Kategorie: Spiele

Mission im Lesedschungel

Ein schönes Spiel, mit dem Kinder vom 7-10 Jahre „Abenteuer im Dschungel“ bestehen können. Sie bekommen auf kleinen Karten Aufgaben gestellt, die sie mit Hilfe eines großen Spielbrettes und gemeinsam lösen müssen. Dazu benötigen die Spieler den Tiptoi Stift von Ravensburger – eine Art „Minicomputer“, der durch antippen auf Stellen des Spielbrettes reagiert und mündliche Anweisungen gibt. Die Software für das jeweilige Spiel müssen die Eltern vorher übers Internet auf den Stift laden.

Nicht unbedingt zum Lesen üben

Das Spiel wird als Lernspiel zum Lesen lernen vermarktet und hm, das ist es eigentlich nicht. Wenn ein Kind einigermaßen lesen kann, hat es keine Schwierigkeiten, die Karten mit den Anweisungen für den Lesedschungel zu verstehen, auch die langen Karten in der schwierigsten Lesestufe. Und um Lesen zu üben, wird in dem Spiel einfach zu wenig gelesen. Allerdings regen die Aufgaben dazu an, dass die Spieler das Geschriebene wirklich g e n a u lesen – und das ist sicher ein guter Lerneffekt für Grundschüler.

Tipps, wie Eltern mit Leseanfängern üben können, finden Sie übrigens auch hier: Tipps für Leseanfänger

Geschichten miterleben durch den „sprechenden Stift“

Die Kombination Stift und Spielbrett hat einen besonderen Effekt. Denn der elektronische Stift erzählt über seinen kleinen Lautsprecher eine von 15 Abenteuergeschichten. Und durch die persönlichen Spielaufgaben im Rahmen der Geschichte fühlen sich die Mitspieler als Teil des Abenteuers. Das Ganze hat ein bisschen den den „Computerspieleffekt“ mit „nicht mehr aufhören können“. Gleichzeitig kleben die Spieler glücklicherweise nicht an einem Bildschirm, sondern sitzen gemeinsam um ein Spielbrett. Manche Aufgaben bestehen beispielsweise auch darin, Kniebeugen zu machen oder um den Tisch zu laufen.

Und manchmal müssen alle Mitspieler in einer Minute alle 7 Affen (10 Tiger, 5 Tempel o.ä….) im Dschungel – also auf dem großen bunten Spielbrett, das einem Wimmelbild gleicht – finden. Also ehrlich, das ist nicht einfach und erfordert Konzentration! Leider haben die Spieler nur zwei Versuche, sonst ist die komplette jeweilige„Mission im Lesedschungel“ gescheitert. Klar, wer das Spiel zum 20. Mal oder mit vier Personen spielt, die zusammen arbeiten, findet die Affen sicher schnell. Aber es wäre doch gut, verschiedene Zeiten einstellen zu können, in denen die Lösung gefunden werden muss. Sonst kommt ganz schnell Frust auf.

Fazit

Nicht unbedingt zum Lesen üben, aber schön zum gemeinsamen Spielen – auch mit den Großen. Und die Idee mit dem elektronischen Stift bietet unglaublich viele Möglichkeiten.

   

Ravensburger Spielverlag: tiptoi® Lernspiel: Mission im Lese-Dschungel
Für 1 bis 4 Spieler von 7 bis 10 Jahren, für ca. 19 Euro.

Tiptoi Stift, circa 29 Euro

 

 

Gitterrätsel, das schnelle smarte Wort-Such-Rennen

Dieses Wort-Such-Spiel funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie die Gitterrätsel, die sich häufig in Zeitschriften finden. Die runde Scheibe mit dem Gitterrätsel wird gedreht und am Rand erscheint, das zu suchende Wort.

Wer es am schnellsten auf der großen Gitterätselkarte gefunden hat, darf seine Spielsteine auf das Wort legen: Wer am Ende die meisten Spielsteine auf dem Brett hat ist Sieger. Zum Variieren gibt es 20 verschiedene thematische Gitterrätselkarten zum Wechseln. Wenn man eine mal gespielt hat, ist man allerdings klar im Vorteil gegenüber einem Neuling.

Achtung, bei Kindern auf die gleiche Altersgruppe achten: Denn wenn die Mitspieler nicht auf Augenhöhe sind, wird es schnell ungerecht. Als Familienspiel für Kinder ab 7 Jahren eignet es sich daher auch nur, wenn die Eltern sich arg zurückhalten, sonst haben die kleineren Spieler keine Chance, zumal die Wörter auch diagonal und rückwärts vorkommen.

Die kleine Zusatzregel, dass man seine Spielsteine verliert, sobald ein anderer das eigene Wort kreuzt, kann gerade bei kleineren Mitspielern schnell zu Frust führen – im Zweifel also einfach weglassen! Für Leseanfänger kann es trotzdem ein großer Spaß sein, einfach die Wörter zu suchen und den Erfolg des Findens zu genießen. Das macht übrigens auch zu zweit Spaß, ganz ohne das Gegeneinander und die damit verbundene Hektik.

Besonders schön ist natürlich der Triumph, wenn man ein thematisch passendes Wort im Gitternetz findet, das die Spielmacher aber gar nicht zum Suchen vorgesehen hatten.

    

Gitterrätsel – das schnelle, smarte Wort-Such-Rennen. Von Goliath Toys, ca. 23 Euro.

 

Knobelspiel Tip Over

Tip Over – worum geht es? Auf einem kleinen Spielbrett, auf dem unterschiedlich hohe Plastiktürme aus Getränkekisten stehen, muss der Spieler den Weg zur roten Getränkekiste finden.

Und zwar indem er die jeweiligen Getränkekisten-Türme umwirft und mit seiner roten Spielfigur von Kistensteg zu Kistensteg balanciert. Dabei aber nicht über leere Stellen oder diagonal springen darf. Mit Hilfe der verschiedenen Spielkarten kann der Spieler sich unterschiedliche Ausgangslagen auf das Spielbrett stellen. Also verschieden hohe Türme an verschiedene Stellen platzieren und dann den richtigen Weg für seine Spielfigur herausknobeln. Es gibt Aufgaben für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten. Tip Over gab es als bereits als Videospiel, bevor die dreidimensionale Version zu kaufen war.

Von der Herangehensweise ist das Spiel ähnlich dem Knobelspiel Rush Hour (Rush Hour), allerdings knobeln Erwachsene und Kinder ab acht Jahren hier dreidimensional, denn auch die unterschiedlichen Höhen der Getränkekisten -Türme sind für die Lösung der Aufgaben wichtig.

Kinder trainieren hier Konzentration, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen – und ein Training dieser Fähigkeiten, tut ja auch Erwachsenen manchmal gut ;-). Ganz am Anfang ist die Lektüre der Lösungen für den zu empfehlen, der vielleicht nicht gleich auf die Lösung kommt. Wer dann aber den „Bogen heraus“ hat, will gar nicht mehr aufhören – es tut ja auch gut, vom Anfänger zum Experten zu werden. Obwohl: die Expertenaufgaben sind ganz schön schwer! Die englischsprachigen Karten sind nicht unbedingt etwas für Drittklässler, da sollten Mama und Papa am Anfang ein wenig übersetzen. Zum alleine Knobeln und gemeinsam brüten. Praktisch für die Urlaubszeit – das Spiel ist gut zum Mitnehmen auf lange Reisen, denn die Kistentürme stehen stabil auf dem dreidimensionalen Spielbrett.

Ein paar mehr Aufgaben für alle Schwierigkeitsgrade unter
http://www.thinkfun.com/sites/default/files/images/pdfs/TipOverBonusChallenges.pdf


Tip Over
Preis 14,95 Euro
ab 8 Jahre

 

Gemeinsam spielen: Wer war’s?

Das Kinderspiel des Jahres 2008 vom Ravensburger Verlag ist ein außergewöhnliches Spiel. Zum einen, weil eine „sprechende Truhe“ einen großen Anteil am Spielverlauf hat, zum anderen weil in diesem Spiel alle gemeinsam einen Dieb finden müssen.

Die Geschichte hinter dem Spiel

Der Dieb hat einen Ring gestohlen und ihn im Schloß (=Spielplan) in seiner Truhe versteckt. Die Kinder des Schlosses (=alle Mitspieler) müssen nun mit dem Würfel durch die verschiedenen Räume des Schlosses wandern, und die Tiere, die in den Räumen auf dem Spielplan eingezeichnet sind, nach Hinweisen befragen. Die Tiere antworten jedoch nur, wenn sie etwas zu Essen bekommen – auch dies finden die Spieler in den einzelnen Räumen.

Die sprechende Truhe spielt mit

Futter finden, Tiere antworten lassen, Hinweise geben– das übernimmt in dem Spiel die sprechende Kiste, ein kleiner Computer, in den die Spieler eingeben, in welchem Raum sie gerade sind, und was sie machen möchten. Der Computer gibt immer unterschiedliche Antworten, bei jedem Spiel ist ein anderer Schloßbewohner der Dieb, wollen die Tiere andere Nahrungsmittel als Futter haben. Als Hilfsmittel gibt es Plättchen mit Futter und den Kartenstapel mit den Verdächtigen, die man je nach Hinweisen umdrehen kann, bis der Dieb übrig bleibt.

Gemeinsam kombinieren

Bei „Wer wars?“ müssen alle Spieler gemeinsam kombinieren und sich die Spielzüge merken, weil sie Hinweise für spätere Aktionen beinhalten könnten. Das Spiel ist schon für jüngere Kinder geeignet als vom Hersteller angegeben (6 Jahre). Denn wenn Erwachsene dabei sind, helfen sie  über die eine oder andere Schwierigkeit beim strategischen Denken hinweg. Faszination übt das Spiel mit dem „Minicomputer“ auf jeden Fall aus.

Die Anleitung ist recht kurz für ein vielfältiges Spiel, es ist auch etwas ungewöhnlich, ein Spiel zu starten mit dem Wissen – „alles andere sagt uns schon der Computer im Spielverlauf“. Zu Beginn müssen alle noch nachschlagen, was sie mit der Information aus der sprechenden Truhe anfangen sollen. Aber später ist man erstaunt, wie vielfältig das Spiel doch ist. Man kann es jahrelang immer wieder spielen, und wird immer wieder überrascht. Hilfreich sind später auch verschiedene Schwierigkeitsgrade der sprechenden Truhe.

Aber das Schönste an diesem Spiel ist, dass alle zusammen gegen einen gemeinsamen Gegner spielen – und am Ende höchstens einmal alle Mitspieler zusammen verloren haben.

  

Rush Hour – ein Knobelspiel für Groß und Klein

Rush Hour

Ein Spiel mit Suchtcharakter – und zwar für Kinder und Erwachsene.

Auf einem kleinen und begrenzten Spielbrett müssen Plastikautos so hin und her geschoben werden, dass das rote Auto an allen Autos vorbei das Spielbrett verlassen kann. Ganz wie im richtigen Leben und im Stadtverkehr fahren die Autos und LKWs verschiedener Länge nur vorwärts und rückwärts. Der Spieler hat also die Aufgabe, aus verschiedenen Ausgangspositionen die Wagen so zu verschieben, dass Platz für die freie Fahrt des roten Autos ist.

Das ist es eigentlich schon – übt aber eine ähnliche Faszination aus wie der berühmte Rubiks Cube. Ob klein oder groß, alle knobeln und schieben die kleinen Autos und LKWs hin und her – das muss doch gehen! Schön ist der Zusammenspiel von Haptik – Autos schieben – und Logik bei diesem Spiel. Es gibt verschiedene Karten, die unterschiedliche Ausgangspositionen der „Stausituation“  zeigen und damit unterschiedliche Schwierigkeitsgrade des Spiels bedeuten – von ganz leicht bis „Experts“ und das ist dann wirklich schwer. Für fast schon Verzweifelte stehen auf der Rückseite der Karten die Lösungsspielzüge – bis zu 40 (wohlgemerkt) sind nötig.

Dass man bei diesem Spiel praktischerweise das räumliche Verständnis und die Konzentrationsfähigkeit trainiert, merken Kinder (und Erwachsene) allerhöchstens nebenbei. Ausgedacht hat sich das Ganze ein bekannter Puzzle Erfinder mit Namen Nob Yoshigara – er hat bereits 70 Bücher zum Thema Puzzle geschrieben – ein wirklicher Experte seines Fachs! Das Spiel ist ab 8 Jahre, die leichten Karten sind aber auch schon von Sechsjährigen zu bewältigen.

Es gibt zwar eine Kinderversion, die muss man aber eigentlich gar nicht kaufen, wenn man selbst (oder zusammen mit dem Nachwuchs) spielen will. Das Geld investiert man am besten in einen Satz neuer Karten mit neuen Spielsituationen, die man einzeln nachkaufen kann. Einzige Kritikpunkte an diesem Spiel: Die Farbgebung ist etwas blass und Autos und Spielbrett kommen recht „Plastik-like“ daher. Auch freut sich wohl nicht jeder über die englischsprachigen Aufgabenkarten. Ansonsten aber, siehe oben: Suchtcharakter!

Rush Hour, Copyright Thinkfun Inc., ca. 15,00 Euro

   

Foto: HCM Kinzel