Kindertaufe: Pro und Contra

Taufen oder nicht?
Wer als gläubiger Mensch gar keine Zweifel daran hat, dass der Nachwuchs getauft werden soll, muss hier gar nicht weiter lesen. Doch viele frischen Eltern denken über Taufe nach – manchmal ist die Meinung sogar innerhalb eines Elternpaares geteilt. Ein paar Pros und Contras als Denkanstöße:

PRO

Ein Kind zu taufen, ist einfach ein schönes Fest: Ein Baby wird feierlich in die Gemeinschaft eingeführt, ein schönes Taufkleid, die Verwandten begrüßen den neuen Erdenbürger. Wir können Taufpaten für das Kind bestimmen – diese sollen ja die Glaubensseite beim Kind vertreten und haben damit auch eine Verantwortung für das Kind. So „wächst“ unsere neue Familie!

Später kommt das Kind dann automatisch in den Religionsunterricht – lernt etwas über Religion, die ja ein Teil unserer Kultur ist. Das erweitert den Horizont, denn ethikische Werte leben wir als nicht-religiöse Eltern ja selbst zu Hause vor. Wie soll denn ein Jugendlicher oder junger Erwachsener später für sich entscheiden, ob Religion und Glaube für ihn Sinn macht, wenn er oder sie gar nicht weiß, wie diese praktiziert wird? Mit religiösen Taufpaten bekommt das Kind auch andere Vorbilder und somit eine echte Chance, sich später für den Glauben zu entscheiden.

Und wenn wir vielleicht nicht getauft wurden oder aus der Kirche ausgetreten sind, kann doch unser Kind trotzdem ein religiöses Interesse haben und in die Kirche gehen – so leben wir unserem Kind gleich Toleranz für verschiedene Lebenseinstellungen vor!

Wenn unser Kind einer Religion angehört, bekommt es vielleicht eher mit, dass religiöse Feste wie Weihnachten oder Ostern nicht nur „Geschenke-Feste“ sind, sondern eine tiefere Bedeutung haben. Und vielleicht hilft der Glaube an den lieben Gott unserem Kind später einmal, wenn es die traurigen Seiten des Lebens kennen lernen muss – zum Beispiel, wenn jemand stirbt.

Hier die Möglichkeiten, wenn man sich für eine Taufe – katholisch, evangelisch, oder eine freie Taufe – entscheidet.

CONTRA

Es kommt nicht darauf an, ein Baby zu taufen. Unser Kind kann sich später selbst entscheiden, ob es sich für Religion überhaupt und für welche Konfession es sich interessiert. Wer möchte, kann ja das Interesse des Kindes für religiöse Themen trotzdem fördern. Auch für den Religionsunterricht muss kein Kind getauft werden. Schließlich ist Ethikunterricht sehr sinnvoll. Sollte es das wollen, kann unser Kind auch einen Kindergottesdienst besuchen, ohne getauft zu sein.

Auch die Taufpaten sind kein Argument. Schließlich können wir auch ohne Taufe Freunde finden, die dem Kind neben den Eltern ein Vorbild sein können. Es ist egal, ob diese selbst religiös sind oder nicht. Und dabei machen wir uns vielleicht mehr Gedanken – da das dann ja nicht durch ein Ritual vorgegeben ist (und es auch mehrere Vorbilder sein dürfen!)

Wir möchten, dass unser Kind lernt, dass es viele Wege des Glaubens oder auch Nicht- Glaubens gibt. Schließlich leben bei uns ja nicht nur christliche Religionsangehörige, sondern auch viele andere. Man kann an Vieles glauben, das muss nicht ein christlicher Gott sein. Und wir finden, dass es viele Wege gibt, mit den Härten des Lebens umzugehen – wie zum Beispiel der Tod eines Angehörigen. In solchen schlimmen Fällen ist Liebe und Nähe sowieso das Wichtigste.

Und sollte unser Kind sich dafür entscheiden, beispielsweise mit den Klassenkameraden die erste Kommunion feiern zu wollen, kann es dies tun. Denn dann hat es sich selbst dafür entschieden und das hat für alle eine größere Bedeutung.

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Ein Kommentar über “Kindertaufe: Pro und Contra

  1. Wolfgang Albrecht

    Das Pro und Contra ist fair dargelegt .Andere Begründungen zur Kindertaufe der Kirchen sind haarsträubend und dienen der Mitgliederbindung auf Ewigkeit und darüber hinaus , mit persönlicher Vergabe zum Leben danach .Schade !

    Antworten

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