Kategorie: Schule

Genug Schlaf für Schulkinder

Manche Kinder kommen morgens nicht aus dem Bett – je mehr sie zu Jugendlichen werden, desto schlechter. Guter Schlaf ist jedoch für Schüler wichtig – konsolidiert sich schlafend doch das Gelernte (nicht nur) aus der Schule, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

Was also tun als Eltern, um ausreichend Schlaf für den Nachwuchs zu fördern? Fragen an Barbara Knab, Psychologin und Wissenschaftspublizistin.

Eine interessante Rolle beim Schlaf spielt das Thema Licht. Sie beschreiben in Ihrem neuesten Buch „So kommt Ihr Kind gut durch die Schule“ die Wichtigkeit des Blauanteils bei Licht – je höher, desto wacher macht das Licht. Was bedeutet das im Detail?

Manche LED-Lampen und LED-Bildschirme haben mehr Blauanteil im Licht als herkömmliche Beleuchtung oder das Tageslicht. Das kann tatsächlich wach halten. Wer schlecht schläft, sollte also lieber zwei Stunden vor dem Schlafengehen den Computer aus lassen. Wenn Sie als Eltern den Schlaf Ihrer Kinder oder Jugendlichen fördern wollen, achten Sie also auch bei diesen darauf – selbst wenn Sie dann die „Spaßbremse“ spielen.

Wie sollte man das Licht im Kinder- oder Jugendzimmer gestalten?

Wie gesagt, abends sind Lichtquellen mit hohem Blauanteil ungeeignet, weil sie dann zu gut wach halten; das Einschlafen fällt grundsätzlich leichter, wenn die Beleuchtung vorher wenig Blauanteil hat. Morgens dagegen, zum Wachwerden, ist es umgekehrt: da kann eine solche Lampe sogar helfen. Am besten installieren Sie also zwei Lichtquellen im Zimmer: Eine für abends, mit niedrigem Blauanteil, eine für morgens mit hohem Blauanteil.

Mittlerweise gibt es auch LED-Lampen mit einem geringeren Blauanteil. Sie heißen dann beispielsweise Naturspektrum LEDs oder sie haben auf der Packung den Hinweis „warmes Licht“.

Welche Gründe kann es geben, dass Kinder tagsüber müde sind?

Unausgeschlafenheit kann organische oder psychische Ursachen haben. Schläft ihr Grundschulkind mit offenem Mund, können die Rachenmandeln daran schuld sein – da hilft der Kinderarzt. Am besten direkt darauf ansprechen. Außerdem muss sich ein normaler Schlaf-Wach-Rhythmus erst entwickeln; das dauert bei manchen Kindern etwas länger.

Manche Kinder schlafen schlecht, wenn sie Stress haben. Was können Eltern gegen Stress als „Schlafkiller“ tun?

Am besten direkt den Stress reduzieren – soweit das möglich ist. Abends haben Rituale einen guten Einfluss, weil sie Abstand erzeugen und dem Kind oder Jugendlichen Sicherheit geben. Sehr gut ist es, wenn Sie den Tag gemeinsam passieren lassen. Wenn das Kind erzählt, und Sie als Eltern reagieren verständnisvoll darauf, dann erlebt es das als sehr entlastend. Es beruhigt ziemlich, wenn es denken kann: „Meine Eltern sind da und sie stehen zu mir, was immer passiert“.

Den Druck abfedern, den Kinder heute erleben, ist keine leichte Aufgabe für Eltern. Trotzdem lohnt es sich. Vielleicht überlegen Sie, wie Sie selbst wirken. Sie sagen etwa zu Ihrem Kind: „Die schlechte Note macht doch nichts“. Ist das hundertprozentig so? Oder sorgen Sie doch irgendwo in Ihrem Inneren, ob die Note die Versetzung gefährdet? Dann könnte Ihre Mimik Sie verraten – und das wäre gerade keine entspannende Botschaft für das Kind. Am besten also als Eltern daran arbeiten, ehrliche Zuversicht zu empfinden – das hilft auch ihrem Kind.

Sie raten zu regelmäßigem Rhythmus. Aber wie hält man den bei vielen Familienterminen oder beispielsweise Schichtarbeit der Eltern aufrecht?

Wichtig ist, dass Sie ein Prinzip herstellen: Also zum Beispiel immer zur gleichen Zeit abends in der Familie gemeinsam essen. Wenn es in der Woche ein paar Abweichungen von dieser Regel gibt, dann ist das auch o.k., Hauptsache, es gibt einen Rhythmus, den alle wahrnehmen können.

Die Abendmahlzeit ist sowieso wichtig, als Vorbereitung auf die Nacht

Ja, am besten findet sie zwischen 18.00 und 19:30 Uhr statt. Dann hat das Kind keinen Hunger, aber der Magen ist auch nicht ganz voll. Beides würde den Schlaf stören. Außerdem ist die Abendmahlzeit auch eine Zeit, wo man zusammenkommt und sprechen kann. Wenn das aus Termingründen nicht geht und das Kind später essen muss, dann setzen Sie sich trotzdem zu ihm, damit es nicht alleine essen muss. Dann können Sie auch gemeinsam über den Tag sprechen.

Und wie kriegt man Kinder morgens wach?

Frische Luft ist eine Möglichkeit. Gut ist es, wenn die Kinder zur Schule laufen können. Dann haben sie gleich etwas Tageslicht, und das gemeinsam mit der Bewegung macht wach. Auf dem Land mit den Schulbussen oder in der Stadt direkt mit der U-Bahn ist das schwieriger. Und natürlich spielt schon in der Wohnung das Licht eine Rolle. So wäre morgens am Frühstückstisch gerade LED-Licht mit hohem Blauanteil gut.

Mehr zur Interviewpartnerin: www.barbara-knab.de

Ideen für gute Bildung

Das macht ja doch ein bisschen Hoffnung: „Deutschland – Land der Ideen“ prämiert jedes Jahr herausragende Ideen für die Verwirklichung von Ideen, die zur Verbesserung der Bildung in Deutschland beitragen.

Und Ideen gibt es: Da werden Kinder zu Museumsführern für ihre gleichaltrigen Kameraden in Museen oder kochen für ihre Mitschüler ein gesundes Mittagessen. Im Waldhort können Grundschulkinder nachmittags Wald und Wiese erleben. Besondere Programme machen Musikunterricht für Grundschulkinder schmackhaft, engagierte Vereine kümmern sich um die Integration von Migrantenkindern.

Wer sich inspirieren lassen will, wie gute Ideen für die Bildung in Deutschland in die Tat umgesetzt werden können oder wer eine Organisation für den diesjährigen Wettbewerb anmelden will:

http://www.land-der-ideen.de/bildungsideen/ideen-fuer-bildungsrepublik

Aktuelle Anmerkung der Redaktion (Januar 2014): Leider gibt es bisher keine weitere Ausgabe des Wettbewerbs. Ergebnisse und Gewinner werden jedoch auf der genannten Homepage vorgestellt – als Anregung.

Schlechte Noten – und jetzt?

Mathe fünf, Deutsch vier – Konfliktpotenzial hoch! Wenn unbefriedigende Zensuren die Kinder frustrieren, und die Erwartungshaltungen der Eltern nicht erfüllen, sind Spannungen und Konflikte in den Familien die Folge.

Bleiben aber die hohen Erwartungen der Eltern durch schlechte Zensuren der Kinder unerfüllt, kommt es häufig zu Reglementierungen und Sanktionen: „Du triffst Dich nicht mit Deinen Freunden, sondern lernst!“ und so weiter.

Schimpfen hilft gar nichts, im Gegenteil

Doch übersteigertes Schimpfen und Strafen wirken sich eher kontraproduktiv auf die Lernmotivation der per se frustrierten Schüler aus. Sie verstärken vielmehr deren negative Selbstwahrnehmung und schüren Trotz- und Frustreaktionen. Konstruktive und lösungsorientierte Reaktionen der Eltern hingegen unterstützen die Kinder und sorgen für ein positives Familienklima.

Halbjahres- oder Zwischenzeugnisse beispielsweise geben Eltern einen Zwischenstand über die Leistungen ihrer Kinder in den verschiedenen Fächern und bieten damit eigentlich eine hervorragende Orientierungshilfe für den weiteren Schuljahresverlauf. Aber: „Für Schüler und Eltern können schlechte Zeugnisnoten zum Stressfaktor werden“, sagt Melanie Rausch, Pädagogin und Expertin für Lernförderung des Online-Nachhilfeservice tutoria. „Um das Familienklima zu entlasten, ist ein konstruktiver und lösungsorientierter Umgang mit dem Ergebnis wichtig“, so die tutoria-Lernexpertin.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern versuchen, die Ursachen dafür zu finden, warum es in manchen Fächern oder auch insgesamt zu schwachen Leistungen kommt. Auslöser können Probleme mit den Lehrern oder Mitschülern sein. Aber auch Teilleistungsschwächen, geringe Lernmotivation oder ineffektive Arbeitstechniken und falsche Lernstrategien sind häufig ausschlaggebend für schlechte Noten und verhindern den Lernerfolg. Insbesondere bei diesen Faktoren gilt es, das Kind zu ermutigen und mit professionellem Zusatzunterricht gezielt zu fördern. Am besten in vertrauter Umgebung, mit einem sorgfältig ausgewählten Nachhilfelehrer, wenn nötig.

Eltern sollten auf jeden Fall hektische Lernaktivitäten vermeiden – stattdessen die Defizite genau analysieren und ein auf die Bedürfnisse des Schülers zugeschnittenen Förderplan erarbeiten. Ein professioneller Zusatzunterricht delegiert das Thema „Lernhilfe“ an ein Nicht-Familienmitglied. Das entschärft zusätzlich die angespannte Atmosphäre, fördert die gute Stimmung zu Hause und bietet dem familiären Miteinander Raum für positiv besetzte Freizeitaktivitäten mit Spiel, Sport und Spaß.

 

Foto: Tutoria

Zahlenschwäche Dyskalkulie – was tun?

Mathe war und ist selten das Lieblingsfach – sowohl von Schülern heute als auch früher, als Eltern und Großeltern noch Schüler waren. Wessen Kinder Mathematik lieben – die können hier aufhören zu lesen.

Alle anderen fragen sich vielleicht manchmal, ob der Nachwuchs nicht an einer Rechenschwäche leidet – oder einfach nur zu wenig Rechnen geübt hat?

Was ist Dyskalkulie?

Erstmal ganz schrecklich trocken: Dyskalkulie ist eine sogenannte Teilleistungsstörung ähnlich wie Legasthenie, die schon länger bekannt ist. Dyskalkulie-Kinder haben es schwerer, mit Zahlen umzugehen und deshalb Schwierigkeiten in der Schule.

Das bedeutet aber gar nicht, dass ein Dyskalkulie-Kind dumm ist. Das Kind hat die Mathematik, so wie sie ihm in der Schule erklärt wird, nicht verstanden. Möglicherweise kann es sie aber mit anderen Erklärungen verstehen oder braucht einfach in diesem Bereich etwas länger als seine Altersgenossen.

„Es liegt weder an der Intelligenz des Kindes, noch an Faulheit, wenn ein Kind rechenschwach ist.“ sagt Diplom – Psychologe Georg Troumpoukis vom Mathematischen Institut zur Behandlung der Rechenschwäche in München.

Wozu kann Dyskalkulie führen?

Die Folgen von Dyskalkulie können viel schlimmer sein als nur eine schlechte Note in Mathe. So können die ständigen Misserfolge zu Schulangst und zu genereller Unlust führen, überhaupt etwas zu lernen. Das Kind kommt sich möglicherweise generell unfähig vor und verliert sein Selbstbewusstsein auch in anderen Fächern. Schließlich werden in der Grundschule alle Fächer meist von dem gleichen Lehrer gegeben – da ist ein Stigma schnell da. Lehrer sind außerdem oft nicht speziell ausgebildet – sie erkennen eine Dyskalkulie also häufig nicht.

Warum erkennt man Dyskalkulie manchmal erst spät?

Dyskalkulie-Kinder sind häufig normal oder sogar überdurchschnittlich intelligent. So fällt diese Schwäche oft erst in der weiterführenden Schule auf. In der Grundschule hatte das Kind den Stoff auswendig gelernt, ohne die Grundlagen zu verstehen. Gerade lernstarke Kinder tun so etwas.

Manche Kinder merken sich Zahlen und Rechenwege allerdings einfach schlecht. Das liegt aber dann meist nicht an prinzipieller Vergesslichkeit, sondern daran, dass die Kinder die Rechenwege nicht verstanden haben. Da unser Gehirn sich lieber Zusammenhänge merkt, vergessen die Kinder öfter etwas, wenn sie es eben nicht verstanden haben.

Wie erkennt man Dyskalkulie?

Jedes Dyskalkulie-Kind hat andere Probleme mit der Zahlenwelt: Oft fehlen grundlegende Dinge, wie das Erkennen von Mengen, und Größen. Oder es wird der Zusammenhang von Rechenarten nicht verstanden – beispielsweise dass das Malnehmen eine Fortsetzung von Addieren ist (2+2+2 = 3×2).

Dyskalkulie-Kinder rechnen oft ziffernorientiert, nicht zahlenorientiert. Das bedeutet, dass sie es gar nicht schlimm finden, wenn sie die Reihenfolge der Ziffern einer Zahl einfach beim Rechnen  umdrehen, wenn sie dadurch leichter einen Rechenweg finden können. 

Was tun?

Dyskalkulie ist sehr vielschichtig – oft hat das Kind einige Grundlagen einfach nicht verstanden und sich in den Folgejahren intelligent „durchgemogelt“. Es hat sich seine eigenen Regeln gebastelt, wie es richtig sein könnte. 

„Wichtig ist, dass die Eltern einen Blick dafür bekommen, wie ihre Kinder mathematisch genau vorgehen und vor allem, dass sie irgendwie vorgehen“, sagt Psychologe Troumpoukis. Denn dann kann man Maßnahmen ergreifen um den Denkfehler umzuprogrammieren.

Denn es ist möglich, eine Dyskalkulie in speziellen Instituten zu verbessern, und die mathematischen Denkverirrungen zu beseitigen. Dies ist aber nicht billig: Circa 230 Euro im Monat kostet eine Therapie mit wöchentlicher Sitzung. Unter bestimmten Voraussetzungen können Eltern die Dyskalkulie-Therapie ihres Kindes durch das Jugendamt oder Fonds fördern. Also: vorab beraten lassen! Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, als Eltern spezielle Kurse zu besuchen, um den eigenen Kindern besser helfen zu können. Ein zweischneidiges Schwert, schließlich ist die Situation zu Hause oft schon ganz schön belastet. Aber besser als nichts allemal.

Was nicht tun?

Nutzloses Üben bringt gar nichts, wenn man die falschen Denkwege nicht erkennt. Im Gegenteil. Nicht nur, dass es alle Beteiligte Zeit und Nerven kostet und nichts dabei herauskommt. Das Üben der falschen Denkwege verfestigt diese auch noch. Der Experte aus eigener Erfahrung: „Nachhilfe bleibt hier in den meisten Fällen erfolglos, weil diese nicht das Problem an der Wurzel packt. Und meist ist die häusliche Übungssituation emotional so sehr belastet, dass ein reibungsloses Zusammenarbeiten nicht mehr möglich ist.“

Kinder sind allein nicht in der Lage, zu übersehen, wo sie Defizite haben und diese selbständig aufzuarbeiten. Deshalb darf man sie mit dem Problem nicht alleine lassen.

Je früher, je besser

Klar ist – je früher eine Rechenschwäche erkannt wird, desto schneller kann man sie ausgleichen, desto weniger Frust kriegt das Kind und Folgen wie generelle Selbstbewusstseinsprobleme oder Schulunlust treten gar nicht auf.

Rechenspiel

Ein guter Tipp, Kindern allgemein mit Spaß die Zahlenwelt nahezubringen:
Shut the box, ein Zahlenspiel aus Englands Pubs
Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell die kleinen Holztafeln des Spielbretts, die mit Zahlen beschriftet sind, weg zu klappen. Das ist möglich, da die Tafeln durch Scharniere am Spielbrett befestigt sind. Die Spieler würfeln mit zwei Würfeln und können dann die gewürfelte Zahl nach verschiedenen Regeln wegklappen. Wer es als erster schafft, ist Sieger.

Das Spiel gibt es mit den Ziffern 1 bis 10 oder bis 12. Man kann auch Plättchen mit den Zahlen beschriften und weglegen oder umdrehen. Eine Vorlage von Familothek finden Sie hier http://www.familothek.de/vorlage-spiel-shut-the-box.html. Regelvariationen gibt es hier http://www.familothek.de/shut-the-box-regeln.html

Falls Sie auch nach „Shut the Box“ süchtig werden und eine richtig stabile Spielvorlage kaufen wollen, diese gibt es unter anderem hier:

   

Oder man nimmt die elektronischen Versionen:
http://itunes.apple.com/de/app/shut-the-box-classic/id344291486?mt=8
http://www.freeware.de/download/shut-the-box_26083.html

Noch eine Möglichkeit, den Spaß an Zahlen zu fördern: Magische Zahlenspiele – eine Rezension bei uns http://www.familothek.de/magische-mathematik-spiel.html

Infos und Link zu einem Dyskalkulie-Forum mit Fragemöglichkeit bei Einzelfällen:
www.rechenschwaeche.de/

Illustration: Isabelle Dinter

Tipps für Leseanfänger

Wer mit einer Erstklässlerin oder einem Zweitklässler (und Ältere) unter einem Dach wohnt, kennt vielleicht diverse Methoden, um die Sprösslinge zum Lesen üben zu motivieren. Aber für so manchen „Lesemuffel“ war noch nicht das Richtige dabei. Hier Tipps zum Lesen üben:

  • Die Bücher nach der Silbenmethode aus der Reihe Leserabe vom Mildenberger Verlag. Jede neue Silbe hat eine andere Farbe, rot und blau wechseln sich ab und so weiß ein Kind eher, wie es ein Wort betonen muss. Es gibt Geschichten zu verschiedenen Themen, entweder als eine längere Geschichte mit mehreren Kapiteln oder mehrere kleinere Geschichten, wie zum Beispiel die Krimigeschichten zum Mitraten. Am Ende gibt es immer noch ein Leserätsel, was auch nochmal zum schreiben einlädt.
    Hier zwei Rezensionen dazu bei Familothek.
  • Wer auch gerne mal längere Geschichten mag, dem sei die Reihe „Erst ich ein Stück, dann Du“ vom CBJ Verlag empfohlen. Den Hauptteil der Geschichte liest zugegebener Maßen der oder die Erwachsene, aber auf jeder Seite ist ein Absatz größer und fett gedruckt, den liest das Kind. Die Unterbrechungen verhindern den Aufbau von Lesefrust; und die Freude darüber, dass es mit der Geschichte richtig voran geht motiviert obendrein. Auch hier gibt es Geschichten zu den verschiedensten Themen und auch die Varianten einer großen Geschichte oder eben mehrerer kleiner, wobei die dann schon 20 bis 30 Seiten haben.
  • Wer will, kann dies auch einfach selber machen: Ein interessantes Buch, das den Leseanfänger interessiert, und dann die Abmachung: „Erst ich ein Stück und dann Du“ – wobei es bei richtigen Leseanfängern auch großartig klappen kann, „Du das erste (oder die ersten zwei) Wort(e) und ich den Rest des Satzes“ zu vereinbaren. Schön an der Methode ist, dass die Kinder die Bücher lesen können, die sie interessieren und ihnen gefallen. Außerdem können die Eltern bei fortschreitendem Können die Spielregeln anpassen (ein Satz Du, ein Satz ich; eine Seite Du, eine Seite ich“).Kleiner Tipp: Gerade Kinderbücher zum ersten selbst Lesen haben oft kurze Sätze. Bei der Vereinbarung „Du die ersten zwei Worte des Satzes, ich den Rest“ lesen also auch Anfänger schon ganz schön viel….
  • Comics – den schlechten Ruf haben sie schon lange verloren, und gerade zum Lesen Lernen eignet sich das Geschriebene in Verbindung mit lustigen Bildern wunderbar. Vielleicht lernen die Kinder dabei nichts unbedingt pädagogisch Wertvolles, aber am allerallerwichtigsten ist es sowieso erst einmal, dass sie Spaß am Lesen als solches bekommen.

Am Anfang ist es nur Mühe – so ähnlich wie Skifahren lernen. Aber wenn ein Leseanfänger später erlebt, wieviel Spaß man lesend haben kann und wieviele interessante Dinge jeder lesend erfahren kann, dann merkt er oder sie hoffentlich, wie toll lesen ist. Und dann muss sie später in ihrem Leben hoffentlich niemand mehr zum Lesen motivieren.

   

Ideen: Dr. Katja Sichau
Bildquelle: aboutpixel.de / sommerfeeling © mr.nico

ADHS- Kinder oft einfach nur zu jung

Die Studie hat Brisanz für die erbitterte Diskussion über ADHS – Diagnose, Behandlung und Auslöser. Kanadische Forscher haben in einer Studie mit fast eine Million Grundschulkindern festgestellt, dass ADHS-Diagnosen bei Kindern, die jung eingeschult wurden, um 39 Prozent höher sind, als bei später eingeschulten Klassenkameraden.

Besonders betroffen waren dabei Schüler, die kurz vor dem Stichtag der Einschulung Geburtstag haben.Da drängt sich die Frage auf, ob unreifes Verhalten nicht viel zu oft zu einer Krankheit gemacht und diese dann medikamentös behandelt wird – mit all den bekannten Folgen.

 Mehr zur Studie der University of British Columbia

Foto: Bildquelle aboutpixel.de konzentriert © Walter Christ

Lesehinweis: ….das Ende der Handschrift?

Seit Jahren wird über die Einführung, das Ersetzen oder ganz neue Ausgangsschriften für Grundschüler diskutiert. Gemäß der Thesen des Wissenschaftlers Dr. Christian Marquardt (Effizientes Schreiben statt Schönschrift– neue Erkenntnisse) ist das für das Schreiben lernen als solches übrigens unwichtig.

Im Artikel des Süddeutsche Magazin ist die Diskussion über verschiedenen Ausgangsschriften der Ausgang von Überlegungen, wieviel Handschrift eigentlich im Alltag noch gebraucht wird: …“ oft genug gibt es auch Tage, an denen das Einzige, was man von Hand schreibt, die Unterschrift auf einem Kreditkartenbeleg ist.“, so der Autor.

Allerdings – und auch dies eine These des Autors – ist es schade, dass durch „nur noch Tippen“ doch Einiges verloren geht; andererseits verweist er auf die Erfindung des Tablet-Computers und ihrer Touchscreens.

Viel mehr dazu und warum nach Meinung des Autors das Schreiben lernen in der Schule ganz andere Ziele hat:

Süddeutsche Magazin:

Mehr zum Thema Schreiben lernen von uns:

Wie kann ich die eigene Handschrift meines Kindes fördern?

 

Wie kann ich die eigene Handschrift meines Kindes fördern?

Ab der 3. Klasse sollen Kinder ihre eigene Handschrift entwickelt haben. Wie kann ich mein Kind dabei fördern?

Buchstaben als Bilder

Schlagen Sie Ihrem Kind vor, sich Buchstaben als Bilder vorzustellen. Vielleicht ist ja das b ein Bett oder das E ähnelt irgendwie der eigenen Gabel? Wichtig ist, dass es eigene Bilder sind (nicht die vorgegeben aus dem Buch), damit es ein inneres Bild entwickelt, dass es automatisch abruft.

Verschiedene Materialien

Ermutigen Sie Ihr Kind, Buchstaben einmal mit unterschiedlichen Stiften zu schreiben (Wachsmalkreiden, Pinsel, dicker Filzstift). Diese Methoden werden zwar am Anfang oftmals auch in der Schule angewandt, sind aber auch später sehr sinnvoll, um die eigene Handschrift zu entwickeln.

Schreiben ohne Beschränkung

Lassen Sie Ihr Kind auf einem linienlosen Blatt so groß schreiben, wie es will. Manche Kinder sind frustriert, wenn sie es nicht schaffen, die Buchstaben in der Schule exakt zu kopieren. Größere Buchstaben sind leichter und machen wieder Mut zum weiter Üben. Zum Üben kann das Kind  dann auch einmal „ganz klein“ oder „mittel“ ausprobieren.

Schreiben ohne Vorbild

Diktieren kann man auch schon in der ersten Klasse (bekannte Worte und Buchstaben) – das fördert die innere Vorstellung von Buchstaben und Wörtern.

Luft schreiben

Zum Auslockern bei verkrampften Schreibern: Lassen Sie Ihr Kind erst einmal ganz locker und vor allem flüssig in der Luft schreiben – erst dann geht es an den Schreibtisch.

Lernen heißt Fehler machen

Kritisieren Sie Ihr Kind nicht bei den Ergebnissen! Es muss Dinge ausprobieren können, um zu lernen, wie die eigene Hand, die eigenen Finger die Schreibbewegungen am besten ausführen.

Trösten und Mut machen

Überlegen Sie einmal – wieviele Menschen in Ihrer Umgebung denken, sie hätten eine hässliche Schrift? (und Sie selbst?) Vielleicht, weil sie selbst als Grundschüler die Buchstaben nicht so schön kopieren konnten? Sagen Sie ihrem Kind, dass Sie seine oder ihre Handschrift schon seeehr gut finden!

Mehr zum Thema Schreiben lernen von uns: Effizientes Schreiben statt Schönschrift– neue Erkenntnisse

 

Schreiben lernen statt Schönschrift?

Schöne Buchstaben malen bringt für eine gute Handschrift gar nichts? Buchstaben möglichst genau zu kopieren ist für die Entwicklung einer lesbaren, eigenen und effizienten Handschrift unserer Grundschulkinder nicht nur nicht sonderlich sinnvoll, sondern im schlimmsten Fall sogar hinderlich. Das ist die These eines Wissenschaftlers, der sich als Motorik- und Handschriftexperte seit Jahren mit dem Thema beschäftigt.

 „Der Schüler hält bei den Buchstaben nicht immer die Zeilen ein“ so steht es wahrscheinlich bei vielen Kindern der ersten und zweiten Klassen im Zeugnis. Da plagen sich die Kleinen mit Bleistift oder später Füller, um die Zeichen genauso schön hinzubekommen, wie es in der Vorlage steht – nur um später in ihrer eigenen Handschrift ganz anders zu schreiben.

Interessante Langzeitstudie

Dr. Christian Marquardt, langjähriger Mitarbeiter der Forschungsgruppe klinische Neuropsychologie an der Universität München, hat in einer Langzeitstudie Grundschulkinder und die Entwicklung ihrer Handschrift von der ersten bis zur vierten Klasse begleitet und dabei immer wieder ihre Schrift getestet. Er untersuchte mit einem speziellen Computer-Tablet einzelne motorische Aspekte wie der Druck auf den Stift, die Beweglichkeit des Handgelenks und der Finger sowie die Schnelligkeit beim Schreiben kurzer Sätze.

Was ist eine gute Handschrift?

All dies mit der Fragestellung, wann und wie die Kinder eine effiziente Handschrift entwickeln, so wie Erwachsene. Das bedeutet, eine Handschrift, die lesbar ist und gleichzeitig so schnell, dass Schüler – beispielsweise bei Diktaten – keine Schwierigkeit haben, mitzukommen. Außerdem soll das Schreiben eine rhythmische Bewegung ergeben. Schreiben soll automatisch im Gehirn abrufbar sein, um bei Denkprozessen nicht zusätzliche Kapazität zu besetzen (Automatisierungsgrad) – also beispielsweise im Diktat der Grund für flüchtige Rechtschreibfehler werden, da das Kind zu sehr mit „Schönschreiben“ beschäftigt ist.

Schreiben lernen ist eine motorische Leistung

Die Ergebnisse der Studie waren ernüchternd. Auch nach der vierten Klasse hatten die Kinder erst 62% der Effizienz einer erwachsenen Schrift erreicht. Die Kennzahlen einer erwachsenen Handschrift erreichen Kinder erst, wenn sie selbst schon keine mehr sind: Also mit circa 16 Jahren. Wie kommt dies, da sie doch so lange geübt hatten, die ideale Ausgangsschrift (sei es die Schulausgangsschrift, die Ausgangsschrift oder die Vereinfachte Ausgangsschrift) zu kopieren?

Lernen durch Ausprobieren

Der Motorik-Experte hat dazu eine Antwort: Schreiben ist eine Bewegung, und Bewegung ist etwas, dass man durch möglichst häufige Ausführung erlernt, so der Wissenschaftler im Familothek-Interview. Der Körper erlernt eine individuell perfekte Bewegung, indem er diese immer wieder neu versucht, um den idealen Bewegungsablauf für sich selbst zu finden. Wenn Kinder laufen lernen, probieren sie eine Menge aus: Erst einmal mit festhalten, später vielleicht breitbeinig oder schwer stapfend – um dann später ihren eigenen individuellen Gang zu entwickeln.

Auf das Schreiben lernen übertragen bedeutet das: Kinder sollen natürlich die Grundformen der Buchstaben erlernen und kopieren – müssen aber mehr Spielraum haben, um ihre eigene Ausprägung dieser Buchstaben lernen zu können.

Das Ziel: Die eigene gute Handschrift

In ihren Versuchen entdeckten die Wissenschaftler, dass die Geschwindigkeit der Schrift bei geschriebenen Sätzen und der sogenannte Automatisierungsgrad zu Beginn der dritten Klassen stagnierte. Warum dies, hatten doch die Kinder jetzt schon zwei Jahre lang schreiben geübt? Zu Beginn der dritten Klasse gibt es keine vorgegebenen Texte mehr, die Kinder sollen auf einmal schnell und effizient schreiben. Doch dann beginnen sie erst, ihre individuelle Schrift zu entwickeln. Kontrovers formuliert kann man sagen, dass das genaue Kopieren von vorgegebenen Buchstabenformen – egal welcher – die Entwicklung einer eigenen Handschrift verhindert und damit das Schreiben lernen für unsere Kinder künstlich verlangsamt.

Ein Tipp zum Ausprobieren und um das Thema zu verdeutlichen: Machen Sie sich einmal den Spaß und versuchen Sie, wieder wie ein Grundschulkind zu schreiben: Also genauestens vorgegebene Buchstaben zu kopieren. Sie werden sehr schnell merken, was hier gemeint ist!

Was sind Ihre Erfahrungen und Meinungen zum Thema? 

 Mehr zur Langzeitstudie mit Grundschulkindern und zum Thema:

Et Reha 2010

Unsere Tipps „Wie kann ich die eigene Handschrift meines Kindes fördern?

Der Wissenschaftler: Dr Christian Marquardt, Motorik- und Handschriftexperte, langjähriger Mitarbeiter der Forschunsggruppe klinischer Neuropsychologie München, Entwickler verschiedener Systeme zur Bewegungsanalyse, Gründer einer Firma zur Bewegungsanalyse im Golfsport www.scienceandmotion.de. Zahlreiche Fachveröffentlichungen, Seminare und Fortbildungen im Bereich Schreiben, motorisches Lernen, Training und Bewegungsanalsye.

Deutscher Lehrerpreis 2011 verliehen

Insgesamt 16 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams wurden in Berlin im Beisein der Bundeskanzlerin für ihr herausragendes pädagogisches Engagement ausgezeichnet. Rund 2.200 Schüler und Lehrkräfte hatten sich am diesjährigen Wettbewerb beteiligt.

In der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ konnten Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Abschlussklassen besonders engagierte Lehrkräfte nominieren. Diese wurden bei der offiziellen Veranstaltung geehrt.

In der Kategorie „Innovative Unterrichtskonzepte“ reichten Lehrer ihr Unterrichtskonzept im Preis der Jury für besonders innovativen Unterricht ein. Über die Gewinner entschied eine hochrangig besetzte Wettbewerbs-Jury aus Landes-Bildungsministern, Universitätsvertretern aus dem Bereich Bildungsforschung und anderen Experten. Zu gewinnen waren Geldpreise bis zu 5.00 Euro

Der Preis wird seit 2009 jährlich vergeben. Anmeldung zur neuen Wettbewerbs-Runde ab sofort unter www.lehrerpreis.de