker, für wen macht ihr Politik? Für die Theorie? Oder für echte Menschen? Echte Kinder und echte Eltern, die schon lange nicht mehr durchsteigen. Die auch keine Lust haben, sich in Lager aufteilen zu lassen, je nachdem, in welchem Bundesland sie zufällig gerade wohnen. Sondern am liebsten ein einheitliches Schulsystem in ganz Deutschland hätten, weil es für sie am praktischsten und am gerechtesten wäre. Nicht mehr und nicht weniger.

Der passende Kindergarten, die passende Kita

Tipps, worauf Eltern bei der Auswahl der Kita, des Kindergartens achten sollen. Den idealen Kindergarten, die ideale Kita gibt es nicht – und wer jetzt sagt, „aber doch, unserer!“, der kann sich wirklich freuen. Natürlich können sich die Eltern vieles nicht aussuchen: In manchen Städten sind sie froh um einen Platz bis 16:00 oder eine Einrichtung die gut zu erreichen oder zu bezahlen ist. Trotzdem kann man sich ja manchmal doch zwischen zwei oder drei Kitas entscheiden. Hier ein paar Anregungen, worauf Mama und Papa dann achten sollten:

Das Kita-Konzept

Manche Häuser verteilen lange Handbücher mit pädagogischem Fachchinesisch, um ihre Kompetenz darzustellen. Hmmm, sie sollen doch mit Kindern gut umgehen. Fällt das bei aller Theorie nicht hinten herunter? Aber ein klares, gutes Konzeptpapier mit wichtigen Infos ist als Grundlage gut. Darin steht hoffentlich Folgendes:

  • Öffnungszeiten? Wenn die Einrichtung Freitags um 12:00 Uhr schließt, der Arbeitgeber aber sein Büro bis 15:00 besetzen will, wird es schwierig, nein – schlicht unmöglich.
  • Wie ist der Start geplant? Ähnlich wie beim ersten Arbeitstag in Mamas Büro kann man daraus eine Menge für die Wertschätzung des Kindes als Neuankömmling lesen. Gibt es Schnuppertage? Hat mein Kind einen großen „Paten“, ein älteres Kind, das den Start erleichtert?
  • Was lernen die Kinder im Kindergarten? Und wie? Musikalische Früherziehung, Kinderenglisch, Naturwissenschaften für Kinder? Schön, wenn die Kleinen Anregungen bekommen, zu viel ist allerdings auch nichts. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Kinder bei zu großem Angebot präsentierter Lerninhalte weniger auf die Idee kommen, selbst aus eigenem Antrieb zu lernen. Zum Beispiel zu spielen, existenziell für die kindliche Entwicklung. Wem etwas Wichtiges fehlt, kann dies selbst meist problemlos nach dem Kindergarten ausgleichen und den Sohn zur Musikstunde o.ä. bringen.
  • Entwicklungsgespräche? Soll es sie geben und wie sind sie geplant? Darüber kann man ruhig einmal genauere Fragen stellen. Sehr wichtig ist auch, ob sich die Erzieher zwischendurch mit den Eltern über das Kind austauschen. Bei diesen „Zwischen-Tür-und-Angelgesprächen“ erfahren Eltern oft eine Menge Neues über ihr Kind.
  • Kooperation mit benachbarten Grundschulen? Das scheint Eltern von Zweijährigen weit weg, kommt aber ganz sicher: Der Sprössling wird Vorschulkind und dann ist ein sanfter Übergang zum neuen Lebensabschnitt „Schule“ sehr hilfreich.

Das Kita-Personal

  • Offensichtlich ist der Personalschlüssel (=Betreuer pro Kind), der bei oft günstigeren städtischen Kindergärten höher ist, als bei privaten. Doch der Personalschlüssel sagt wenig über das Engagement der Erzieher aus.
  • Ein großer Punkt ist Sympathie. Das eigene Kind muss jahrelang mit den Erziehern auskommen. Ein wichtiger Punkt also: Wie sympathisch sind die Menschen, die dort arbeiten? Werden Fragen beantwortet oder ausweichend beschieden? Wie reagieren die Zuständigen auf die Fragen anderer Eltern – als Beobachter kann man das ganz gut einschätzen: Nehmen sie sie ernst oder wiegeln sie sie ab?
  • Ein zweiter Punkt ist Kompetenz: Wieviel Erfahrung bringen die Leute mit und nicht zuletzt: Wie engagiert erscheinen sie? Toll ist auch einmal ein männlicher Erzieher – ist dieser allerdings unsympathisch, heißt das auch nichts.
  • Kleiner Tipp: Vertreter des Elternbeirates sind bei Tagen der offenen Tür manchmal dabei: Sie sehen die Einrichtung aus der Eltern-Perspektive, geben also andere Auskünfte als Erzieher – Ansprechen lohnt sich!

Andere Eltern

Bei Elterninitiativen hat man häufig viel Kontakt mit anderen Eltern – die sollten einem dann auch prinzipiell sympathisch sein. In manchen Einrichtungen sehen die Eltern einander nur beim Bringen und Holen der Kinder. Aber wer das zum Austausch nutzt, bekommt sicher mehr Insiderinfos als andere. In manchen großen Kitas wird unter Eltern noch nicht einmal gegrüßt – das ist sicher kein Pluspunkt. Schließlich will man ja auch dem eigenen Kind ein bisschen Höflichkeit beibringen. Und wie soll es das lernen, wenn die Eltern der Kindergartenfreunde an Mama vorbeischauen?

Andere Kinder

Ein schwieriges Thema, denn zumeist finden die Tage der offenen Tür ja ohne andere Kinder statt und die beiden großen Nachbarjungs, vor denen die Dreijährigen Angst haben, gehen vielleicht sowieso ab Herbst in die Schule. Schön ist es schon, wenn das Kind zu Beginn schon ein paar Kinder kennt – aber je nach Kind ist es manchmal auch nicht ganz so wichtig. Denn Kinder befreunden sich schnell.

Wichtig allerdings, gerade bei den immer zahlreicheren Einrichtungen, die Kinder aller Altersklassen aufnehmen: Gibt es Kinder im selben Alter und Entwicklungsstadium? Denn ein Vierjähriger wird sich auf Dauer mit ausnahmslos Zweijährigen wahrscheinlich langweilen. Nicht ganz unwichtig allerdings, ob Freunde aus dem Kindergarten einmal mit dem eigenen Kind in die Schule gehen werden oder überhaupt in der Nachbarschaft wohnen. Ersteres kann den Schulstart erleichtern. Kinder in der Nachbarschaft sind schöner für Eltern und Kind: Dann müssen nicht alle zum Freundebesuch durch die ganze Stadt oder viele Kilometer über Land.

Die Räumlichkeiten

Wegen des gesetzlich festgelegten Krippenausbaus sind viele Häuser dazu übergegangen, eine Kooperationseinrichtung mit Kindern von 0-6 Jahre zu werden. Manche haben dazu noch ein teiloffenes oder offenes Konzept. Das kann dann schon einmal 150 Kinder in einem Riesenhaus bedeuten. Manche Einrichtungen haben das richtig gut im Griff, können die Kleineren von den Größeren trennen, wenn es nötig ist und haben trotz eines offenen Hauses immer wieder kleinere organisatorische oder räumliche Einheiten, um den Kindern Sicherheit zu bieten. Da hilft nur: Fragen!

  • Manche privaten Träger beeindrucken Eltern mit niedlichst bemalten Wänden – schön, aber das ist dem eigenen Kind höchstwahrscheinlich herzlich egal. Es gibt nette kleine Elterninitiativen, die aber unter Platzmangel, gerade draußen, leiden. Mit einem Rundgang hat man das schnell heraus.
  • Das Kindergartenessen ist auch immer wieder ein wichtiges Thema bei der Entscheidung für einen Kindergarten. Gut, es sollte nicht zu 100% aus Fastfood bestehen. Aber wenn sonst alles passt und nur der Bio-Anteil des Essens zu niedrig ist?

Der Weg

Geht man einmal zum Sprechtag hin, ist noch alles o.k. Aber 4 Jahre lang dreimal umsteigen und dann noch der lange Fußweg mit dem trödelnden Sohnemann? Wer nicht mehr im Buggy sitzt, geht erst einmal seeehr langsam mit kurzen Beinen und gesundem Interesse an seiner Umwelt (sprich jedem Steinchen und Stöckchen auf dem Weg) Wer alleine fürs Hinbringen zuständig sind, wird diesen Weg 4 mal täglich, 5 Tage die Woche machen. Der Weg kann also durchaus zum k.o.-Kriterium werden.

Kind und Kindergarten müssen passen

Last but not least: Bei all den Informationen und Überlegungen das eigene Kind nicht vergessen. Braucht der Nachwuchs unbedingt viel Auslauf oder ist das Bastelangebot ganz wichtig? Ist es besser, wenn sie mit ihrer Freundin in die Einrichtung kommt oder kann sie nicht genug Anregung von anderen Kindern bekommen? Die Mutter aus der Nachbarschaft schwärmt vom Kindergarten mit der tollen Ausstattung? Aber ob der sehr streng geregelte Tagesablauf zu der eigenwilligen Tochter passt?

Anschauen, fragen, überlegen, entscheiden – viel Glück!

Rechtschreibprobleme – was können Eltern tun?

Fragen an die Psychotherapeutin Andrea Kropf. Sie hat mehr als 30 Jahre in der Förderung rechtschreibschwacher Kinder und Jugendlicher gearbeitet und das Buch „Vuchs, Fucks, Fux oder wie? Rechtschreiben lernen mit System“ veröffentlicht.

Welche Gründe können Rechtschreibprobleme haben?

Mögliche Ursachen gibt es viele. Zum einen kann man beobachten, dass es offenbar durchaus auch eine Sache der genetischen Disposition ist, ob ein Kind sich leicht oder schwer tut beim Erwerb einer sicheren Rechtschreibung. Wenn also ein Elternteil selbst Rechtschreibprobleme hat, dann ist es wahrscheinlicher, dass auch das Kind unter Rechtschreib-Schwierigkeiten leidet.

Gesichert ist, dass es sich um Probleme bei der auditiven oder visuellen Wahrnehmungsverarbeitung handelt, manchmal auch beides. Es gibt aber auch Kinder, die motorisch unruhig sind, sich gedanklich nicht konzentrieren können und deshalb zu schlechten Rechtschreibern werden.

Wie ist Legasthenie als Schlagwort in diesem Zusammenhang definiert?

Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) ist definiert als „massive, lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache“. Legastheniker haben, bei normaler Intelligenz, starke Probleme bei der Umsetzung gesprochener in geschriebene Sprache und umgekehrt. Das heißt, sie können, was sie hören, in der Regel nicht hinschreiben – und Geschriebenes nicht richtig lesen. Es gibt aber nicht „die Legasthenie“ oder „den Legastheniker“, sondern viele verschiedene Formen. Den neuesten Stand der Legasthenieforschung kann ich hier nicht wiedergeben; demnächst soll es auch eine neue Leitlinie zur Legasthenie geben. In meinem Buch geht es um allgemeine Rechtschreibschwächen, und damit hat auch die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen zu tun. Wenn Kinder in der Grundschule viele Rechtschreibfehler machen, heißt das noch lange nicht, dass sie Legastheniker sind. Und wenn sich Eltern in dieser Hinsicht Sorgen machen, sollten sie zunächst mit dem Lehrer oder der Lehrerin ihres Kindes sprechen und eventuell eine entsprechende Diagnostik bei einem Therapeuten oder einer Beratungsstelle machen lassen.

Wie erkennen Eltern, dass „Handlungsbedarf“ ist – schon in der ersten Klasse, wenn es mit dem Lesen lernen mit der Anlauttabelle nicht klappt? Oder erst ab der weiterführenden Schule, weil sich vorher noch alles von allein geben kann?

In der ersten oder zweiten Klasse sollten die Eltern sich nicht allzu viele Sorgen machen deswegen. Alle Kinder machen anfangs Rechtschreibfehler, das gehört mit zum Prozess des Schrifterwerbs. Bei geübten kleinen Diktaten zum Beispiel fallen Legastheniker anfangs oft gar nicht auf, weil sie die mühelos auswendig lernen können. Frühestens Ende der zweiten, am Anfang der dritten Klasse halte ich es für sinnvoll, immer im Gespräch mit dem Lehrer, einen Verdacht auf Legasthenie abklären zu lassen.

Was können Eltern tun? Ist nur üben, üben sinnvoll? Wenn ja, dann wie? Bei Dyskalkulie sagen ja zum Beispiel Experten, dass „falsch üben“ Probleme verschlimmert.

Nur üben, üben ist auf keinen Fall sinnvoll, weil das Kind so schnell die Lust verliert. Eltern sollten immer darauf bedacht sein, dass der Spaß und das Interesse am Lernen nicht verlorengehen! Es hilft rechtschreibschwachen Kindern, wenn ihre Eltern oder andere Bezugspersonen viel mit ihnen lesen, natürlich möglichst spannende Lektüre, aber auch überhaupt mit Schrift und Sprache sich gemeinsam beschäftigen, immer möglichst spielerisch oder auch beiläufig, z.B. bei längeren Autofahrten, so dass den Kindern „das Üben“ gar nicht so stark bewusst wird, sondern Freude macht. (Ideen für Rechtschreibspiele)

Wie kann man Kinder zum „Rechtschreibung üben“ motivieren?

Am besten mit kleinen Spielen und im spielerischen Wettbewerb, so wie ich es auch in meinem Buch vorschlage. Es geht darum, das Interesse beim Kind zu wecken und ihm zu vermitteln, dass Rechtschreibung auch spannend sein kann und Spaß machen kann. Es gilt vor allem, den Kindern ihre Resignation zu nehmen, sie aufzubauen und schon bei kleinen Erfolgen zu bestätigen.

Vielen Dank!

Foto: connortk

Rechtschreiben lernen mit System

Die deutsche Rechtschreibung ist keine leichte. Viele Kinder haben damit Schwierigkeiten, gerade heute, wenn manche die ersten Jahre schreiben durften „wie man’s spricht“ und von jetzt auf gleich dann ganz korrekt schreiben müssen. Mit Legasthenie hat das oft gar nichts zu tun – aber wie lernen sie es denn nun?

Ein Ansatz kommt von der Psychologin Andrea Kropf,die aus ihrer jahrelangen Erfahrung mit Schülern mit Rechtschreibschwäche ein Buch gemacht hat, das viel praktisches Wissen und Material für den Kampf gegen Rechtschreibschwäche beinhaltet. Mehr zu den Erfahrungen von Frau Kropf im Interview.

Grundregeln der Rechtschreibung strukturiert aufgelistet

Wer als Elternteil selbst kein Deutschlehrer ist, findet in dem übersichtlichen Band einen Überblick über die Grundregeln der deutschen Rechtschreibung. Außerdem, ganz wichtig: Listen von Wörtern, die eine Ausnahme bilden, in ihrer richtigen Schreibweise. Die vollständigen Listen der Ausnahmen erfüllen einen interessanten Lernzweck: So zeigt es sich zum Beispiel, dass die Anzahl der Worte die im Deutschen mit doppel-oo geschrieben wird, überschaubar ist. Hat man sie auswendig gelernt, und kennt man die dazugehörige Regel, kann man sich die richtige Schreibweise immer herleiten, zum Beispiel durch die innere Abfrage: Gehören sie zur auswendig gelernten Liste oder nicht? Das gibt den Kindern Sicherheit.

Spielerisch Rechtschreibung lernen

Ein Problem, das Eltern bereits rechtschreib (und manchmal auch schon schul-) frustrierter Kinder kennen: Wie bekomme ich mein Kind überhaupt dazu, sich dieses Thema noch einmal „anzutun“. Aus ihrer Praxis gibt Frau Kropf Ideen zur Motivation. So zum Beispiel, länger vergessene „Rechtschreibspiele“ wieder zu spielen, so dass die kinder das „Üben“ gar nicht merken. Einige davon haben wir für unsere Leser aufgeschrieben: Rechtschreibspiele

Und unterstützt von den Wörterlisten, kann man als Eltern einen Wettbewerb daraus machen, wer die meisten Wörter findet, die mit Dehnungs-h geschreiben werden oder gerade ohne. Das geht auch am heimischen Küchentisch und hilft den Kindern, sich Regeln und Schreibweisen einzuprägen.

Andrea Kropf: „Vuchs, Fucks, Fux oder wie? Rechtschreiben lernen mit System“ Johanna Bauer Verlag, München

 

Rechtschreib-Spiele

Rechtschreib-Spiele machen Spaß und haben einen unbewussten Lerneffekt. Manche gab es schon immer, sie sind aber heute etwas in Vergessenheit geraten. Schade eigentlich, braucht man doch nicht mehr als ein Stift und ein Blatt Papier. Ideal für Wartezeiten im Restaurant, die Zugfahrt oder einfach zu Hause. Mehr zum Thema Rechtschreibung bei uns

Gefüllte Kalbsbrust

Spieler 1 schreibt ein Wort von oben nach unten und das gleiche wieder von unten nach oben:

G                                 E
E                                 T
F                                  L
U                                 L
E                                 E
L                                 U
L                                 F
T                                 E
E                                G

Nun müssen die Mitspieler Worte finden, die zwischen die beiden Worte passen und damit die Kalbsbrust „füllen“.

Zum Beispiel

G E M Ü S E
E C H  T
F A L L

usw….Man kann das Spiel mit so vielen Mitspielern spielen, wie man möchte, es als Wettbewerb gestalten oder gemeinsam Worte finden; Als „Kalbsbrustgerüst“ ganz kurze Worte aufschreiben oder versuchen, die längsten der Welt zu finden.

Galgenmännchen

Wer hier nicht die richtigen Buchstaben rät, der hängt am Galgen – aber nur auf dem Papier. Ein Spieler denkt sich ein Wort aus und malt für die Anzahl der Buchstaben Unterstriche aufs Papier. Die anderen müssen nun Buchstaben raten. Ist es ein richtiger Buchstabe, schreibt Spieler 1 ihn an die richtige Stelle auf den passenden Unterstrich. Wird falsch geraten, malt der Spieler für jeden falsch geratenen Buchstaben Strich für Strich einen Galgen mit einem baumelnden Strichmännchen.

Können die Mitspieler das Wort erraten, bevor der Galgen fertig gemalt ist, sind sie dem Galgen entgangen. Hat Spieler 1 aber vorher seinen Galgen auf dem Papiuer „gebaut“, hat er gewonnen und die anderen „hängen“. Wie man das Männchen zeichnet, darüber sollten sich die Spieler vorher absprechen (gerne genommen: Zwei Striche Galgen mit Querstrich und „Seil“, ein Hügelstrich darunter und dann das Strichmännchen dran). Wem das doch etwas zu grausam ist, der baut mit Strichen ein „Gefängnis“, in das die anderen leider einziehen müssen, wenn sie das gesuchte Wort nicht erraten haben….

5 x 5

Dieses Spiel spielt man am besten zu zweit. Spieler Nr.1 denkt sich ein Wort mit 5 Buchstaben aus, das Spieler Nr.2 mit nur 5 Versuchen zu erraten versucht. Spieler Nr.1 schreibt nur den ersten Buchstaben des zu erratenden Wortes auf ein Blatt Papier. Zum Beispiel:
F    (für das Wort „FRAGE“)

Spieler Nr.2 schreibt nun neben das „F“ irgendein Wort, das 5 Buchstaben hat und mit „F“ beginnt, zum Beispiel:
F O L I E

Spieler Nr.1 markiert nun unter diesem Wort die Buchstaben, die in seinem erdachten Wort vorkommen, und zwar mit einem Kreuz die Buchstaben, die bereits an der richtigen Stelle stehen und mit einem Kreis die Buchstaben, die in seinem Wort vorkommen, aber an einer anderen Stelle. Im Beispiel ist (neben dem „F“) nur das „E“ am Ende mit einem Kreuz zu markieren, da es an der richtigen Stelle im erdachten Wort vorkommt:
F O L I E
×

Spieler Nr.2 bekommt jetzt die nächste Chance, das Wort zu erraten, z. B. mit dem Wort „FALLE“. Nun müsste Spieler Nr.2 das „F“ und „E“ wiederum mit einem Kreuz markieren, das „A“ mit einem Kreis, da es in seinem erdachten Wort vorkommt, aber an anderer Stelle:
F A L L E
× Ο      ×

Errät Spieler Nr.2 das Wort in 5 Versuchen, darf er sich ein neues Wort ausdenken. Andernfalls ist Spieler Nr.1 noch einmal dran.

Arbeitsblatt Anlauttabelle

Ein erstes Arbeitsblatt zum lesen Lernen mit Hilfe der Anlauttabelle zum herunterladen. Wer es nicht kennt: Die Anlauttabelle weist jedem Buchstaben einen Laut aus einem Wort zu, das die Kinder bereits kennen. Da steht dann der Ofen für „O“, der Apfel für „A“ und so weiter. Die Familothek-Anlauttabelle wird immer wieder gern heruntergeladen – ein buntes Hilfsmittel zum lesen Lernen für Vorschulkinder und Erstklässler.

Arbeitsblatt mit Bildern der Anlauttabelle

Passend dazu zum Herunterladen ein kurzes Arbeitsblatt mit den gleichen Bildern wie sie die Familothek-Anlauttabelle hat. So finden die kleinen Leseanfänger den Buchstaben schnell und kommen hoffentlich mit den Zeichnungen und dieser Art des lesen Lernens schnell zurecht.

Arbeitsblatt-Anlauttabelle

Das Lesen lernen mit der Anlauttabelle ist immer wieder in der Diskussion, sowohl bei Experten als auch bei Eltern von Grundschülern. Manche Kinder lieben es und haben gar keine Probleme damit, für manche Kinder ist das gar nichts. Wie sind Ihre Erfahrungen damit? Wir freuen uns über Kommentare!




Schreibwaren & Co für Linkshänder-Kinder: Was braucht man wirklich?

Wer einen kleinen Linkshänder zu Hause hat, kann eine Menge Geld für spezielles Material ausgeben. Aber was ist wirklich nützlich? Hier die Ergebnisse der Alltag-Tests, die wir im Laufe der gemacht haben. Natürlich sind sie subjektiv, aber vielleicht ein Anhaltspunkt für andere:

Nützliche Schreibwaren und Bastelmaterial

  • Linkshänder-Schere: Ohne geht es nicht. Allerdings verwirrte mich oft in der Einkaufsliste (zum Beispiel der Schule) der Hinweis „qualitativ hochwertige Schere“. In der Linkshänder-Version hat man da bei Kinderscheren meist gar keine Auswahl, nicht einmal im Fachgeschäft. Aber alle gekauften haben bisher gut funktioniert.
  • Linkshänder-Füller: Davon gibt es mittlerweile genügend, meistens hat jeder Schreiblern-Füller eine Rechts – und eine Linksversion, die Auswahl ist riesig, wunderbar!
  • Linkshänder Schreibunterlage: Linkshänder haben das Problem, dass sie eine miserable Schreibhaltung entwickeln, wenn sie das Blatt, auf dem sie schreiben, so gerade liegen lassen, wie es Rechtshänder tun. Wer nicht weiß, was ich meine, dem empfehle ich eine Filmaufnahme von Barack Obama, während er mit links und gekrümmtem Arm Verträge unterschreibt. Das ist nicht nur nicht hübsch, sondern kann vor allem Rückenprobleme verursachen. Eine Linkshänder-Schreibunterlage zeigt ein Vorbild, wie ein Blatt günstigerweise liegen soll (nämlich schräg), damit ein Linkshänder es in möglichst gerader Schreibhaltung beschreiben kann. Das ist sinnvoll.

Nicht so nützliche Schreibwaren

  • Linkshänder-Buntstifte oder -Bleistifte: (mit Einkerbungen zum besseren Festhalten) Ich glaube unser Kind hat den Unterschied bis heute nicht gemerkt – überflüssig.
  • Linkshänder-Spitzer: Ich fand es super, mein Sohn kam damit überhaupt nicht zurecht und nutzt lieber die normalen Spitzer.
  • Linkshänder-Lineal: Das verwirrt schon beim Hinschauen – es zählt von rechts nach links. Und es verwirrt Links- und Rechtshänder gleichermaßen.

Linkshänder-Material für die Küche

  • Linkshänder-Schäler: Falls man auch den kleinen Linkshänder mal arbeitend in der Küche sehen will: Es gibt ja auch Schäler, die mit rechts und links genutzt werden können. Trotzdem war für uns der Linkshänder-Schäler eine echte Entdeckung. Gurken schälen geht jetzt leichter!
  • Besteck und Co: Ausprobieren darf man ja viel, aber ich finde man muss den kleinen Linkshänder ja auch dazu erziehen, in einer leider nun einmal rechtshändig ausgerichteten Welt gut zurecht zu kommen. Also lieber das Kind daran gewöhnen, das Lineal und anderes in einer Weise zu lesen, die für Linkshänder nicht ganz so selbstverständlich ist. Schließlich muss es auch von links nach rechts schreiben lernen.

Wie erkennt man Linkshänder-Kinder? was müssen Sie beim Schreiben lernen beachten? Lesen Sie auch: Tipps für Eltern von Linkshänder-Kindern

Foto: http://www.pdpics.com/photo/319-thumbs-up-hand/

Linkshänder-Kinder: Tipps für Eltern

Unser Kind ist Linkshänder, wir, seine Eltern sind Rechtshänder. Das kann schon mal passieren, wenn die Vererbung eine Generation überspringt. Hier unsere Erfahrungen, zum Weitergeben an andere, denen es vielleicht genauso geht:

Wie finde ich heraus, ob mein Kind Linkshänder ist?

Lassen Sie sich nicht verunsichern durch rückständige Kita-Erzieher, die sagen „ach, das merkt man doch erst in der Schule“. Nein, man merkt es manchmal schon im Babyalter, je nachdem, mit welcher Hand das Baby die Rassel greift. Spätestens, wenn es um Malstifte geht, also ab 2 oder 3 Jahre, kann man beobachten, welche Hand die bevorzugte ist.

Der klassische Test: Dem Kind einen Stift mittig hinhalten und schauen, mit welcher Hand es nach dem Stift greift. Ist das mit links, dass ist der oder die Kleine wahrscheinlich Linkshänder

Es gibt auch „Mischhänder“ – hier ist das Testen etwas schwieriger. Dann heißt es öfter testen und möglicherweise einen Experten (zum Beispiel Ergotherapeuten) zu Rate ziehen.

Natürlich sollte man den kleinen Linkshänder mit geeignetem speziellen Material ausstatten. Unsere Testergebnisse: Linkshänder-Material – was braucht man, was nicht?

Wie lernen Linkshänder-Kinder schreiben?

Im Prinzip natürlich nicht anderes als ihre Klassenkameraden. Aber man muss sich vorstellen, daß ein Linkshänder in unserer Schrift von links nach rechts schreibend seine Hand „schieben“ muss, während der Rechtshänder im Schriftfluss die Hand über das Papier „zieht“. Das ist also erst einmal eine andere Bewegung, als sie ein schreibender Rechtshänder erlernt.

Und ein Linkshänder sieht beim Schreiben lernen nicht, was er oder sie gerade geschrieben hat. Das kann Auswirkungen aufs Schreiben lernen haben:

Bekannt ist bei Schreibanfängern diese Übung: Der zu übende Buchstabe steht am Anfang der Zeile , die Kinder müssen die Zeile fortführen und den Buchstaben abschreiben. Schwierig, wenn beim Linkshänder da gerade die Hand auf dem Übe-Buchstaben oder -wort liegt. Es gibt heute sehr viele Schreibfibeln, die den Übe-Buchstaben auf beiden Seiten haben. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind so etwas benutzen darf.

Wer nicht direkt sehen und lesen kann, was er gerade geschrieben hat, entdeckt unbeabsichtigte Schreibfehler erst beim zweiten Durchlesen – oder gar nicht. Und bei Schreibanfängern sind zum Beispiel die Abstände zwischen den Buchstaben gerne einmal überhaupt nicht gleichmäßig.

Schreiben Linkshänder unschöner?

Angeblich nicht. In wissenschaftlichen Studien wurde herausgefunden, dass die Händigkeit keinen Einfluss darauf hat, ob man die eigene Handschrift schneller oder besser entwickelt. Trotzdem: Anfangsschwierigkeiten – siehe oben – gibt es möglicherweise schon.

Moral von kleinen Linkshändern stärken

Für Erstklässler ist es nicht einfach, wenn sie „anders“ sind, als alle anderen – und dazu gehört  auch das Linkshänder-Dasein. Schließlich brauchen sie manchmal eine „Extrawurst“ und das ist ihnen gar nicht recht. Zur moralischen Unterstützung hilft eine großartige Liste im Internet: Welche Prominente sind Linkshänder? Bei uns haben die linkshändigen Fußballspieler Wunder gewirkt. Einfach mal nachschauen, ob es ein passendes Vorbild gibt.

Glücklicherweise gibt viele, viele Linkshänder auf dieser Welt – und Theorien, die besagen, dass Linkshänder im Durchschnitt intelligenter und kreativer als ihre rechtshändigen Altersgenossen sind.