Kommentar: Familienurlaub – komplizierte Reisesuche online

Die „schönsten Wochen des Jahres“ haben für Eltern oft eine langwierige Suche als Vorspiel. Denn der moderne Mensch sucht sich sein Urlaubsdomizil natürlich im Internet heraus.

Rechner anwerfen, Urlaubssuchmaschine anklicken und gewünschte Region eingeben – Hotel auswählen, fertig. Wirklich? Da stehen sie dann in der langen Liste, die die Suchmaschine ausgespuckt hat – Angebote, Angebote, Angebote.

Reisen in den Schulferien – ganz sicher teurer

Der erste Frust stellt sich meist beim Reisedatum ein, zumindest wenn man Schulkinder hat. Nebensaison? Günstiges Angebot im entspannt halbleeren Hotel? Von diesem Traum kann man sich mit der Einschulung des ersten Kindes für mindestens zehn Jahre getrost verabschieden – wenn man einen Urlaub mit allen Familienmitgliedern plant. Denn natürlich geht außerhalb der Schulferien gar nichts, aber auch wirklich gar nichts. Schulkinder, die sich vor allem zwei bis drei Tage vor Ferienbeginn an einem deutschen Flughafen in der Abflughalle befinden, werden von der Polizei besonders kontrolliert. Wenn sie keine Sondergenehmigung ihrer Schule haben, müssen die Eltern sogar Strafe zahlen – das sah und hörte man in den letzten Sommern immer wieder in den Medien. Und fragt sich dabei, ob denn bitte Polizisten an internationalen Flughäfen nichts Besseres zu tun haben?

Kinderermäßigungen oft versteckt

Weiter in der Reiseplanung: Gibt es nun eine Kinderermäßigung beim Aufenthalt oder nicht? Zahlen die Kinder wirklich zu 100 Prozent? Drei Klicks weiter und die Unterzeile des Angebotes entziffernd kommt heraus – nein, hier zahlen sie bis 6 Jahre 25 Prozent, bis 14 Jahre nur 50 Prozent. her mit dem Taschenrechner, um den für uns gültigen Preis auszurechnen. Beim nächsten Angebot zahlen alle unter 18 Jahre 50 Prozent des Preises, ein Angebot weiter ist eine Kindermäßigung nicht zu finden. Damit fällt das Angebot heraus, denn die Reisekosten steigen dadurch (bei zwei Kindern) auf das Doppelte. Viel zu teuer, aber die Auswahlliste der Suchmaschine hat das natürlich nicht berücksichtigt. Habe ich ein Ziel, geht es, wenn ich Pech habe, mit den Flügen wieder von vorne los – zahlt das Kind oder nicht (bis zwei Jahre), gibt es bei dieser Fluggesellschaft, diesem Angebot eine Kinderermäßigung? Am Ende habe ich vielleicht etwas ausgewählt, aber ob das das Beste war….?

Was heißt „kinderfreundlich?

Und dann die Frage mit der Ausstattung. „Kinderfreundlich“ kann man manchmal ins Auswahlmenü eingeben, schön. Ach, alle Angebote, die „kinderfreundlich“ sind, meinen damit die Hotel-Ausstattung mit Babybett und Wickeltisch? Das ist aber doch meinen Grundschülern herzlich wurscht und mir damit auch. Gibt es Platz zum Toben? Das brauche ich als Info. Gibt’s nicht als Auswahlkriterium. Also wieder alle Angebote einzeln durchforsten…

Da gibt es nun so viele Reisesuchmaschinen im Internet, von den ganz Großen bis hin zu den Suchportalen der Fremdenverkehrsämter. Aber scheinbar gehen die meisten lediglich von reisenden Erwachsenen aus. Kriterien, die man als Eltern nun mal benötigt, sind oft nicht als Auswahl der Suchmaske möglich – und das bedeutet, dass man alle Angebote einzeln durchforsten muss. Da kann Urlaubsplanung leicht zur Vollzeitbeschäftigung ausarten.

Es gibt Ausnahmen, aber leider zu wenige. Liebe Reiseanbieter – bitte denkt daran, dass manche Menschen auch mit Kindern in den Urlaub fahren!!

Bildquelle: aboutpixel.de / Strohhut mit Sommertuch und Reisekoffer © Karina Baumgart

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.