Schlagwort: Betreuungsgeld

Was ändert sich 2013 für Eltern?

Neues Jahr, vieles anders – auch diesmal gibt es einige Änderungen, die besonders Eltern betreffen:

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Ab dem Ausgleich für 2012, den man 2013 einreichen kann, können Kinderbetreuungskosten auch dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn nicht jeder Elternteil berufstätig ist. Mehr dazu hier http://www.familothek.de/kita-steuer-absetzen.html .

Betreuungsgeld

Ab 1.8.2013 bekommen Eltern von unter Dreijährigen dann 100 Euro im Monat, wenn ihr Kind nicht eine staatlich geförderte Kita besitzt. Wer diese 100 Euro in eine private Altersvorsorge investiert, bekommt monatlich noch einmal 15 Euro. Wir finden das nicht gerecht, aber darum scheint es auch nicht zu gehen. (http://www.familothek.de/betreuungsgeld-kommentar.html)

Elterngeld

Für die Berechnung des Elterngeldes zählt nun die Steuerklasse, die mindestens sieben Monate vor der Geburt auf der Lohnsteuerkarte steht. Wer also bei Verheirateten den Großteil der Elternzeit nehmen möchte, sollte frühzeitig in die Steuerklasse III wechseln.

 

Unsere Fragen zum Betreuungsgeld

100 oder sogar 150 Euro monatlich für Mütter, „die ihre Kinder unter 3 Jahre zu Hause betreuen“ und nicht in die Kinderkrippe geben – das wird uns ab 2013 erwarten. Wir haben dazu einige Fragen:

Was heißt die Formulierung, „Betreuungsgeld für Mütter, die ihre Kinder unter 3 Jahre zu Hause betreuen“, die blind – oder eher taub – von den meisten Medien übernommen wird?

Betreuen Eltern, die ihre Kinder von 9-14:00 Uhr oder auch bis 17:00 Uhr in der Krippe haben, ihre Kinder sonst nicht zu Hause? Stellen sie sie von 14:30 Uhr nachmittags bis 8.30 morgens in die Tiefkühltruhe? Und was ist am Wochenende, in den Ferien und während der – bei Krippenkindern nicht seltenen – Krankheitstage?

Wer wird anerkannt?

Was bedeutet das Argument „Mütter, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen sollen anerkannt werden“. Können sich das denn alle Mütter aussuchen? In der heutigen Zeit? Und wird nur deren Leistung anerkannt, die komplett zu Hause bleibt? Wer leider, leider halbtags oder auch ganztags zum Familienunterhalt beiträgt – ist deren Leistung an der Kindererziehung nicht anerkennenswert? Vielleicht auch nur zur Hälfte oder anderweitig?

Eindeutig pervertiert wird das Vorhaben ja durch die Einschränkung „Wer sein Kind nicht in eine staatliche Kinderkrippe gibt“. Benötigt denn die Mutter, die sich ein Au-Pair leisten kann, das Geld so dringend?

Der Gedanke, mit dem Geld „etwas für die Rente der Frauen zu tun“ ist ja wirklich eine gute Idee. Aber auch teilzeitarbeitende Frauen haben weniger Einkommen und damit weniger Rente als Frauen ohne Kinder mit klassischem Achtstundentag und ununterbrochener Berufskarriere. Bleiben die Frauenrenten der ersteren so niedrig wie bisher?

Ist das gerecht?

Noch ein Gedanke – von einigen Politikern schon genannt, aber einfach zu schön, um ihn nicht weiterzuspinnen: Mit dem Betreuungsgeld wird die Nicht-Nutzung einer staatlichen Leistung honoriert. Wer also nie auf der Autobahn fährt, nicht ins Theater geht und wasserscheu ist – was bekommt denn der als Ausgleich?

Es ist ja schön, dass der Staat Mütter finanziell unterstützen wird – sehr gut! Aber so, wie es geplant ist: Ist das gerecht?

Foto: Philips/AVENT

 

 

Betreuungsgeld – nächster Akt

Es hat doch etwas gebracht, dass sich quer durch die Republik Menschen und Organisationen wie zum Beispiel der BDA und der DGB den Betreuungsgeldbeschluss kritisierten und allerhand Fragen stellten – so wie wir (Unsere Fragen zum Betreuungsgeld):

Die Familienministerin möchte die Regelung nun doch auf Kinder und ihre Eltern ausdehnen, die zwar eine staatliche Betreuung besuchen, aber nicht länger als fünf Stunden am Tag. Sie will „keine „sinnlosen Kulturkämpfe führen“ und „Hausfrauen gegen berufstätige Mütter ausspielen“. Gute Idee.

Allerdings hält die CSU weiterhin am beschlossenen Modell fest, das Geld nur auszuzahlen, wenn die Kinder unter drei Jahre keine staatliche Betreuungseinrichtung besuchen. Und gleichzeitig schauen Regierungsmitglieder mal wieder sehr aufs Geld wenn es darum geht, die Rentenansprüche von Müttern im Rahmen dieses Gesetzesentwurfes zu verbessern.

Unsere Familienministerin möchte im Frühjahr einen neuen Vorschlag einbringen. Wir warten auf den nächsten Akt.

Details und Quellen hier:
www.freiewelt.net

www.reuters.de

www.tagesspiegel.de

Foto: Produnis