Kategorie: Rezensionen

Hier kommen die Rezensionen

Zeitreise ins Warschauer Ghetto

28 Tage, so lange kann der Widerstand im Warschauer Ghetto der SS trotzen. 28 Tage sind eine lange Zeit und keiner hätte gedacht, dass sie es so lange schaffen. Besonders Mira, die fiktionale Hauptperson des Buches ist überrascht. Sie hat lange überlegt, ob sie sich überhaupt dem Widerstand anschließen soll.

Als reiche und privilegierte Arzttochter aufgewachsen muss Mira im Ghetto um das tägliche Überleben kämpfen. Essen ist knapp und ihre Mutter hat sich nach dem Selbstmord des Vaters in die Traurigkeit zurückgezogen. Und dann ist da noch Hannah, ihre kleine lebenslustige Schwester, die es zu beschützen gilt.

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Herzlichen Glückwunsch an den Autor! Dieser Roman wurde aktuell mit dem renommierten Jugendbuchpreis Buxtehuder Bullen 2014 ausgezeichnet! http://www.buxtehuder-bulle.de/de/

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Was für ein Mensch willst Du sein?
Diese Frage stellt sich ihr immer wieder, soll sie auch zur Prostituierten der Nazis werden, um sich zu schützen und genug Essen für ihre Familie zu haben, so wie ihre Freundin?
Darf man Menschen töten, um andere und sich selbst zu schützen?

Mira, die sich selbst nicht als mutigen Menschen empfindet entscheidet sich für den Widerstand und kämpft, tötet Menschen und schmuggelt Waffen ins Ghetto und später Menschen heraus.

David Safier hat es auf brillante Weise verstanden die historischen Fakten in einen spannenden Roman einzubetten und dabei weder ins verharmlosend, affektheischende oder blutrünstige abzugleiten. Er bleibt vielen historischen Fakten treu, nur die Hauptpersonen sind erfunden, damit, wie er selbst sagt, er mehr schriftstellerische Freiheit hat die Geschichte zu gestalten. Dadurch hat er es auf grandiose Weise geschafft, der Geschichte eine starke Emotionalität zu verleihen, ohne dabei den moralischen Zeigefinger erhoben zu haben.

Mira ist eine ganz normale Jugendliche, die sich auch nicht immer richtig verhält. Und wie auch im Alltag heutiger Jugendlicher ist nicht immer klar, was die richtige Entscheidung ist. Obwohl heute hoffentlich niemand seinen Freund bewusstlos schlägt. Mira tut das, um ihren Freund Daniel daran zu hindern freiwillig mit den Waisenkindern, um die er sich kümmert, ins KZ zu gehen. Dann verliebt sie sich in Amos, obwohl sie nicht einverstanden ist mit seinem Ziel, möglichst viele Nazis mit in den Tod zu nehmen.

Was für ein Mensch will ich sein? Das Buch von Daniel Safier macht auch für heutige Jugendliche klar, dass jeder diese Frage für sich immer wieder neu beantworten muss.

David Safier begann seine berufliche Laufbahn im Hörfunk und im Fernsehen. Sein Drehbuch zu der Serie „Mein Leben & ich“ bekam 2003 den MDR Kinder Film und Fernsehpreis Goldener Spatz. Auch für die von ihm entwickelte bekannte Stikom „Berlin Berlin“ bekam er den Adolf Grimmer sowie den Deutschen Fernsehpreis.
Sein Roman Debut hatte er 2007 mit „Mieses Karma“. Seit dem hat er sechs Romane veröffentlicht, die meist eher ungewöhnliche Themen haben. In „Muh“ geht es um eine ostfriesische Kuh, die als Rettung vor dem Schlachter ihr Glück in Indien sucht, dem Land der heiligen Kühe. Sein Roman „Jesus liebt mich“ wurde 2012 verfilmt.

28 Tage, David Safier, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-211744, ab 12 Jahren (7,99 Euro).
Ab August 2015 als Taschenbuch zu kaufen.

Kakerlaloop – Kakerlaken spielen mit

Ein neues „Kakerlaken-Spiel“ ist auf dem Markt! Schon die Vorgänger-Version des Spiels mit der elektronischen Kakerlake macht einen riesigen Spaß – hat man doch das Gefühl, dass ein neues „Haustier“ mit einem Eigenleben in der Familie Einzug gehalten hat. Die Rezension dazu: Kakerlakak.

Spaß mit elektronischen Kakerlaken

Auch bei der neuen Version des Kakerlaken-Spieles aus dem Hause Ravensburger spielt eine batteriebetriebene Hexbug – Figur, die sich selbständig bewegt, die Hauptrolle. Kakerlaloop ist allerdings noch raffinierter: Hier ist der Miniroboter in bunter Kakerlakenform der „Störer“ eines eigentlich recht einfachen Spieles. In diesem müssen Spielfiguren – bunte „Käfer“ – den Küchenboden von links nach rechts per Würfelzug auf Spielfeldern überqueren. Doch dann kommt die elektronische Kakerlake aus dem „Keller“ des Spielfeldes. Wen sie auf ihrem Weg über das Spielfeld trifft, der muss vielleicht zurück oder vielleicht schiebt sie ihn sogar ein Stückchen weiter? Absolut spannend und unvorhersehbar, wenn die computergesteuerte Kakerlake (nein, auch diese sieht gar nicht eklig aus) über die transparenten Tunnel auf dem Spielfeld auftaucht und dort solange herumsaust, bis sie zufällig wieder im Tunnel verschwindet.

Wie auch das Spiel Kakerlakak, ist das ein eher lebhaftes Spiel, bei dem jeder schnell würfeln und ziehen muss, um seine Käfer vielleicht auf einer der Erhebungen des Spielplans vor der Kakerlake „retten“ zu können. Da hätte es übrigens vom Hersteller auch etwas mehr als nur einen Würfel geben können, damit der Spielfluss nicht am Weitergeben des Würfels scheitert. Denn der Würfel hat nur bis zu vier Punkte (zum Teil mehrfach) – für das Spiel sehr geeignet, aber so etwas hat eine Familie nun mal nicht vorrätig.

Trotzdem: Kakerlaloop ist ein Spiel, das die ganze Familie um den Spieltisch vereint und das für alle Altersgruppen seinen Reiz hat – das kann man nicht von jedem Kinderspiel sagen. Geeignet ist es bereits für Kinder ab fünf Jahre. Doch auch für ältere Kids haben damit einen lustigen und spannenden Zeitvertreib – hier geht’s mal einfach nur um Spaß. Und auch die Erwachsenen werden schnell vom „Fieber“ ergriffen, diesem vermaledeiten elektronischen Krabbelviech ein Schnippchen zu schlagen! Außerdem: Jede Runde dauert nicht lang, circa 10 bis 15 Minuten – da geht auch einmal eine Runde zwischendurch.

Miguel, Mogel, Miguela

Ein Jugendbuch von Nils Mohl zum Thema Geschlechteridentität: „Flo schnaubt. Er beschließt:“Bis Mitternacht bleibst du Miguela! Ihr Pussys, wir ziehen ins ChackaBum!“

Miguela ist eigentlich Miguel. An diesem Abend aber ist er Miguela und er bekommt auch noch einen zweiten Spitznamen: Mogel. Als seine drei Freunde entdecken, dass in der Zapfanlage im Partykeller seiner Eltern nur alkoholfreies Bier ist. Da ist durch einen Versprecher von Flo aus Miguel Mogel geworden. Passt ja auch bei dem Mogel-Bier. Das ist dann auch der Anlass für das, was sich für Miguel zunächst wie der Supergau anfühlt: Als Strafe für das alkoholfreie Bier muss Miguel den Abend bis Mitternacht als Miguela verbringen. Mit 15 eine ziemlich fiese Strafe. Es scheint zunächst auch am Outfit zu scheitern – wie ein Mädchen auszusehen, ist gar nicht so einfach. Nachdem aber Kitty, Sylvesters Schwester und ihre Freundin Domino Hand angelegt haben, steht einem Diskobesuch von Miguela nichts mehr im Wege.

Das neue Buch des 1971 geborenen Hamburger Autors Nils Mohl platzt mit dem 16. Kapitel mitten in die Geschichte. Nach drei Kapiteln geht es dann doch bei 1 los. Typisch Nils Mohl werden diejenigen denken, die Indianerland und / oder die Stadtrandritter kennen. Strenge Chronologie ist nicht so seine Sache, umso erstaunlicher, dass er dann doch dabei bleibt. Auch sonst hebt sich das Buch von seinen Vorgängern ab. Es ist deutlich dünner und wie gesagt mehr oder weniger chronologisch erzählt. Es ist ein ganz eigenständiger Roman, und doch freut man sich über alte Bekannte. Sylvester und auch Domino und Kitty kennt man aus den Stadtrandrittern. Das Milieu des Romans ist das gleiche, die Hochhaussiedlung und das angrenzende Gebiet der Reihenhäuser. Mogel ist aber keine Weiterführung der Stadtrandritter, darauf müssen wir weiterhin warten. Es spielt vor den Geschehnissen der Stadtrandritter und manches deutet sich hier bereits an. Kitty, Sylvesters Schwester lebt noch, rasiert Miguel die Beine und schmiedet Zukunftspläne, nichtsahnend von ihrem Schlaganfall, der sie das Leben kosten wird.

Die vier Freunde, Sylvester, FloDaHo, Dimi und Miguel treffen sich bei Miguel, der vor kurzem aus der Hochaussiedlung mit seinen Eltern in ein Reihenhaus gezogen ist, daher auch der Partykeller. Nachdem Miguela nun zurechtgemacht ist, geht es nach draußen. Die erste Probe soll das Bier holen an der Tanke sein. „Der notgeile Spaten hinterm Tresen schielt mir auf den Hintern. Dreist und unverhohlen. Ich übertreibe nicht.“ Die Maskerade ist nahezu perfekt. Dann betritt Candy, der Traum aller Jungs mit ihrem fast-Exfreund Hengst, die Tanke. Miguel geht als Miguela durch und Hengst kauft sogar das Bier für „sie“ – seinen eigenen Ausweis kann Miguel ja schlecht herausholen.

Auf dem Weg ins ChackBum hat Miguel dann einen ziemlichen Kloß im Hals. Aber der Abend läuft gut für ihn, bzw. sie. Miguel freundet sich mit Candy an, sieht das erste Mal in seinem Leben ein Mädchenklo von innen und erfährt, dass Candy von Hengst ziemlich fies erpresst wird. Natürlich will er helfen. Hengst lockt die beiden Mädchen Candy und Miguela mit in seine Gartenlaube, wo es dann ziemlich brenzlig wird. Aber Dimi, FloDaHo und Sylvester finden sie rechtzeitig.

Das Buch ist toll geschrieben, es bleibt der Jugendsprache durchgehend treu, ohne aufgesetzt oder albern zu wirken. Die vier Jungs mit ihren Eigenheiten kommen ganz normal daher, obwohl man bei einer echten Begegnung wahrscheinlich zögerlich wäre, ob man diese Burschen aus der Nähe kennenlernen wollte.

Nils Mohl schafft es mit diesem Roman, sich der viel diskutierten Geschlechterfrage auf humorvolle Weise zu nähern. Miguel findet durch seinen Perspektivwechsel so manches Klischee bestätigt: Manche Mädchen geben ihren Brüsten tatsächlich Namen. Er findet aber viel überraschend Positives und wünscht sich auch als Junge so mit Candy reden zu können, wie Miguela es tut. Denn eine andere Person ist er ja eigentlich nicht, auch nicht mit Netzstrumpfhose und Zöpfchen. Und auch Candy findet am Ende: „Schade, dass Du kein Kerl bist.“

Kurz: ein sehr lesenswertes Buch für Leser und Leserinnen ab 14 und weit darüber hinaus.

Mogel, Nils Mohl, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21537-7, (9,99 Euro).

Anna Apfelkuchen im Ganzanderswald

Anna Apfelkuchen ist eine kleine Hexe. Ihre Tante, Agatha Apfelkuchen, will nach Panama auswandern und Anna soll in ihr Haus im Ganzanderswald ziehen.

„Plopp machte es und da stand es. Ein Mädchen, etwa so groß, dass es gerade so die Äpfel vom untersten Zweig eines Baumes pflücken konnte…“BESEN!!! Jetzt halt doch mal still!!! Wo sind wir denn hier? Ist das die richtige Adresse?“

So beginnt das Abenteuer für Anna Apfelkuchen auf einer Lichtung im Wald: Sie sieht eine Kuh, die im Schlaf lächelt und eine Fledermaus und ein Eichhörnchen, die nebeneinander kopfüber von einem Ast hängen und schlafen. Als erstes aber lernt Anna Frau Weber kennen, die sich plötzlich an einem Faden vom Baum direkt neben ihrem Ohr herablässt. Die Spinne ist ganz aufgeregt, dass Anna nun endlich da ist, seit drei Tagen sitzen die Tiere schon hier auf der Lichtung und erwarten sie.

Nach und nach lernt Anna die Bewohner des Ganzanderswaldes kennen, Katharina die Kuh, Erik das Eichhörnchen, Fred die Fledermaus, Dex den Dachs und noch viele andere.

Das Baumhaus von Tante Agatha ist wunderschön und hat einen prächtigen Dachgarten. Der Kaffeetisch ist bereits gedeckt und Anna lernt noch Nocturna das Gespenstermädchen und Rüdiger den Wolf kennen.

Im Ganzanderswald ist vieles anders, der Besen kehrt den Dreck ins Haus, Nocturna fürchtet sich vor dem Dunkeln und ist deswegen am Tage wach und schläft nachts. Anna fühlt sich von Anfang an sehr willkommen und pudelwohl in ihrem neuen Zuhause.

Langweilig wird es im Ganzanderswald nie, ständig kommt jemand vorbei. Zum Beispiel der kleine Nöstel, der nichts kann, weil er für alles zu klein ist, was ihn sehr unglücklich macht, weil er so seine Familie nicht unterstützen kann. Oder Käpt´n Pillow mit seiner Crew im Luftschiff. Für allen Gäste wird der große Tisch mit allerlei Köstlichkeiten gedeckt, Tee und Kakao gekocht und lange gegessen und erzählt. Am Ende findet sich für jedes Problem eine Lösung und auch im Ganzanderswald sind manche Dinge nicht so, wie sie scheinen.

Die Noluxlinge, die meinen sie könnten nicht an das Sonnenlicht, werden durch Anna eines Besseren belehrt. Und der grantige Kobold in der Uhr hat doch tatsächlich auch eine freundliche Seite.

Besonders gut gefiel mir die Idee, dass Anna die Lebkuchenhexe trifft, die ihr erzählt, dass das mit Hänsel und Gretel ganz anders war, als es in den Märchenbüchern steht. Auch der Wolf berichtet, dass die Geschichte mit Rotkäppchen nicht so war wie in den Märchenbüchern: Er hat nämlich eine Pfefferminzallergie, liebt aber den Geschmack von Pfefferminz. Als er mal wieder nicht widerstehen kann, quält er sich mit Bauchschmerzen durch den Wald. Die Großmutter packt ihn in ihr Bett und geht in den Wald, um helfende Kräuter zu sammeln. Just in dem Moment kommt Rotkäppchen und findet ihn im Bett der Oma.

Das Buch ist ganz wunderbar geschrieben, voller Fantasie und wunderbarer Geschichten. Der schöne Eindruck des Buches wird noch verstärkt durch die wunderbaren Illustrationen von Eleni Livanios, die seit 2003 als freie Illustratorin hauptsächlich Kinderbücher illustriert.

Susanne Glanzner hätte von sich selbst nie gedacht, dass sie einmal selbst Bücher schreiben würde. Sie ist zwar eine leidenschaftliche Leserin, hat aber Modedesign studiert und zunächst das Kinderlabel „Punkiz“ entworfen, bei dem der Name Programm ist, eher punkig, hauptsächlich in rot, schwarz und weiß. Anna Apfelkuchen ist nach einem Jugendbuch ihr erstes Kinderbuch. Und ein wirklich gelungenes Werk, das mittlerweile schon in der zweiten Ausgabe vorliegt. Man kann nur hoffen, dass die Wahlstuttgarterin Mitte dreißig noch mehr Ideen hat, und ihre Leser in noch andere Phantasiewelten entführt.

Für Anna Apfelkuchen endet die Geschichte mit dem großen Apfelerntefest, zu dem auch ihre Tante Agatha aus Panama vorbei kommt. Und neben dem Apfelernten wird natürlich köstlich gespeist und viele Geschichten erzählt.

Anna Apfelkuchen, Susanne Glanzner, Thienemann Verlag, Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-522-18

Für Kindergartenkinder: Lyra ist ganz heimlich

„Ich hätte auch so gerne was Du hast“. Jeder kennt dieses Gefühl, jemand hat etwas, das man selbst auch gerne hätte. Bei Kindern ist dieses Gefühl, auf Spielzeug bezogen, oft besonders ausgeprägt, und wenn sich dann eine Gelegenheit bietet…..

In dem Bilderbuch „Lyra ist ganz heimlich“ von Marie Norin und Emma Adbage bietet sich Lyra eine solche Gelegenheit. Rally ist ihre beste Freundin, sie spielen im Kindergarten zusammen und danach meistens noch bei Lyra oder bei Rally. Eines Tages sind sie bei Lyra und nachdem Rally nach Hause gegangen ist, entdeckt Lyra, dass Rally ihren Teddy Nalla vergessen hat. Nalla ist so süß und so weich, sie kann die Beine bewegen und richtig sitzen und Lyra beschließt, dass Nalla bei ihr übernachten darf. Und auch das Wochenende verbringt Nalla bei Lyra. Dann ist Montag und Lyra steckt Nalla in ihren Rucksack, doch dann entscheidet sie, dass Nalla doch lieber zuhause bleibt. Als Rally im Kindergarten nach Nalla fragt schaut Lyra weg. Auch will sie dieses Mal nicht am Nachmittag mit Rally spielen. Doch die Tage sind jetzt lang und langweilig und nichts macht mehr richtig Spaß

Irgendwann ist Rally dann doch bei Lyra und entdeckt ihren Teddy, sie freut sich so, dass sie vor Freude tanzt und sie Disco spielen. Beide haben wieder richtig Spaß miteinander. Nachdem Rally gegangen ist, liegt Nalla wieder bei Lyra, Rally hat sie wieder vergessen. Aber diesmal rennt Lyra zum Fenster, ruft Rally hinterher und wirft den Teddy zu ihr hinunter.

Dieses liebevoll illustrierte Buch zeigt genau die Gefühle von Kindergartenkindern in ihrer Sprache, so dass keine Gefahr des erhobenen Zeigefingers entsteht. Dadurch, dass man Lyra so gut verstehen kann, wird sie nicht zur Bösen abgestempelt, sondern zur sympathischen Figur, die selber merkt, in welche blöde Lage sie sich gebracht hat. Obwohl es eine einfache kurze Geschichte ist, bietet sie viel Gelegenheit für Fragen und anschließende Gespräche. Warum hat Lyra den Teddy nicht zurückgegeben, und warum war Rally nicht böse, sondern bietet Lyra am Ende sogar an, sich den Teddy zu teilen? So kann man mit Kindergartenkindern auf ihrer Ebene das Thema Neid und Großherzigkeit thematisieren, ohne moralisch ermahnend daherzukommen.

Die Autorin und Übersetzerin Marie Norin ist im deutschsprachigen Raum noch nicht bekannt. 1967 geboren schrieb sie zunächst Lyrik, bevor sie 2007 mit einem Roman debütierte, der auch gleich für einen schwedischen Literaturpreis nominiert wurde.

Die Autorin Emma Adbage kennen wir schon von dem Buch „Mickan ist eigentlich ganz zufrieden mit sich“ indem sie auch sehr treffend die Sprache und Gedankenwelt eines Grundschulkindes trifft.

Lyra ist ganz heimlich, Marie Norin und Emma Adbage, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2015, ISBN 978-3-499-21341-0 (12,99 Euro).

Paddington – der Film

Paddington, diesen Bär, der nach einem Londoner Bahnhof benannt wurde, kennt fast jeder irgendwie. Aber eben auch nur irgendwie. Und deswegen sollte man sich unbedingt diesen Film ansehen. Wenn man ihn im Kino verpasst hat, dann gibt es jetzt die Gelegenheit ihn auf DVD oder Blue Ray anzuschauen.
Paddington, eine Mischung aus realem Film und Computeranimation, ist so gut gelungen, dass der Zuschauer zwischenzeitlich wirklich vergisst, dass hier kein echter Bär spielt. Und dass echte Bären die Sprache der Menschen gar nicht lernen können.

Es beginnt alles mit einer Forschungsreise, auf der ein liebenswerter Professor diese besonderen sprechenden Bären entdeckt. Paddington, ein Nachfahre der besonderen Bären, kommt eines Tages nach London, um ein neues Zuhause zu finden. Zum Glück trifft er Familie Brown. Paddington ist sehr bemüht höflich und freundlich zu sein und dennoch, oder gerade deswegen passiert ihm so manches Missgeschick: Wenn er sich mit zum Beispiel Zahnbürsten die Ohren säubert oder am liebsten Orangenmarmelade mit den Pfoten isst.

Wie sich Paddington die Herzen der Familie erobert, warum Nachfahren des Professors Jagd auf ihn machen und wie dann alles gut ausgeht – sehen kleine und große Zuschauer im Film.

Paddington ist eine sehr liebenswürdige Figur, hervorragend gesprochen von Elyas M´Barek. Und auch sonst kann sich die Besetzung des Films sehen lassen. Besonders Nicole Kidman ist als die Böse herausragend.

Paddington ist wirklich ein schöner, überaus witziger und berührender Film. Die Freigabe ab 0 Jahren ist dennoch schwer nachvollziehbar. Die Dramatik, dass Paddington am Anfang schon Waise ist; nach einem Erdbeben nur noch seine Tante hat, die ihn alleine nach London schickt, ist nicht ganz ohne. Und dann die böse Nicole Kidman, die mit Betäubungspfeilen um sich schießt. Diesen Film sollten Kinder, besonders solche unter 10 Jahren und eher zartbesaitete, nicht ohne erwachsene Begleitung anschauen. Ganz abgesehen davon, dass man sich auch als Erwachsener diesen Film nicht entgehen lassen sollte.

Wer Paddington eher mit gelben Gummistiefeln kennt und diese im Film vermisst, dem sei gesagt, dass im Original der Geschichten, die von Peggy Fortnum illustriert wurden, keine Gummistiefel vorkamen. Vermutlich wurden sie später den Plüschfiguren hinzugefügt, damit diese stehen konnten.

Dies und noch anderes kann man im Bonusmaterial der DVD erfahren, welches aber alles in allem eher enttäuschend ist. Wer alle Rubriken anschaut, sieht und hört viele Male die gleichen oder sehr ähnliche Dinge. Aber niemand schaut einen Film wegen des Bonusmaterials sondern wegen des Films. Und der lohnt sich wirklich.

Paddington, nach den Kinderbuch Klassikern von Michael Bond, auf DVD, Studiocanal, GmbH, 2015

Ich-vollpeinlich! oder der Tag an dem das Khushi kam

Dieses witzige und gute Buch sollte man unbedingt lesen, wenn man sehr schüchtern ist und irgendwo zwischen der 5 und der 8 Klasse.

Jule ist so ein Mädchen, ihr ist alles peinlich und sie traut sich fast nichts. Zum Glück hat sie eine allerbeste Freundin: Mali, die ist ganz anders: offen, selbstbewusst und mutig. Trotzdem sind sie beste Freundinnen und Jules Mutter sagt: zwischen Euch passt kein Blatt!

Jule nervt es selbst, dass sie sich ständig darüber Gedanken macht, wer was über sie denkt. Sie wäre gerne mehr wie Mali, der ist nie etwas peinlich. Jules Vater ist übrigens genauso, er traut sich nicht, seinem Chef die Meinung zu sagen und die Nachbarn zu bitten, ihr Auto auf ihrem Stellplatz zu parken. Lieber wird er klatschnass vom Regen, weil er weiter weg parken musste.

Aber mit dem Besuch von Tante Manisha, einer Cousine des Vaters, die nach Indien ausgewandert ist, ändert sich Einiges. Zunächst einmal ist alles normal: Manisha kommt zum Kaffeetrinken. Sie hat Jule so eine merkwürdige indische Puppe mitgebracht, ein Khushi. Sie erklärt, dass es ein Glücksbringer ist und dass Jule das Khushi immer bei sich tragen soll, dann entwickele es unglaubliche Kräfte. Also Tante Manisha ist wirklich etwas durchgeknallt findet Jule.

Aber am nächsten Tag wundert sich Jule noch mehr. Die Klassensprecherwahl steht an und ihre Freundin Mali schlägt aus Spaß Jule vor. Aus einem unerfindlichen Grund kann Jule nicht widersprechen und wird zur Klassensprecherin gewählt. Eigentlich der absolute Horror für sie. Auch Mali ist komplett überrascht. Noch mehr staunt sie aber, als Jule sich für einen Solo-Part bei der Schulaufführung meldet. Auch diesmal weiß Jule nicht, wie ihr geschieht, ihr Arm ging einfach von selbst nach oben, obwohl sie sich gar nicht melden wollte.

Mittlerweile ist sie sich sicher, dass das Khushi dahintersteckt. Nachdem sie auch noch einen Streit auf dem Schulhof schlichtet und Mali ihre Freundin kaum wiedererkennt, erzählt Jule ihr von ihrem Verdacht. Als sie ihr das Khushi daraufhin zeigen will stellt sie fest, es ist gar nicht in ihrem Schulranzen. Zu Hause erzählt die Mutter, dass der Vater es sich ausgeliehen hat, er will es einem Kollegen zeigen, der bald nach Indien fährt. Ihr Vater, denkt Jule, der immer so schüchtern ist. Und kommt heute nicht die wichtige Delegation aus Japan, wo es um heikle Verhandlungen geht? Zu was wird das Khushi ihren Vater wohl bringen? So schnell sie kann, rennt sie zur Firma ihres Vaters, um Schlimmeres zu verhindern.

Jules Geschichte mit dem Khushi ist lustig und leicht geschrieben und wird sich einreihen in die vielen erfolgreichen Bücher der Autorin Katja Reider. Die 1960 Geborene war nach ihrem Germanistik- und Publizistikstudium zunächst als PR-Agentin tätig. Ihre ersten Bücher waren aber so erfolgreich, dass sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Liste ihrer Geschichten und Bücher ist auch wirklich beeindruckend. Sie hat eine ganze Reihe Kinderbücher geschrieben und sehr viele Geschichten für Erstleser, viele auch in den bekannten Reihen: Lesetiger, Leselöwen etc. Aber auch diverse Jugendbücher und einen Roman für Erwachsene, diesen allerdings unter dem Pseudonym Lia Norden.

Ich-vollpeinlich oder der Tag an dem das Khushi kam, Katja Reider, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2015, ISBN 978-3-499-21214-7 (9,99 Euro).

Wir fallen nicht

„Wir fallen nicht“ – das klingt nach der Antwort eines Kindes auf den besorgten Hinweis der Mutter: „Seid vorsichtig!“ Der 12 jährige Mitja, die Hauptperson des neuen Romans von Seita Vuorela, gehört auch tatsächlich zu der Sorte Jungs, die diesen Hinweis öfters hören. Mitja ist abenteuerlustig: Mit seinem besten Freund sucht er verfallene Häuser oder ähnliches um dort zu sprayen. Ihre neueste Entdeckung war ein altes Silo. Aber es kam zu einem Unfall, Mitjas Freund stürzt von dem Silo und stirbt.

Nun ist die Schule zu Ende und es geht in die Ferien. Mitjas Mutter hat ein Wohnmobil gemietet, und gemeinsam mit seinem größeren Bruder Wladimir fahren sie los. Der Vater ist auf Geschäftsreise und will später nachkommen. Wladimir ist das Gegenteil von Mitja – ein ruhiger Junge, der am liebsten den ganzen Tag DVDs anschaut.

Der Campingplatz liegt am Ende einer Straße und wirkt wie am Ende der Welt, er liegt am Meer und ist ansonsten ein stinknormaler Campingplatz.

Mitja streift durch die Gegend und entdeckt ein geheimnisvolles schönes Mädchen. Er will mehr von diesem Mädchen wissen und ist deshalb nicht böse, als sie ganz gegen die Angewohnheit seiner Mutter länger auf dem Campingplatz bleiben. Am Strand lernt er noch die Jungensgruppe die „Wracks“ kennen und nach einigen Reibereien schließt er sich ihnen an. Sie leben am Strand, sie haben keine Familien, suchen nach Strandgut und sind mit dem Mädchen verfeindet.

Mitja bewegt sich zwischen den Welten der Wracks, seiner Familie und der Welt des Mädchens, die zu wissen scheint, wer er ist. Sie wohnt in einem zerfallenen Hotel und näht Hemden für die Jungen.

Parallel zu dieser Geschichte erzählt Wladimir in kleinen Häppchen von der Nacht am Silo, ausnahmsweise war er seinem Bruder gefolgt und beobachtet alles, oder ist er sogar beteiligt?

Am Ende der Geschichte verfließt die Welt der Gegenwart und die der Toten und die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung. Einiges klärt sich jetzt auf, aber anderes bleibt unklar.

Der Roman, den Tanja Künnelsmann aus dem Finnischen übersetzt hat, ist ein spannendes Buch, das sich für Zwölfjährige mit dem eher ungewöhnlichen Thema des Todes und dem Verlust eines Freundes beschäftigt. Zwölfjährige fühlen sich ja eher unverwundbar: „Wir fallen schon nicht“.

Die Autorin, die auch schon andere Jugendbücher geschrieben hat, und für diesen schon für zwei Preise nominiert ist, hat ein besonderes Buch geschaffen. Seita Vuorela nimmt ihre Leser mit in die Gedankenwelt dieser beiden Jungen und macht deutlich, wie durch ein tragisches Ereignis Grenzen zwischen den Welten verschwimmen können. Sie gibt uns auch eine mögliche Geschichte mit, wie es sein könnte, wenn man stirbt und erklärt so manches Unerklärliche.

Seita Vuorela studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Frauenforschung, arbeitete als Journalistin und Fotografin und unterrichtet kreatives Schreiben für Kinder. Eine vielseitige Person, die ein vielschichtiges Buch geschrieben hat. Eines, was nachdenklich macht. Eines, das wütend machen kann, weil es am Ende nicht ganz aufklärt, wie es nun wirklich war, So soll es vielleicht ermutigen, es einfach hinzunehmen, sich auf die magischen Momente einzulassen und nicht alles bis ins Allerkleinste erklären zu wollen. Zugegebenermaßen ist das nicht ganz einfach. Es ist eines der ersten Bücher, die ich nach dem Ende nochmal von vorne angefangen habe, weil ich mir nicht mehr sicher war, ob ich mich irre, oder ob es tatsächlich so da stand. Aber ganz gleich, ob man sich erst mal ärgert, oder nicht, dieses Buch bewegt auf jeden Fall.

Wir fallen nicht, Seita Vuorela, Ravensburger Buchverlag Verlag, Otto Maier GmbH, Postfach 1860, Ravensburg, 2014, ISBN 978-3-473-40117-8, (16,99 Euro).

Die frechen Vier

Eigentlich geht es am Anfang nur um die Mädchen, die auf dem Sternenhof leben, und so wirklich frech sind sie eigentlich auch nicht. Der Sternenhof war ein Bauernhof, den Lilles Patenonkel geerbt hatte. Da er selbst dort nicht wohnen konnte, hat er die Tiere verkauft und die Ställe in gemütliche Wohnungen umgebaut, in denen nun die Familien von Maja, Lille und Karolina wohnen.

Lille hatte am ersten Ferientag mindestens bis mittags im Bett bleiben wollen, aber als Karolina sie mit Papierkügelchen aus ihrer Schleuder weckte, war schon klar, dass etwas Wichtigeres anlag: Schnuppe war verschwunden, Karolinas geliebter Haflinger, den sie mehr liebte als alles andere.

Nachdem sie auch Maja geholt hatten, machten sich die Mädchen auf die Suche. Sie finden das Pferd bei den Zwillingen von Bauer Brims, dem neuen Nachbarn, den keiner auf dem Sternenhof leiden kann. Seine Söhne sind dagegen eigentlich ganz nett.

Die nächste Aufregung lässt nicht lange auf sich warten: Ein knallroter VW Bus rollt auf den Hof und darin Fee und ihr Vater, die ab jetzt auch auf dem Sternenhof wohnen werden. Fee ist eine ziemliche Kratzbürste, aber im Laufe des ersten Buches freunden die vier Mädchen sich an und werden die Sternenhofbande.

Als die Mädchen eines Nachts bei Bauer Brims spionieren, weil sie meinen, dass er irgendwelche unerlaubten Sachen macht, läuft ihnen ein kleines Schwein zu. Die Mädchen adoptieren es heimlich. Die Heimlichkeit hält allerdings nicht lange an, da das Schwein, Moses getauft, alles durcheinanderbringt.

Ob die Mädchen das Schwein zurückgeben müssen und was Bauer Brims eigentlich treibt, bleibt auch bis zum Ende des zweiten Bandes offen, den dritten Band soll es allerdings schon bald geben.

„Die frechen Vier“ sind nette Mädchenbücher mit bunten Illustrationen ab 8 Jahre zum selber Lesen. Die vier Mädchen sind sehr lebendig und echt dargestellt, so dass man sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen kann. Die Abenteuer der Mädchen und das Leben auf dem Sternenhof sind interessant geschildert.

Die frechen Vier: „Hier kommt die Sternenhofbande“, „Saugute Ferien“, „Mit Sack und Pack ins Abenteuer“. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, Ravensburg, 2014, ISBN 978-3-473-40700-2 und 978-3-473-40701-9, empfohlen für Kinder ab 8 (jeweils 8,99 Euro).

Die Insel der perfekten Frauen

Die als Fantasy einzustufende Geschichte „Seeherzen“ von Margo Lanagan spielt auf der kleinen Insel Rollrock. Die Geschichte ist aus der Perspektive von verschiedenen Personen über mehrere Generationen geschrieben, was die Lektüre sehr vielschichtig macht, aber auch einen etwas geübten Leser voraussetzt.

Zu Beginn sind viele Menschen auf der Insel rothaarig und sommersprossig und es gibt viele Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen. Eines dieser Mädchen ist Miskaella. Sie ist nicht hübsch und auch von ihrer Art her eher eine Außenseiterin. Eines Tages aber entdeckt sie eine besondere Gabe an sich, und das Leben auf der Insel verändert sich dramatisch.

Miskaella kann aus weiblichen Robben Frauen herausholen. Diese Frauen sind schön: dunkelhaarig, schlank und mit verführerischen vollen Lippen, so dass kein Mann ihnen wiederstehen kann. Außerdem sind sie fügsam und lieb und nicht so störrisch und eigensinnig wie die rothaarigen Frauen von Rollrock.

Nachdem Miskaella die erste Frau aus einer Robbe geholt hat, kommen nach und nach alle Männer der Insel zu ihr, und bezahlen sie dafür, dass sie ihnen eine Frau aus einer Robbe holt. Die betrogenen rothaarigen Frauen verlassen nach und nach die Insel, bis es nur noch Robbenfrauen, Männer und dunkelhaarige Jungen auf der Insel gibt. Was passiert, wenn eine Robbenfrau ein Mädchen bekommt bleibt lange ein Geheimnis.

Im letzten Teil des Buches wird klar, dass die Robbenfrauen nicht glücklich sind. Daniel, der Sohn einer Robbenfrau erkennt das: „Sie hatte gelogen, um mich loszuwerden. Sie fühlte sich nicht wohl – sie fühlte sich hundeelend. ….sie war unglücklicher als ich es je gewesen war; sie war unglücklicher als alles Unglück, das ein Junge wie ich es sich überhaupt vorstellen oder verstehen könnte.“ Und er beschließt etwas dagegen zu tun.

Die Geschichte der 1960 geborenen Australierin Margo Lanagan ist sehr spannend und zieht den Leser in seinen Bann. Dennoch bleibt auch ein wiederstrebendes Gefühl. Natürlich, es ist ein Fantasy Buch, dennoch, das Bild der Frauen, die ausgetauscht werden gegen Robbenfrauen, und auch das Bild der Männer, die im Angesicht der Robbenfrauen plötzlich willenlos in deren Bann gezogen werden, hinterlässt ein schalen Nachgeschmack. Losgelöst von Geschlechterbildern betrachtet ist es ein spannendes Buch, in dem eine wirklich fantasievolle Idee schriftstellerisch fantastisch umgesetzt wurde.

Margo Lanagan hat schon viele Bücher veröffentlicht, darunter viele unter verschiedenen Pseudonymen (siehe Wikipedia Eintrag zu Margo Lanagan). Sowohl ihr Roman „Black Juice“ als auch „Seeherzen“ wurden mit dem „World Fantasy Award“ ausgezeichnet. Ihr Kurzgeschichten- Band „White Times“ wurde von der American Library Association als „Best Book for young Adults“ ausgezeichnet. Auf Deutsch von ihr erschienen sind „Ligas Welt“ und „Voll erwischt vom Leben“. Außerdem ein sich sehr spannend anhörendes Romanprojekt: „Klick!: ein Roman geschrieben von 10 Autoren“. Unter diesen 10 sind Nick Hornby, bekannt für seinen Roman „About a boy“, der ja auch verfilmt wurde. Auch Roddy Doyle ist dabei, der „Fish und Chips““ geschrieben hat und (auch sehr empfehlenswert für Kinder ab 8). Klick! Ist also sicher auch eine Lektüre wert.

Seeherzen, Margo Lanagan, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21160-7-5, ab 14 Jahren (16,99 Euro).