Schlagwort: Geschenkideen

Loops Armband flechten ohne Webrahmen

Armbänder aus kleinen Gummiringen, den sogenannten „Loops“ sind der absolute Renner in jeder Grundschule. Zum Flechten der Bänder benötigt man eigentlich einen kleinen „Webrahmen“ aus Plastik, um den man die Ringe in verschiedenen Varianten winden und flechten kann. Eigentlich – denn eine ganz einfache Version ein hübsches Armband zu flechten, ist, die Bänder kunstvoll um lediglich zwei Stifte oder Stricknadeln zu binden. Wie das geht? So:

Anleitung Loop-Armband

  • Stifte parallel halten. Erstes Gummiband verdrehen und als eine „Acht“ um die Stifte legen. Loop1
  • Zweites Gummiband ungedreht über beide Stifte gemeinsam ziehen
  • Loop2
  • Drittes Gummiband wieder ungedreht darüber legen und nun das erste Band auf beiden Seiten von außen nach innen über die Stifte ziehen, so dass ein kleiner „Zopf“ in der Mitte der beiden Stifte entsteht.
  • Loop3
  • Nun ein viertes Gummiband wieder über beide Stifte legen und das zweite wie das erste Band von außen nach innen über jeweils beide Stifte zur Mitte zum „Zopf“ ziehen
  • Loop4
  • Das Ganze so lange wiederholen bis der Zopf lang genug für ein Armband ist. Dann die Stifte entfernen, zwei Endschlaufen bleiben stehen.

Zum Verschließen: Bei allen Loop-Packungen sind durchsichtige Plastikverschlüsse in Form kleiner Haken dabei. Hier die End-Schlaufen des Anfangs und des Endes in die Haken hängen – fertig! Das Armband können kleine und größere Loop-Fans jetzt einfach als Gummi-Armband über die Hand ziehen.

Loop5

Natürlich können Fortgeschrittene mit den Webrahmen noch kunstvollere Armbänder flechten. Aber diese Variante ist als Einsteiger-Version wunderbar geeignet oder wenn ein kleiner Bastler noch nicht genau weiß, ob das was für ihn oder sie ist. Übrigens: Die Plastik-Armbänder werden nicht nur von Mädchen gern getragen – auch coole Jungs laufen gerne damit herum.

Wer sich die Beschreibung noch einmal anschauen möchte, eine kurze und einfache Anleitung als Filmchen gibt es hier: Video Loop Armband

Material gibt es hier:

   

Wenn es dann doch mit Webrahmen sein soll:

Sommer ist barfuß

Solltest Du nicht Deine Schuhe anziehen?“ fragt eine ältere Frau Ami, nein, denn Sommer ist barfuß. Bis vor einem Jahr wohnte Ami noch auf dem Land, da lief sie sogar im Winter die meiste Zeit barfuß. Aber das kann die alte Dame ja nicht ahnen. Jetzt wohnt Ami, die eigentlich Amalie heißt, in der Stadt in einem großen Haus. Das ist auch anders als auf dem Land. Hier sollen bzw. sollten sie meistens leise sein, denn sonst kommt Frau Hetzler und schimpft. Auch freundliche Leute wohnen in dem großen Haus, zum Beispiel Herr Hegendorf. Er zwinkert Ami zu und weil sie noch nicht zwinkern kann winkt sie zurück.

Es ist Sommer und es ist so heiß, dass man sich kaum rühren kann. Die neuneinhalb jährige Ami, Joschi, Amis Zwillingsbruder, und Niklas, dessen Freund sitzen lahm im Garten. Nicht mal zum Eis kaufen können sie sich aufraffen, – es ist einfach zu heiß. Doch dann hat Niklas eine Idee, eine Idee, die so gut ist, dass sie die Hitze schnell vergessen und wie eine Horde Büffel die Treppen zum Dachboden hochstürmen. Ob sie den Schatz finden, der sich dort verbirgt? Und ob sich auf anderen Dachböden auch Geheimnisse verbergen?

In den nächsten Tagen passiert viel in Amis Leben. Mit ihrer großen Schwester Rosa, macht sie einen nächtlichen Ausflug. Rosa ist eine tolle große Schwester, wenn sie gute Laune hat, dann erzählt sie den kleineren Geschwistern, Ami hat neben ihrem Zwillingsbruder und Rosa noch drei kleinere Geschwister, Geschichten. Aber sie ist auch wie ein Herbsttag, manchmal fängt sie plötzlich an zu stürmen und zu regnen, mittendrin; also zu schreien und zu weinen natürlich. Pubertät nennt Mama das. Ami hat Angst, dass sie sich auch irgendwann in einen Herbsttag verwandelt, wenn sie in die Pubertät kommt. Aber zunächst ist Ami eher wie ein leichtfüßiger Sommertag, der so manches Geheimnis hüten kann und eine sehr überraschende Entdeckung macht.

Anna Herzog ist eigentlich Ärztin und als Buchautorin noch wenig bekannt. Sommer ist barfuß ist eine wunderbare Geschichte über das Leben, das nicht immer einfach ist, aus der Perspektive einer Neunjährigen. Mit 139 Seiten ist es nicht gerade ein dünnes Buch für Leseanfänger, aber es ist so geschrieben, dass Kinder am Ende der zweiten Klasse es problemlos selber lesen können. Dazu tragen auch die Illustrationen von Susanne Göhlich bei, die man schon aus anderen Büchern kennt. Sie hat unter anderem die Geschichten der wilden Zwerge und die Bücher über Miss Braitwhistle illustriert.

Sommer ist barfuß, von Anna Herzog, mit Illustrationen von Susanne Göhlich, Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, 2013, ISBN 978-3-473-36866-2, 139 Seiten, ab 8 Jahre (12,99 Euro)

 

Interesse für die jüngste deutsche Geschichte wecken

Puh, langweilige Jahreszahlen lernen, von Menschen hören, die doch lange tot sind – was hat denn das mit mir zu tun? Das fragt sich so mancher Jugendlicher im Geschichtsunterricht.

Verständlich, aber schade. Denn zum Beispiel die jüngere deutsche Geschichte ist interessant und reich an grausamen Irrungen, denen viel zu viele Menschen zum Opfer fielen. Vor allem die Zeit des Nationalsozialismus. Da macht es Sinn, dass auch die nächste Generation wenigstens davon gehört hat. Aber wie bringt man diese „alten und langweiligen“ Zeiten den Jüngeren näher?

Vielleicht ergeben Schicksalsberichte von Altersgenossen, die jene bewegten und schweren Zeiten erlebten, einen Anknüpfungspunkt?

„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“

Ein Klassiker und für Kinder ab 12 Jahre empfohlen, ist der dieser Roman von Judith Kerr. Die Geschichte einer Zehnjährigen, die 1933 mit ihrer Familie vor den Nazis fliehen musste, erhielt vor über 30 Jahren den Jugendliteraturpreis. Zum 90. Geburtstag der Autorin, die ihre eigene Geschichte darin verarbeitete, hat der Ravensburger Verlag alle drei Bände als Jubiläumsausgabe wieder aufgelegt. Gerade der erste Band zeigt aus der Sicht und in der Sprache eines Kindes, wie es gewesen sein muss, in der Fremde auf der Flucht zu sein und viel zu verlieren. Sehr eindrücklich für Kinder und vielleicht ein Einfallstor für Geschichstinteresse. Schließlich lebt die Dame selbst noch heute in London.

„Versteckt wie Anne Frank“

Ein ähnliches Thema, ein andere Herangehensweise: „Versteckt wie Anne Frank“ – zeigt Überlebensgeschichten jüdischer Kinder. Das Buch erzählt 14 Geschichten von niederländischen Juden, die der Autor während der Recherche für einen Dokumentarfilm über die Flucht seiner jüdischen Mutter kennenlernte. Multimedial gibt es dazu eine Website, auf der die kurzen Geschichten der Kinder von damals erzählt und animiert zu sehen sind. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, das Alter der Kinder zur Zeit ihrer Flucht und ihres Untertauchens auch. So ergeben sich unterschiedliche Erinnerungen, Prioritäten, je nachdem wie sehr die Kleinen von damals die Situation bereits verstanden oder nicht. Die meisten der Kinder wurden zu ihrem eigenen Schutz von den Eltern getrennt – auch für die junge Generation heute nachvollziehbar, wie furchtbar das gewesen sein muss.

Versteckt wie Anne Frank – Überlebensgeschichten jüdischer Kinder
Marcel Prins, Peter Henk Steenhuis, ab 12 Jahren, ISBN 978-3-473-58433-8
€ [D] 6,99 € [A] 7,20 SFr. 12,50

Jubiläumsausgabe „50 Jahre Ravensburger Taschenbücher“ : Als Hitler das rosa Kaninchen stahl. Ab 12 Jahren, ISBN 978-3-473-54398-4
€ [D] 5,- € [A] 5,- SFr. 8,90

    

 

Kakerlake elektronisch – Kakerlakak

Wir haben ein neues Haustier – eine elektronische Kakerlake. Sie ist Hauptakteur des Ravensburger Spieles Kakerlakak.

Ziel des Spiels ist es, einen kleinen surrenden Miniroboter in Form einer niedlichen Kalerlake (wirklich keiner ekligen) durch ein Labyrinth aus großen Löffeln, Messern und Gabeln aus Plastik zu führen. Die zwei bis vier Mitspieler können im Labyrinth die großen Besteckteile so verdrehen, dass die Kalerlake hoffentlich in ihre Ecke surrt und in eine der „Fallen“ an den vier Ecken des Spiels fällt. Wer sich diese Ecke ausgesucht hat, gewinnt die Runde und bekommt einen Kakerlakenchip. Welches Besteckteil gedreht werden darf, entscheidet der Würfel, wie das Labyrinth zu Beginn aussieht, die Spieler (es gibt vier Vorlagemöglichkeiten).

Die Idee mit der Kakerlake, die sich selbständig übers Spielfeld bewegt, ist recht nett – es ist ein batteriebetriebener Hexbug Nano. Die amerikanische Firma Hexbug vertreibt kleine Insektenroboter in bunten Farben.

Da sich der Miniroboter völlig selbständig durch das Labyrinth surrt, haben vor allem Kinder wirklich das Gefühl, einen süßen kleinen Mitspieler zu haben. Das Spiel ist ab fünf Jahre und für die Kleineren könnnte der kleine Roboter zu Beginn etwas zu schnell unterwegs sein – schließlich benötigen sie etwas länger, um den Irrgarten auf dem Spielfeld zu übersehen.

Das Spiel ist recht schnell aufgebaut und kann dann in dieser Form im Spielkasten bleiben. Etwas schwierig waren die Bildbeschreibungen zur Montage des eigentlichen Labyrinths zu lesen – das hätte man klarer zeichnen lassen können.

Für Erwachsene ist das Dauersurren der Kakerlake auf Dauer etwas nervig – Kinder stört das natürlich nicht. Sie finden es toll, dem kleinen Roboter die Wege zu verbauen und ihn die richtige Richtung zu lenken. Na dann, auf zur elektronischen Schädlingsjagd!

Kakerlakak von Peter-Paul Joopen für 2 – 4 Kinder ab 5 Jahren
ca. 35 Euro.
Auf der Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2013 und nominiert zum Top 10 Spielzeug 2013

 

 

 

Die Schwester vom kleinen Vampir: Anna von Schlottersteins Nächtebuch

Bei dem Namen Angela Sommer-Bodenburg, dürfte es bei Einigen klingeln, bei anderen vielleicht erst, wenn man noch „Rüdiger der kleine Vampir“ nennt. Er, beziehungsweise die Geschichten über ihn, sind mittlerweile mehr als 30 Jahre alt: Der erste Band erschien bereits 1979. Mittlerweile gibt es 20 Bände, Fernsehserien, Theaterstücke und einen Kinofilm von ihm.

Aber nun hat sich Angela Sommer Bodenburg etwas Besonderes einfallen lassen. Es gibt nicht etwa den 21. Band vom kleinen Vampir, nein, es gibt ein Buch von seiner kleinen Schwester Anna von Schlotterstein. Sie war, wie Einige vielleicht erinnern, in Anton Bohnsack verliebt.

Das neue Buch ist keine Weiterführung der anderen Bände, sondern ein „noch einmal Erzählen“ aus einer anderen Sicht. Im Buch erzählt Anna von Schlotterstein aus der Ich-Perspektive, es ist ihr Nächtebuch: Da Vampire ja tagsüber schlafen können sie keine Tagebücher schreiben, sondern schreiben folglich Nächtebücher.

Tagebücher zu lesen ist anders, als einen Roman zu lesen, die Spannung wird anders erzeugt und es wird natürlich alles genau der Reihe nach erzählt. Was für den erwachsenen Leser etwas langweilig sein mag, kann für kleine Leseanfänger genau das Richtige sein. Sie können sich sehr gut in Anna hineinversetzen, gerade weil es aus der „Ich-Perspektive“ geschrieben ist.

Aber auch für die Erwachsenen ist das Nächtebuch ein Schmankerl, besonders natürlich für die, die die Anton-Bücher selbst als Kind gelesen haben. Man erkennt die Ereignisse wieder, erinnert sich und bekommt doch eine neue, nämlich Annas Sichtweise, auf die Ereignisse präsentiert.

Zunächst erfährt der Leser wie es ist, ein Vampir zu werden, und das Anna eigentlich gar keiner werden wollte. Wie sich Anna in Anton verliebt, welche Sorgen sie sich um ihren Bruder Rüdiger macht. Und vor allem wie sie immer ihr Nächtebuch verstecken muss, weil das absolut unvampirisch ist, und sie bestimmt riesigen Ärger bekommen würde, wenn es jemand fände.

Anna von Schlottersteins Nächtebuch, Angela Sommer-Bodenburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag 2012, ISBN 978-3-499-21560-5 (9,99 Euro)


  

 

Bayala – Gefahr im Elfenland

Als „Herr der Ringe für kleine Mädchen“, so kann man diese Geschichte bezeichnen. Das klingt nach etwas großem, und irgendwie ist es das auch. Der Anfang von „Bayala – Gefahr im Elfenland“ ist etwas verschachtelt, mehrere Erzählstränge beginnen kurz hintereinander, aber sie treffen sich sehr bald und werden überaus spannend gemeinsam weitergeführt. Das Drachenfest im Elfenland muss wegen eines großen Unglücks abgesagt werden: Der große Drache Antylar wurde auf geheimnisvolle Weise in seine Höhle gesperrt. Als kurz darauf auch noch die Zauberkugel Elanthya gestohlen wird ist klar: Hinter beidem kann nur die böse Hexe Uhara stecken. Es geht also wie in „Herr der Ringe“ um Gut und Böse, aber auch darum, dass sich das ändern kann, Uhara war nämlich nicht immer böse, und auch in jemandem der böses getan hat kann eine gute Seite stecken. Wie im „Herr der Ringe“ finden sich Lebewesen aus unterschiedlichen Gruppen zusammen, um für das Gute zu kämpfen. Eine ungleiche Gruppe aus zwei Elfen und einem Zwergtroll macht sich auf, um die Zauberkugel vor Uhara zu schützen. Der Zaubermeister Geltor mit den anderen Zwergtrollen und auch die Drachen mit dem Menschenjungen Kishay machen sich auf den Weg, ihnen zu helfen. Unterwegs treffen sie das Volk der Purazzi, die sie beherbergen und vor allem die Elfe Feya wieder gesund pflegen. Es wird noch einmal sehr knapp, als die Hexe Uhara sie bei den Purazzi aufspürt, aber wie so oft im Leben ist ein großes Herz stärker als jede Waffe, und so geht auch diese Geschichte gut aus. Georg Kress ist der Autor dieser guten Geschichte, der übrigens eigentlich etwas anderes in seinem Leben vorhatte: Er war Musiker und wollte dann Lehrer werden. In seinem Elfenroman  finden sich außerdem ganz wundervoll fantasievolle Illustrationen von Constanze Guhr. Diese Bilder ziehen die Leserin magisch in die Geschichte hinein, und gerade für junge Leserinnen ist es gut, dass es richtig viele sind. Dennoch ist die Altersempfehlung des Verlages (ab 5/6 Jahre) sehr früh, da es gerade am Anfang eine Weile dauert, bis sich die verschiedenen Erzählstränge verbinden. Da kleine Erstleserinnen ja oft auch gerne noch vorgelesen bekommen, gibt es gleich drei verschiedenfarbige Lesebändchen, so kann man verschiedene Stellen ganz einfach markieren. Vielleicht liest ja auch die Schwester noch mit oder die Lieblingsstelle soll immer schnell gefunden sein. Zugegebenermaßen war ich skeptisch: Ein Buch von Schleich und es gibt auch noch die passenden Figuren von Schleich dazu. Tatsächlich war es so, dass es die Elfenserie von Schleich zuerst gab. Vielleicht besaßen die Kinder von Georg Kress einige davon oder waren Elfen-Fans. Denn er ließ sich von seinen Kindern anstecken und erzählte ihnen zunächst selbst erfundene Geschichten, später schrieb er sie auf. Die Firma Schleich hat ihre Serie dann den Figuren aus den Kress Büchern angepasst. Wenn sich ein Kind nach der Lektüre so eine Figur wünscht, ist es gut zu wissen, dass Schleich zwar auch in China und Portugal produziert, aber auch einen Standort in Deutschland hat. Die Firma Schleich ist interessiert an internationalen Standards, was Qualitätsmanagement und faire Produktion angeht und lässt seine Betriebe entsprechend zertifizieren. Bei Plastikspielzeug sind Viele skeptisch, aber zumindest was den Weichmacher angeht, braucht man keine Bedenken zu haben, er ist von BASF und auch für Lebensmittelverpackungen und zur Verwendung im medizinischen Bereich zugelassen. Für alle, die mehr wollen, noch ein Tipp: Es gibt bereits einen ersten Bayala Band: „Das Lied der Freundschaft“. Laut Verlag ist auch der dritte Band bereits in Arbeit. Bayala – Gefahr im Elfenland, 2013, Georg Kress, Dom Publishers Berlin, ISBN 978-3-86922-963-8 (14,95 Euro) Das Buch und ein paar Figuren        

Historisches München – nicht nur für Kinder

Der Kinderbuchklassiker aus dem Jahre 1960 wurde 2012 neu aufgelegt und hat nichts von seinem Charme verloren.

Der tschechische Autor, Miroslav Sasek wurde 1916 in Prag geboren und starb 1980 während einer Reise in der Schweiz. Eigentlich war er Architekt, aber dann fing er an Kinderbücher zu schreiben. Von 1951 bis 1957 lebte er in München. Das vorliegende Buch ist aber nicht der einzige Stadtführer für Kinder den er geschrieben und illustriert hat. Insgesamt gibt es 20 Folgen, darunter Edingburgh, Venedig und Honkong. Es finden sich aber auch Bücher über Griechenland und Österreich in seinem Repertoire. Und sogar eines über den Weg zum Mond. Auch Kurzfilme gibt es mit seinen Zeichnungen.

Das München Buch stellt die schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten Münchens in kurzer gut verständlicher Art dar. Natürlich die Frauenkirche, der Alte Peter, die drei Tore und auch der Stachus dürfen nicht fehlen. Die Universität und die Pinakotheken sind auch mit drin. Und natürlich die Bavaria und die Theresienwiese.
Und dann geht es natürlich auch um andere Besonderheiten, dass Oktoberfest, mit seinen Trachten und der Blasmusik. Auch die Kulinarischen Besonderheiten fehlen nicht, beim Oktoberfest werden einige tausend Steckerlfisch verspeist, die aber von hunderttausend Brathendln übertrumpft werden. Und was wird wohl am meisten gegessen? Klar, etwa siebenhunderttausend Paar Würstl.

Die Vorstellung von Weißwurst, Bier, Radi und Brezen macht gleich Lust auf einen Besuch im Biergarten.

Schön ist, dass es neben den historischen Bildern im Anhang auch noch jede Menge neuere Informationen über das heutige München gibt.

Die schönen Zeichnungen versetzen die Lesenden in ihre eigene Kindheit und für die Kinder ist es mal eine erfrischend andere Art des Zeichnens. Und beide, Leser und Zuhörer bekommen gleichermaßen Lust auf einen Besuch in München. Oder, wenn man in München wohnt, auf einen Stadtbummel, um die Sehenswürdigkeiten aus diesem Buch in der Realität anzuschauen.

München, 2012, Verlag Antje Kunstmann GmbH, München, ISBN 978-3888977930 (16,95 Euro), 65 Seiten, Großformatig.
Mehr zu München mit Kindern hier

Weitere Münchner Stadtführer für Kinder

  

 

Zum Vor- und Nachbereiten des Besuchs

 

Logikspiele IQ Puzzler, IQ Twist und IQ Fit

Räumliches Denken schulen, die Langeweile wegknobeln, Erfolgserlebnisse zaubern – das kann man mit diesen Logikspielen von Smart Games / Jumbo Spiele.

Wie geht es? Die drei Spiele haben etwas mehr als Handyformat, in einer festen Box liegen  bunte Kugelketten in dafür vorgesehenen Lochreihen. Die Ketten haben unterschiedliche Längen und Formen. Ziel des Spiels ist es jeweils, die Kugelketten so in die vorgesehenen Löcher zu platzieren, dass alle Ketten hineinpassen und kein Loch frei bleibt.

Das klingt einfacher als es ist. Im beiliegenden Heftchen sind verschiedene Ausgangslagen skizziert – nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt. Für den „Beginner“ sind bereits fast alle Kugelketten platziert, es fehlen nur ein paar – ein Erfolgserlebnis ist also garantiert. „Experts“ haben hingegen nur ein oder zwei vorgegebene Kugelreihen.

Die drei Spielversionen des gleichen Prinzips unterschieden sich im Detail:

  • Beim IQ Puzzler kann man Kugelketten zweidimensional platzieren, und auf der Rückseite (der Spielbox) die gleichen Kugelketten als Pyramide aufbauen – eine sehr hübsche Variante.
  • IQ Twist ist eher zweidimensional ausgelegt: Die Kreisketten haben an verschiedenen Stellen Löcher, in den vorgesehehenen Lochreihen kann der Spieler noch verschiedenfarbige Stifte einsetzen. Diese helfen dabei, zu entscheiden, welche Kette an welche Stelle gehört – das Spiel ist also generell einfacher als die anderen.
  • IQ Fit ist etwas für Könner: Die Kugelketten selbst sind dreidimensional, wachsen also an verschiedenen Stellen in die Höhe. Die vorgesehenen Löcher der Box sind durchlässig, so dass die Kugeln unterschiedlich nach unten „durchhängen“. Das ergibt sehr viel mehr Variationen, wie die Kugelketten komplett in die zweidimensionalen Löcherreihen passen könnten – sehr schwer!

Diese Spiele trainieren wirklich die Gehirnwindungen und die Konzentrationsfähigkeit – außerdem bieten sie Knobelspaß! Obwohl sie nur für eine Person konzipert sind, können auch mehrere Spieler an einer Aufgabe herumdenken. Eine Altersempfehlung des Herstellers gibt es nicht – circa ab dem Schulalter haben Kinder Spaß an solchen Knobelaufgaben.

Etwas unpraktisch sind die jeweils dabei liegenden Heftchen mit den Aufgaben – in vielen Sprachen (bei denen zum Teil deutsch nicht dabei ist) und nicht sehr praktisch zum Durchblättern. Und noch etwas: Um bei den Mitnahmespielen den Deckel schließen zu können, muß der Spieler eine Aufgabe gelöst haben, sonst passen ja die Kugelketten nicht in die stabile Schachtel. Damit man aufhören kann, muss man also erfolgreich sein…Das ist vielleicht ein Ansporn…

     

Abenteuer auf hoher See

Es ist Sonntagmorgen und eigentlich sollte alles gemütlich sein, wie sonst sonntags auch. Ist es aber nicht, und daran ist Annekind schuld, Kasimirs kleine Schwester, kaum größer als ein Brot und fast nie still.

Kasimir ärgert sich, seine Mutter hat nur Augen und Ohren für Annekind. Deswegen frühstückt er schnell, nimmt seinen Hund Ferdinand und sie gehen ihren Lieblingsweg: zum Leuchtturm.

Aber Kasimir kommt nicht zurück, er wird von Piraten entführt. Er hat schon oft davon geträumt Pirat zu werden, aber ganz so toll ist es dann erst mal nicht. Aber immerhin hat er Ferdinand dabei, und allmählich freundet er sich auch mit den Piraten an. Als er sie dann einmal ganz alleine rettet, ist er vollends von ihnen anerkannt: Ein Piratenüberfall, wo sich doch Piraten nicht gegenseitig überfallen, eigentlich. Kasimir schafft es clever, ein paar von ihnen zu überwältigen und steuert dann dass Schiff weg vom Angreifer-Schiff. Um seine Angst zu übertönen singt er dabei ganz laut.

Natürlich gibt es noch viel mehr Spannendes und Aufregendes und auch noch was Romantisches, aber zu viel wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Irgendwann bekommt Kasimir dann ziemlich große Sehnsucht nach Hause. Aber eigentlich heißt es bei den Piraten: „einmal Pirat, immer Pirat!“. Ob er sie wohl dennoch überzeugen kann, ihn nach Hause zu bringen?

Dieses feinfühlige Buch von Elke Schmitter, erzählt von einem Jungen, der eigentlich lieber träumt, ein Held zu sein, als wirklich einer sein zu wollen. Und der dann doch in diesem Abenteuer über sich hinaus wächst. Irgendwie ist es natürlich eine Jungensgeschichte, Piraten eben, aber irgendwie auch nicht, denn Kasimir hat auch Angst und erzählt von seinen Gefühlen, ohne dass das Buch dadurch zu einem „Mädchenbuch“ werden würde. Geschickt bleibt die Autorin zwischen den Klischees und erhebt sich damit über sie hinaus, so dass es ein wirklich gutes Buch ist, für Jungen und Mädchen.

Das Buch ist empfohlen ab 9 Jahre – mit seinen über 150 Seiten ist es aber schon eine ganz schöne Herausforderung für junge Leser. Wer da neben der spannenden Geschichte noch etwas Motivation braucht, den locken die sehr gut passenden Bilder von Rotraud Susanne Berner zum nächsten Kapitel. Die Illustratorin kennt fast jeder aus ihren bekannten Wimmelbüchern.

Für Elke Schmitter, die bisher Gedichte und Romane veröffentlicht hat, ist es das erste Kinder- und Jugendbuch. Man merkt ihrer Sprache an, dass sie Kindern auf Augenhöhe begegnet und weder eine kindliche noch eine zu komplizierte Sprache verwendet. Man kann nur hoffen, dass es nicht ihr letztes Buch für diese Altersgruppe bleiben wird.

Ich, Kasimir – an Bord eines Piratenschiffs, 2012, Bloosmbury Kinder und Jugendbücher, Bloomsbury Verlag GmbH Berlin, ISBN 978-3-8270-5368-8 (14,90 Euro)

 

 

Auf den Spuren von Piet Mondrian

„Kommt die Zukunft von selbst oder muss man nach ihr suchen?” Krawinkel, der aus der Sendung mit der Maus bekannte Vogel mit rotem Cape, meint nein, die Zukunft kommt von selbst.

Der Maler Spähwinkel ist da anderer Meinung: „Wenn man wartet wird alles bloß älter, das Neue muss man suchen“. Krawinkel bleibt mit seinem Hund undf Freund Eckstein zuhause, aber da kann er bald an nichts anderes mehr denken, als an die unbekannten Dinge die er jetzt verpasst, und so folgen sie dann doch Spähwinkel und seinem Hund Foxtrott.
Mit wenig Text und beeindruckenden Bildern folgen die Leser ab jetzt den beiden, wie sie Spähwinkel und Foxtrott folgen. Und dabei gelangen Groß und Klein von Bild zu Bild ,die sich sowohl vom Malstil als auch von der Landschaft entwicklen. Und sie spazieren durch das Bilderbuch vom Naturalismus über die Moderne bis zur abstrakten Kunst von Piet Mondrian.

Im Gewühl der schon ziemlich modernen U-Bahn verlieren sich Krawinkel und Eckstein. Am Ende finden sich alle wieder in Spähwinkels Atelier und tanzen inmitten von Mondrians Bildern. Das ist sicher im Sinne Mondrians, der selbst Jazz-Liebhaber und begeisterter Tänzer war. Am Ende des Buches sind auch Krawinkel, Eckstein, Spähwinkel und Foxtrott eher eckig dargestellt und sehen aus wie abstrakte Gemälde von Mondrian. Krawinkel wundert sich über Ecksteins neuen Stil, dieser aber meint nur „Ach was, ich war schon immer so modern.“

Mit Sprache hält sich der Autor des Buches sehr zurück, so dass es viel Raum für Fantasie und Gespräche gibt. Für Kinder ab drei ist es eine schöne Geschichte mit vielen Facetten und Anregungen. Aber auch größere Kinder finden die verschiedenen Bildstile spannend, allerdings sollte man eventuell ein Kunstlexikon zur Hand haben, da dann bestimmt Fragen zu Piet Mondrian kommen. Die zwei Zeilen auf der Rückseite des Buches helfen da nicht so viel weiter. Aber die mangelnde Information über Mondrian ist auch schon der einzige Kritikpunkt an diesem ungewöhnlichen Bilderbuch, was wirklich nicht nur ein Kinderbuch ist. Man muss sich auf den Stil einlassen, loslassen von der Vorstellung der typischen Vorlesegeschichten, dann kann man eintauchen in die Welt der Kunst und der Philosophie.

Der niederländische Autor Wouter van Reek, hat schon zwei weitere Episoden von Krawinkel und Eckstein zu Büchern gemacht: „Die Rettungsaktion“ und „Die Erfindung“, beide sind nicht weniger witzig und überraschend als das nun vorliegende. Alle seine Geschichten enthalten philosophische Aspekte und zeugen von der Wichtigkeit der Freundschaft zwischen Krawinkel und Eckstein.

Für „Auf den Spuren von Piet Mondrian“ ist Wouter van Reek im November 2012 mit dem Luchs ausgezeichnet worden. Der Luchs ist ein Preis, den Die Zeit und Radio Bremen seit mittlerweile 25 Jahren jeden Monat an ein Kinder oder Jugendbuch verleihen.

Krawinkel und Eckstein Auf den Spuren von Piet Mondrian, 2012, Gerstenberg Verlag Hildesheim, ISBN 978-3-8369-5441-9 (12,95 Euro)

 

Für Mondrian-Fans: