Kategorie: Europa

Mobilhome-Urlaub für Nicht-Camper

Ist ein Urlaub im Mobilhome etwas für Eltern mit Kindern? Ganz sicher.

Ist es aber auch etwas für Erwachsene, die früher nicht auf die Idee kamen, ihren Urlaub auf einem Campingplatz zu verbringen? Ein Testbericht:

Nein, früher war ich selten auf einem Campingplatz zu finden. Doch natürlich ändert sich Vieles, wenn man Eltern wird. Zweimal war ich nun in einem Mobilhome in den Ferien mit Kind – einmal in Frankreich und einmal in Deutschland. Und, kann ich es weiterempfehlen?

Superpositiv

Kinder brauchen Kinder. Und wer nicht gerade Zwillinge hat (aber auch sie sollen ja eigene Kontakte bekommen), der braucht im Urlaub Spielkameraden der gleichen Altersklasse, spätestens ab dem Alter von 3 oder 4 Jahre. Auf Campingplätzen gibt es sie. Glücklicherweise fahren viele deutsche Familien auch auf Campingplätze im Ausland, so dass es auch dort nie Schwierigkeiten gab, andere Kinder zu finden. Aber Achtung: Eine Garantie gibt es ja nie. Deshalb bei der Auswahl des Platzes darauf achten, dass es nicht der naturschöne kleine Platz ist, der außer guten Restaurants nichts zu bieten hat! Lieber schauen, ob es Kinderattraktionen gibt, dann wählen diese Ziele sicher auch andere Familien aus.

KinderakttraktionenMobilhome3-kleiner

Nur ein einfacher Campingplatz – das gibt es heute glaube ich fast nicht mehr. Wieviel Bespaßung doch so möglich ist – zur Erleichterung aller Eltern: Da gibt es Animationsprogramme, Wasserrutschenparks, vielfältige Spiel- und Sportmöglichkeiten sowieso. Die Veranstalter müssen sich schon etwas einfallen lassen, um die Gäste anzuziehen. Da heißt es nur „wählen“, was für Kinder und Eltern wichtig ist.

Die Atmosphäre

Mobilhome2-kleinGartenzwerge vor dem Vorzelt, das muss man mögen – nein, es ist keine Voraussetzung für einen Urlaub im Mobilhome, dass man Dauercamper wird. Klar gibt es auf einigen Campingplätzen Menschen, die dort fast leben und ich kann mich auch nicht erinnern, jemals so riesengroße Wohnmobile auf der Straße gesehen zu haben. Aber das kann man ja auch mal einfach nur bestaunen.

Kein Verkehr im abgezäunten Areal

Das Beste für Eltern von (manchmal zu) kleinen Entdeckern: Auf einem Campingplatz gibt es natürliche Begrenzungen und bis auf An- und Abfahrt wenig Autoverkehr. Aber Vorsicht: Gerade große Mobilhome-Parks können den Kindern das Wiederfinden des eigenen Mobilhomes erschweren. Also genau das Gelände begehen, Handynummer auf die Hand notieren, bevor man die Neugierigen losschickt.

Das Platzangebot

Ja, das ist so eine Sache. Es ist erstaunlich, wie diese Mobilhomes auch noch die allerkleinste Ecke nutzen. Und im Sommer ist das ja meist kein Problem, schließlich hält sich jeder mehr oder minder draußen auf. Meine Erfahrungen beziehen sich glücklicherweise nur auf gutes Wetter. Aber drei Tage Regen am Stück möchte ich eigentlich in so einem engen Gefährt nicht erleben. Schon gar nicht mit agilen Kindergarten-Sprösslingen…

Was fehlte?

Neben Platz bei schlechtem Wetter ganz eindeutig: Eine Spülmaschine – die allerdings auch nicht immer in Ferienwohnungen vorhanden ist. Ich persönlich mag es nicht, wenn der Luxus, der für mich zu Hause ganz normal ist, im Urlaub fehlt. Aber es gibt ja auch Menschen, für die Spülen meditativ ist – vor allem im Urlaub!

Familien-Freizeitparks in Italien

Gardaland

Das Familien-Ziel Italien ist für manche schon ohne spektakuläre Freizeitparks eine Reise wert. Wer aber bei der Urlaubsplanung im Familienkreis Begeisterungsstürme auslösen will, lässt die Bemerkung von dem einen oder anderen Freizeitpark in der Nähe fallen. In Italien gibt es da Einiges: Riesenwasserrutschen im Freien, spektakuläre Fahrgeschäfte, ein nachgebautes Mini-Italien…

Gardaland

Italiens zweitgrößter Freizeitpark liegt am Gardasee, das Gardaland. Eine Vielzahl spektakulärer Fahrgeschäfte verteilen sich auf einer 46 Hektar großen Fläche. Besucher amüsieren sich dort beispielsweise auf einem der größten Riesenräder Europas sowie in mehreren Achterbahnen, mit und ohne Loopings, durch dunkle Röhren oder auf Wasserkanälen – für Adrenalinjunkies ist also etwas geboten. Paraden und Shows zeigen täglich Attraktionen. Natürlich gibt es computeranimierte Spiele, wie einen 4 D Film oder die Möglichkeit, in Ramses Welt mit Laserpointern zu schießen. Kleinere Kinder amüsieren sich mit vielfältigen Spielmöglichkeiten und ruhigeren, aber italienisch bunten Karussells. Für Freunde der Meeresfauna ist im Gardaland darüber hinaus ein Sealife integriert, welches aber noch einmal extra bezahlt werden muss.

Adresse: Località Ronchi, I-37014 Castelnuovo del Garda (VR),
Öffnungszeiten: Frühjahr und Herbst 10:00 – 18:00 Uhr, ab Mitte Juni bis September 10:00 – 23:00 Uhr, SeaLife von April bis September 10:00 – 18:00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 38,50 Euro, Kinder (ab 1 Meter Größe bis 10 Jahre), 32,00 Euro. *
Günstiger ist die Onlinebuchung 7 Tage im voraus für 29,00 Euro. Auch am selben Tag noch gibt es bei Onlinebuchungen einen günstigeren Tarif, außerdem Familientarife.
Mehr Infos hier: Offizielle Parkseite

Freizeitpark in „klein“: Italia in miniatura

Schön, für den, der keine Zeit für eine Reise durch ganz Italien hat: Italia in miniatura, übersetzt „Italien im Kleinformat“ zeigt auf 85.000 Quadratmetern circa 270 Miniaturen von italienischen und europäischen Gebäuden, zumeist im Maßstab 1:25 beziehungsweise 1:50. Auch wer nicht jede italienische Stadt kennt, wird sich an den original nachgebauten Plätzen und Häusern erfreuen, aus Deutschland und Österreich findet man das nachgebaute Wiener Belvedere und das Schloss Neuschwanstein. Spektakulär ist außerdem Klein-Venedig im Maßstab 1:5 zum Durchfahren mit dem Boot. Es gesellen sich exotische Vögel, Karussells, Wasserspiele, und andere Spiellandschaften dazu. Italia in Miniatura steht in Rimini.

Adresse: Via Popilia, 239, 47900 Viserba di Rimini (RN)
Öffnungszeiten: von April bis September: 9:00-19:00 Uhr, im August z.T. 9:00 – 19:30 Uhr
Eintritt im Frühjahr/Sommer 22,00 Euro, Kinder (1 Meter bis 1,40m Größe) und Besucher ab 65 Jahre 16,00 Euro*
Homepage nur auf englisch und italienisch: Italia in miniatura

Wasserparks

Bei unserem Wetter lohnen sich Open-Air-Rutschparadiese in Deutschland nicht so recht, und Indoor-Paradiese sind selten. In Italien jedoch sind große Wasserparks im Freien im Sommer der Renner. Zum Beispiel der Aquafan-Park in Riccione: Er bietet abenteuerliche Rutschkonstruktionen – steile, geschlossene halboffene und gedrehte Rutschen und Rutschröhren – in einer Gesamtlänge von drei Kilometern. Dazu unter anderem ein Wellenbad, künstliche Flüsse, die mit Gummireifen schnell und langsam zu befahren sind, ein riesengroßes Schaumbecken usw. Wasserspaß für die Kleinen gibt es in Kinderbecken mit allerlei Comicfiguren und kleinen Rutschen.

Adresse: Via Ascoli Piceno, 6, 47838 Riccione RN
Öffnungszeiten: Täglich von Anfang Juni bis Mitte September, 10:00 – 18:30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 28 Euro, Kinder von 1 Meter bis 1,40m Größe 20 Euro (für jeweils 2 Tage, Preis Saison 2014)
Weitere Infos auf englisch und italienisch: Aquafan

Märchenhaft für Kleinere: Fiabilandia

Ein Märchenpark für Kleinere aber auch größere Geschwister bei Rimini. Der Park bietet eine Vielfalt Fahrgeschäfte und Spiellandschaften für Kinder. Ein Zug fährt um das ganze Parkgelände, auf einem See fährt ein Schaufelraddampfer. Die Kinder können auf das Piratenboot von Peter Pan klettern, sich ein Indianerdorf ansehen oder ein (mediterranes ) einhundert Jahre altes Bauernhaus besuchen. Shows wie eine Wild West Show, Wasserspiele oder Zirkusvorführungen mit Clowns und Akrobaten sind inklusive, es gibt außerdem einen Kleintierzoo, ein Exotarium und ein Planetarium.

Adresse: Via Cardano 15, 47900 Rivazzura di Rimini (RN)
Öffnungszeiten: Juni bis September 10:00 – 18:00 Uhr, im August bis 19:00 Uhr
Eintritt: 23,00 Euro, Kinder (3 Jahre bis 1,30 m Größe) 16,00 Euro. Am Folgetag ist der Eintritt gratis*

Mehr Infos, im Winter nur auf italienisch, aber mit einer Vielzahl Bilder: Fiabilandia

Und für Freunde von Freizeitparks in Deutschland noch ein paar weitere Infos: Freizeitparks

*(Preise und Öffnungszeiten: Stand Sommer 2015)
Foto: Gardaland

Prag mit Kindern: Sehenswürdigkeiten

Städtereisen mit Kindern müssen Eltern ganz besonders vorbereiten – eine Reise mit Nachwuchs nach Prag macht da keine Ausnahme. Die tschechische Hauptstadt bietet genügend Sehenswürdigkeiten, die auch Kinder begeistern und schöne Möglichkeiten für eine Pause und zum Ausruhen bei der Sightseeing Tour.

Prag mit Kindern – nicht so einfach

Pozor! – das tschechische Wort für „Achtung“, lernen alle, die sich in diese Großstadt begeben, ziemlich rasch. Prag ist voll: Von arbeitenden Menschen, Autos und Touristen. Aber natürlich auch von Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen, auch mit Kindern. Hier unsere Tipps für kindgerechte Sehenswürdigkeiten in Prag:

Sehenwürdigkeiten mit Kindern

  • Die berühmte Karlsbrücke: lieber ohne Kinderwagen – unglaublich, wieviele Menschen sich hier zu allen Tages- und Nachtzeiten über die Brücke „wälzen“.
  • Aussichtsturm Petrin im Stadtteil Malá Strana
    Ja, auch hier ist man nicht allein. Angeblich hatte der Turm, der auf einem herrlich grünen Hügel des Stadt steht, den Eiffelturm zum Vorbild. Hm. Jedenfalls ist es ein Spaß, erst mit der Schwebebahn (Teil des öffentlichen Nahverkehrs, siehe Text Pause in Prag) hochzufahren, dann die vielen Stufen hochzusteigen – und: die Aussicht über Prag zu genießen.
  • Spiegelkabinett
    Das Spiegelkabinett ist sehr alt, es stammt genau wie der Aussichtsturm, neben dem es steht, aus dem Jahr 1891. Das hat schon einen gewissen Charme. Toll für Kinder, sich darin zu bewegen, und sich in den Zerrspiegeln anzuschauen. Es ist aber eher klein und man ist schnell durch.
  • Prager Burg
    Natürlich müssen man als Tourist dorthin, klar. Am besten mittags um zwölf, da gibt es den traditionellen Wachwechsel als kleine „Showeinlage“ für Kinder und Eltern. Letztere müssen den Nachwuchs dann wohl auf die Schulter nehmen – es ist, genau, ganz schön voll.
  • Wachsfigurenkabinett
    Madame Tussaud ist es nicht, und es sind sehr viele tschechische Bekanntheiten in Wachs zu sehen, aber trotzdem eine nette Einkehr inmitten des Rummels in den Straßen rund um den Rathausplatz (Melantrichová 5). Am Ende können die Kinder sich computergesteuert ihren eigenen Gesichtsabdruck scannen und diesen auf dem Computer mit Haaren und Kleidern ausstatten. Das Filmchen darüber schickt man sich zur Erinnerung selbst per Mail zu.
  • Wenzelsplatz
    Ja, der berühmte Prager Wenzelsplatz hat auch für Kinder oft ein paar Highlights, denn der sehr langgestreckte Platz wird gerne von wandernden Musikgruppen bespielt. Dann wechseln sich die Bongotrommeln mit den Folklore-Bläsern ab und danach kommen die Sänger – sehr schön für vorbeischlenderndes Publikum jeglichen Alters.

Noch mehr Infos? Hier Orte zum Ausruhen und Vorschläge für Mitbringsel

Prag mit Kindern entspannt erleben

Wer mit Kindern auf Städtereise Prag entdeckt, ist froh um Orte der Entspannung. Zum Beispiel Möglichkeiten, wo sich alle ausruhen können, und vielleicht ein kleines Geschenk für die gute Laune zwischendurch bekommen. Hier ein paar Orte für die Pause und Mitbringsel-Ideen, wenn die Prager Sehenswürdigkeiten gerade etwas viel sind:

U-Bahn oder Straßenbahn fahren

Das Netz des öffentlichen Nahverkehrs in Prag ist sogar schon einmal prämiert worden – es ist wirklich gut und übersichtlich. Wenn die kleinen Füße wehtun, kann man sich also ganz schnell einmal in die Straßenbahn setzen – die Linie 22 macht da eine kleine „Stadtrundfahrt“. Die U-Bahn fährt häufig und hat an einigen Haltestellen der Innenstadt erstaunlich schnelle Rolltreppen – das ist ein Highlight für die Kids! Übrigens: In der Innenstadt fahren Kinder bis unter zehn Jahre kostenlos, wenn ihre Eltern einen Ausweis vorzeigen können, der das Alter der Kinder beweist. Bis sechs Jahre fahren sie auch ohne diesen Beweis frei.

In den Park oder auf den Spielplatz

Unglaublich aber wahr – in mitten dieser vollen Stadt gibt es überall kleine oder größere Rasenflächen und kleinere Parks in denen Menschen ziemlich selbstverständlich bei Freilufttemperaturen auf dem Gras eine Pause einlegen. Außerdem finden Eltern, die die Augen offen halten, auch im ersten oder zweiten Bezirk der Stadt immer wieder Spielplätze. So zum Beispiel auf einer kleinen Moldau-Insel eine Brücke südlich vor der Karlsbrücke (in der Nähe des Palast Zofin). Für Geschichtsinteressierte: Bei der berühmten Deutschen Botschaft, („…bin gekommen, um Ihnen zu sagen, dass Ihre Ausreise…“) gibt es auf dem Weg hinter das Gebäude einen netten Spielplatz. Praktisch, denn Mama und Papa müssen auch hinter das Anwesen laufen, um den bekannten Balkon zu sehen.

Bootfahren auf der Moldau

Prag vom Wasser aus genießen – das können Touris mit dem Tretboot oder dem Ausflugsboot. In der Innenstadt gibt es mehrere Landestellen für Tretboote (vor der Karlsbrücke, nach der Karlsbrücke) und gerade in der Abenddämmrung ist das ein Erlebnis. Wer es nicht so nah auf dem Wasser mag, kann ein Ausflugsboot nehmen.

Kleine Geschenke…

… und gutes „Catering“ unterwegs erhält die Laune der mitlaufenden Kinder. In Prag sind da zu empfehlen

  • Zimtröllchen „Trdelnik“ eine böhmische Spezialität: Große Teigrollen, mit Zimt gewürzt und auf Stäbe gesteckt gebacken, meist vor der Tür der Bäckerei. Wer Zimt mag, kann diesem Geruch nicht widerstehen!
  • Softeis gibt es an jeder Ecke
  • Tschechische Cola, „Kofola“ ist nicht zu empfehlen. Der Familientest vor Ort ergab – das hat mit der amerikanischen Cola wenig zu tun und schmeckt nicht! Aber probieren Sie es ruhig selbst aus.
  • Der kleine Maulwurf und Co: Für Kinderfilme war vor 30 Jahren und länger die Tschechoslowakei berühmt und manche der Protagonisten kennt man noch heute. Diese Vorlieben werden natürlich von der Tourismusindustrie ausgeschlachtet. Den Zeichentrick-Maulwurf und Co gibt’s in allen Größen, Varianten, Materialien. Aber der ist ja auch wirklich niedlich!
  • Marionetten: Auch dies stellt man aus Tradition gerne her – ist aber auch ein sehr schönes Geschenk oder Mitbringsel.

Fazit: Prag mit Kindern geht ganz gut – noch besser mit diesen Tipps! Und hier der Text zu kindgerechten Sehenswürdigkeiten

 

 

Linnaeushof in Holland – Europas größter Spielplatz

Aktives selber Spielen, nicht passive Bespaßung. Seit über 50 Jahren gibt es den Linnaeushof, „Europas grootste speeltuin“ (größter Spielplatz Europas), eine halbe Autostunde entfernt von Amsterdam.

Gerade eben noch schien die Sonne, jetzt regnet es, als wir für zwei Erwachsene und unseren achtjährigen Sohn Lukas jeweils 12,- Euro Eintritt bezahlen. Den Parkplatz für unser Auto bezahlen wir auch gleich mit (5,50 € extra). Es ist ein Mittwoch, die holländischen Schulferien laufen noch. Trotzdem ist nicht viel los. Wir kommen fast überall ohne Wartezeit dran.

Spielgeräte – Antrieb mit Muskelkraft

Das Besondere hier ist, dass Eltern (oder noch mobile Großeltern) und Kinder gemeinsam fahren, rutschen, kreiseln, balancieren und spielen können, und dabei die Spielgeräte selbst antreiben.

Als erstes ziehen wir uns in Zweiersitzen am Seil nach oben auf einen bunten, sich drehenden Turm. Zum Glück wird unsere Muskelkraft maschinell verstärkt. In sieben Metern Höhe haben wir einen guten Überblick über die verschiedenen Spielbereiche, den Wasserspielplatz, den See mit der Kletterinsel, über die ein Sessellift hinwegfliegt. Als wir das Seil loslassen, schweben wir sanft wieder nach unten. Ein schönes Gefühl!

Es gibt bekannte Klassiker, zum Beispiel Schaukeln, aber auch etliche Geräte, die wir noch nie irgendwo gesehen haben. Bei manchen müssen Eltern oder Kinder kräftig in die Pedale treten, z.B. um horizontale und vertikale Karussells anzutreiben. Dadurch ist naturgemäß alles langsamer, sanfter, weniger extrem als in einem herkömmlichen Vergnügungspark.

Eine Monorail ruckelt langsam in drei Metern Höhe an ihrer Schiene entlang. Lukas ist begeistert. Darf ich mal alleine? fragt er. Er darf. Wir strampeln im Wagen hinter ihm. Es gibt einen Bereich, der eher für Kleinkinder gedacht ist, und einige Fahrgeräte sind erst ab sieben Jahren erlaubt. Beim Sessellift, meinem persönlichen Favoriten, und anderen Fahrgeräten sind 90 kg Körpergewicht die Obergrenze. Einige Spielgeräte sind auch für Rollstuhlfahrer zu nutzen.

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Spielen auch bei Regen oder Hitze

Für den großen Wasserspielplatz ist es zu kalt heute, aber wir rutschen auf der Riesenrutsche alle drei um die Wette, hopsen nebeneinander auf den Trampolinen und balancieren auf Hoppel-Fahrrädern – ein ganz neues Fahrgefühl. Die Mitmach-Tanzshow des Maskottchens, dem „Hasenkanin“ Bennie Broek, schauen wir uns an, weil Lukas die niederländische Sprache so gerne hört.

Beim nächsten Regenguss flüchten wir uns in die Cafeteria, wo es Chicken-Nuggets, aber auch Brötchen gibt, die frisch für uns belegt werden. Den Preis finden wir in Ordnung (2,75 € für die einfache Variante mit Schinken/Käse). Man darf aber auch eigenen Proviant mitbringen.

Für hartnäckigen Regen hat der Betreiber, die spanische Aspro-Gruppe, einen Indoor-Spielbereich eingerichtet. Es gibt dort Fahrzeuge und ebenfalls eine kleinere Schwebe-Monorail, Tischkicker, Airhockey und anderes. Alleine dafür wäre aber der Eintritt eindeutig zu teuer. Also besser Regenzeug und, zum Trockenwischen der Sitzflächen, ein Handtuch mitnehmen, um wirklich alle 350 Spielstellen (Betreiberangabe) nutzen zu können. Ein paar Attraktionen kosten extra (z.B. Kartbahn, Minigolf, Fußball-Flipper), aber darauf verzichten wir, es gibt genügend anderes.

Was uns nicht so gut gefiel: Alle Informationen, einschließlich des Internet-Auftritts, gibt es nur auf Holländisch. Englisch hier und da wäre schön. Trotzdem: Erst als der Park schließt, gehen wir zum Auto. Mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit nach einem prima Urlaubstag mit viel Bewegung an der frischen Luft.

www.linnaeushof.nl

Text und Fotos: Barbara Leonhardt

 

Mit dem Fernbus auf Familienreise? – Checkliste für die Entscheidung

Seit 2013 gibt es mehr und mehr Fernbuslinien auf dem Markt. Wer also als Familie mit Kindern innerhalb Deutschlands mit öffentlichen Verkehrsmitteln verreisen will, hat eine weitere Alternative – auf den ersten Blick eine kostengünstigere als der Zug. Trotzdem ist es nicht für jede Strecke und nicht für jede Familienkonstellation sinnvoll, den Fernbus zu wählen. Familothek listet auf, woran Sie vor der Wahl denken sollten:

  • Strecke
    Manche Verbindungen sind mit dem Bus endlich direkt – also gerade für Familien mit Kindern und viel Gepäck zehnmal günstiger als eine Zugfahrt mit mehreren Umstiegen. Die Busbahnhöfe sind oft genauso verkehrsgünstig gelegen wie der Hauptbahnhof. Aber auch dies lieber vorher checken!
  • Fahrzeit
    Generell brauchen die Fernbusse länger als eine direkte Zugverbindung – zum Beispiel von Großstadt zu Großstadt. Aber: Wer eine Strecke fährt , die sonst nur mit vielen Umsteigen zu erreichen ist (siehe oben), kann sogar weniger Zeit brauchen, wenn die Familie den Bus nimmt. Auf beliebten Strecken zu beliebten Zeiten (also meist, wenn Familien mit Schulkindern verreisen können), sollte man natürlich auch einen möglichen Stau bedenken.
  • Preise
    Hier wird es mathematisch. Wie wir alle wissen, zahlen begleitete Kinder bei der Deutschen Bahn unter 15 Jahre nichts. In den Fernbussen aber schon: Zum Teil 50 Prozent, ein Drittel, bis drei Jahre gar nichts – da gibt es die unterschiedlichsten Varianten je nach Anbieter. Also entscheidet die Größe der reisenden Familie über die Wahl Fernbus oder nicht. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wie viele Erwachsene und wieviele Kinder sind es und wie alt sind die Kinder? Zwei Erwachsene mit einem Kleinkind kommen wahrscheinlich mit dem Bus günstiger weg, eine Alleinerziehende mit drei Kindern zwischen 10 und 16 nicht unbedingt. Da muss man den Taschenrechner zücken.
  • Entertainment
    Fast alle Fernbusse haben W-Lan, manche noch eine Steckdose dazu. Wer also das Tablet dabei hat oder das Handy, dessen Kinder können die Fahrt mit spielen oder Kinderwebseiten surfen verkürzen. Manche Linien haben sogar eine eigene Entertainment-App, aber nicht unbedingt kindgerecht. Allerdings kann man in so einem Bus schlecht herumlaufen – für bewegungsfreudige Kleinkinder kann also die Wahl des langen Zuges doch besser sein – zumal die Fahrzeit im Bus oft länger ist.
  • Toiletten
    Pipi machen geht in allen Fernbussen – deshalb gibt es wenig Pausen während der Reise. Aber Achtung Eltern von kleinen Anfängern in dem Metier: Die Toilettenkabinen sind naturgemäß nicht sehr groß – wessen Kind also an- und ausgezogen werden muss, kann sich schon einmal blaue Flecken holen,  auch bei offener Toilettentür. Also vielleicht für die Reise doch noch einmal die Windel nehmen.
  • Alleinreisende Kinder
    Begleitet reisen kann man ja auf bestimmten Strecken auch im Zug. In Bussen geht dies auf jeder Strecke – und da die Busse übersichtlich sind, selten halten und oft direkt fahren, sind sie für erste Erfahrungen als alleinreisendes Kind fast ideal. Die meisten Fernbuslinien nehmen Kinder ab acht Jahre (manche sogar bereits ab sechs Jahre) mit Einverständniserklärung der Eltern mit und passen außerdem auf, dass die Kinder am Ziel von einem Erwachsenen abgeholt werden (sonst benachrichtigen sie die Polizei – also lieber pünktlich abholen…)
  • Sicherheit
    Kindersitze gibt es in einem Fernbus generell nicht. Wer einen eigenen mitbringt, kann diesen an dem gängigen Zwei-Punkt-Gurtsystem im Bus nicht unbedingt sicher festmachen. Eltern jüngerer Reisender müssen wohl mit dem Modellnamen ihres Sitzes in der Hand den Anbieter anrufen und nachfragen, wenn sie mit dem Fernbus fahren wollen. Bei manchen Anbietern kann man den passenden Kindersitz auch dazubuchen. (das sind dann natürlich Mehrkosten). Kein Problem hingegen gibt es mit den generellen Sitzerhöhungen der Klasse 2, die ab einem Gewicht von 15 Kilo genutzt werden können.

Zum Preis- und Streckenvergleich gibt es netterweise auch schon ein Portal http://www.busliniensuche.de

Und auch noch eines, welches die Bus- mit der Bahn- und auch noch mit der Flugstrecke vergleicht http://www.goeuro.de/

 

 

Imst in Österreich – für Sportliche und Bergfreunde

Nein, Josef möchte da nicht herunter. Mit der ganzen Kraft seiner Hundekilos stemmt sich der Bernhardiner, der aussieht wie Josef aus Heidis Zeichentrickserie, gegen den Boden: Kein Wunder, durch die Leiter des Kletterweges sieht das Tier den Abgrund durchschimmern.

 

Wir sind auf einem Wanderweg in den Imster Bergen in Tirol. Also ganz ehrlich: Einen zappeligen Fünfjährigen möchte ich hier nicht herunter schicken, warnte doch das Schild am Eingang des Weges „nur für geübte Wanderer“. Hier in Tirol ist man das natürlich, auf dem steilen Weg, der zur Mittelstation führt, begegnet uns eine fröhliche Wandermutter, die ihren Zweijährigen eingehakt am Kletterseil die steilsten Ecken hochhebt. Wer sportlich ist und alpin geübt, kommt hier voll auf seine Kosten. Aber anders geht es natürlich auch.

Natur, Berge und Achterbahn

Wer Aussicht und Natur ohne Schweißperlen genießen möchte, kann mit der Doppelsesselbahn zum Gipfel auf 2.000 Meter fahren. Oben angekommen, können Eltern und Kinder jeden Alters zu verschiedenen Aussichtspunkten schlendern, zum Beispiel zum Sun O rama oder zum Adlerhorst. Natur und Berge gibt es hier satt. Die Kleinsten begeistern vielleicht auch schon die Bergblumen am Wegesrand – wunderbar, jeder soll Natur auf seine Art erleben. Damit es einem nicht so geht, wie dem Hund Josef und seinen Herrchen (die den Hund dann tragen mussten) , kann man auch von ganz oben mit etwas älteren Kindern oder dem Kleinsten in der Kraxe nicht ganz so spektakuläre Wege ins Tal oder zur Mittelstation wählen.

Auf dem ersten Teilstück der Bergfahrt mit der Sesselbahn sieht man übrigens, wie sich glänzende Schienen den Berg hinunter schlängeln: Das sind die Schienen des Alpine Coaster, der auf 1500 Metern Höhe an der Mittelstation beginnt. Die 3,5 Kilometer lange „Bergachterbahn“. Keine Angst, Loopings sind hier nicht zu befürchten, dafür eine moderne, unglaublich lange Sommerrodelbahn, deren Streckenführung rasantes Fahren bergab zulässt – aber Bremsen gibt es am Sommerrodel auch und kleinere Kinder dürfen mit einem Elternteil gemeinsam fahren.

Rosengartenweg am Wasserfall: Action in der Natur

Wasser: Es schäumt, es spritzt, es stürzt zu Tal, bildet Seen, Treppen, schleift das Gestein ab – wow, Natur pur. Wir sind auf dem Rosengartenweg, der mitten im Zentrum von Imst beginnt, und den Berg hinauf führt, vorbei an einem wirklich spektakulären Wasserfall. Es schäumt, es spritzt es ist ziemlich laut – unser Sohn will gar nicht heim, obwohl es doch schon spät ist. Hier ist „Action“ mal in der Natur zu finden, großartig.

Freestyle Wasserpark für Jugendliche

Action ganz anderer Art findet man hier: In der Area 47, einer Freestyle-Wasser Arena im Ötztal. Eltern von Jugendlichen können sich einen dicken Stein im Brett beim Nachwuchs verdienen, wenn sie die Familie hierher führen.

Wenn man sich erst einmal nichts darunter vorstellen kann, liegt es daran, dass es einige dieser Attraktionen höchst selten gibt. Es bleibt der Versuch der Beschreibung: Kinder ab 12 Jahre stürzen sich von einem Vorsprung auf ein riesiges aufgeblasenes Luftkissen. Während sie auf dem Luftkissen sitzen, hopst der nächste auf die gleiche Stelle und schleudert den ersten ins Wasser. Andere fahren auf Skiern oder Minischlitten von einer hohen Skischanzen-ähnlichen Rampe ins Wasser (Schlitten im Sprung am besten wegwerfen) oder stürzen mit Bobs auf einer langen Bahn mit dem Kopf voran ins Wasser. Alle sind übrigens mit Sturzhelm und Weste ausgestattet und erlaubt ist der Spaß ab 16 Jahre.

Außerdem gibt es eine Wasserrutschenlandschaft, eine Slackline über dem Wasser und eine Wasserskianlage über den See. Wirklich toll für Jugendliche wie gesagt, etwas schwieriger für Kinder unter 12 Jahre, die außer beim Rutschen die gewagtesten Attraktionen nur als Zuschauer erleben dürfen. Familien mit kleinen Kindern sind hier fehl am Platz (es sei denn, Papa muss sich unbedingt einmal austoben) – der Veranstalter weist deutlich darauf hin, dass es keinen Kleinkinderbereich gibt.

Familienklettern im Urlaub

Imst und die Gegend rundherum ist ein Klettereldorado. Es gibt hier die größte Kletterhalle Österreichs mit einem sehr schönen Außenbereich und Kletterfelsen für alle Alters- und Könnensstufen. Der Ort ist Austragungsort von ranghohen Klettermeisterschaften, die örtliche Volksschule bietet sogar den Spezialisierungszweig „Klettern“ für die weiterführende Schule an. Klettern – viele Kinder möchten das lernen, ihre Eltern selbst haben diese junge Sportart in ihrer eigene Kindheit nicht betrieben. Warum also nicht einmal einen Kletterkurs als Teil des Familienurlaubs in den Ferien für die Kids? Die ehemalige Welt- und Europameisterin Bettina Schöpf bietet so etwas in ihrer Kletterschule an. Mehr zum Klettern für Kinder und dem Gespräch mit ihr hier.

Nach soviel sportlicher Betätigung und Action darf es auch mal etwas ruhiger zugehen. Noch ein Tipp für Familien mit Kindern jeden Alters: Die Knappenwelt Gurgltal in Tarrenz zeigt in einer kleinen Freiluftausstellung eindrucksvoll und kindgerecht die Arbeit der „Knappen“, die hier am Inn im Mittelalter Erz abbauten und daraus wertvolle Rohstoffe gewannen. In kleinen Häusern sind Schlafräume aufgebaut, wie sie die Knappen kannten. Groß und Klein können mit Bauhelm gesichert einen dunklen und tropfenden Stollen betreten – das ist für Kinder sicher eindrucksvoll. In einem anderen Haus können neugierige Nachwuchshistoriker Steine selbst mit dem Hammer zerschlagen oder eine Kleinform des Zerkleinergerätes mit einer Kurbel betätigen. Kinderschilder greifen einzelne Aspekte der Ausstellung auf und erklären sie für die jüngeren Besucher noch einmal kürzer. Eine sehr schöne Möglichkeit, dem Nachwuchs, das Leben im Mittelalter näher zu bringen.

 

Weitere Infos unter www.imst.at

Hoteltipp: Superzentral in Imst, mit Hallenbad und Minisee für Schwimmer geeignet: www.hirschen-imst.com

 

Familienurlaub für weniger Geld

Wer die Muße zum Suchen hat und ein paar Tipps beachtet, kann für den Familienurlaub wenig Geld ausgeben:

 

 

  • Mitglied beim Deutschen Alpen Verein (DAV) werden: Ein Urlaub auf der Almhütte ist erholsam und erlebnisreich, gerade für Stadtkinder. Wer früh bucht, bekommt einen Aufenthalt – meist als Selbstversorger – für kleines Geld.

 

  • Mit der Bahn anreisen. Denn hier zahlen Kinder ja bis 14 Jahre innerhalb Deutschlands gar nichts, wenn sie von zahlenden Erwachsenen begleitet werden. Das gilt auch für die Ziele des Europasparpreises der Bahn, also für viele europäische Reiseziele. Je nach Wunschziel kann das sehr viel entspannter sein, als eine Staufahrt auf der Autobahn. Günstiger als eine Flugreise mit 5 Personen ist es ganz sicher.

 

  • Wohnungstausch. O.K., es ist nicht Jedermanns Sache, aber eine gute Idee, kostenfrei woanders zu sein und Unbekanntes in den Ferien zu entdecken. Am besten ist es natürlich, mit Bekannten zu tauschen. Wer mutiger ist, schaut sich im Internet nach einem Tauschpartner um (z.B. über homelink.de)

 

  • Geduld und suchen: Es gibt erstaunliche Angebote, wenn man fleißig das Internet befragt, gerade Reise-Internetportale bieten ja schnelle Vergleichsmöglichkeiten und Sonderangebote. Auch Einzelanbieter können günstig sein: Hier gibt es beispielsweise für den Aufenthalt im italienischen Cesenatico 20 Prozent Rabatt für die Großeltern, wenn sie mit der ganzen Familie an die italienische Adria reisen. Im kindgerechten Hotel mit Pool und Meer vor der Tür wohnt das erste Kind bis sechs Jahre kostenlos. Das Angebot gilt sogar für die Pfingstferien: www.riccihotels.it

 

  • Wenn gar nichts geht: Wenigstens die Kinder in die Ferien schicken, wenn sie alt genug sind. Hier gibt es viele städtische und günstige kommerzielle Angebote – vom Ferienlager über Camps mit einem bestimmten Thema bis zur Feriengruppe auf dem Bauernhof. Und dann wenigstens ein gemeinsames Wochenende auf dem nahen Campingplatz einplanen, wenn das Wetter es erlaubt.

 

Foto: Copyright-frei, en.wikipedia

 

Ferien als Wikinger

Im Wikinger-Zentrum bei Ribe in Dänemark können Familien „Ferien als Wikinger“ machen und als Laiendarsteller wie vor tausend Jahren leben.

Waffen klirren. Zwei Männer in Leinen und Leder üben eine Finte, Schwert gegen Schwert. Aus der Ferne tönt es „pling, pling“ aus der Schmiede. Christina sitzt mit ihrer drei Jahre alten Tochter Yonna auf dem Holzbock und zeigt ihr, wie sie den Stock richtig einspannen muss, um die Rinde abzuschälen.

Ein Augustnachmittag im Wikinger-Zentrum bei Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Etwa ab dem Jahr 700 kamen Wikinger zu Schiff, Pferd oder zu Fuß jeden Sommer hierher an den Rand des Wattenmeeres, wo der Fluss Ribe Aa in weiten Schwüngen gemächlich durch die Salzmarschen mäandert. Gehandelt wurden Waffen, Kleidung, Lebensmittel, Pferde, Schmuck aus Bernstein und Knochen.

 

Als Wikinger leben

Auf den Wiesen vor der Stadt kann man heute selbst ausprobieren, wie es einmal gewesen sein könnte. Während der Sommermonate leben Darsteller in den strohgedeckten Hütten aus Geflecht und Lehm oder in einfachen Leinenzelten auf dem Markt-Gelände. Die Freiland-Museen zu „beleben“ mit Darstellern in historischen Kostümen, ist eine Idee, die sich in den letzten achtzig Jahren von Dänemark aus in ganz Europa verbreitet, aber auch in Amerika schon lange Tradition hat.

Es gibt hauptberufliche „Wikinger mit Leib und Seele“, wie die Seifensiederin, die mit ihrem Mann den Grossteil des Jahres in selbstgenähter Kleidung aus Flachs, Wolle und Leder auf Mittelalter- und Wikingermärkten unterwegs sind (www.drakentrey.de). Andere Darsteller kommen aus Dänemark, Irland, Schweden, England, Schottland, Wales und sogar aus Texas. Lagersprache ist Englisch.

Ungewöhnliche Familienferien

Als Familie lässt es sich hier auf ungewöhnliche Weise Ferien machen, findet Christina aus Deutschland, die mit Mann und zwei Kindern schon öfter im Wikinger-Zentrum in Ribe war. „Für die Kinder finde ich es wichtig, dass sie einmal erleben, wie das ist, wenn man drei Stunden braucht, um einen Eintopf auf offenem Feuer zu kochen“, sagt die Mutter von zwei Kindern. „Sie können bei vielem mitmachen und Aufgaben übernehmen, z.B. Feuerholz sammeln. Da das Lagergelände abgegrenzt ist, können wir ihnen hier auch viel Freiheit lassen. Abends erfahren sie, dass es richtig dunkel ist, wenn man nur Fackeln oder Fettlämpchen hat. Dann treffen wir uns mit anderen Darsteller-Familien am Lagerfeuer oder, wenn es regnet, im Langhaus. Das ist richtig gemütlich.“ Ihr Mann kann seinem Interesse an frühzeitlichen Waffen und Kampftechniken nachgehen, Christina hat die Kleidung der Familie selbst genäht.

Ihre dreijährige Tochter Yonna zeigt stolz den Stock her, den sie abgeschält und angespitzt hat. Dann rennt sie über die Wiese davon. Sie will Gina, einer anderen Teilnehmerin aus Deutschland, helfen, eines der Pferde auf die Weide zu bringen. Gina ist mit ihrem Mann schon zum fünften Mal hier. „Wir bringen unsere eigene Ausrüstung mit“, sagt sie, „historisch richtige Kleidung und Eisengeschirr zum Kochen auf dem Feuer. Für die Übernachtung selber müssen wir nichts bezahlen. Aber wir müssen täglich von elf bis fünf, während der Öffnungszeiten, hier sein und den Besuchern Fragen beantworten, sie an unserem Leben hier teilhaben lassen.“

Bei den Sanitäreinrichtungen sind allerdings keine Original-Bedingungen angestrebt. Gina findet das gut so: „Wir dürfen die Besuchertoiletten und auch Duschen mitbenutzen. Die hygienischen Verhältnisse des frühen Mittelalters wünsche ich mir wirklich nicht zurück.“

Um Ferien in der Wikingerzeit zu machen, muss man sich rechtzeitig bewerben und möglichst Kenntnisse in einem alten Handwerk haben.

Wikinger für einen Tag

Auch als Tagesbesucher kann man bei vielem mitmachen. Zusätzlich zum Eintritt kann man einen Bon für 35 dänische Kronen (ca. € 5,-) kaufen. Dafür darf man das Schiessen mit Wikinger-Langbögen ausprobieren, eine Münze prägen und auf der Schnitzbank einen Stock zuspitzen.

Im Eintritt inbegriffen ist das Kampftraining für Kinder, mit Holzschwert und Schild. Dabei herrscht ein rauher Ton in englischer Sprache. Eltern werden zum Dolmetscher, und da nicht alle gut Englisch können, wird manches falsch übersetzt. Als wir da sind, weinen zwei Kinder und wollen dann lieber nur zuschauen, aber andere machen gerne mit. Es gibt eine Falkner-Vorführung und am Nachmittag eine Show, wo zwei große Gruppen von Darstellern gegeneinander kämpfen.

Mitmachen und probieren

Besucher dürfen auch von den frisch hergestellten Esswaren probieren und kleine Fladenbrote selber in der Eisenpfanne backen. Dazu gibt es Frischkäse aus dem Tontopf, oder es werden Fische geräuchert. Zwischen den Häusern weiden Schafe, Kühe und Pferde. Eine Henne führt ihre Kükenschar über den Hof.

Der Spielplatz ist liebevoll gestaltet mit Wikinger-Holzhäusern im Miniformat, Holzpferden und einer Kletterrunde mit Trittsteinen im Wasser und einer – historisch unkorrekten – Tunnelrutsche. Am Rand des Geländes ist in einem schönen Gutshof, dem alten Bischofssitz aus dem 18. Jahrhundert, ein Café für die Tagesbesucher. Wie überall in Dänemark darf man auch hier sein eigenes Picknick mitbringen, und im idyllischen Obstgarten genießen.

Weitere Orte, wo Familien Historiendarsteller werden können:

Außer im dänischen Ribe, gibt es auch im Hjemsted Oltidspark, nicht weit von der deutschen Grenze, die Möglichkeit, sich tage- oder wochenweise einzubuchen, und als Darsteller selber ein Teil der „living history“ zu werden. Schwerpunkt ist hier die Eisenzeit.

In Deutschland bietet das Federsee-Museum in Bad Buchau etwas ähnliches an, „Archäologie Live“, mit wissenschaftlicher Betreuung. Dort kann man beim Workshop „Eine Nacht in der Steinzeit“ im Freiluft-Dorf am Rand des Moorsees unter Anleitung eines Archäologen sich das Wissen der Steinzeit selbst erarbeiten: ein Feuer entzünden, ein Essen kochen, in einer der Hütten die Nacht verbringen.

Wo und wie kann man sich bewerben?

Ribe Wikinger-Zentrum: Geöffnet von Anfang Mai bis Oktober (2012 bis zum 19. Oktober). Als Darsteller sollte man sich bis zum 15. Mai des Jahres bewerben. Anmeldeformular: http://ribevikingecenter.dk/de/freiwillige/anmeldung.aspx

Im Eisenzeit-Park von Hjemsted: Darsteller in historischen Kostümen werden hauptsächlich während der Sommerferien-Zeit gebraucht. Aber auch zu anderen Zeiten kann man eine der sehr einfachen Eisenzeit-Hütten für 4-6 Personen zum Übernachten mieten, für 500 DK (ca. 70 Euro) pro Nacht. Es gibt auch die Möglichkeit, ein eigenes Zelt aufzuschlagen (40 DK = ca. 5 € pro Pers./Nacht).
Feste Anmeldefristen gibt es hier nicht. Wer schon in den Herbstferien fahren möchte, bitte beachten: Die Nächte an der Nordsee können im Herbst schon sehr kühl, windig und feucht sein.
http://www.hjemsted.dk/index.php/de/eisen-holidays
http://www.hjemsted.dk/index.php/de/eisen-familie

Federsee-Museum Bad Buchau: die „Archäologie Live – Eine Nacht in der Steinzeit“ wird 2012 angeboten am 1./2. September und 6./7. Oktober. Jahresprogramm: http://www.federseemuseum.de/programm-2/jahresprogramm/

Bericht und Fotos: Barbara Leonhardt

Tierpark am Hang – der Salzburger Zoo

Ein Ausflug im Urlaub, eine längere Pause auf dem Weg in die Alpen oder der Kindertag beim Städtetrip in die Mozartstadt – der Besuch im Salzburger Zoo im Stadtteil Morzg ist zu empfehlen.

Ein schöner Ausflug für Eltern und Kinder – denn der Zoo ist nicht allzu riesig und hat neben den Tieren landschaftlich Reizvolles zu bieten: Die Aussicht auf Berge und weite Felder von vielen Stellen des Tierparks aus und die Felsenhänge, die in das Tierparkkonzept integriert sind. Schroffe Felsen sind beispielsweise der Futterplatz für Weißkopfgeier, die nicht an den Zoo gebunden sind. Wer Glück hat, kann diese imposanten Vögel trotzdem hier aus unmittelbarer Nähe beobachten.

Insgesamt beherbergt der Zoo 1.200 Tierarten – vom Meerschweinchen bis zum Löwen. An den alpinen Hängen leben Schneeleoparden und Wölfe; in großen Gehegen sind Zebras oder Nashörner zu sehen. Auch das Tiere füttern kommt nicht zu kurz. Lustig sind die Alpakas, die natürlich genau wissen, was die Menschen da in diesen Papiertüten haben. Auch im Streichelzoo darf man neugierige Ziegen, Schweine und Schafe füttern.

Der Zoo engagiert sich für Natur und Artenschutz und veranstaltet immer wieder kleine Naturprojekte für die Kinder der Region. Wer dann gerade vor Ort ist, dessen Kinder können vielleicht beim Säen mithelfen oder ein Insektenhotel mitbauen.

Und ein Tipp für hinterher: Einmal um die Ecke gefahren ist der Schlosspark des Schlosses Hellbrunn – berühmt für seine Wasserspiele. Viele wichtiger für Eltern nach dem Zoobesuch: Der Schlosspark beherbergt einen sehr schönen Spielplatz. Zwar muss man für das Parken zahlen, kann dafür aber den gepflegten Park betreten und und den tollen Spielplatz nutzen. Ob Kletterspinnen, verschiedene Rutschen, kleine und große Drehkarussells oder die Kinderseilbahn – hier toben sich alle Altersgruppen so richtig aus. An den Picknicktischen oder gleich im grünen Gras kann man das Mitgebrachte verzehren. Der Spielplatz ist im Sommer von den Salzburgern sehr gut besucht – es herrscht ein bunter Trubel, der sich aber ganz gut verteilt.

Mehr Infos unter
http://www.salzburg-zoo.at/
http://www.hellbrunn.at/

Foto: Robin Müller