Schlagwort: Dyskalkulie

Vorlage Spiel „Shut the Box“

Unsere exklusive Vorlage für das Zahlenspiel „Shut the Box“, ein Spiel zum Kopfrechnen üben mit Spaß: Ausdrucken, ausschneiden, aufstellen, losspielen!

Die Vorlage als pdf:

shut_the_box: Hier die PDF-Vorlage mit der 9er und der 12er Variante des Spiels

 

Falls Sie auch nach „Shut the Box“ süchtig werden und eine richtig stabile Spielvorlage kaufen wollen, diese gibt es unter anderem hier:

   

Die Regelmöglichkeiten finden Sie hier http://www.familothek.de/shut-the-box-regeln.html
Unser Artikel zum Thema Rechenschwierigkeiten bei Kindern (Dyskalkulie) hier http://www.familothek.de/zahlenschwaeche-dyskalkulie-was-tun.html

Zahlenschwäche Dyskalkulie – was tun?

Mathe war und ist selten das Lieblingsfach – sowohl von Schülern heute als auch früher, als Eltern und Großeltern noch Schüler waren. Wessen Kinder Mathematik lieben – die können hier aufhören zu lesen.

Alle anderen fragen sich vielleicht manchmal, ob der Nachwuchs nicht an einer Rechenschwäche leidet – oder einfach nur zu wenig Rechnen geübt hat?

Was ist Dyskalkulie?

Erstmal ganz schrecklich trocken: Dyskalkulie ist eine sogenannte Teilleistungsstörung ähnlich wie Legasthenie, die schon länger bekannt ist. Dyskalkulie-Kinder haben es schwerer, mit Zahlen umzugehen und deshalb Schwierigkeiten in der Schule.

Das bedeutet aber gar nicht, dass ein Dyskalkulie-Kind dumm ist. Das Kind hat die Mathematik, so wie sie ihm in der Schule erklärt wird, nicht verstanden. Möglicherweise kann es sie aber mit anderen Erklärungen verstehen oder braucht einfach in diesem Bereich etwas länger als seine Altersgenossen.

„Es liegt weder an der Intelligenz des Kindes, noch an Faulheit, wenn ein Kind rechenschwach ist.“ sagt Diplom – Psychologe Georg Troumpoukis vom Mathematischen Institut zur Behandlung der Rechenschwäche in München.

Wozu kann Dyskalkulie führen?

Die Folgen von Dyskalkulie können viel schlimmer sein als nur eine schlechte Note in Mathe. So können die ständigen Misserfolge zu Schulangst und zu genereller Unlust führen, überhaupt etwas zu lernen. Das Kind kommt sich möglicherweise generell unfähig vor und verliert sein Selbstbewusstsein auch in anderen Fächern. Schließlich werden in der Grundschule alle Fächer meist von dem gleichen Lehrer gegeben – da ist ein Stigma schnell da. Lehrer sind außerdem oft nicht speziell ausgebildet – sie erkennen eine Dyskalkulie also häufig nicht.

Warum erkennt man Dyskalkulie manchmal erst spät?

Dyskalkulie-Kinder sind häufig normal oder sogar überdurchschnittlich intelligent. So fällt diese Schwäche oft erst in der weiterführenden Schule auf. In der Grundschule hatte das Kind den Stoff auswendig gelernt, ohne die Grundlagen zu verstehen. Gerade lernstarke Kinder tun so etwas.

Manche Kinder merken sich Zahlen und Rechenwege allerdings einfach schlecht. Das liegt aber dann meist nicht an prinzipieller Vergesslichkeit, sondern daran, dass die Kinder die Rechenwege nicht verstanden haben. Da unser Gehirn sich lieber Zusammenhänge merkt, vergessen die Kinder öfter etwas, wenn sie es eben nicht verstanden haben.

Wie erkennt man Dyskalkulie?

Jedes Dyskalkulie-Kind hat andere Probleme mit der Zahlenwelt: Oft fehlen grundlegende Dinge, wie das Erkennen von Mengen, und Größen. Oder es wird der Zusammenhang von Rechenarten nicht verstanden – beispielsweise dass das Malnehmen eine Fortsetzung von Addieren ist (2+2+2 = 3×2).

Dyskalkulie-Kinder rechnen oft ziffernorientiert, nicht zahlenorientiert. Das bedeutet, dass sie es gar nicht schlimm finden, wenn sie die Reihenfolge der Ziffern einer Zahl einfach beim Rechnen  umdrehen, wenn sie dadurch leichter einen Rechenweg finden können. 

Was tun?

Dyskalkulie ist sehr vielschichtig – oft hat das Kind einige Grundlagen einfach nicht verstanden und sich in den Folgejahren intelligent „durchgemogelt“. Es hat sich seine eigenen Regeln gebastelt, wie es richtig sein könnte. 

„Wichtig ist, dass die Eltern einen Blick dafür bekommen, wie ihre Kinder mathematisch genau vorgehen und vor allem, dass sie irgendwie vorgehen“, sagt Psychologe Troumpoukis. Denn dann kann man Maßnahmen ergreifen um den Denkfehler umzuprogrammieren.

Denn es ist möglich, eine Dyskalkulie in speziellen Instituten zu verbessern, und die mathematischen Denkverirrungen zu beseitigen. Dies ist aber nicht billig: Circa 230 Euro im Monat kostet eine Therapie mit wöchentlicher Sitzung. Unter bestimmten Voraussetzungen können Eltern die Dyskalkulie-Therapie ihres Kindes durch das Jugendamt oder Fonds fördern. Also: vorab beraten lassen! Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, als Eltern spezielle Kurse zu besuchen, um den eigenen Kindern besser helfen zu können. Ein zweischneidiges Schwert, schließlich ist die Situation zu Hause oft schon ganz schön belastet. Aber besser als nichts allemal.

Was nicht tun?

Nutzloses Üben bringt gar nichts, wenn man die falschen Denkwege nicht erkennt. Im Gegenteil. Nicht nur, dass es alle Beteiligte Zeit und Nerven kostet und nichts dabei herauskommt. Das Üben der falschen Denkwege verfestigt diese auch noch. Der Experte aus eigener Erfahrung: „Nachhilfe bleibt hier in den meisten Fällen erfolglos, weil diese nicht das Problem an der Wurzel packt. Und meist ist die häusliche Übungssituation emotional so sehr belastet, dass ein reibungsloses Zusammenarbeiten nicht mehr möglich ist.“

Kinder sind allein nicht in der Lage, zu übersehen, wo sie Defizite haben und diese selbständig aufzuarbeiten. Deshalb darf man sie mit dem Problem nicht alleine lassen.

Je früher, je besser

Klar ist – je früher eine Rechenschwäche erkannt wird, desto schneller kann man sie ausgleichen, desto weniger Frust kriegt das Kind und Folgen wie generelle Selbstbewusstseinsprobleme oder Schulunlust treten gar nicht auf.

Rechenspiel

Ein guter Tipp, Kindern allgemein mit Spaß die Zahlenwelt nahezubringen:
Shut the box, ein Zahlenspiel aus Englands Pubs
Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell die kleinen Holztafeln des Spielbretts, die mit Zahlen beschriftet sind, weg zu klappen. Das ist möglich, da die Tafeln durch Scharniere am Spielbrett befestigt sind. Die Spieler würfeln mit zwei Würfeln und können dann die gewürfelte Zahl nach verschiedenen Regeln wegklappen. Wer es als erster schafft, ist Sieger.

Das Spiel gibt es mit den Ziffern 1 bis 10 oder bis 12. Man kann auch Plättchen mit den Zahlen beschriften und weglegen oder umdrehen. Eine Vorlage von Familothek finden Sie hier http://www.familothek.de/vorlage-spiel-shut-the-box.html. Regelvariationen gibt es hier http://www.familothek.de/shut-the-box-regeln.html

Falls Sie auch nach „Shut the Box“ süchtig werden und eine richtig stabile Spielvorlage kaufen wollen, diese gibt es unter anderem hier:

   

Oder man nimmt die elektronischen Versionen:
http://itunes.apple.com/de/app/shut-the-box-classic/id344291486?mt=8
http://www.freeware.de/download/shut-the-box_26083.html

Noch eine Möglichkeit, den Spaß an Zahlen zu fördern: Magische Zahlenspiele – eine Rezension bei uns http://www.familothek.de/magische-mathematik-spiel.html

Infos und Link zu einem Dyskalkulie-Forum mit Fragemöglichkeit bei Einzelfällen:
www.rechenschwaeche.de/

Illustration: Isabelle Dinter

Regeln „Shut the box“

Ein Spiel, dass bei Eltern und Kindern gleichzeitig Spannung erzeugt – und auch noch Zahlenverständnis und Kopfrechnen trainiert.

 

Das Spiel

Zwei Würfel hat jeder, eine Vorlage für die Klappen kann jeder hier (http://www.familothek.de/vorlage-spiel-shut-the-box.html) ausdrucken. Unsere Vorlage funktioniert so, dass alle Zahlen am Anfang hingestellt und je nach gewürfelter Augenzahl umgeworfen werden. Beim Spiel, das man im Handel kaufen kann, sind Zahlenplättchen an Scharnieren befestigt und können je nach Würfelzahl umgeklappt werden. Also Zahlenkärtchen ausdrucken, zum Aufstellen umknicken und los geht’s!

Die Regeln

Die Spieler spielen abwechselnd. Der Erste stellt alle Zahlenkärtchen auf und würfelt mit zwei Würfeln. Ziel des Spiels ist es, dass der Spieler so viele Kärtchen wie möglich umwerfen oder wegklappen kann. Er darf würfeln und die Zahlen des Würfels kombinieren oder einzeln wegklappen. Würfelt er beispielsweise eine 1 und eine 6 kann er entweder beide Ziffern umwerfen oder einmal die 7. Der Spieler würfelt solange, bis er mit seinem Ergebnis keine Zahlen mehr umwerfen kann. Dann ist der Spielzug zu Ende und der Nächste stellt alle Zahlen wieder auf.

Das Spiel trainiert kopfrechnen und die Kombination von Zahlen und Ziffern ganz nebenbei. Außerdem macht es Spaß und Würfelglück ist natürlich auch dabei.

Minuspunkte rechnen

Eine mathematische Herausforderung kann das Rechnen der Minuspunkte bedeuten – wer das so festlegt. Denn die Zahlenkärtchen, die stehengeblieben sind, werden als Minuspunkte gerechnet. Man kann entweder:

  • Die Restzahlen einfach addieren: Stehen zum Beispiel 1,4 und 8 noch, sind dies 13 Minuspunkte.
  • Die Restzahlen in ihrer Größenreihenfolge als Ziffern sehen. Sind beispielsweise 1, 4, und 8 stehengeblieben, besteht die Restpunktzahl aus stolzen 148 Punkten.

Letztere Regel ist für Kinder höherer Grundschulklassen und älter zu empfehlen, die dann gleich die großen Summen addieren dürfen….

Wer hat gewonnen?

Da gibt es verschiedenen Varianten, von denen die eine ganz klar ist: Wer es schafft, mit einem Spielzug alle Zahlenkärtchen umzuwerfen, hat gewonnen!
Ansonsten kann man:

  • Eine bestimmte Minuspunktzahl festlegen. Wer diese erreicht hat, ist ausgeschieden – wer dann als letzter dabei ist, hat gewonnen.
  • Eine bestimmte Anzahl Runden festlegen. Wer dann die wenigsten Minuspunktzahlen hat, hat gewonnen.
  • Die Anzahl des Würfel-Werfens mit der Anzahl der Minuspunkte kombinieren (beispielsweise malnehmen) – wer dann die wenigsten Minuspunkte erwürfelt hat, ist Sieger.

Die Regeln des Spiels sind so einfach, dass man sie ganz nach Belieben, Lust und Laune verändern kann.

Falls Sie auch nach „Shut the Box“ süchtig werden und eine richtig stabile Spielvorlage kaufen wollen, diese gibt es unter anderem hier:

   

 

Foto: Arjan Dice

Dyskalkulie – Wenn Zahlen abstrakt bleiben

Dass eins und eins zwei ergibt – das erkennen auch noch Kinder, die eine Rechenstörung aufweisen, eine sogenannte Dyskalkulie.

Aber bald danach wird es schwierig: Kinder mit dieser Störung (5-6 Prozent deutschlandweit) haben kein Verständnis für Mengen oder Zahlen und kommen deshalb im Mathematik Unterricht trotz normaler Intelligenz nicht mit. Und das Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr.

Denn je größer der Zahlenraum wird, mit dem die Kinder rechnen müssen und je komplexer die Rechenaufgaben werden, desto größer ist der Frust bei den betroffenen Kindern. Bis heute sind Lehrerinnen und Lehrer noch nicht ausreichend qualifiziert, um den betroffenen Kindern nachhaltig helfen zu können.

Hilfe ist möglich

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) rät deshalb Lehrern und Eltern, bei Kindern mit massiven Schwierigkeiten beim Rechnen nicht abzuwarten, sondern bei Verdacht auf eine Rechenstörung diese schnell qualifiziert überprüfen zu lassen.

Handelt es sich um eine Dyskalkulie, kann eine persönlich abgestimmte Dyskalkulietherapie Wunder wirken und dem Kind eine neue Welt eröffnen. Je schneller den Kindern geholfen wird, desto geringer die Gefahr, dass bei den Betroffenen die Mutlosigkeit überhand nimmt oder gar die Schule insgesamt zum Problem wird.

Der BVL oder seine Landesverbände helfen Eltern von Kindern mit Dyskalkulie eine externe qualifizierte und persönliche Therapie für ihr Kind zu finden.

Weitere Informationen zum Thema und zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. unter www.bvl-legasthenie.de

Eine Möglichkeit Kinder für Zahlen zu begeistern ist, mit ihnen zu spielen:

Handfeste Ratschläge zur Diagnose Was tun bei Dyskalkulie?

Foto: Dr. Klaus Retzlaff