Schlagwort: Kinderkrankheiten

Grippeimpfung auch für Kinder?

Jedes Jahr im Herbst rät die Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland (STIKO) zur Grippeimpfung vor Beginn der kalten Jahreszeit. Aber rät sie dies auch für Kinder?

Jein. Geimpft werden sollten Kinder ab 6 Monaten lediglich dann, wenn sie chronisch krank sind. Also beispielsweise einen angeborenen Herzfehler haben, unter chronischen Lungenerkrankungen leiden wie Asthma oder Mukoviszidose. Außerdem bei Stoffwechselleiden wie Diabetes sowie angeborener oder erworbener Immunschwäche.

Neu ist, dass eine Impfung sowohl durch eine Spritze als auch durch das Einsprühen in die Nase möglich ist. Studien bei Kindern ab zwei und unter sechs bis sieben Jahre haben einen besseren Schutz des Wirkstoffes ergeben, der durch die Nase eingesprüht wird. Die Ständige Impfkommision, weist aber darauf hin, dass sie keinerlei Impfart empfehlen – es gibt wohl dazu in der Summe noch zu wenige Studien.

Die STIKO ist ein Rat aus Fachleuten, unterstützt von Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts, der sich zweimal jährlich trifft, um aktuelle Empfehlungen zum Thema Impfen auszusprechen.

Mehr wissen über Zecken

Sommerzeit ist Zeckenzeit – da schadet es nicht, wenn sich Kinder und Erwachsene über die winzigen Plagegeister informieren.

Denn leider ist es nicht nur lästig, wenn man sich in Wald und Flur einen der kleinen Blutsauger eingefangen hat – da Zecken gefährliche Krankheiten übertragen, ist ein Kontakt mit ihnen nicht ganz sorglos zu nehmen.

Und es ist gut, wenn auch Grundschüler bereits informiert sind. Kindgerecht geht das auf www.zeckenschule.de, einem mehrfach ausgezeichneten Online-Angebot. Dort erfahren kleine Besucher und ihre Eltern wie Zecken leben, welche Gefahren von ihnen ausgehen, und wie man sich vor ihnen schützen kann. Kleine Spiele und interaktive Aufgaben, wie das Zeckenpuzzle und das Zeckenquiz verankern das Wissen hoffentlich nachhaltig.

Der Schutz vor Zecken nimmt in dem Online-Angebot einen thematischen Schwerpunkt ein – dazu zählt unter anderem das regelmäßige Absuchen und das schnelle und sichere Entfernen der kleinen Blutsauger.

So werden Kinder spielerisch für das Thema sensibilisiert und achten mehr auf die Gefahrenquellen. Sie können es vielleicht schneller einordnen, was „der schwarze Punkt“ da bedeutet und zeigen den Punkt gleich ihren Eltern, die dann die Zecke rechtzeitig entfernen können.

Foto: www.zecken.de

Bei Giftalarm ein Blick aufs Handy

Rat und Tipps, wenn kleine Entdecker Unbekanntes in den Mund gesteckt haben: Handybesitzer mit Android oder mit iPhone Betriebsystem können sich einen neuen Giftratgeber-App für kleines Geld im Internet herunterladen.

 

Dort finden sie eine Liste mit 190 Giftstoffen und die Anleitung, was Eltern tun sollten, wenn Sohn oder Tochter etwas Giftiges gegessen haben könnten. Außerdem Fotos von 60 Giftplanzen, damit sie auch der Laie erkennen und vergleichen kann. Die App bietet darüberhinaus Tipps zu Zecken, Schlangen, Quallen, Bienen und Wespen.

Herausgeber der App ist die niederländische Stiftung Ticket to Prevent, die unter anderem mit Experten des Niederländischen Roten Kreuzes und der niederländischen Überwachungsorganisation für Konsumentensicherheit zusammenarbeitet.

Die Giftratgeber-App (unter Gifteratgeber-App suchen) gibt es auf Englisch, Deutsch, Niederländisch und Französisch und kostet zum Beispiel im iTunes App Store 3,99 Euro.

Im Notfall also: Erst ein Blick aufs App für die erste Hilfe. Erscheint es einem nötig, ein Anruf beim Giftnotruftelefon, dessen Telefonnummer Eltern kleiner Kinder eingespeichert haben sollten: Giftnotruftelefon

 

Foto: Hugo.arg

Magen-Darm-Infekt und Spuckalarm – was ist zu tun?

Manche Kinder haben es selten, manche leider ständig – Magen-Darm-Infekte. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Kind ganz ohne durch die Kindheit kommt.

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind wirklich unangenehm – aber meistens hört diese Krankheit nach 2-4 Tagen von selbst wieder auf.

Kann eine solche Krankheit auch gefährlich werden?

Oh ja, sie kann. Die größte Gefahr bei Durchfall und Erbrechen ist die Austrocknung durch Flüssigkeits- und Salzverlust. Wir Erwachsene haben durch unsere Körpergröße ein viel größeres Flüssigkeitsreservoir und sind dadurch nicht so schnell gefährdet – Kinder aber schon. Besonders bei Säuglingen kann das wirklich schnell gehen. Also aufpassen und auf Anzeichen der Austrocknung achten, wie

  • Zunge und Lippen werden trocken
  • Der Urin wird dunkel
  • Das Kind ist schlapp

Am wichtigsten ist es, dem Kind in einer solchen Phase, ständig Flüssigkeit anzubieten: Tee, Wasser, Milch (das Stillkind weiter stillen) – und wenn es nicht „drin“ bleibt, dann eben alle 10 Minuten ein Löffelchen. In der Apotheke gibt es spezielle Rehydrationslösungen, die auch helfen können, wenn es der kleine Patient verträgt. Und wenn so gar nichts im kleinen Magen bleiben will, und beispielsweise die Windel schon länger als sechs Stunden trocken geblieben ist – lieber einmal zu viel ins Krankenhaus fahren, denn dort kann man dem Austrocknen ganz schnell Herr werden. Gute Besserung für alle!

Bildquelle: aboutpixel.de / Kleinkind weint © Benjamin Thorn

… Und immer wieder grüßen die Grippeviren

Mit den ersten Frühlingsboten kommen, wie jedes Jahr, auch die ersten Krankheitswellen des Jahres. Gleiches gilt für den Herbst. Speziell in den Übergangszeiten haben die diversen Krankheitserreger leichtes Spiel und die Anzahl an Neuerkrankungen kann innerhalb kürzester Zeit extrem ansteigen.

Grippaler Infekt oder Grippe?

Eine echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine schwere Krankheit und keine Erkältung. Eine Erkältung bezeichnet der Kinderarzt als grippalen Infekt. Beides sind Viruskrankheiten und erfordern, wenn sie ohne bakterielle Komplikationen bleiben, keine antibiotische Therapie. Trotzdem ist es wichtig, sie zu unterscheiden:

Grippaler Infekt = Erkältung

Wenn Fieber auftritt, dann steigt es nur langsam und wird nicht besonders hoch. Begleiterscheinungen sind leichte Schluckschmerzen, Schnupfen, Halskratzen, dumpfe Kopfschmerzen und eventuell Husten. Man fühlt sich zwar schlapp, aber nicht besonders schwer krank. Selbst wer auch leichte Übelkeit oder Durchfall bekommt, ist relativ schnell wieder fit. Spätestens nach einer Woche fühlt sich der Patient wieder gut.

Grippe = Influenza

Der Fieber steigt plötzlich und kann bis zu 41 Grad erreichen. Es treten Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, starke Gelenk- und Muskelschmerzen sowie starke Migräne auf. Auch kleine Patienten verlangen von selbst totale Bettruhe. Besonders bei Kindern kommt die Influenza oft als Magen-Darm Grippe daher: Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchweh und Durchfall sind aber stärker ausgeprägt als bei einem leichten Infekt und halten länger an. Nach einer echten Grippe fühlt man sich oft wochenlang abgeschlagen und matt.
Übrigens: der Arzt kann eine echte Grippe mit einem Schnelltest nachweisen. Die somit diagnostizierte Krankheit ist dann in Kindergarten und Schule meldepflichtig.

Was tun, um Ansteckung innerhalb der Familie zu vermeiden?

Ob Influenza oder grippaler Infekt – auch wenn es schwer fällt, schützen Sie die gesunden Familienmitglieder, um Kettenansteckungen zu vermeiden. Dafür müssen Sie Kranke und Gesunde trennen:

  • Bringen Sie Familienmitglieder, die krank sind, in einem anderem Raum unter.
  • Möglichst nur eine Bezugsperson sollte sich um den Kranken kümmern.
  • Diese Bezugsperson sollte sich besonders schützen und z.B Gesichtsmaske tragen, sehr häufig Hände waschen und mit Desinfizierungslösungen aus der Apotheke behandeln (Gegen Viren aktive Lösungen nutzen).
  • Verwendete Masken oder Tücher richtig entsorgen und in verschlossenen Tüten in den Abfalleimer werfen.
  • Häufig den Raum und die gesamte Wohnung lüften.
  • Versorgen Sie den kleinen Kranken mit ausreichend Flüssigkeit, da dieser oft nicht viel essen mag. Wasser, Saft, Suppe, usw. sowie Muttermilch für Säuglinge sind bei grippalen Infekten die beste Medizin.
  • Bei Anzeichen einer echten Influenza (siehe oben) – bleiben Sie vorerst zu Hause und konsultieren Sie den Arzt. Folgen Sie seinen Anweisungen.

Übrigens: Wenn Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit einer Grunderkrankung nur mit einem normalen Infekt erkranken, sollten sich dennoch sofort medizinisch versorgen lassen, da die gesundheitlichen Risiken dieser an sich normalen Krankheit für sie erhöht sind.

 

Foto: aboutpixel.de / krank © marshi