Wie sicher sind Pedelecs beim Kindertransport?

Kinder unter 14 Jahre sollen auf den Pedelecs, den Fahrrädern mit zusätzlichem Elektromotor, nicht selbst fahren. Aber darf man sie mitnehmen? Auf dem 50. Deutschen Verkehrsgerichtstag vom 25. bis 27. Januar 2012 in Goslar haben sich Unfallforscher und Verkehrssicherheitsexperten über das Thema Pedelecs beraten. Hier Ergebnisse und Branchendiskussionen, die für Eltern interessant sind:

 Rein rechtlich gesehen gelten Pedelecs bis heute noch als Fahrräder – deshalb besteht nicht einmal eine Helmpflicht. Und dies obwohl es Modelle gibt, die zwar mit eigener Motorleistung nur 20 Stundenkilometer fahren, aber erst bei 45 Stundenkilometern Geschwindigkeit den Motor abschalten (Pedelec 45).

Es ist klar, dass man bei solchen Geschwindigkeiten dem Zehnjährigen nicht erlaubt, mit einem Pedelec selbst zu fahren. Und auf dem Rücksitz oder im Fahrradanhänger mitnehmen?

Kinder auf oder mit einem Pedelec 45 mitzunehmen, ist nicht zu empfehlen. Denn die Höchstgeschwindigkeit ist viel zu schnell. Ob die Fahrradhelme mitreisender Kinder bei solchen Geschwindigkeiten Schutz bieten, ist nicht geprüft. Hersteller von Fahrradanhängern raten prinzipiell zu angepasster Geschwindigkeit und gehen dabei von der Höchstgeschwindigkeit von circa 25 Stundenkilometern aus. Das Fahr- und Bremsverhalten bei schnellerer Fahrt ist nicht mehr mit dem eines normalen Fahrrades zu vergleichen. Also Pedelecs 45 nur allein.

Anders sieht es bei den Pedelecs 25 aus, die bei 25 Stundenkilometern den Motor abschalten. Bei diesen Modellen unterstützt der leichte Motor das Treten und hilft dem Radler beim anstrengenden Berganstieg mit den zusätzlichen Kinderkilos. Und da sie nicht schneller sind als ein normales Fahrrad, ist ein Kindertransport problemlos.

Oder einfach selber treten!

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ADFC/Jens Lehmkühler

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