Die Liga der Guten

Was ist gut und was ist böse? Kann man das immer auf einem Blick erkennen? Jan, der Anführer der Liga der Guten behauptet das von sich und auf seine Gegenfrage: Du etwa nicht? Würde wohl kaum jemand mit „nein“ antworten. Auch Mats nicht, der die Geschichte aufgeschrieben hat. Aber das war schon ziemlich am Ende, angefangen hat es ganz anders:

Jan, Mats und Andy sind …… ja, was sind sie eigentlich? Richtige Freunde sind sie nicht, aber sie sind fast immer zusammen, dann kommt es nämlich seltener zu einem „Vorfall“ wie sie es nennen: Sie sind die drei kleinsten ihrer Jahrgangsstufe und allein aus diesem Grund werden sie öfter geschlagen, geärgert und gehänselt. Bis Jan eines Tages eine Ohrfeige ohne Grund, nicht mehr einfach so hinnimmt. Er hält eine Rede in der Umkleidekabine nach dem Sportunterricht und gründet die Liga der Guten. Keine Kompromisse, nur das Gute, ist einer ihrer Grundsätze. Bei der Liga der Guten geht es nicht nur darum andere nicht zu ärgern, es geht um alle Bereiche des Lebens: Fairen Handel, Umweltschutz, Tierschutz, kein Bereich ist ausgenommen. Die Gruppe um Jan wird größer und besetzt ein altes Fabrikgelände auf dem die Gruppe wohnt und sich selbst versorgt.

Je größer die Gruppe wird, desto schwieriger wird es alle zu versorgen, allein schon mit Essen. Und bis aus selbst Angebautem etwas Essbares wächst, dauert es auch ziemlich lange – zu lange, wenn es viele hungrige junge Menschen gibt. Mats beobachtet, dass nachts Lastwagen kommen, mit bekannten Logos darauf, die Lebensmittel liefern, heimlich. Mats kommen immer mehr Zweifel, ob der Anführer der Liga der Guten wirklich noch auf der guten Seite steht. Vielleicht waren diese und andere Kompromisse wirklich notwendig, um nicht gleich am Anfang mit der Liga der Guten zu scheitern. Vielleicht war Jan aber auch wirklich nicht mehr nur an dem Guten interessiert, sondern mittlerweile auch am Erhalt seiner Position. Vielleicht wäre es aber auch sonst so gekommen, wie es dann gekommen ist. Ob die Liga der Guten Bestand hat, und wie sie sich entwickelt in diesen ersten Tagen und Wochen, das lesen Sie in dem neuen Roman von Rüdiger Bertram.

Rüdiger Bertram hat schon mehrere Jugendbücher geschrieben und auch schon Drehbücher verfasst. 2012 war sein Film „Pommes essen“ in den Kinos. Der Roman „Die Liga der Guten“ erinnert ein wenig, an Bücher oder Filme wie „Die Welle“. Die Begeisterungsfähigkeit von Jugendlichen für ein Thema ist deutlich spürbar und nachvollziehbar. Genauso wie für den Erzähler Mats rückt auch für den Leser die Figur des Jan immer mehr in die Ferne. Natürlich hat Jan recht, wen er sagt, „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“, und nur das Schlechte vermeiden reicht nicht aus. In diesem Roman wird aber auch deutlich, dass Nachdenken und Fragen stellen einen großen Stellenwert haben sollte. Und dieser spannende Roman schafft das ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Liga der Guten, von Rüdiger Bertram , Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck bei Hamburg, 2013, ISBN 978-3-499-21506-3, ab 14 Jahren (9,99 Euro).
 

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