Jugendbuch Butter

Ein Buch für Jugendliche ab 12 Jahre mit einem ernsten Thema. „Viele sagten später, dass es mit meiner Homepage begann, aber für mich begann es schon zwei Tage vorher“. An diesem Tag kam in den Nachrichten, dass Fluggesellschaften in Zukunft für fettleibige Menschen, die zwei Sitze brauchen, den doppelten Preis erheben werden.
„Butter“, der eigentlich anders heißt, findet die Demütigung zwei Sitze zu brauchen und zu wissen: „Niemand will neben mir sitzen“, sei schon Preis genug.

Butter wiegt mehr als 180 Kilo und hat in der Schulmensa einen eigenen Platz mit einer Bank an einem Tisch, weil er in die normalen Stühle nicht hineinpasst. Dort sitzt er allein, und auch sonst ist er eher ein Außenseiter. Der einzige Kontakt, den er hat, ist zu seinem Musiklehrer, der sein Saxophonspiel sehr schätzt und ihn ständig ins Schulorchester und zu seiner Band einlädt. Meistens lehnt Butter ab. Und dann ist er noch als J.P. im Internet unterwegs. Hier hat er Kontakt zu seinem Schwarm aufgenommen, einem wunderschönen Mädchen, das ihn im echten Leben überhaupt nicht beachtet.

Zwei Tage nach der Nachrichtenmitteilung findet Butter einen fiesen Kommentar über sich im Internet und erstellt spontan eine eigene Homepage, die so beginnt:

„You think I don´t notice your disgust when you watch me eat? Well, if you think you can stomach it, tune in a month from today and watch my final meal live on the internet.”

Butter beschließt, sich zu Tode zu essen, live, im Internet, an Silvester. Die Internetnutzer dürfen Vorschläge für die Menüfolge seiner Henkersmahlzeit machen und dann dabei zuschauen.

Mit dieser Aktion ändert sich Butters Leben grundlegend. Die coolen Jungs, die an der High-School das Sagen haben und ihn allerhöchstens mit fiesen Sprüchen bedacht haben, finden seine Idee cool. Plötzlich steht seine Bank in der Mensa an ihrem Tisch und sie laden ihn zum Bowling und auf Partys ein. Selbst die Mädchen reden plötzlich mit ihm.
Endlich hat er die Dinge, nach denen er sich immer gesehnt hat, und Silvester rückt unaufhaltsam näher.

Nachdem er die Silvesterparty verlassen hat, um seine Henkersmahlzeit einzulösen, entscheidet sich allerdings, wer ein echter Freund geworden ist und wer sich nur auf seine Kosten amüsiert hat.

Butter ist ein bewegendes Buch, urkomisch und furchtbar traurig. Autorin Erin Jade Lange gelingt es ohne Pathos eine Geschichte zu erzählen, die so oder so ähnlich jeden Tag geschehen könnte, und von der jeder Teile selber kennt, wenn auch nicht in dieser Dichte.

Die Geschichte appelliert ohne den erhobenen Zeigefinger daran, hinter die Fassade der Menschen zu schauen und sich nicht vom ersten äußerlichen Eindruck lenken zu lassen. Obwohl Butter selbst schon 16 Jahre alt ist, ist das Buch ab 12 Jahren empfohlen. Allerdings können Teenager mit dem Lesen auch gut bis 13 oder 14 warten.

Erin Jade Lange ist US Amerikanerin und eigentlich Nachrichtenjournalistin. Tagsüber schreibt sie „news“ und nachts „fiction“, so steht es auf ihrer Internetseite. Mit „Butter“ ist sie schon für einen Preis nominiert und wird auf mehreren Listen zum Lesen empfohlen. Auf ihrer Homepage gibt es außerdem einen Videotrailer, der einen kleinen Einblick ins Buch gibt.

Butter, Erin Jade Lange, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21244-4, ab 12 Jahren (8,99 Euro).

 

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