Kategorie: Filme

Alles steht Kopf

„Alles steht Kopf“: Viel wurde über den neuen Zeichentrick-Films der Pixar Studios geschrieben , hochgelobt wurde er – mit Recht, finde ich. Wer es noch nicht gelesen haben sollte: Der Animations-Film der Regisseure Pete Doctor und Ronnie del Carmen geht um die Gefühle eines elfjährigen Mädchens. Quietschbunt und mehr als fantasievoll zeigt der Film die Gefühlswelt des Mädchens Riley, als es in eine neue Stadt zieht. Durch den Umzug gerät in dem Mädchen so Einiges aus dem Gleichgewicht. Und ja, am Ende renkt es sich wieder ein, und die Gefühlswelt ist ein bisschen gewachsen und reifer geworden. Aber das ist nur die Rahmenhandlung.

Eigentlich geht es darum, wie Kummer, Freude, Ekel, Angst und Wut als witzige Figuren dargestellt jeweils unterschiedlich die Regie über Handlungen und Reaktionen des Kindes übernehmen. Als Kummer und Freude aus Versehen die „Kommandozentrale“ der Gefühle verlassen, machen sie sich auf eine bunte Reise durch Rileys innere Gefühlswelt. Diese ist farbenfroh und fantasievoll und besteht aus vielen Teilen: Dem Unterbewusstsein, der Fantasiewelt, dem Gedankenzug, dem Langzeitgedächtnis, den Kern-Erinnerungen, den Traumfilmstudios…Die Gefühle als Figuren bewegen sich durch diese anschauliche und fantastische Welt. Sie zeigen verpackt in eine witzige und spannende Filmgeschichte, wie es so ungefähr in einem Innenleben aussieht: Da werden alte Erinnerungen vergessen, wichtige Erlebnisse bauen Inseln auf, die die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Und Freude und Kummer sind beide wichtig für eine Entwicklung im Leben – in jedem Alter.

All das kein bisschen lehrerhaft oder psychologisch abstrakt. Stattdessen lustig und spannend und teilweise in so rasantem Tempo, dass es unmöglich ist, bei jedem Teil der Geschichte sofort zu entscheiden, inwieweit die Szene der realen Psychologie eines Menschen wohl entsprechen könnte. Die vielen Beispiele, Bilder und das rasante Tempo der Story führen dazu, dass man sich die Geschichte locker noch einmal ansehen könnte – am besten auf DVD oder Online mit Pausentaste. Mit dieser Art der Aufbereitung amüsieren sich Eltern und Kinder – etwa in Rileys Alter – gleich königlich und erfahren am Rande etwas über Gefühle eines Menschen.

Ja, der zweite Teil ist bereits angelegt („Was ist denn das für ein komischer neuer Knopf in der Kommandozentrale, Pubertät?“, sagt Freude. „Der ist sicher nicht wichtig….“) Und wenn auch der nächste Teil genauso witzig, interessant und spannend werden sollte – dann her damit!

Animation mit Bildeffekten: Das magische Haus

Ein Film, bei denen sich die Euros an der Kinokasse für den Aufpreis für den 3D Effekt wirklich lohnen: Das magische Haus ist ein liebevoller Zeichentrickfilm für Kinder mit allen Zutaten, die ein junges Publikum ab dem Kindergartenalter so mag: Es gibt eine Katze, einen Zauberer mit Opa- Anmutung, weitere Tiere, sprechende Spielzeuge und am Ende siegt das Gute.

Der Plot ist nicht das, was diese Geschichte aufregend macht, jedenfalls nicht für die begleitenden Erwachsenen: Das schöne Haus eines alten Mannes wird von geldgierigem Neffen während seiner Abwesenheit verkauft. Seine teils magischen und teils tierischen Bewohner lassen sich Einiges einfallen, damit ihr Zuhause nicht verkauft wird…. „Gemeinsam wird man stark“ – das können jedenfalls die zuschauenden Kinder aus der Geschichte lernen. Und sich über die Ideen der skurrilen Bewohner des magischen Hauses amüsieren.

Sehr zauberhaft sind in dem Film auch noch andere Dinge. Neben dem schon erwähnten Ausreizen des 3D Effekts ist da vor allem die Kameraführung, die zum Beispiel aus der Sicht der kleinen Katze Thunder das außergewöhnliche und magische Hause erkundet. Bei der Ausstattung der Räume in dem alten Haus haben sich Grafiker und Animateure so richtig ausgetobt. Alte Masken stehen neben verstaubten Zauber-Apparaten, mechanische Blechpuppen mit Muppetkochmützen backen morgens Pfannkuchen…

Auch bei den magischen Wesen, die das Haus bevölkern, ist ein Feuerwerk von Ideen zu sehen. Mein persönlicher Favorit ist „Edison“ – dessen Glühfaden-Grinsen einfach umwerfend ist! Gleichfalls bereichert wird die Geschichte von dem sympatischen alten Zauberer, dessen Stimme in der deutschen Version Didi Hallervorden ist. Aber seltsam: Der Zauberer im Film sieht auch fast wie die Zeichentrickversion des großen Komikers aus… Nanu, kennt der belgische Filmemacher Ben Stassen (Sammys Abenteuer) Didi Hallervorden persönlich? Vielleicht…

Vorsicht hingegen bei kleineren Kindern mit dem 3D Effekt und den zum Teil wilden Verfolgungsjagden, die das Geschehen sehr nah an die Kinder heranbringen: Da sollte man als Eltern schon überlegen,wie mediengewohnt der Nachwuchs ist, damit niemand mit Angstgefühlen aus dem Kino geht. Trotzdem ist die Geschichte nicht „gruselig“ inszeniert, sondern zeigt den Kleinen eher, dass vermeintlich Unheimliches eine Erklärung hat, wenn auch nicht jeder Trick und jede Konstruktion aufgelöst wird.

Ein netter Kinogenuss „für die ganze Familie“, wie es immer so schön heißt, den man natürlich auch als DVD zu Hause anschauen kann.
Für mehr Infos hier der Trailer https://www.youtube.com/watch?v=akQnmLUfhfw

Zum Nachbereiten oder vorher ist auch die spielerische Website zu empfehlen: www.dasmagischehaus.de

 

Boyhood – Kindheit und Eltern-Sein in Echtzeit

Boyhood, ein neuer Film des Regisseurs Richard Linklater, dessen Machart erst einmal einzigartig ist: Der Film wurde im Laufe von zwölf Jahren gedreht, immer ein paar Tage im Jahr.

Boyhood zeigt als fiktive Geschichte das Aufwachsen von Mason gemeinsam mit seiner Schwester als Kinder einer alleinerziehenden Mutter, die mit wechselnden Ehemännern ihr Glück sucht. Die Geschichte ist fiktiv, die Darsteller wurden real „groß“, und auch die Darsteller der Eltern alterten. Der Darsteller von Mason war zu Beginn der Dreharbeiten sechs Jahre alt.

Vieles scheint in der Geschichte ziemlich normal, vielleicht etwas verstärkt durch die vielen Umzüge der Familie und nun ja, glücklicherweise spielen alkoholisierte Stiefväter nicht in jeder Familiengeschichte eine Rolle. Trotzdem, unrealistisch sind auch diese Konstellationen nicht. Warum also soll man sich diesen Film als Eltern anschauen, das kennt man ja alles? Noch dazu hat der Film Überlänge – es dauert eben ein bisschen, bis man die Kleinen großgezogen hat…

Eine Faszination der Geschichte ist das Verweben von Realität und Fiktion: Die Gesichtszüge der Kinder reifen, aktuelles Zeitgeschehen aus den USA wird integriert – das Aufstellen von Obama-Plakaten oder die Kriegsmüdigkeit der Amerikaner in Bezug auf den Irak.

Und wann kann man als Eltern anderen Eltern schon so nah beim „Alltag“ zusehen? Sehen, wie der biologische Vater der Kinder wortreich einfordert, dass die Kinder von sich erzählen sollen, selbst aber Fragen nach dem eigenen Leben abwehrt? Wie die Erwachsenen komplett mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, die Probleme ihrer Kinder dadurch kaum wahrnehmen? Wie jeder der Eltern, Stiefeltern, assoziierten Großeltern seine Lebensweise, Ideale, Hobbys versucht, den Kindern aufzudrücken – oft, ohne vorher zu fragen, ob diese das auch so wollen. In diesem Wust die eigene Identität finden – dass das für Kinder nicht leicht ist, wird ziemlich klar.

Beim Zuschauen fragt man sich unwillkürlich: Bin ich auch so? Machen wir das bei uns zu Hause auch so oder ähnlich?

Ja, der Film regt zur Selbstreflexion an – auch wenn natürlich die eigene Familie immer noch ganz anders ist, als diese „Filmfamilie“. Trotzdem ist es ganz heilsam, wenn man sich ein paar Stunden Zeit nimmt, um auch über diese Dinge einmal nachzudenken – bevor der eigene Familienalltag wieder Fahrt aufnimmt. Ja, es lohnt sich, Boyhood zu sehen – der eigentlich sowieso eher Parenthood heißen sollte…

Alphabet – Ein Dokumentarfilm über Bildung

Die Oma strahlt „Das ist seine Medaille von der Mathematik-Olympiade“ Der chinesische Elfjährige hat sie umgehängt und schaut dabei weder stolz noch froh, sondern reglos in die Kamera. Chinesische Schüler schlafen am wenigsten und büffeln am meisten weltweit, bei PISA sind sie auf Platz 1 in vielen Disziplinen. So erfahren wir in dem Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer „Alphabet“. Der Filmemacher hat eine Reise durch die Welt zum Thema Bildung gemacht – Experten befragt und die, die das Bildungssystem ihres Landes durchlaufen oder durchlaufen haben – Schüler und Absolventen.

Wir treffen neben bekannten Experten wie zum Beispiel den Neurobiologen Gerad Hüther, einen Studienabsolventen mit Down-Syndrom, eine Schülerin aus dem G8 in Hamburg, die in einem Brief an die Schulbehörde schrieb: Sie möchte gern mal um 15:00 Uhr „nichts mehr zu tun haben“: Eindrucksvoll die Filmminuten über die Menschen, die es in ihrem System „geschafft“ haben: Die Teilnehmer einer Wettbewerbsendrunde mit dem Namen „CEO of the Future“ finden „ganz viel arbeiten toll“ und Familiengründungen problematisch „da biste mit 40 nicht CEO“.

Manche haben es anders gemacht: Der mittlerweile greise Pädagoge Arno Stern, der in seinem „Malspiel“ seit vielen Jahrzehnten Kinder dazu anleitet, sich malend auszuprobieren, ohne Konkurrenz und Druck, etwas zu erreichen. Stern hat seinen eigenen Sohn nicht in die Schule geschickt, was dieser – nun erwachsen – mit seinem kleinen Sohn wiederholen möchte.

Zum Teil sind Bild und Ton versetzt übereinandergelegt – zum Beispiel wenn der Experte Ken Robinson über Bildung referiert, während man eine Kindergruppe im Wald toben sieht oder ein Raum für eine Prüfung vorbereitet wird.

Suggestiv? Vielleicht. Natürlich geht nicht jedes Kind als seelenloses, unglückliches Monster aus der Schule. Die Interviews und Beobachtungen machen aber deutlich, dass zu viel Druck, zuviel Abfragen standardisierter Antworten aus einem individuellen Kind einen Menschen machen können, der weder besonders glücklich noch besonders gut gerüstet für seine Zukunft ist. Kritik an Bildungsidealen heute und natürlich auch am Leben der Gesellschaften, in der Kinder groß werden – all das wird hier illustriert. „Die Ökonomisierung unserer Gesellschaft ist die schlimmste Entwicklung der heutigen Zeit“ – ein Satz des Films, den ausgerechnet jemand sagt, der Jahrzehnte Personalverantwortlicher bei großen Firmen war.

Interessant und zum Nachdenken über unsere gesellschaftlichen Ideale und was denn eigentlich Bildung für unsere Kinder sein soll.

Noch mehr Infos in dem gleichnamigen Buch, dessen Großteil allerdings ein Tagebuch von Andre Stern über die ersten zweieinhalb Jahre seines Kindes „ohne Schule“ beinhaltet. Wobei in Deutschland die meisten Kinder bis zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich sehr ähnliche Erfahrungen machen: Eine Schule besuchen Zweijährige nicht und die meisten lernen in diesem Alter einfach das, was die Eltern tun – so wie dieses Kind.

 

Kinderfilm Fünf Freunde 2 Auf der Jagd nach dem grünen Auge

Ein Film, in dem auch Mamas und Papas in Erinnerungen an ihre eigene Kindheit schwelgen können – denn wer von uns Eltern hat denn als Kind nicht die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton gelesen oder die Fernsehserie verfolgt?

Constantin Film bringt mit „Fünf Freunde 2“ eine neue Story als kinotaugliche Version für die Kids von heute im Grundschulalter auf die Leinwand.

Die fünf Freunde müssen diesmal – statt ein Picknickwochenende ohne Eltern zu verbringen – ihren Freund wiederfinden, der aus Verwechslung entführt wurde. Hardy, der reiche Junge der eigentlich entführt werden sollte, weiß mehr über einen wertvollen grünen Diamanten, als er verrät. Abenteuer auf einer verwinkelten alten Burg und eine Verfolgungsjagd, die im Zirkus endet, spielen eine Rolle, bis Dick wieder bei seinen Freunden ist. Und der sagenumwobene grüne Diamant zurück an seinen rechtmäßigen Platz gelangt, von dem er im 16. Jahrhundert entwendet wurde.

Gewitzte Kids

Eltern und Erwachsene spielen im Film – außer als Bösewichte Peter Lohmeyer, Oliver Korittke und Stefan Konarske – überhaupt keine Rolle. Schön für Kinder, deren Altersgenossen sich einmal ganz auf sich gestellt beweisen und einen gesuchten Verbrecher zur Strecke bringen. Die Abenteuer haben genau das richtige Maß an Spannung für die Altersgruppe 6-10 Jahre, zwischendurch darf immer mal wieder kindgerecht gelacht werden.

Mit der Vorgeschichte über böse und gute Ritter aus dem Mittelalter sind die kindlichen Ritter-Fans hochzufrieden und haben etwas zum Nachspielen zu Hause. Tierliebe Kids werden von „Timmy“ dem Hund begeistert sein, er spielt eine große Rolle.

Generell hat der zweite Teil dieser modernen  „Fünf Freunde“- Serie einen größeren Gruselfaktor als der erste Teil, der zu Jahresanfang 2012 in die Kinos kam. Die Geschichte ist mysteriöser – die Kinder müssen durch verwinkelte Burgen und dunkle Stollengänge, um mittelalterlichenRätsel zu lösen.

Und immer wieder geht es um das wichtige Thema Freundschaft – und darum, dass aus „blöden“ Kindern manchmal Freunde werden können, und es doch manchmal gut ist, einen großen Bruder zu haben.

Manches Kind wird allerdings fragen, warum denn die Freunde im Schloss verschlossene Türen überwinden müssen und auf dem Rückweg nicht mehr? Warum die fünf Freunde zum Picknick schwarze Masken mitnehmen? Und ob drei Zehn– bis Zwölfjährige einen eher größeren Freund wirklich an einem Seil zwei Stockwerke hinunterlassen können (besser die Kinder fragen und probieren es nicht selbst aus!)

Trotzdem: Ein runder und altersgerecht spannender Film für Abenteuerfans ab sechs, sieben oder acht Jahre (je nach Sensibilität des kleinen Kinogängers).

Noch mehr zum Schwelgen für Eltern: Fünf Freunde in den siebziger Jahren http://www.youtube.com/watch?v=wbOLHu5EDE0
http://www.youtube.com/watch?v=SD4oOIydbVU

Kinotrailer: http://www.fuenf-freunde.com/#/trailer

Der Film als DVD und Blue-Ray

  

Der erste Film als DVD und Blue-Ray

  

Die Fünf Freunde zum Lesen:

Alle Folgen der Kinderserie aus den Siebzigern

 

 

Foto: Constantin Film

 

Ritter Rost – der Film

„Das muß ein Ritter können…“ Ritter Rost kann jetzt auch Film: „Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult“ heißt des Ritters Kinodebüt.

Wie immer ist der Ritter mit der Registrierkasse als Bauch etwas chaotisch und ganz ritteruntypisch ängstlich. Auch die anderen bekannten Figuren wie Bö, der Drache Koks und der König Bleifuß sind im Film dabei.

Die Geschichte beginnt mit einem Ritterturnier, in dem Ritter Rost seinen unangenehmen Rivalen Prinz Protz besiegt. Leider nur auf den ersten Blick, denn der beleidigte Protz beschuldigt Ritter Rost des Diebstahls. Rost verliert seine Burg, sein Ritterdasein und die Freundschaft von Bö. Und Prinz Protz führt noch Schlimmeres im Schilde…Aber am Ende ist wirklich, wirklich alles wieder gut.

Die einfallsreichen Zeichnungen von Ritter Rost und seinen Freunden sind eine Augenfreude für kleine und große Filmbesucher. Und Ritter Rost-Geschichten als Film bieten schöne Möglichkeiten: Tassen kuscheln, Drachenköpfe schnauben aus Baggerschaufeln und die Armee der reycelten Freunde von Ritter Rost und seinem König blasen zum Angriff – hier würde sich eine Zeitlupe anbieten, um die detailliert konstruierten Bewohner des Königreichs einzeln bewundern zu können.

Gesungen wird in dem Film leider wenig – schade, sind die Ritter Rost Lieder doch wirklich schön. Stattdessen sprechen bekannte Schauspieler die Figuren: Ritter Rost hat die Stimme von Rick Cavanian, Prinz Protz wird von Christoph Maria Herbst genäselt, Tom Gerhardt als Drache Koks und als Bö spricht Carolin Kebekus.

Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult ist ein sehr hübscher und witziger Film für Groß und Klein. Kleiner Gag am Rande für begleitende Mamas: Auch eingesperrte Exfreundinnen des Prinzen Protz spielen eine kleine Rolle -“ Immer wenn er eine Neue sieht, will er die Gewohnte nicht mehr…“

„Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult“, mehr darüber hier http://www.ritterrost-welt.de/
(mit Kinofinder)

Foto: Universum Film

Mehr vom Ritter Rost sowie Buch und Hörspiel zum Nachhören und – lesen:

      

 

Der kleine Rabe Socke – im Kino

Fast jedes Kind kennt den von Annett Rudolf liebevoll gezeichneten kleinen Raben Socke, der manchmal ziemlich flunkert, aber am Ende eigentlich immer gut aus seinen Geschichten herauskommt.

Der einen Wald voller Freunde hat, die manchmal ganz schön wütend auf ihn sind, im Ernstfall aber voll hinter ihm stehen.

Und so ist es auch in dem Film, der mit der Spaghetti-Soßen-Szene aus dem Buch „Immer brav sein, das kann keiner“ beginnt. Danach spielt der übermütige kleine Rabe verbotenerweise auf dem Staudamm, der dabei Löcher bekommt. Der ganze Wald droht vollzulaufen. Socke hat aber Angst vor der Strafe von Frau Dachs und will die Sache selber wieder in Ordnung bringen.

Ganz alleine traut er sich aber auch nicht, Wolle, das Schaf und Eddi Bär begleiten ihn dann auf seiner Suche nach den Bibern, denn die haben den Damm schließlich gebaut. Seine Freunde im Wald lassen sich unterdessen jede Menge einfallen, um Frau Dachs von dem steigenden Wasser abzulenken.

Ganz ohne Schwindeln kommt Socke aber auch diesmal nicht aus. Der alte Biber mag das  gar nicht und lässt Socke und seine Freunde wortwörtlich im Regen stehen. Socke will nicht aufgeben und das kleine Dachsmädchen Fritzi will auch helfen. Ob sie es wohl schaffen, den Damm zu reparieren? Und ob Frau Dachs wohl etwas merkt? Na, ein bisschen Spannung soll noch erhalten bleiben.

Soviel sei aber noch verraten, der Film hat durchaus für Kinder sehr spannende Stellen, weshalb wir ihn nicht für kleine Zuschauer unter 5 Jahren empfehlen. Und er ist so gemacht, dass man auch als begleitender Erwachsener durchaus seinen Spaß hat: Eddi Bär mit Halluzinationen sieht man schließlich nicht alle Tage.

Unter www.rabe –socke.film.de gibt es Bilder, den Trailer, ein Ausmalbild und sogar Unterrichtsmaterialien vom Auer Verlag für die 1. und 2. Klasse.

Die DVD

Und das Buch zum Film:

Dr. Katja Sichau

Sams im Glück – der Film

Das Sams ist zurück auf der Leinwand. Rüsselnasig wie immer hat es in diesem Film viele Mitstreiter: Nicht nur die anderen Samse, die es – wie man staunend erfährt – auch noch gibt. Auch Herr und Frau Taschenbier werden langsam immer öfter zum Sams…

Wer das Buch Sams im Glück gelesen hat, für den ist die Handlung keine große Überraschung – wurde doch das Buch aus dem Drehbuch zum Film entwickelt. Aber Bekanntes zu sehen ist ja für Kinder kein Problem. Und wer als Erwachsener dabei ist, kann sich an der großartigen „irgendwie fünfziger Jahre, aber herrlich stilisiert-Ausstattung“ erfreuen. Und an der Spielfreude der bekannten Darsteller wie Ulrich Noethen, Aglaia Szyszkowitz, Armin Rohde, Eva Mattes und nicht zuletzt ChrisTine Urspruch als Sams.

Die kleinen Zuschauer freuen sich ganz sicher daran, wie der schüchterne Herr Taschenbier als Sams verwandelt herrliche dumme Streiche macht, wie zum Beispiel einen Bus kapern (sehenswerte Szenen zum Lachen!), ein riesengroßes Bestellpizzafest feiern oder in eine Schokoladenfabrik einbrechen.

Und ganz nebenbei transportiert der Film noch ein paar Lebensweisheiten: Dass man nicht immer der Stärkere sein muss, um gegen einen Größeren zu gewinnen – so wie Herr Sams Taschenbier den breitschultrigen Gefängnis-Paule austrickst. Dass kluge Fragen alle weiterbringen können (die stellt hier das Mini-Sams – gleichfalls dargestellt von ChrisTine Urspruch). Und natürlich dass man  „genauestens-genau“ wünschen muss!

Die Wortspiele und Reime aus allen Samsbüchern kommen hier allerdings ein bisschen zu kurz – schade. Dazu müssen Eltern und Kinder eben am besten alle Samsbücher lesen… Wenn sie aus dem Kino kommen natürlich!

Hier sind DVD, Blueray, Buch und Hörbuch erhältlich:

     

 

Fotoquelle: http://www.samsimglueck-film.de/#/galerie

 

Ein Film über Familie: The Descendants

Hawaii einmal anders. In der Familiengeschichte mit George Clooney entspricht nicht nur Hawaii gar nicht dem gängigen Klischee: Die Mama spielt in dem Streifen eine Neben-Neben-Hauptrolle – schließlich liegt sie im Koma, ist aber trotzdem der Mittelpunkt des Plots. George Clooney ist nicht so glamourös, selbstsicher und zu guter Letzt gut aussehend, wie gewohnt.

Von Hawaii schließlich sieht der Zuschauer Ecken, die das Fremdenverkehrsamt sicher nicht auf seine Plakate druckt. Allerdings, und das wiederum scheint auf eine ganz andere Art typisch – trägt im ganzen Film niemand eine lange Hose. Hawaii scheint zur Familie zu gehören: „Eine Inselgruppe ist wie Familie – zusammengehörend aber jeder für sich und langsam auseinander driftend“, so eine Aussage im Film.

Mit der Familie des erfolgreichen Anwalts und Grundbesitzers Matthew (George Clooney) hat es Einiges auf sich: Seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und bald kommt heraus, dass sie einen Liebhaber hatte. Matt macht sich zusammen mit seiner älteren Tochter und der zehnjährigen Jüngsten auf die Suche nach diesem Mann – natürlich auf Hawaii. Und so erzählt sich die Geschichte einer Familie, die durch die Krise geht und sich dabei zumindest teilweise wieder annähert. Traurig, manchmal lustig und oft sehr, sehr menschlich.

Unser Urteil: Nicht nur etwas für Hawaii- und Clooney-Fans, sondern für alle, die das Thema Familie interessiert!

DVD, Blueray und Buch hier:

     

 

Foto: © Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Sonntagabendliche Grausamkeiten

KOMMENTAR. Tatort „Verschleppt“  – muss das sein? Tatort ist Kult. Sonntagabend, nach einem gelungenen Wochenende noch ein Date mit den vertrauten Ermittlern und ihren ach so menschlichen Macken. Außerdem ist ein Verbrechen aufzudecken, Action und besten Fall etwas Spannung inklusive. Glücklicherweise steht immer fest: Die Guten siegen und eine neue Woche kann beginnen…

Der Tatort vergangenen Sonntag, 22.01.2012, fiel allerdings aus dem Schema – in vielerlei Hinsicht… Der Saarländische Rundfunk ließ junge Mädchen entführen, psychisch und physisch grausamst quälen. Die Zuschauer blieben dran – diese Tatort-Ausgabe erwies sich als wahrer Quoten-Renner. Warum? Ist es so spannend vorgeführt zu bekommen, wie Man(n) Macht über junge Mädchen ausübt? Oder weil man sich mal so richtig an unmenschlichen Grausamkeiten weiden konnte?

Erinnerungen an die Mädchen-Quälereien des Belgiers Dutroux werden wach, derzeit läuft der Prozess gegen den „Maskenmann“.  Gemeinsam ist diesen Verbrechern die Freude am Quälen. Die Wirklichkeit ist grausam genug, muss man sie dann noch derart als Sonntagabendunterhaltung verwursteln? Denkt eigentlich jemand an sogenannte „Trittbrettfahrer“, die eine prima Anleitung für ihre Perversionen geliefert bekamen? Als Mutter verging einem bei diesem Tatort jegliches Fernsehvergnügen!

Lisa Hilbich

Pressebüro Hilbich

 

Fotos: SR/Manuela Meyer