Schlagwort: Gesunde Ernährung

Auch Kinder müssen viel trinken!

Sportler trinken, Frauen, die auf ihre Linie achten trinken viel – aber Kinder? Die haben doch sowieso immer Durst oder? Manchmal ja, aber öfter auch mal nicht. Schließlich ist der Nachwuchs zwischen Spielen und Toben häufig so abgelenkt, dass er nicht ständig ans Trinken denkt. Aber Trinken ist wirklich, wirklich wichtig auch und gerade für Kinder. Denn auch Kinder geben am Tag Flüssigkeit über die Haut oder den Urin ab, circa 0,3 Liter sind es zum Beispiel bei einem achtjährigen Kind. Kinder benötigen im Verhältnis Körpergewicht – Größe sogar mehr Flüssigkeit als Erwachsene. Der Speicher muss also dringend aufgefüllt werden! Sonst können sich Schüler zum Beispiel schlechter bei den Hausaufgaben konzentrieren

Kinder sollten zwischen 0,7 Liter (2 bis 3 Jahre) und 1 Liter (ca. 10 Jahre) pro Tag trinken. Und zwar natürlich am liebsten Wasser oder ungesüßte Tees, höchstens noch hoch verdünnte Fruchtsaftschorle – alles andere enthält nämlich zu viel Zucker.

Wie erinnert man Kinder ans regelmäßige Trinken?

  • Wasserspender: Das gibt es glücklicherweise immer öfter in Kitas und auch Schulen. Ein Wasserspender, aus dem sich die Kinder ihre Flasche abfüllen können. Bei besonders hartnäckigen „Trinkmuffeln“ lohnt sich vielleicht sogar ein eigener. Hat einen schönen Effekt, wenn die Kinder „selber zapfen“ dürfen. Und das Wasser sieht in den durchsichtigen Tanks so schön blau aus…
  • Rituale schaffen: Ein Glas Tee zum Beginn der Hausaufgaben, ein Glas Wasser beim Heimkommen und zu jeder Mahlzeit ein Getränk – so muss man nicht mehr nachdenken und trinkt trotzdem genug.
  • Menschen mit gefüllten Flaschen am Rucksack oder aus der Handtasche ragend  sieht man immer mehr. Die machen es richtig: Immer unterwegs eine Flasche mitnehmen – dann kann man gleich kontrollieren, wie viel Liter es denn waren, die man selbst und die Kinder unterwegs getrunken haben.
  • Ein Hinweis auf zu wenig Flüssigkeit im Körper ist ein dunkler Urin. Warum also nicht den Nachwuchs anweisen, auf der Toilette nachzuschauen, welche Farbe „das Pipi“ hat? (natürlich erst einmal mitgehen und zeigen, wann es „hell“ ist und wann „dunkel“) Das schärft das Bewusstsein, mehr zu trinken.

Wann schmeckt Wasser „besser?

Häufiges Argument gegen das gesunde Wasser trinken ist ja: „das schmeckt so langweilig…“ Hier Ideen, wie man das ändern kann:

  • Früchte und andere Kräuter ins Wasser geben: Die klassische Zitrone gibt schon viel Geschmack, varrieren kann man aber auch mit Orangenscheiben (ungespritzt natürlich!) und Kräutern wie Minze.
  • Wenn es heiß ist, macht es Spaß, Wasser in einem anderen Aggregatzustand zu sich zu nehmen – genau, Eiswürfel. Durstige Kinder finden es toll, die glasklaren Quadrate zu lutschen und nehmen damit Flüssigkeit zu sich, ohne es zu merken.
  • Eistee – Kräutertees muss man nicht aufkochen, sondern kann sie auch gleich kalt ansetzen. Das ist einfach und genauso gesund wie pures Wasser. Es sieht besser aus, hat einen besseren Geschmack und – klingt besser! Vorsicht allerdings: Nicht doch noch Zucker einrühren! Und: Das geht nicht mit schwazem Tee oder Tee, dem Schwarztee zugesetzt wurde, denn dann wird es bitter…

Übrigens: Es gibt – selten aber doch – „Wassersommeliers“. Genau, Menschen, die schon lange verstanden haben, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Wer das interessant findet: Viel Spaß beim Lesen eines Interviews, das meine Kollegin Karin Hertzer mit einem solchen Sommelier geführt hat: http://warmup-cooldown.de/wasser-gegen-das-schwitzen1/

Falls Sie gleich den Wasserspender kaufen möchten

 

Gemeinsam essen – ein vernachlässigtes Familienritual

Morgens keine Zeit, mittags alle in der Schule/Kita/Arbeit, abends beim Sport oder verabredet? Ein gemeinsames Familienessen ist heutzutage keine leichte Organisationsaufgabe. Trotzdem: Welchen Experten man auch fragt: Jeder sagt, dass gemeinsame Mahlzeiten für die Familienkultur wichtig sind:

  • Sie schaffen einen Zeitrahmen, in dem sich alle Familienmitglieder gemeinsam treffen
  • Sie sind ein Ritual. Rituale sind für den Zusammenhalt in allen Kulturen wichtig. In einer Familie geben sie Kindern Sicherheit, da sie einfach wissen, was wann geschieht. Besonders wichtig heutzutage, wo sich ständig etwas ändert.
  • Sie helfen, die Familie gesund zu ernähren. Wer regelmäßig einigermaßen ausgewogen isst, braucht nicht ständig zwischendurch Süßigkeiten oder anderes. Gewohnheit hilft also bei der Ausprägung gesunder Lebensweisen – von Anfang an.

Wie machen wir das Familienessen besonders schön?

Es gibt viele Ideen, wie man ein Familienessen für alle lustig und schön gestalten kann:

  • „Jeder esse was er kann, nur nicht sein Nebenmann“: Ein Tischgebet muss es nicht sein – kann es aber natürlich. Ein netter Spruch, wenn alle sitzen – eine schönes und einfaches Ritual.
  • Kinder einbeziehen: Wenn Zeit ist, können Kinder aller Altersstufen auch mal mitkochen – dann schmeckt’s sicher nochmal besser. Spätestens bei der Zubereitung des Nachtischs (inklusive naschen) haben Sie sie sicher auf Ihrer Seite…
  • Oder Kellner: Spielen Sie doch einmal Restaurant und lassen Sie den Nachwuchs das essen servieren – natürlich mit der Serviette über dem Arm!
  • Jeder darf sich einmal etwas wünschen: einmal die Woche ist „Wunschessen-Tag“ Wechselweise gibt es das Lieblingsessen eines Familienmitgliedes.

Und was kochen wir da bloß?

Wenn man es geschafft hat, eine gemeinsame Mahlzeitentermin zu finden , ist so mancher Zeitplan restlos überfordert, geht es darum, für das gemeinsame Essen einzukaufen. Gemeinsam gekocht ist aber oft netter,und auch gesünder. Abhilfe gibt es bei verschiedenen Lieferanten, die die Zutaten zu einem Familienessen sowie die Rezepte gleich nach Hause liefern, wie zum Beispiel Kochzauber. Kochen und schnippeln muss man allerdings noch selbst – aber das kann ja auch sehr gemeinschaftfördernd sein. Die Variante gibt es übrigens in einigen Städten auch im Laden: Zutaten und Rezepte können Sie dort gleich im Paket kaufen. Informieren Sie sich und testen Sie die verschiedenen Varianten, sie können in einigen Fällen das gemeinsame Mahl retten.

Aber: Es dürfen auch einmal simple Pfannkuchen, Spaghetti oder Würstchen sein – Hauptsache alle sitzen gemeinam um den Tisch, reden vom Tag, essen, lachen…

Piep, piep piep – guten Appetit!

Illustration: Isabelle Dinter

Noch ein paar Ideen für Familienkochbücher
 

Wie viel Zucker ist in…?

Zuckertabelle

Wieviel Zucker ist genau in ausgewählten Süßigkeiten? Die Familothek-Zuckertabelle:

Name des Produkts Inhalt Gesamtzuckergehalt,
Gramm je Portion
Anzahl
Zucker-Würfel
Ehrmann Früchtetraum 125g 21,9 7
Fruchtzwerge 50g 7,6 3
Fruchtzwerge – weniger süß 50g 6,4 2
Zott Monte Schokomahlzeit 62,5g 9,9 3
Jogurt mit Frucht, 3,3%Fett 150g 17,6 6
Müllermilch 500ml 65,5 22
Milch 1,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milch 3,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milchschnitte 28g 4,8 2
Kinder Maxi King 35g 9,5 3
Kinder Pingui 31g 6,5 2
Nesquik-Snack 26g 8,5 3
Corny Müsli-Riegel 25g 7,3 2
Aldi Knusperone Müsli-Riegel 26g 5,8 2
Ferrero Duplo 18g 7,3 2
Ferrero Hanuta 20,8g 7,1 2
Ferrero Kinderschokolade 1 Riegel (12,5g) 4,8 2
Milky Way 25g 18 6
Mars 58g 40 13
Schokolade, Vollmilch 100g 54 18
Gummibärchen 100g 78 26
Nuss-Nougat Creme 400g 233 78
Nutella 400g 198,8 66
Ketchup (je Sorte unterschiedlich) 500g 120 40
Kellogs Cornflakes 500g 43 14
Kellogs Smacks 375g 183,8 61
Seitenbacher Müsli 750g 183 61
Dr. Oetker Vitalis Kusper Grains 375g 204 68
Getränke
Aldi Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 16,4 6
Hohes C 1Glas (200ml) 15 5
Lidl Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 14 5
Lipton Eistee Lemon 1 Glas (200ml) 14,3 5
Capri Sonne 1 Glas (200ml) 19,8 6,5
Apfelsaft 1 Glas (200ml) 21 7
Oragnensaft 1 Glas (200ml) 18 6
Multivitaminsaft 1 Glas (200ml) 24 8
Sauerkirschnektar 1 Glas (200ml) 28 9
Cola 1Dose (330ml) 35 12Pusteblumen_klein

Heiligt der Zweck die Mittel? Aber natürlich!!

Kommentar: Wer bei der größten Fastfoodkette Deutschlands ein Happy Meal kauft, bekommt manchmal – durch eine immer wiederkehrende Kooperation mit der Stiftung Lesen – statt Plastikspielzeug ein gutes Kinderbuch dazu.Foodwatch hat die Stiftung Lesen für diese Aktion kritisiert: Eltern werden so motiviert, ihren Kindern schädliches (Fastfood)Essen zu kaufen.

Die Stiftung Lesen will zum Lesen animieren, McDonalds will Burger verkaufen – passt das zusammen?

Gehe ich als Eltern öfter mit den Kindern zum (ungesunden) Burgeressen, wenn ich weiß, da gibt es Bücher? Seltsame Vorstellung.

Kaufe ich als Eltern ein Happy Meal für 3,69 Euro nur wegen eines Buches, das ich beim Kinderflohmarkt für zwei Euro erstehen könnte? Sicher nicht. Bin ich vielleicht unglaublich froh, wenn die Kinder beim ein- bis zweimonatlichen McDonaldsbesuch statt des blöden Plastikspielzeuges etwas bekommen, das nicht bereits kaputt ist, wenn kaum dass alle wieder zu Hause sind?

Lesen Kinder, die sowieso zum Burgeressen gehen mehr, wenn sie dort Bücher bekommen? Wegen dieser Hoffnung hat die Stiftung Lesen die Aktion initiiert. Und auch wenn man es nicht weiß: Möglich wäre es, und das ist ja schon einmal etwas.

Wir haben in der Familothek bereits positiv über Aktionen der Stiftung Lesen (Leipziger Lesekompass) und über Aktionen von Foodwatch  (Ungesundes Kinderessen) berichtet. Wir finden es gut, dass es Organisationen gibt, die sich um gesunde Ernährung und  Bildung kümmern – und aufklären, Lesetipps geben….Hier außerdem noch einen Vorschlag, wie man die Idee vom Giveaway für eigene erzieherische Zwecke einsetzen kann: Belohnungsspielzeug, diesmal für „gutes Essen“ (Happy Meal als Vorbild: Spielzeug für gutes Essen)

Müssen Organisationen, die eine gute Botschaft verbreiten möchten, sich mit ihren Aktionen nur an diejenigen wenden, die sowieso bereits an ihre Ziele glauben? Klar ist das einfacher und sie geben keine hehren Ideale auf. Aber das bedeutet, dass sie lediglich ihre eigenen Leute bestätigen und „sich um sich selbst drehen“. Neue Anhänger gewinnen sie so aber nicht und verfehlen letztlich ihr aufklärerisches Ziel. Vielleicht sollten sie ihre Kraft nicht damit vergeuden, sich gegenseitig zu kritisieren?

Vor dieser Debatte stehen natürlich nicht nur Organisationen wie Foodwatch sondern auch alle Medien. Wir bei Familothek wollen weiterhin eine abwechslungsreiche Mischung zwischen Nischen- und Mainstream-Themen, zwischen politischen und praktischen Themen für ein breites Elternpublikum anbieten.

Denn Eltern wissen aus ihrem Alltag, dass sich besser praktisch als dogmatisch erziehen lässt.

Foto: Bernd Sauerwein

Süßigkeiten bei Laktoseintoleranz

Wessen Kind an Laktosintoleranz leidet, steht immer wieder vor der Frage: Darf mein Kind denn gar nichts anderes als Gummibärchen zum Naschen?

Was ist Laktoseintoleranz?

Als Säuglinge vertragen alle Menschen den Milchzucker (Laktose) – ihr Körper spaltet die Laktose mit Hilfe des Enzyms Laktase in Glukose und Galaktose auf. Bei manchen Menschen baut sich die Menge an Laktase im Laufe ihres Lebens zu stark ab, manchmal auch schon als Kind – eine Laktoseintoleranz ist die Folge.

Die Folgen sind Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit. Glücklicherweise gibt es mittlerweile im Handel laktosearme Milchprodukte wie Milch, Käse, Joghurt, Sahne und Quark oder Sojamilch. Zum Teil sind die Produkte mit Kalzium angereichert, um einen möglichen Kalziummangel auszugleichen. Soweit alles beherrschbar.

Laktosearme Süßigkeiten auf dem Markt

Und auch bei Süßigkeiten gibt es viele Ersatzprodukte auf dem Markt: Laktosefreie Schafsmilchschokolade, die bereits aufgespaltene Laktose enthält, laktosefreie Kokosriegel, milchfreie Toffees, und viel mehr: Ja sogar die von Kindern oft geliebte Schokocreme ist auch für Laktoseunverträglichkeit im Handel zu finden. Auch Osterhase und Nikolaus aus milchfreier Schokolade ist zu kaufen. Natürlich sind diese Produkte nicht gerade supergünstig – aber durchaus bezahlbar. Eine Riesenauswahl laktosefreier Produkte gibt es hier:

Allergikergenuss

Und hier zwei Rezeptideen, wie sich aus laktosefreien Zutaten Leckeres und Süßes zaubern lässt:

Schokokuchen

Zutaten:

  • 250 g Margarine, milchfrei
  • 250 g Zucker
  • 4 Eier
  • 375 g Weizenmehl
  • 2 Tl Vanillinzucker
  • 2 Tl Backpulver
  • 200 g Zartbitterkuvertüre, milchfrei
  • 1 Tl rosa Pfeffer, zerstossen
  • Schale einer ungespritzten Orange
  • 125 ml Orangensaft
  • 100 g Zartbitterkuvertüre, milchfrei
  • 1 Tl rosa Pfeffer, zerstossen

Margarine und Zucker schaumig rühren, Eier eines nach dem anderen zugeben. Alles gut vermischen. Mehl mit Vanillinzucker und Backpulver mischen und Löffel für Löffel unterrühren. Geriebene Orangenschale, Orangensaft und rosa Pfeffer zugeben. 200 g Kuvertüre schmelzen (Wasserbad oder Mikrowelle) auflösen und rasch unterheben. Teig in eine Kastenform füllen ( 24x30cm) – Backpapier nicht vergessen! Im Backofen auf mittlerer Schiene bei vorgeheizten 175°C circa. 40 Minuten backen. Wer will: Den Kuchen nach dem Abkühlen mit Zartbitterkuvertüre glasieren und mit gestoßenem rosa Pfeffer bestreuen.

Erdbeer-Milcheis

Zutaten für 10 Portionen:

  • 200ml Sojamilch (kalziumangereichert)
  • 100g Seidentofu
  • 50g Zucker
  • 200g Erdbeeren
  • etwas Zitronensaft

Sojamilch, Seidentofu und Zucker fein pürieren. Genauso die Erdbeeren und der Zitronensaft. Erst das Erdbeerpüree in Eisförmchen füllen und darauf das Sojapüree verteilen und einfrieren.

Noch mehr Rezepte gibt es hier: Lecker ohne

Medien zum Thema:

    

Foto: André Karwath aka

 

Wie viel Zucker ist in…?

Die Zuckertabelle

 

 

Name des Produkts Inhalt Gesamtzuckergehalt,
Gramm je Portion
Anzahl
Zuckerwürfel
Ehrmann Früchtetraum 125g 21,9 7
Fruchtzwerge 50g 7,6 3
Fruchtzwerge – weniger süß 50g 6,4 2
Zott Monte Schokomahlzeit 62,5g 9,9 3
Jogurt mit Frucht, 3,3%Fett 150g 17,6 6
Müllermilch 500ml 65,5 22
Milch 1,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milch 3,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milchschnitte 28g 4,8 2
Kinder Maxi King 35g 9,5 3
Kinder Pingui 31g 6,5 2
Nesquik-Snack 26g 8,5 3
Corny Müsli-Riegel 25g 7,3 2
Aldi Knusperone Müsli-Riegel 26g 5,8 2
Ferrero Duplo 18g 7,3 2
Ferrero Hanuta 20,8g 7,1 2
Ferrero Kinderschokolade 1 Riegel (12,5g) 4,8 2
Milky Way 25g 18 6
Mars 58g 40 13
Schokolade, Vollmilch 100g 54 18
Gummibärchen 100g 78 26
Nuss-Nougat Creme 400g 233 78
Nutella 400g 198,8 66
Ketchup (je Sorte unterschiedlich) 500g 120 40
Kellogs Cornflakes 500g 43 14
Kellogs Smacks 375g 183,8 61
Seitenbacher Müsli 750g 183 61
Dr. Oetker Vitalis Kusper Grains 375g 204 68
Getränke
Aldi Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 16,4 6
Hohes C 1Glas (200ml) 15 5
Lidl Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 14 5
Lipton Eistee Lemon 1 Glas (200ml) 14,3 5
Capri Sonne 1 Glas (200ml) 19,8 6,5
Apfelsaft 1 Glas (200ml) 21 7
Orangensaft 1 Glas (200ml) 18 6
Multivitaminsaft 1 Glas (200ml) 24 8
Sauerkirschnektar 1 Glas (200ml) 28 9
Cola 1Dose (330ml) 35 12

Büchertipps zum Thema:

    

Ungesundes Kinderfood

Wer Lebensmittel kauft, die sich speziell an Kinder richten, kauft oft ungesund: Die auf Ernährung spezialisierte Verbraucherorganisation Foodwatch hat Kinderlebensmittel gemäß der bekannten Ernährungspyramide des aid analysiert und herausgefunden: Über 70 Prozent der insgesamt 1514 Kinderprodukte sind in der „roten“ Kategorie dieser Pyramide einzuordnen.

Kinderprodukte mit zu viel Zucker und Fett

Es handelt sich um süße und fette Snacks, die nach den Empfehlungen des vom Bundesernährungsministerium geförderten „aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz“ nur „sparsam“ verzehrt werden sollten. Gerade einmal 12,4 Prozent der Produkte können der grünen Kategorie an der Basis der Pyramide zugeordnet werden – solche Lebensmittel sollten Kinder eigentlich „reichlich“ verzehren. Die Pyramide der Ernährung ist also gerade bei Kinderlebensmitteln „auf den Kopf“ gestellt.

Doch gerade diese Produkte werden besonders für Kinder beworben, haben die coole Comicfigur auf der Verpackung oder werben mit bunten Aufklebern. Klar, dass Kinder hier besonders zugreifen. Foodwatch wirft der Industrie vor, Kinder so zur falschen Ernährung zu verführen – da diese lukrativer ist, als eine gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse.

Liste von Foodwatch

Für den Durchblick beim Einkauf hier die gesamte Liste aller von Foodwatch gecheckten Produkte. (Liste) Denn wer Bescheid weiß, kann sich besser entscheiden – und das ungesunde Produkt öfter einmal liegen lassen. Und auch für den maulenden Nachwuchs, der nun auf die lustigen Aufkleber verzichten muss, gibt es Trost: Von Familothek gibt es ein Stempelheft, in dem Kinder Bonuspunkte für gesundes Essen sammeln können. Haben sie das Heft voll, können sie es bei ihren Eltern gegen ein vorher verabredetes Geschenk eintauschen. Iss mal anders

Büchertipps zum Thema:

    


Grafik: Foodwatch

Stempelheft „Iss mal anders“

Ein Projekt von Familothek zur Belohnung von guten Ernährungsgewohnheiten bei Kindern

 

Und so geht‘ s: Festlegen, welche gute Ernährungsgewohnheit gefördert werden soll: Pro Apfel einen Stempel? Pro Restaurantbesuch ohne Fastfood? Pro gesundes Frühstück einen Smiley? Das Erfolgsgeschenk legen Eltern und Kind gemeinsam fest.

Dann Stempelheft herunterladen, ausdrucken und entlang der Linien zum Heft falten. Bei Erfolg einen der Smileys (hier die Druckvorlage) ausschneiden und einkleben, einen Haken beim Kästchen machen oder ausstreichen oder oder. Wenn die zwölf Punkte erreicht sind – belohnen! Manchmal nützt ein Zwischenziel schon bei 3 oder 6 erreichten Punkten.

 

Wie kamen wir auf die Idee des Stempelheftes? Hier die Erklärung

Happy Meal als Vorbild: Spielzeug für gutes Essen

Vom Spielzeug zum Essen zur lebenslangen Geschmacksprägung: Eindrucksvoll demonstrierte die Sendung „Mc Donalds Check“ Mitte Januar 2012 in der ARD wie Kinder bei McDonalds auf den Geschmack kommen:

Mit einem Eye Tracker wurden die Augenbewegungen einiger Grundschüler beim Blick auf ein Happy Meal testweise nachvollzogen: Die Augen aller Kinder blieben viel länger auf dem Spielzeug, das beigelegt war, als auf dem Essen als solches. „Angefixt“ davon, so hieß es in der Sendung, werden die Kinder später eher Konsumenten, für die der typische Mc Donalds-Geschmack eine positiv besetzte Kindheitserinnerung bedeutet.

 

Spielzeugverbot in Fast Food Menüs?

Seufzend werden sich viele Eltern vor dem Fernseher vorgestellt haben, dass ein Versuch mit dem eigenen Nachwuchs ganz genauso ausgefallen wäre. Aber was tun? Was soll man solch schlauen Marketingstrategien entgegen setzen?

Der FDP-Gesundheitsexperte Erwin Lotter wirbt dafür, Fast Food-Menüs für Kinder nicht mehr mit Spielzeug zu bewerben. Abgesehen davon, dass dies ein ungewöhnlicher Vorschlag für einen Vertreter der liberalen Partei ist, kann man sicher nicht davon ausgehen, dass ein Verbot – sollte es durchsetzbar sein – so schnell käme. Bericht

Viel besser: Erfolgreiche Strategie für eigene Zwecke nachmachen!

Dass eine Geschmacksprägung unter anderem durch die Zugabe von kleinen Geschenken stattfinden kann, gilt ja nicht nur für Fast-Food-Ketten oder Süßigkeiten. Genauso gut kann es gelten für: Mehr Obst essen, richtige Mahlzeiten vertilgen, Wurst nur mit Brot zu sich nehmen….Warum also nicht Sohn oder Tochter für gesunde Ernährung mit kleinen Geschenken belohnen? Und das kann jede Familie individuell überlegen: Ob es darum geht, ein kleines Geschenk für jeden verputzten Apfel zu geben oder jede Mahlzeit belohnt werden soll, bei der der Nachwuchs nicht im Fast Food-Restaurant isst.

Stempelkarte für gesundes Essverhalten

Und da größere Geschenke auch einen größeren Anreiz bieten, haben wir uns bei Familothek eine Stempelkarte ausgedacht: Bei zwölf Stempeln (Smileys oder ausgestrichenen Feldern) für zwölf mal „gesund Essen“ bekommt der Nachwuchs ein größeres Geschenk. Ist es besonders schwer, auch schon bei drei oder sechs als „Zwischenziel“. Einfach ausdrucken und lossammeln. („Iss mal anders„) Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht auch könnten!

P.S.: Natürlich sind auch wir es, die die Kinder ins Fast-Food Restaurant bringen: Meist in der Nähe, meist günstig. Entspannt die Ketchupkleckse des Nachwuchses auf dem Tisch betrachten und die Rasselbande nach der Nahrungsaufnahme auf die Rutsche jagen. Nicht mit einem hippeligen Kleinkind auf das Essen warten müssen. Viele weitere Tricks von Fast Food Restaurants, um  Kinder als Konsumenten-Nachwuchs zu gewinnen, wurden in der obengenannten ARD-Sendung gar nicht angesprochen.

Wir sagen: Die Dosis macht das Gift – ab wann die Dosis Gift ist, muss jede Familie für sich entscheiden. Alternativen kann man immer suchen: Das Restaurant mit Spielplatz im Sommer oder  das Picknick auf der Wiese. Wir wissen aber auch: Es geht nicht immer. Deshalb geht unser kleines Bonussystem mit dem Stempelheft auch nicht gegen schlechte Gewohnheiten an, sondern soll gute Gewohnheiten fördern! (das klappt besser, das kann jeder Psychologe bestätigen)

Die Sendung bei der ARD: Mc Donalds Check

Von Windbeuteln verwirrt

Goldener Windbeutel 2011

Verbraucherschützer entlarven, wie eine irreführende Vermarktung den Eltern gesunde Kinderprodukte vorgaukelt

Immer mehr Verbraucher haben sich 2011 an der von Foodwatch initiierten Kampagne „Abgespeist“ beteiligt und online den „Goldenen Windbeutel 2011“ gewählt. Dieses Jahr ging der Negativpreis für die dreisteste Werbelüge des Jahres an die Milch-Schnitte von Ferrero.

Ferrero bewirbt die Milch-Schnitte mit dem Slogan „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch“ und mit der Unterstützung wechselnder Spitzensportler. Tatsächlich ist das Produkt mit einem Zucker- und Fettgehalt von insgesamt rund 60 Prozent weder sportlich noch leicht.
„Die Milch-Schnitte hat mehr Zucker, mehr Fett und mehr Kalorien als Schoko-Sahnetorte – die Ferrero-Manager täuschen ihre Kunden nach Strich und Faden, wenn sie ein solches Produkt als sportlich-leichte Zwischenmahlzeit bewerben“, kritisiert Anne Markwardt, Leiterin der foodwatch-Kampagne gegen Etikettenschwindel.

 

In der negativen Top-5-Parade der Werbelügen waren dieses Jahr drei Produkte, die besonders für Kinder vermarktet werden. Zur Milch-Schnitte gesellten sich die „Nimm2“ Bonbons von Storck (Platz 3) und Stockmeyers „Ferdi Fuchs“ Mini-Würstchen für Kinder (Platz 4).

Ein Vitamin macht noch kein gesundes Nahrungsmittel

Der Hersteller von „Nimm2“ rührt einen künstlichen Vitamincocktail in die süße Bonbonmasse und bewirbt dann seine Süßigkeiten als gesund. Fachleute halten die zugesetzten, angeblich „wertvollen Vitamine“ für völlig überflüssig, da der Körper sie ganz einfach wieder ausscheidet. Kindern wird auch noch suggeriert, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können. Dabei sollte man nie vergessen, dass ein Bonbon immer ein Bonbon bleibt.

Auch Stockmeyer setzt bei der Vermarktung der „Ferdi Fuchs“ Mini-Würstchen auf Spaß für Kinder – durch Comicfiguren und Gesundheitsbotschaften für die Eltern. Die vitaminisierten Würstchen enthalten aber einen viel zu hohen Salzgehalt: Würde man die von Verbraucherschützern geforderte Nährwert-Ampel-Kennzeichnung anwenden, wäre das ein glattes rot. „Eher als einen täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung müsste Stockmeyer von einem täglichen Beitrag zum späteren Bluthochdruck sprechen“, mahnt Foodwatch.

 

Manche Hersteller reagieren

Ferrero nahm zur Vergabe des „Goldenen Windbeutels“ an die Milch-Schnitte offiziell nicht Stellung und signalisierte keine Gesprächsbereitschaft mit den Verbraucherschützern. In der Vergangenheit konnte die Kampagne auf Abgespeist.de aber auch Erfolge verbuchen. 2009 wurde der Frucht-Tiger von Eckes-Granini noch als gesund beworben. Dieses Kindergetränk war jedoch mit umstrittenen Zutaten versehen und deshalb noch ein Kandidat für den Goldenen Windbeutel. Der Hersteller reagierte auf den Verbraucherdruck und schon während der Abstimmung im Frühjahr 2009 stoppte dieser die Bewerbung des Produkts als „gesund“. 2010 folgte der konsequente Schritt: Der Verzicht auf Aroma, bedenkliche Zusatzstoffe und überflüssige Vitaminzusätze.
Es ist wünschenswert, dass Etikettenschwindel mit Kinderprodukten im besonderen Fokus der Verbraucherschützer bleibt und dass viele ernährungsbewusste Eltern dazu beitragen, irreführende Vermarktung von Lebensmitteln zu entlarven. Nur mit Aufklärung der Verbraucher und durch Druck auf die Hersteller kommen die wirklich von Familien gewünschten Lebensmittel in die Einkaufstüte.

 

{jb_lightbulb}Tipp für den Alltag:{/jb_lightbulb}

Viele Smartphones haben Apps als praktische und gesunde Einkaufshilfe zum Herunterladen. Einfach mit dem Smartphone den Barcode des Produktes einscannen und man bekommt alle wichtigen Ernährungsdaten auf einen Blick, oft klarer dargestellt, als die Ernährungstabellen, die die Hersteller auf die Verpackungen drucken. App-Beispiele: Food-Watch für Iphone und Barcoo für Android.

Fotohinweis: Foodwatch