Kategorie: Sport

Radfahrende Kinder: Darf man sie auf dem Gehweg radelnd begleiten?

Bis acht Jahre müssen radelnde Kinder auf dem Fußweg fahren, Eltern hingegen dürfen sich dort (eigentlich) nur als Fußgänger bewegen. Und wie begleitet man sie als Eltern auf dem Rad?

Leon, 7 Jahre, fährt mit Mama und Papa auf dem Rad zum samstäglichen Einkauf. Er brav auf dem linken Fußweg, die Eltern gegenüber auf der rechten Straßenseite, wo es an dieser Stelle keinen Fußweg gibt. Eine Baustelle auf dem Fußweg, es wird eng, vor Leon laufen drei Jugendliche über die ganze Breite. Auf sein Klingeln drehen sie sich um, reagieren aber nicht, die Eltern bemerken die Situation nicht, sie sind ja zwei Fahrspuren entfernt. Da reißt dem Kind der Geduldsfaden, und er schert auf die mäßig befahrene Straße aus, um die Fußgänger zu überholen. Im gleichen Augenblick kommt ihm auf der linken Straßenseite ein Auto entgegen. Puh, Glück gehabt, der Autofahrer hat aufgepasst und konnte dem Kind ausweichen.

Wer radelt wo? Die Straßenverkehrsordnung

Gemäß Straßenverkehrsordnung haben sich (bis zum Ausscheren des Kindes auf die Straße) alle Familienmitglieder korrekt verhalten: Bis acht Jahre müssen Kinder mit dem Fahrrad auf dem Fußweg bleiben, auch das Fahren auf dem Radweg ist nicht erlaubt. Bis zehn Jahre dürfen sie sowohl auf der Straße als auch auf dem Fußweg fahren. Die Erwachsenen hingegen müssen auf der Straße oder dem Radweg bleiben. Aber das Beispiel zeigt: Kinder übersehen den Straßenverkehr noch nicht, spontane verkehrsgefärdende Situationen sind ein Risiko.

Kinderräder nur als Spiel- und nicht als Fahrzeug?

Kinder bis acht Jahre sollen auf dem Fußweg fahren und müssen, wenn sie die Straße überqueren absteigen und schieben, denn „Sie sind ja gar keine richtigen Verkehrsteilnehmer, sondern sollen das Fahrrad als Spielzeug nutzen“, sagt Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Die Teilnahme am Verkehr sollen die Kids in Parks oder Spielstraßen üben. Hmmm, aber wie kommen sie dahin, zu Fuß? Sollen mobile Familien jahrelang auf das Fahrrad als Verkehrsmittel verzichten, weil immer eines der Kinder entweder zu groß ist, um im Kindersitz oder Anhänger mitgenommen zu werden, aber zu klein, um legal auf der Straße zu fahren? Schließlich kostet das Mitnehmen eines Kindes über sieben Jahre zum Beispiel auf einem Kindersitz, im Zweifel sogar Bußgeld.

Gesetzeslücke?

Dass dies weder realistisch noch praktisch ist, sehen auch andere so: Gemäß dem ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club, ist genau diese Situation eine Gesetzeslücke und erfordert, die StVO zu ändern. Nämlich so, dass auch Begleitpersonen von radfahrenden Kindern legal auf dem Gehweg fahren dürfen. Link zur Forderung des ADFC.

Auch in der deutschen Rechtsprechung gibt es Ungereimtheiten: Das Amtsgericht Traunstein entschied in einem Schadenersatzfall sogar, dass eine Mutter gegenüber ihrer Tochter ihre Aufsichtspflicht verletzt habe, weil sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite gefahren war, während die Tochter auf dem Fußweg radelte. Als Lösung sah das Gericht sowohl die Möglichkeit, dass beide auf dem Fahrweg als auch dass beide auf dem Fußweg gefahren wären. Andere Gerichte wiederum lehnen das gemeinsame Fahren auf der Straße grundsätzlich ab. Noch mehr zum Thema Radfahren auf dem Gehweg.

Und wie ist es jetzt nun „richtig“?

Am besten von all dem hin und her gar nicht beeinflussen lassen – wenn es gefährlich werden könnte, ist es immer noch besser, selbst auf dem Gehweg zu fahren, um das Kind zu begleiten und im entscheidenden Moment „näher dran“ zu sein. Genauso ist es auf ruhigen Straßen ganz gut, mit dem Kind in der Mitte schon einmal Fahren auf der Straße zu üben – vielleicht nicht mit einem Vierjährigen, aber mit einer Siebeneinhalbjährigen. Auch der ADFC appelliert an den „gesunden Menschenverstand“, der entscheiden kann, wann und wo nahe Begleitung nötig ist. Manchmal hat man ja auch das Gefühl, die Polizei „schaut weg“, wenn sie sieht, dass Erwachsene ihre radelnden Kinder auf dem Gehweg selbst auf dem Rad begleiten.

Also: Verkehrslage einschätzen und das tun, was man selbst für das Sicherste hält!

Die erste Reitstunde

Mein Kind hat seine erste Reitstunde – ein Erfahrungsbericht:

Der Himmel wölbt sich sehr hoch über die weiten Wiesen. Das Grasen der Pferde ist das einzige Geräusch, nur alle paar Minuten unterbrochen durch ein einzelnes Auto, das vorbeifährt.

Mein Sohn Lukas, 7,  bekommt heute seine erste Reitstunde. Hier im Urlaub an der dänischen Nordseeküste ist Zeit und Gelegenheit dafür.
Zusammen mit Jana, einer Praktikantin aus Nordrhein-Westfalen, darf er sein schwarzes Islandpferd „Topas“ von der idyllisch gelegenen Weide direkt am Meer holen. Lukas ist aufgeregt und hüpft hin und her, aber Jana erklärt ihm, dass im Umgang mit Pferden alles möglichst ruhig ablaufen soll. Striegeln darf  Lukas, unter Aufsicht, selbst. Topas bekommt keinen Sattel, sondern nur eine Decke auf den Rücken und einen Gurt um den Bauch geschnallt.

 

Kinder dürfen sofort selbst reiten

Ich erinnere mich an eigene Reitstunden und erwarte, dass Lukas auf seinem Pferd an einer Leine, der „Longe“,  im Kreis geführt wird. Stattdessen zeigt ihm die freundliche junge Reitlehrerin Madita, wie er aufsteigen und die Zügel halten soll. Lukas darf sofort selbst reiten und ist sehr konzentriert bei der Sache. Madita erklärt mit ruhiger Stimme, worauf er achten soll.

Ich sitze in der Sonne, geniesse die Stille ringsum, und wundere mich, wie angstfrei Lukas auf dem kleinen Pferd um das Viereck der Sandbahn reitet. Madita lässt ihn Gymnastikübungen auf dem Pferderücken machen. Dabei geht sie nicht nur mit dem kleinen Reiter, sondern auch mit dem Pferd rücksichtsvoll und freundlich um.

Als Lukas dann einige Runden traben darf, nimmt sie die Zügel und läuft nebenher.

Am Ende der Stunde strahlt Lukas. Er ist sehr zufrieden und stolz und darf Topas mit Karotten belohnen.

Reiterhof in Ho

Den Reiterhof im Dörfchen Ho, das an einer geschützten Bucht am Rand des Nationalparks Wattenmeer liegt, führt Madita zusammen mit ihrer Familie, die aus Norddeutschland stammt. Praktikantin Jana ist schon seit etlichen Wochen hier. Nachdem sie mit der Schule fertig war, hat sie einige Monate zu überbrücken bis zum Beginn ihrer Ausbildung. Der Reiterhof sucht das ganze Jahr über Praktikanten, die gegen Kost und Logis mindestens zwei Monate unterstützen, Pferde versorgen, bei der Betreuung der Reitschüler helfen, und auch bei den Ausflugstouren zu Pferd mitreiten. Interessenten ab 16 Jahre mit viel Pferde-Erfahrung können sich per Email bewerben.

Einzel-Reitunterricht für Anfänger kostet 25,- Euro/Stunde, bei Buchung von drei Reitstunden oder in der Kleingruppe ist es günstiger.
Nähere Infos bei www.vestmose.dk

Text und Foto: Barbara Leonhardt

Trendsport Klettern – auch etwas für Kinder?

Klettern ist ein junger Trendsport. Anders als zum Beispiel Schwimmen oder Eislaufen haben viele Eltern selbst als Kinder das Klettern nicht gelernt. Sind sie nun als Erwachsene selbst begeisterte Kletterer, können sie einschätzen, ob dies ein Sport für den eigenen Nachwuchs wäre. Die anderen sollten einfach weiterlesen.

Denn wenn die Dreijährige in der Wohnung am liebsten gar nicht mehr den Boden mehr betritt (und dabei die Sicherungen der Regale und anderes strapaziert), sollte man sich als Eltern vielleicht einmal mit dem Thema Klettern beschäftigen.

Wir sind in einer Kletterhalle in Imst in Tirol verabredet mit Bettina Schöpf, ehemalige Welt- und Europameisterin im Klettern und Inhaberin einer Kletterschule. Die ausgebildete Erzieherin und Diplom-Pädagogin ist genau die richtige Ansprechpartnerin für unsere Fragen rund ums Klettern für Kinder.

 Ab welchem Alter können Kinder anfangen in der Kletterhalle zu klettern?

„Viele Kletterkurse nehmen Kinder erst ab 6 Jahre auf, in meinen Kletterkursen integriere ich auch schon 3-4 Jährige, wenn es nicht zuviele sind“, sagt Frau Schöpf. In ihren Kursen kombiniert sie zu Beginn das Klettern an der niedrigeren Boulderwand mit dem ersten Seilklettern an der sogenannten Top-Rope Wand. Hier sind die Seile bereits eingehakt, die Kinder müssen sich nicht von Kletterhaken zu Kletterhaken hangeln, das lernen sie erst später.

Niedrige Boulderwände, also Wände, die mit bunten Klettersteinen bestückt sind, gibt es in verschiedenen Formen und mittlerweile auf vielen Spielplätzen. An diesen Wänden können sich Kinder ans Klettern gewöhnen, Eltern sehen, ob sie Spaß daran haben. In manchen Großstädten gibt es sogar reine „Boulderweltenmit extra gestalteten Kinderwänden, in denen die Kleinen sicher das Klettern üben können. In einigen Kletterwänden kann man nach Farben eine Strecke an der Wand entlang klettern – das macht Spaß und trainiert die Koordination. Jede Kletterhalle sortiert das anders, also nachfragen!

Bettina zeigt uns inzwischen, wie sie so eine Kletterstunde aufbaut: Sie jagt die Kinder mit Kletterspielen die Boulderwand hoch – wer holt das Band schneller, das an einem Haltegriff hängt? „Aufwärmen ist auch beim Klettern wichtig“ sagt die Expertin dazu. Die Kinder merken bei dem Spaß gar nicht, dass sie sich gerade „aufwärmen“.

Warum sollten Kinder klettern lernen?

Natürlich trainiert Klettern den ganzen Körper, das ist sicher gut – aber die Expertin hat dazu noch andere Gedanken: „Sich etwas trauen lernen, sich etwas zutrauen, ist ein wichtiger Punkt. Außerdem üben Kletterer, sich zu konzentrieren.“ Das Klettern mit dem Sicherungsseil hat ja noch eine weitere Komponente: Ein anderes Kind sichert das kletternde, jedes Kind lernt also zu klettern und zu sichern. Klettern mit Seil geht also nur zu zweit, mindestens. Sichern ist für Bettina Schöpf eine wesentliche Komponente des Sports: „Das kletternde Kind lernt, dem anderen zu vertrauen, das sichernde, Verantwortung zu übernehmen“. Natürlich sichern die Kinder nicht von Anfang an allein, aber das Gefühl zählt.

Noch ein Argument: Wer gerne hoch hinaus klettert, lernt hier, dass er oder sie es besser gesichert tut – der Impuls des Kindes „ich will da hoch“ wird in sichere Bahnen gelenkt.

Wichtig für Eltern: Dem Gefühl des Kindes an der Kletterwand vertrauen

Und wenn sie sich umgekehrt gar nicht so recht trauen wollen? Dafür hat Bettina einen Ratschlag parat: „Nicht zu sehr drängeln, die Kinder sollen wirklich nur so hoch klettern, wie sie mögen, nicht höher. Sonst besteht die Gefahr, dass sie beim Herunterschauen Panik bekommen oder nicht mehr herunter klettern können – und es dann vielleicht nicht ein zweites Mal versuchen. „Im Laufe der Zeit“, das weiß die Kletterlehrerin aus Erfahrung, „trauen sie sich von allein mehr zu“. Übrigens: Wer als Eltern nicht klettert, aber den Nachwuchs sichern möchte, der kann auch reine Sicherungskurse besuchen.

Ausrüstung

Zum Klettern braucht man neben Sportkleidung Kletterschuhe und ein Sicherungssystem. Glücklicherweise kann man in Kletterhallen diese normalerweise gegen geringe Gebühren ausleihen. Im Gegensatz zu Straßenschuhen dürfen bei den Kletterschuhen die Zehen des Kinderfußes vorne anstoßen. Bei den Sicherungssystemen rät Bettina zu einem halbautomatischen System – es bremst bereits von selbst das Seil, sollte ein Kletterer fallen, und der Sicherer verzögert reagieren.

Überhaupt, das Sichern.

Vom Gewichtsverhältnis her kann jeder seinen Kletterpartner halten, wenn das Körpergewicht des Kletterers nicht mehr als 30 Prozent zusätzlich zum Gewicht des Sicherers beträgt. Ein 20 Kilo schweres Kind kann also einen 22 Kilo schweren Freund mit einem Seilsicherungssystem halten. Trotzdem sollten Kinder nicht allein ohne Aufsicht von Erwachsenen ihre kleinen Freunde sichern. Zu groß ist die Gefahr, dass das sichernde Kind gerade einmal abgelenkt ist. Und immer schauen, dass auch alle Teile richtig eingehakt und befestigt sind – dann ist Klettern nämlich ein sicherer Sport, ansonsten kann es lebensgefährlich werden.

Klettern in den Ferien

Wer keine Klettermöglichkeiten in der Nähe oder im Alltag wenig Nerven für eine neue Sportart hat, kann sein Kind in den Ferien in Kletterkurse schicken. Im Klettereldorado Imst in Tirol gibt Bettina Schöpf auch Ferienkurse für Kinder. Auch ganz toll, vor allem in den Sommerferien: Die Kletterhalle Imst hat eine schöne und große Außenanlage zum Klettern. Und noch besser: In der Nähe gibt es Kletterfelsen, die auch für Kinder geeignet sind, wenn sie fortgeschritten sind. „Mit Kindern gehe ich nach Nassereith, und Walchenbach hier in der Nähe,“ sagt Bettina. Das ist natürlich toll gerade für die, die solche Felsen bei sich daheim eben nicht haben. Na dann: Viel Spaß in der Höhe!

Mehr zu Bettina Schöpf und ihrer Kletterschule unter www.inout.cc
Kletterzentrum Imst: www.kletterhalle.com

Mehr zu Imst bei uns: Imst in Österreich -für Sportliche und Bergfreunde

Mein Kind will Radrennen fahren!

Radfahren ist für Kinder die erste große Freiheit. Manche Kinder wünschen sich, Radrennen zu fahren – sei es auf der Straße mit dem Rennrad oder im Gelände mit dem Mountainbike.

Dabei spielen nicht unbedingt Radprofis aus dem Fernsehen eine Rolle als Vorbild, sondern Verwandte, Freunde oder Nachbarn oder ein zufällig gesehenes Radrennen.

Fette Reifen Rennen

Der beste Weg, dem Kind Renneindrücke zu ermöglichen, ist die Teilnahme an einem Fetten Reifen Rennen des RadClub Deutschlands  (www.fette-reifen-rennen.de) , bei dem die Kinder mit ihrem Straßenrad auf einer abgesperrten Runde ihr erstes Radrennen fahren können. Normalerweise hat der ausrichtende Radsportverein auch eine Jugendabteilung und Eltern können sich hier über die Angebote informieren. Die Internetauftritte der Radsportverbände und des Bund Deutscher Radfahrer halten mit Suchabfragen ebenfalls die Kontaktdaten von Vereinen in der Nähe vor. 

Folgende Informationen sollten Eltern beim Radverein in Ihrer Nähe abfragen:

  • Gibt es ein spezielles Angebot für Kinder?
  • Wieviele Kinder trainieren dort?
  • Sind die Trainerinnen und Trainer speziell ausgebildet?
  • Werden die Kinder auch bei Rennen betreut?
  • Gibt es auch Trainingswochenenden?

Das Einstiegsalter im Radsport ist normalerweise etwas höher als in anderen Sportarten, die meisten Vereine haben deshalb Angebote ab etwa 10 Jahren.

„Aktuelle Befürchtungen von Eltern, ihr Kind würde im Verein Kontakt zu Dopingpraktiken bekommen ist heutzutage völlig unbegründet“, so Ulrich Fillies vom RadClub Deutschland.“Radsport im Verein ist nicht nur der richtige Schritt zu einem gesunden Erwachsenwerden sondern auch eine gute Lebensschule.“

Powered by: Radclub Deutschland e.V., www.radclub.de

Weitere interessante Artikel für aktive und radsportbegeisterte Familien bei Familothek:

Wie sicher sind Pedelecs beim Kindertransport?

Kinder unter 14 Jahre sollen auf den Pedelecs, den Fahrrädern mit zusätzlichem Elektromotor, nicht selbst fahren. Aber darf man sie mitnehmen? Auf dem 50. Deutschen Verkehrsgerichtstag vom 25. bis 27. Januar 2012 in Goslar haben sich Unfallforscher und Verkehrssicherheitsexperten über das Thema Pedelecs beraten. Hier Ergebnisse und Branchendiskussionen, die für Eltern interessant sind:

 Rein rechtlich gesehen gelten Pedelecs bis heute noch als Fahrräder – deshalb besteht nicht einmal eine Helmpflicht. Und dies obwohl es Modelle gibt, die zwar mit eigener Motorleistung nur 20 Stundenkilometer fahren, aber erst bei 45 Stundenkilometern Geschwindigkeit den Motor abschalten (Pedelec 45).

Es ist klar, dass man bei solchen Geschwindigkeiten dem Zehnjährigen nicht erlaubt, mit einem Pedelec selbst zu fahren. Und auf dem Rücksitz oder im Fahrradanhänger mitnehmen?

Kinder auf oder mit einem Pedelec 45 mitzunehmen, ist nicht zu empfehlen. Denn die Höchstgeschwindigkeit ist viel zu schnell. Ob die Fahrradhelme mitreisender Kinder bei solchen Geschwindigkeiten Schutz bieten, ist nicht geprüft. Hersteller von Fahrradanhängern raten prinzipiell zu angepasster Geschwindigkeit und gehen dabei von der Höchstgeschwindigkeit von circa 25 Stundenkilometern aus. Das Fahr- und Bremsverhalten bei schnellerer Fahrt ist nicht mehr mit dem eines normalen Fahrrades zu vergleichen. Also Pedelecs 45 nur allein.

Anders sieht es bei den Pedelecs 25 aus, die bei 25 Stundenkilometern den Motor abschalten. Bei diesen Modellen unterstützt der leichte Motor das Treten und hilft dem Radler beim anstrengenden Berganstieg mit den zusätzlichen Kinderkilos. Und da sie nicht schneller sind als ein normales Fahrrad, ist ein Kindertransport problemlos.

Oder einfach selber treten!

Bücher zum Thema eBikes:

   

ADFC/Jens Lehmkühler

„Das lernst Du von mir“ – Eltern als Sportlehrer

Skifahren, Eislaufen, Schwimmen – das eine oder andere lernt jedes Kind im Laufe seines Lebens. Alle sollten zumindestens schwimmen können, denn das kann lebenswichtig sein. Die meisten Eltern können selbst schwimmen, manche auch skifahren und /oder eislaufen, manche Kinder wollen gerne reiten lernen, segeln, Hockey spielen, beim Fußball richtig dribbeln….und so weiter. Und für die Eltern stellt sich die Frage: Lernt er oder sie das von mir – oder lieber im Kurs und Verein?

Viele Vorteile im Kurs

Vieles spricht für einen Kurs oder Verein. Denn es lernt sich einfach besser, wenn man die Gruppendynamik einbeziehen kann. Kinder sehen, welche Schwierigkeiten andere haben, lernen von den Fehlern und den Fortschritten der Mitschüler. Und wenn der Freund besser Schlittschuh läuft, spornt das richtig an!

„Wir setzen für unsere Kinderskigruppen besondere Parcours, um den Kindern die Bewegung auf Skiern nahezubringen“, sagt Ken, der Skilehrer, bei dem schon Vierjährige das Pistenwedeln üben. Bei Ken bekommen die Kleinen zum Beispiel im „Stangenkarrussell“ das richtige Gefühl für die Bretter. Ein Aufwand, den ein Einzelner auch für zwei oder drei Kinder nicht treiben würde.

Wichtig auch bei Sportarten, die nicht so ganz ungefährlich sind: Erfahrene Sportlehrer haben einen ganz anderen Blick auf die Situation und können mögliche Gefahren für kleine Anfänger besser erkennen, als unerfahrene Eltern.

Familienkrach im Schwimmerbecken?

Lernen von den Eltern kann so seine Tücken haben: Da kommt dann in das Sporterlebnis auf einmal ein familiärer Konflikt mit hinein. Was, du zappelst bei den Schwimmbewegungen? „Genauso wie am Esstisch, das kann ja nicht funktionieren!“ Heute morgen wegen Trödelei gestritten? Keine gute Voraussetzung für einen gelungenen Mini-Skikurs mit Mama, bei dem der Filius diesmal aus Vorsicht eher langsam fährt.

Eltern machen ungewollt Fehler

Manche großen Vorbilder überschätzen außerdem ihre Kompetenz, selbst Gelerntes weiterzugeben. „Wer Kindern schwimmen beibringt, macht oft den Fehler, den Bauch der Kinder hochdrücken zu wollen“, sagt Stefan Schoberth, Leiter einer Schwimmschule. „Dabei ist die Haltung, fast im Wasser zu stehen, eine normale Kinderschwimmhaltung. Werden die Kinder hochgedrückt , um auf dem Wasser zu liegen, kippen sie manchmal nach vorne über, schlucken Wasser und bekommen Angst.“ Auch beim Schwimmen lehren hilft Erfahrung: „Zu sehen, wann ein Kind etwas wirklich gelernt oder vielleicht gerade Angst bekommt – wir haben ein Gefühl dafür“, so Schoberth.

Natürlich gibt es Ausnahmen

Wie immer gibt es Ausnahmen: Vielleicht möchte die begeisterte Reiterin ihrer Tochter dieses Hobby gerne weitergeben? Und wenn es klappt, dann gibt sie vielleicht nicht nur die Begeisterung weiter und den Respekt für die Tiere. Gleichzeitig schafft sie vielleicht eine lebenslange Verbindung zwischen Mutter und Tochter jenseits von Generationskonflikten.

Adressen und Links:
Kinderschwimmen

Skischule oder parallel_skiing@gmx.com

 

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