Schlagwort: Mediennutzung

Smartphone für jüngere Kinder – pro und contra

Irgendwann wird auch Ihr Kind wahrscheinlich ein Smartphone besitzen wollen – schließlich haben wir, die Eltern, meist auch eins. Aber ab wann ist das passende Alter dafür? Wie immer ist das individuell sehr verschieden. Damit Sie als Eltern den richtigen Zeitpunkt für Ihr Kind finden, hier ein Pro und Contra sowie ein paar Tipps zum Thema Handy und Kinder. Gewichten Sie selbst, welches Argument bei Ihnen und Ihrer Situation zu Hause schwerer oder leichter wiegt:

Smartphone für Grundschüler Pro

  • Sicherheit: Auf allen Wegen immer erreichbar für „Komm-nach-Hause“ oder „ich hole Dich später – Nachrichten. Sehr praktisch!
  • Wer es ganz genau wissen will oder muss, kann einen Standort-Software aktivieren und weiß dann immer genau, wo sich das eigene Kind gerade befindet.
  • SMS  – die Kleinen schreiben ihre Nachrichten selber und lernen dabei gleich tippen und Sätze formulieren.
  • Fotos machen, Filme drehen – das macht auch jüngeren Kindern sehr viel Spaß – und wahnsinnig kreativ sind sie meist sowieso.
  • Mit einer coolen App lernt es sich doch gleich viel leichter für die Schule!
  • Und wenn der Nachwuchs argumentiert, dass er eines „braucht“ um dazuzugehören? Weil „alle“ aus der Klasse eines haben? Wirklich, wirklich? Vielleicht erzählen dies die schlauen Kinderchen ja zu Hause bei allen Eltern der Klasse (Sie erinnern sich, klassischer Trick: „der andere darf aber auch…“)

Smartphone für Grundschüler Contra

  • In diesem Alter wird gerne Vieles vergessen und verloren – und vielleicht auch einmal das Smartphone…Also: Höchstens ein Prepaid-Handy.
  • „Kostenfalle Handy“ – das gilt besonders für ein Smartphone in Kinderhand: Kostenpflichtige Apps herunterladen, im Ausland telefonieren, Betrügern mit dubiosen Anrufnummern auf den Leim gehen – es gibt viele Möglichkeiten, das Taschengeldkonto stark zu überziehen. Also besser – genau – Prepaid.
  • Mit einem Smartphone kann Ihr Kinderzeit jederzeit unkontrolliert ins Internet – auf jede Internetseite und auch zwei Stunden lang. Ein Tipp: Keinen Datenvertrag abschließen und das Kind nur zu Hause ins W-LAN einloggen lassen – dann haben Sie als Eltern über Zeit und Internetseiten noch Kontrolle. Apps können Ihnen als Eltern helfen, den Zugriff Ihrer Kinder auf verschiedene Funktionen einzuschränken und zu überwachen.
  • Viele Erwachsene können ohne ihr Smartphone nicht mehr aus dem Haus gehen, viele Jugendliche sitzen mit der Nase vorm Handy am Essenstisch. Muss das also wirklich so früh anfangen? Jump ’n Run auf dem Minibildschirm statt fangen spielen in der Grünanlage? Bitte nicht!

 

 

Smartphone-Regeln für Teenager

Irgendwann kommt der Tag: Der Teenager oder „Fast-Teenager“ bekommt ein Smartphone. Wann es soweit ist, das ist individuell verschieden. Zum Thema „Smartphone für jüngere Kinder?“ haben wir uns schon einmal ein paar Gedanken gemacht.

Doch mit dem eigenen Smartphone können sich leicht schlechte Gewohnheiten einschleichen – auch wenn bei vielen das Internet erst einmal komplett ausgeschaltet bleibt oder nur zu Hause verfügbar ist. Dazu der Hinweis, dass es bei einigen Vertragsanbietern möglich ist, im Rahmen einer Kindersicherung das mobile Internet auszuschalten, und dennoch das Surfen im WLAN (und unter Aufsicht) zu ermöglichen. Am besten beim Anbieter direkt nachfragen! Wer den Internetzugang erst einmal gar nicht erlauben will, kann bestimmte Geräte über den Router von zu Hause ausschalten (oder einfach ein „altes“ Handy benutzen – die konnten nur telefonieren, man erinnere sich)

Vertragsvorlage Smartphone-Nutzung

[box style=“2″ close_btn=“true“]

Vorlage-Smartphone-Vertrag hier mit einem Klick herunterladen

[/box]

Trotzdem sind ein paar Regeln nötig, die dem Smartphone-Anfänger von Anfang an klar machen, was o.k. ist und was nicht. Dazu finden Sie oben in grün die Vorlage eines „Vertrages“ zwischen Eltern und Kindern zur Smartphone-Nutzung. Mit Möglichkeiten zur Regelung der Uhrzeiten, wann das Gerät genutzt werden darf und wann nicht. Zum Ausdrucken, beidseitig unterschreiben und natürlich auch ergänzen – über Ideen in den Kommentaren freuen wir uns!

Geht es mit dem Gerät unbeaufsichtigt ins Internet, sind natürlich noch ganz andere Informationen notwendig. Zum Beispiel, dass man sich mit illegalen Downloads strafbar macht. Oder dass ein Facebook-Profil im Alter von 12 nicht legal ist. Eine gute Grundlage für all diese neuen Regeln sind altersgerechte Bücher, die zusammengefasst über Gefahren und Risiken aufklären (zum Beispiel zum Thema Soziale Netzwerke).

Und natürlich: In der Familie darüber reden, bevor es ans mobile Surfen geht! Hier außerdem eine weitere schriftliche Vorlage zum Thema „illegale Downloads. Sie entstand unter dem Eindruck eines weiterhin geltenden Rechtsurteils, dass sich Eltern dann aus der rechtlichen Pflicht für die illegalen Downloads ihrer Kinder befreien, wenn sie sie vorher nachweislich drauf hingewiesen haben. Juristischer Kinderkram? Das muss jeder für sich selbst entscheiden – sicher ist sicher, finden wir.

Weiteres Infos für Teenies zum Thema Internet und Co

Danke, liebe Digital Natives

Liebe Digital Natives, ich weiß, ihr hattet es nicht leicht: Wir sind ja eure Eltern und seitdem ihr euch mit Technik beschäftigt, gehen wir euch auf die Nerven. Als ihr drei Jahre alt wart, haben wir euch den Fernseher mit der DVD vom „Kleinen roten Traktor“ nach einer Viertelstunde ausgemacht, damit ihr nicht überfordert seid. Mit sechs haben wir euch Computerspiel-Zeiten vorgegeben und darauf gepocht, dass das Ding dann auch wirklich ausgemacht wird – und das manchmal knapp vor dem nächsten Level! Mit neun haben wir uns dann vorübergehend erfolgreich dagegen gewehrt, euch ein sündhaft teures Smartphone mit Flatrate zu kaufen. Und als ihr elf Jahre alt wart, haben wir Spielverderber euch immer noch Facebook verboten.

Ich weiß, wir haben euch genervt -aber glaubt uns, es war alles nur zu eurem Besten! Freiwillig hätten wir uns nicht so oft mit euch über die Mediennutzung gestritten – eure Wutausbrüche und Heulanfälle nach dem selbst gesetzten „Sendeschluss“ ignoriert und ausgehalten. Aber ich weiß auch: Obwohl ihr jetzt alt genug seid, euren Medienkonsum selbst zu kontrollieren (wir hoffen das!), seid ihr zum großen Teil noch nicht alt genug, das zu verstehen. Das wird noch etwas dauern.

Aber eines wollte ich euch trotzdem einmal sagen: Klasse, dass ihr Digital Natives unsere Kinder seid! Ihr zeigt uns neue interessante Funktionen, die wir auf unserem Smartphone nie entdeckt hätten. Ihr portiert uns unser Adressbuch, sprecht mit Google, und ohne euch wären so manche von uns nie darauf gekommen, was denn eigentlich ein Youtuber ist.

Ihr tut also eine ganze Menge für die elektronische Bildung eurer Eltern. Und wenn wir auch in manchen Dingen doch noch fitter sind, als ihr (oder wisst ihr, wie man eine elektronische Steuerklärung versendet?), so ist es doch schön, dass in diesem Falle einmal die Generationen voneinander lernen – gemeinsam.

Gute Eltern-Infos für die Medienerziehung

Die Medienwelt ist bunt – und manchmal gefährlich für Kinder. Aber eine gute Medienerziehung kann schützen. Und was muss ich als Eltern dazu wissen? Informationsportale, Initiativen & Co geben Ratschläge zu Themen wie Mediennutzung von Kindern, Internet, Fernsehen, Computerspiele und Co. Oft weiß man erst einmal nicht, wer dahinter steckt.

Da wir in Deutschland außerdem den Föderalismus haben, fühlen sich im Zweifel sechzehn verschiedene Stellen der öffentlichen Hand besser oder schlechter bemüßigt, Ratschläge und Tipps zur Medienerziehung zu geben. Viele Infos sind in erster Linie gut – aber auch verwirrend. Hier deshalb eine kleine Auswahl, welche weiterführenden Infos zum Thema Medienerziehung wir empfehlen können:

Schau hin Newsletter

„Schau hin“ nennt sich selbst „Medienratgeber für Familien“. Dahinter steht neben dem Bundesfamilienministerium und den öffentlichen Fernsehsendern das Erste und ZDF auch die TV – Zeitschrift TV Spielfilm sowie der Telefonanbieter Vodafone. Also ein Mix aus privatwirtschaftlichen und öffentlichen Stellen.

Ein kostenloses Newsletterprogramm verschickt an Interessenten 30 Tage lang alle zwei Tage einen Newsletter mit thematischem Schwerpunkt. Die Mails bieten einen schönen Überblick über alle Medienfragen, die einem als Eltern mit Kindern in einem bestimmten Alter so am Herzen liegen. Das geht von Computernutzung über Fernsehen bis zu Werbung, Lernspiele oder Handynutzungstipps. Der kurze Newsletter hat jeweils eine Fülle weiterführender Links zum jeweiligen Thema. Es gibt drei Varianten je nach Altersstufen 3-6 Jahre, 7-10 Jahre und 11-13 Jahre.

Wer also Kinder hat, die beginnen, sich ganz besonders mit dem einen oder anderen Medium zu befassen – unbedingt abonnieren!

Zum Thema Online-Spiele haben wir uns mit einer Medienpädagogin von Schau hin unterhalten.

Flimmo TV

Der Verein „Programmberatung für Eltern e.V.“ gibt einen aktuellen Fernsehratgeber für Eltern heraus. Die Initiative, an der sich fast alle Landesmedienanstalten Deutschlands beteiligen, bespricht laufende Sendungen im Fernsehen unter dem Aspekt, welche für ein gewisses Alter geeignet sind, gerade noch akzeptabel oder auch schädlich sein können. So zum Beispiel Sendungen, die Realität mit Soap-Charakter vermischen oder einem gefährlichen Schönheitsideal huldigen. Geschmacksfragen werden dabei allerdings nicht beleuchtet – was für Eltern vielleicht albern und ohne pädagogischen Wert erscheint, aber harmlos ist und unterhält, wird auch so eingestuft. Flimmo gibt es ganz neu auch als App.

Klicksafe

Als Initiative für mehr Sicherheit im Internet, gegründet im Auftrag der Europäischen Kommission nennt sich Klicksafe auch „EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz“. Das Projekt führen die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen gemeinsam. Auch hier gibt es eine Fülle von Elternratgebern, Broschüren, Tipps und Flyer zu den unterschiedlichsten Medienthemen. Wer sich nicht beispielsweise 52 Seiten zum Thema Social Communities herunterladen möchte, kann die Infos kostenlos gedruckt bestellen. Dann bekommt er (oder sie) umfangreiche Infos zum Thema, um mit den eigenen Kindern auf einer Wellenlänge diskutieren zu können.

Wie Medienkonsum begrenzen? Tipps aus dem Elternalltag

Ein Thema, das wohl alle Eltern mit Kindern ab dem Kindergartenalter interessiert: Wie kriege ich den Nachwuchs vom Fernseher, dem Computer, dem Smartphone, der Spielkonsole… weg? Wie begrenze ich die Zeit vor dem größeren oder kleineren Bildschirm?

Denn macht man das nicht – die Erfahrung machen viele Eltern – ufert es gerne einmal aus. Sohn oder Tochter hangeln sich in ihrem Tagesablauf an Fernsehprogrammen entlang, wissen mehr über die Software der Spielkonsole als von der Wiese vor der Tür und wünschen sich zum Geburtstag ausnahmslos Computerspiele – die Oma ist fassungslos.

Hier ein paar Tipps aus dem Alltag:

Aufnahmegerät kaufen

Wirklich, wer noch keins hat, es lohnt sich. Denn natürlich ist es ganz blöde, die Kindersendung auf Kika nach einer bestimmten Zeit abzubrechen, nur weil die Fernsehzeit vorbei ist. Das würde von den Erwachsenen auch niemand wollen. Und ebenso klar, dass sich auch die kurzen Fernsehzeiten bei Kika nicht in den Zeitplan der Familie einpassen. Da wird dann gern einmal doppelt so lange ferngesehen, wie es eigentlich beabsichtigt war. Also bevor man sich von soetwas abhängig macht: Sendung aufnehmen und dann ansehen lassen, wenn es für alle in den Tag passt und in den „Happen“, in denen es für die eigenen Kinder verdaulich ist. Oder man schließt gleich ein Film-Abo ab, kauft DVDs oder Kinderfilme in einem anderen Datenformat – je nach Geschmack und Möglichkeiten.

Die klassische halbe Stunde Medienkonsum

Es soll ja Generationen von Kindern geben, die mit der klassischen „eine halbe Stunde Fernsehen am Tag“ großgeworden sind. Im Prinzip ist eine Zeitbegrenzung ja richtig, aber natürlich verändert sich diese mit steigendem Alter eines Kindes. Für einen Dreijährigen ist das schon recht viel (in jüngerem Alter sollten Kinder ja gar nicht länger in einen Bildschirm schauen), eine Neunjährige kommt damit vielleicht nicht aus – und: Zählt da jetzt das lesefördernde Ausfüllen des Webportals Antolin* dazu? Die erste Internetrecherche? Facebook? Und: Sobald ein Kind verstanden hat, dass diese halbe Stunde am Ende des Tages „verfällt“, will es sie ganz sicher abends um 20:00 Uhr noch einlösen….

Medientaler

Eine wunderbare Idee sind die Medientaler – Dank an Ingrid aus Köln für diese großartige Idee! Grundschul- und Kindergartenkinder bekommen jede Woche mit dem Taschengeld ihre Taler für das Zeitkonto des Medienkonsums der folgenden Woche ausgezahlt. Also beispielsweise sieben gleiche Chips (aus einem Spiel oder ähnliches) für die Woche, zum Beispiel jeweils für eine halbe Stunde. Wer auf dem Tablet, dem Smartphone oder der Konsole spielen will, Computer spielen oder einen Film ansehen möchte, muss „zahlen“. Die Menge der Taler kann man auch erhöhen oder in kleinere Einheiten teilen, wie ein Taler pro zehn Minuten. Zum Beispiel, wenn der Nachwuchs die Computerspiele entdeckt, bei denen es leider sehr schwer ist, aufzuhören. Die Kinder lernen, den eigenen Medienkonsum zu kontrollieren (ähnlich wie beim Taschengeld) und damit zu „haushalten“. Dass der Konsum prinzipiell begrenzt ist, ist irgendwann kein Thema mehr, sondern genauso selbstverständlich wie die Tatsache, dass auch das eigene Geld nicht unendlich zur Verfügung steht.

Kein eigener Computer oder Fernseher

Das ist ein Rat von Experten, den man vielleicht umformulieren sollte. So lange es geht, keinen eigenen Computer (ein moderner Fernseher ist ja auch schon fast einer). Denn kann man sich einen etwas älteren Gymnasiasten ohne Laptop für das Referat und die Internetrecherche vorstellen? Welcher Jugendliche hat kein Smartphone? Klar ist, irgendwann steht das an. Deshalb: Lieber die Weichen vorher stellen, und die eigenen Kinder daran gewöhnen, dass man auch woanders, als nur in der virtuellen Welt leben kann.

Alternativen anbieten

Auch das ist ein Ratschlag, den man schon oft gehört hat. Er bewährt sich in der Praxis immer wieder: An einem Sommertag mit vielen Möglichkeiten zum draußen Spielen, beim Ausflug oder wenn die kleine Freundin zu Besuch ist, ist ein Fernseher/Tablet/Smartphone zum Spielen oft überhaupt kein Thema. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass gerade jüngere Kinder Medien gerne mal aus Mangel an Alternativen (verfügbaren Freunden, Möglichkeiten zum Toben undsoweiter) nutzen.

Und wie machen Sie das?

Fast alle Eltern betrifft es – wie lösen Sie das Problem? Wir und die anderen Leser freuen uns auf weitere Ideen!

* Antolin ist ein Internetportal zur Leseförderung, in dem zu vielen Kinderbüchern interaktive Quizfragen zu beantworten sind. Richtige Antworten werden mit Punkten belohnt. Lehrer müssen sich bei Antolin registrieren, um Punkte sammeln zu können. Sinn ist, Kinder zum Lesen zu motivieren.

Online-Spiele – Expertentipps für Eltern

Apps herunterladen oder gleich auf einem Internetportal los spielen – für Kinder ist diese Entwicklung in der Computerspiele – Industrie ein Paradies. Eltern sehen das etwas anders. Über Gefahren, Schutzmöglichkeiten und Tipps hat Familothek mit der Medienpädagogin Kristin Langer von der Initiative „Schau hin“, dem Medienratgeber für Familien, gesprochen.

Gefahr bei Online-Spielen: Immer weiter und weiter

Eines des größten Anreize bei Online-Spielen: Sie werden so entwickelt, dass ein Spieler möglichst nicht aufhören kann. Smartphone-Apps schicken selbstständig Erinnerungen aufs Handy; Level für Level wird das Spiel interessanter. Warum? Hersteller wollen, dass ein Spieler irgendwann kostenpflichtige Tools nutzt, um länger und besser spielen zu können – damit sich die Investition der Spielentwicklung für ihn lohnt.

Dieser Anreiz ist für Spieler schön, für Eltern anstrengend. Wie kriegen sie das Kind da bloß weg? Medienpädagogin Langer rät dazu, einem Kind in bezug auf Mediennutzung an ein Zeitmanagement zu gewöhnen. Also das Spielen ganz bewusst zu begrenzen: „Im vorgegebenen Zeitfenster können sich die Kinder dann in die Spielwelt hineinbegeben, und das Spiel genießen“, so Kristin Langer. Wichtiger Punkt ist das Training des „Aufhörens“: „Ist die Zeit vorbei (oder das Level zu Ende gespielt) müssen Kinder üben, sich wieder vom „Spiele-Leben“ zu lösen und in die Realität zurückzukehren“, sagt die Expertin. Diese Verhaltensweise „trainieren“ Eltern am besten in der Zeit des Grundschulalters.

Wichtig für Eltern dabei: Am besten die Begeisterung ein Stückchen teilen, dem Kind zeigen, dass es o.k. ist, was es da macht. Und dann: Raus aus der virtuellen Welt. Das darf ruhig zeitlich etwas flexibler sein, dabei helfen zum Beispiel die „Medientaler“. Übrigens gelten diese Ratschläge natürlich auch für den Umgang mit Gameboys oder Spielkonsolen.

Chats

Alle Online-Spiele haben verschiedene Chatfunktionen, in denen sich je nach Spiel ein Kind – ohne es zu wissen – plötzlich in einer Welt mit Erwachsenen bewegt. Dass dabei nicht alle Erwachsenen nur harmlose Absichten haben, wird in den Medien immer wieder gezeigt.

Doch die Gefahren fangen schon früher an: Wenn sich ein Kind durch rüde und sexistische Ausdrucksweisen verletzt und verwirrt fühlt oder beginnt, diese Werte in seine eigene Weltsicht einzubauen. In solchen Situationen sind Kinder verunsichert: Was tun, wenn es in der geliebten Spielwelt auf einmal seltsam gefährlich erscheint? „Für Eltern heißt es auch da „hinschauen“ , genau beobachten, ob sich beispielsweise die Ausdrucksweise eines Kindes verändert“, betont die Medienpädagogin. Und Eltern sind gefordert, ihrem Kind zu helfen, vielleicht ein anderes Spiel zu finden, das altersgerechter ist.

Altersbegrenzungen für Online-Spiele – theoretisch ja

Auch für Online-Spiele greift im Prinzip der Jugendmedienschutz. Die Kommission für Jugendschutz der Landesmedienanstalten (KJM) ist dafür zuständig. Sie prüft, ob ein Online-Spiel beispielsweise gewaltverherrlichende Inhalte hat. Die KJM rät, wenn Eltern sehen, dass jugendgefährdende Inhalte in einem Spiel frei verfügbar im Internet zu finden sind, sich an die KJM zu wenden. ( kjm@medienanstalten.de ). Generell können solche Prüfverfahren zu Strafverfahren werden.

Trotzdem räumt auch die KJM ein, dass diese Schutzmaßnahme nur in Deutschland greift. Viele Online-Spiele werden aber vom Ausland aus auf Internetplattformen angeboten. Zum anderen gibt es im Netz immer mehr sogenannte nutzergenerierte Inhalte wie beispielsweise private You Tube Videos oder auch Chats, die so nicht kontrolliert werden können.

Eine Hilfe: Jugendschutzsoftware

Für Smartphones gibt es sie (noch) nicht, für PCs aber schon: Jugendschutzsoftware, die man installieren kann, damit Sohn oder Tochter nicht unkontrolliert im Netz surfen. Unter www.jugendschutzprogramm.de können sich Eltern kostenlos anerkannte Programme herunterladen. Sie haben alle eine „Whitelist“ (empfohlene Spiele) und eine „Blacklist“, eine Liste bei denen der Zugang für Kinder je nach Alterseinstellung blockiert ist. Diese Programme sind übrigens so konstruiert, dass sie computeraffine Jugendliche nicht so leicht „hacken“ können. Unter diesem Link  außerdem Hier Ratschläge für Sicherheitseinstellungen für Windows oder Mac.

Woher weiß ich als Eltern, welche Spiele geeignet sind?

Wer sich als Eltern nicht gerade selbst in Online-Spielwelten bewegt, hat erst einmal keine Ahnung, welche Spiele es gibt und welche für das eigene Kind geeignet sein können. Außerdem kommen immer wieder neue auf dem Markt. Auf Herstellerangaben sollten Eltern sich nicht verlassen: Zum einen richten sich die internationalen Angaben einiger Hersteller gerne einmal nach anderen Kriterien, als man sie in Deutschland kennt. Vor allem aber wollen Hersteller ihre Spiele in erster Linie verkaufen. Pädagogische Hilfe darf man da als Eltern natürlich nicht erwarten.

Für Eltern heißt das: Bei der Spielauswahl darauf achten, dass das Onlinespiel der Lebenswelt eines Kindes und seines Alters entspricht und natürlich nicht zu gewalttätig ist. In Spielen im kindlichen Ambiente mit kindgerechten Figuren ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich dort wirklich nur Kinder aufhalten. Auf der anderen Seite ist es je nach Alter und Charakter des Kindes auch nicht sinnvoll, streng alles zu verbieten. Auch die Expertin rät: „Ab 11, 12, 13 Jahren kann man Kinder in Maßen Spiele ausprobieren lassen. Wenn sie nicht geeignet sind, werden die Kinder auch von selbst nach einiger Zeit davon wieder ablassen.“

Glücklicherweise gibt es Datenbanken im Internet, die aktuell pädagogische Ratschläge für die neuesten Renner auf dem Spiele-Markt geben:

Als Faustregel gilt: Erst einmal sehen, wer der Absender von Altersangaben bei Online-Spielen ist, sollten sie vorhanden sein. Sich lieber bei öffentlichen Stellen – online oder offline – informieren. Und nicht aus dem Blick verlieren: Wie ist das eigene Kind „gestrickt“? Hat es bei bestimmten Themen/Bildern Angst? Für den gleichen Spieleinhalt, das gleiche Genre, gibt es oft Alternativen, die sich vielleicht in kindgerechtem Ambiente bewegen. So gibt es zum Beispiel beliebte Jump and Run oder Strategie-Spiele in unterschiedlichem Umfeld. Wenn Kinder keine Alternativen kennen, überwinden sie sich vielleicht, ein Spiel im erwachsenen Umfeld zu spielen, obwohl es ein ähnliches Spiel im kindgerechten Umfeld – und vielleicht mit ausschließlich Kindern als Online-Mitspieler – gäbe. Diese sollten Eltern für ihr Kind suchen. Bei der Auswahl helfen die obengenannten Links.

Unterwegs auch mal ohne Smartphone spielen

Um Kindern ein Vorbild zu sein, rät Medienpädagogin Langer, sich selbst bei Wartezeiten mit den Kindern zu beobachten und nicht automatisch das Smartphone als „Pausenüberbrücker“ zu nutzen. Natürlich ist es schön, wenn die Kids statt zu quengeln oder im unpassenden Ambiente Quatsch zu machen, ruhig über ihrer Kinder-App sitzen. Aber es kann ja auch einmal ein gemeinsames „Offline-Spiel“ sein, wenn es zum Beispiel im Restaurant länger dauert: „Ich sehe was, was Du nicht siehst“, ist ja so ein Klassiker. „Stadt-Land-Fluß“ oder „Schiffe versenken“ einer für größere Kinder. Wer dazu gerne eine Vorlage hätte, findet sie kostenlos bei uns. Einfach anklicken und Familothek-Vorlage ausdrucken. Wer Spaß daran hat, kann außerdem unsere Rechtschreibspiele als „Wartezeitüberbrücker“ ausprobieren.

Und noch mehr Infos zum Thema

http://www.internet-abc.de/eltern/onlinespiele-jugendschutz.php

 

 

Facebook – Tipps und Tricks für Eltern

Welche Strategien helfen Eltern, wenn ihre Kinder bei Facebook & Co online gehen? Ein Gespräch mit dem Medienreferenten Uli Sailer.

Nicht jeder hat Zeit und Lust ein ganzes Buch über Internetsicherheit zu lesen. Welche wichtigsten Tipps würden Sie einem Facebook Nutzer geben?

Die Anmeldung sollte nicht nebenbei geschehen, man sollte sich genügend Zeit dafür nehmen und vor allem auch die Nutzungsbedingungen lesen, auch wenn das etwas langweilig ist. Vor allem aber sollte man seine Kontoeinstellungen und die Einstellungen der Privatsphäre sehr sorgfältig machen. Bei www.klicksafe.de gibt es eine sehr nützliche Broschüre dazu.

(Außerdem von uns ein Tipp, ein Ratgeberbuch zu Facebook, aufgemacht für die junge Zielgruppe: Facebook aber richtig)

Welche Tipps haben Sie für Eltern eines jugendlichen Facebook Nutzers?

Für besonders wichtig halte ich, dass sich die Kinder und auch die Eltern an die Regeln halten, das heißt, dass man keinen falschen Namen angibt und kein falsches Geburtsdatum, denn Facebook fordert ganz klar den echten Namen.

Die Kinder zu überwachen halte ich für den falschen Ansatz, denn auch sie haben ein Recht auf Privatsphäre. Vielmehr sollte man darauf achten mit seinen Kindern im Gespräch zu bleiben. Also mal nachfragen, Interesse zeigen und offen sein für das was die Kinder erzählen. Dann kann man ziemlich sicher sein, dass die Kinder einem erzählen, wenn sie wirklich in Schwierigkeiten geraten zum Beispiel viel Geld zahlen sollen. Wichtig ist natürlich, dass man die Aktivitäten der Kinder nicht verteufelt, denn dann erzählen sie einem nichts mehr. Das wäre fatal, denn Probleme, die Kinder im Internet haben können sie in der Regel nicht alleine lösen.

Welche konkreten Einstellungen sind notwendig, um ein sicheres Profil anzulegen für mich oder meine Kinder?

  • Ganz wichtig ist es bei den Privatsphäreneinstellungen nur „Freunde“ zu wählen und nicht „Freunde von Freunden“, sonst können unüberschaubar viele Leute zu private Dinge auf dem Profil sehen.
  • Die Option, ob andere Suchmaschinen auf die Chronik zugreifen können muss unbedingt auf „aus“ sein.
  • Ein wichtiger Check ist es, von einem anderen Benutzerkonto, also zum Beispiel das eines Bekannten, mit dem man nicht auf Facebook befreundet ist, das eigene Profil anzuschauen, um zu sehen, wie viel jeder einfach so zu sehen bekommt.
  • Private und personenbezogene Daten sollten so wenige wie möglich auf Facebook auftauchen. Also niemals die Schule nennen, die man besucht, oder den Betrieb in dem man arbeitet und schon gar nicht Namen von Kollegen oder gar Chefs nennen. Eine negative Äußerung über den Chef auf Facebook kann ein Kündigungsgrund sein.
  • Bei den Benachrichtigungen sollte man die Kontoeinstellung überprüfen, so dass man nur wichtige Nachrichten bekommt, sonst ist das Postfach so überflutet, dass man Gefahr läuft, wichtige Nachrichten zu übersehen.

Worauf muss ich als Elternteil genau achten, wenn ich die Facebookseite meines Kindes beobachte? Wie viel Zeit pro Woche muss ich dafür rechnen?

Man sollte die Facebookseite seines Kindes gar nicht beobachten, Kinder haben wie gesagt auch ein Recht auf eine Privatsphäre. Nur im Gespräch mit den Kindern sollte man bleiben und eine möglichst positive offene Beziehung haben, damit die Kinder bei echten Problemen zu einem kommen und man ihnen dann helfen kann.

Was tu ich, wenn’s passiert ist? Also die Tochter zur Geburtstagsparty mit 1.000 Freunden eingeladen hat? Der Sohn per Facebook gemobbt wird?

In ersterem Fall kann man glaube ich nur die Polizei rufen.
Bei Mobbing kommt es darauf an, was passiert, wen es eher klassisches offenes Mobbing über das Internet ist, dann sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, zunächst mit dem Klassenlehrer und der Schule sprechen, sowie mit dem Schulsozialarbeiter oder bei einer Beratungsstelle außerhalb der Schule.
Wenn es darum geht, dass jemand ein Fake-Profil, also ein künstliches Profil, angelegt hat, dann wenden Sie sich gerne an mich, (www.uli-sailer.de) und ich helfen Ihnen herauszufinden wer das ist.
Oft passiert finanzielle Abzocke über das Internet oder es werden Abmahnungen geschickt, hier sollten sie unbedingt sofort reagieren und sich an einen Anwalt wenden, der auf dieses Gebiet spezialisiert ist. Auch da helfe ich ihnen gerne persönlich weiter.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer berichtete am 18.11.2012 auf dem Heilbronner Bildungskongress, dass Firmen in den USA bei Bewerbern mittlerweile aus den von Facebook gespeicherten Daten ein Persönlichkeitsprofil erstellen lassen. Es gibt wohl schon Fälle in denen Leute den Job daraufhin dann nicht bekommen haben, obwohl sie ihn aufgrund der Bewerbungsunterlagen bekommen hätten.
Gibt es eine Möglichkeit dagegen vorzugehen oder sich davor zu schützen? Und: Inwieweit nutzen deutsche Firmen schon solche Möglichkeiten?

Ein Blick auf das Facebook Profil reicht oft schon aus um Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu schließen und dann evtl. von einer Einladung zum Bewerbungsgespräch abzusehen. Allein die Gruppen auf denen die Person drauf ist, verrät viel über einen. Außerdem kann man auf Facebook sehen, was andere über diese Person reden, auch hier verstecken sich viele Informationen. Dagegen angehen kann man nicht, es lässt sich keinem Arbeitgeber nachweisen, dass es an den Informationen aus dem Internet lag, dass der oder die Bewerberin nicht genommen wurde. Ähnlich wie bei der Gleichstellung ist eine gleichwertige Qualifikation schwer nachzuweisen. Aber vorbeugen lässt sich natürlich, indem man genau schaut, was man im Internet über sich selbst veröffentlicht. Ob Firmen diese Informationsquelle wirklich systematisch nutzen kann ich nicht sagen, aber ich weiß von Fällen, wo der Juniorchef mal in der Mittagspause aus Spaß den neuen Praktikanten auf Facebook angeschaut hat. Der hatte dort über den Chef gelästert und war seinen Praktikumsplatz sofort los.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Eltern nicht für illegale Musikdownloads ihrer Kinder haften sofern sie ihre Kinder aufgeklärt haben. Wie klären Eltern ihre Kinder darüber auf?

Ja, auch den ersten Blick hört sich das Urteil gut an, auf den zweiten ist es aber nicht mehr so viel wert, es bringt tatsächlich nur etwas für Kinder unter 14 Jahren. In diesen Fällen muss die Anklage fallen gelassen werden. Kinder über 14 dagegen haften selbst, und dass heißt dann im Zweifelsfall, dass sie einen sogenannten Titel bekommen und Einkommen, also auch später ihr Gehalt gepfändet wird bis der Schaden bezahlt ist. Da diese Dinge nicht verjähren, kann das ein Leben lang dauern. Da aber kaum Eltern ihrem Kind so etwas zumuten werden, werden weiterhin die Eltern zahlen, es hat sich also nicht wirklich viel geändert.

Die Aufklärung durch die Eltern, dass die Kinder keine illegalen Downloads tätigen dürfen, muss tatsächlich schriftlich festgehalten werden. Ist dies erfolgt gelten die Kinder als von ihren Eltern aufgeklärt und die Eltern sind ihrer Pflicht nachgekommen, aber ob ihnen das soviel bringt ist fragwürdig, wie ich oben erläutert habe. Allerdings verdeutlicht den Jugendlichen dieses Vorgehen vielleicht den Ernst der Lage.
(Eine Vorlage zur Aufklärung Illegale Musiktauschbörsen)

Manche Experten empfehlen, die Eltern sollten mit ihren Kindern Computerspiele spielen. Was halten Sie von einer derartigen Empfehlung?

Das ist eine gute Empfehlung. Wenn man selber mal spielt, dann ist das eine gute Gelegenheit mit dem Kind im Gespräch zu bleiben. Außerdem erfährt man am eigenen Leibe, welches Suchtpotential diese Spiele haben. Wenn man das Verhalten des Kindes besser versteht, und das Kind sich ernst genommen fühlt, lassen sich leichter gemeinsam Strategien und Regeln entwickeln, den Computerkonsum zu beschränken.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Schluss, vieles dreht sich um Facebook, dabei sollte man auch andere nicht aus dem Blick verlieren. Google zum Beispiel ist ein viel größerer Datensammler als Facebook. Auch hier lohnen sich ein Blick in die Betriebsanleitung und ein Blick hinter die offensichtliche Kulisse.

Das Gespräch führte Dr. Katja Sichau

Noch mehr zu dem Thema in unserer Buchempfehlung: Facebook, Twitter und Co – aber sicher

Mehr zum Gesprächspartner: http://uli-sailer.de

Bildquelle: aboutpixel.de / modern zombies 2.0 © Christoph Ruhland

Facebook, Twitter & Co. Aber sicher!

Facebook gehört mittlerweile für viele zum Alltag, entweder sind sie selbst Mitglied oder sie kennen Personen, die Mitglieder sind. In Familien sind dies häufig die Kinder. Ihren Eltern stehen den Aktivitäten ihrer Kinder dann oft mit Unwissen und Skepsis gegenüber.

 

Skepsis angebracht

Dass diese Skepsis durchaus angebracht ist zeigt das neue Buch über die Sicherheit in sozialen Netzwerken von Manuel Ziegler. Auf über 150 Seiten stellt der junge Autor sehr detailliert und verständlich die verschiedenen Gefahren und meist auch eine sinnvolle Abhilfe vor.

Was gibt es alles?

Zunächst führt er ausführlich in die verschiedenen sozialen Netzwerke, wie Facebook, Twitter, Google+, VZ-Netzwerke und Xing ein. Anhand seiner Darstellung kann man ein sicheres Benutzerprofil anlegen und die Einstellungen des eigenen Profils auf Sicherheit überprüfen.

Sehr anschaulich verdeutlicht der Autor, welche Informationen man in einem sozialen Netzwerk mit Freunden teilen kann, und welche man lieber nicht dort einspeisen sollte. Die Reichweite der eigenen Informationen, und auch die Möglichkeiten diese zu missbrauchen, sind den meisten Nutzern, auch den Erwachsenen, nicht klar.

Finanzielle Interessen stehen dahinter

Besonders interessant ist das Kapitel über die Interessen der Facebook- Betreiber. Schließlich ist die Mitgliedschaft meist kostenlos, die eigentlichen Kunden sind diejenigen, die die Werbeanzeigen schalten. Vielen, gerade jugendlichen Nutzern ist nicht bewusst, dass soziale Netzwerke nicht aus reiner Freundlichkeit zur Verfügung gestellt werden, sondern knallharte finanzielle Interessen dahinter stehen: Die persönlichen Daten der Mitglieder sind interessant, denn je personalisierter Werbeanzeigen platziert werden können, desto effektiver sind sie, und desto teurer für den Werbekunden – und damit einträglicher für den Netzwerkbetreiber. Inwieweit man diese Datenweitergabe unterbinden oder auch unterwandern kann, ohne gegen die Regeln der Netzwerke zu verstoßen, zeigt der Autor ausführlich.

Reale Gefahren

Auch Datendiebstahl, Rufmord und Identitätsdiebstahl sind reale Gefahren der sozialen Netzwerke. Auch hier zeigt das Buch Möglichkeiten des Schutzes auf und beschreibt eindrücklich die Hintergründe bei den Netzwerkbetreibern. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind Passwörter. Es gibt vermutlich nicht mehr viele Personen, die nicht für die ein oder andere Internetseite ein Passwort haben. Die Wahl des Passwortes ist überaus wichtig, je einfacher diese sind, desto einfacher sind sie zu knacken. Manuel Ziegler schreibt, dass rund 20% der Internetnutzer nur 5000 verschiedene Passwörter verwenden, erschreckend wenig. Auf keinen Fall sollten Namen oder auch das Wort „Passwort“ verwendet werden. Eine sinnvolle Generierung von sicheren Passwörtern wird in Kapitel 4 erläutert.

In einem Nachwort stellt der Autor außerdem die Vor- und Nachteile des Verzichts einer Mitgliedschaft dar.
Der Anhang ermöglicht die Vertiefung einzelner Bereiche und enthält verdeutlichende Abbildungen. Ein Stichwortverzeichnis erleichtert die Suche nach einzelnen Begriffen.

Facebook, Twitter & Co. Aber sicher!, 2012, Carl Hanser Verlag München, ISBN 978-3-446-43466-0, ebook erhältlich unter  ebook ISBN 978-446-43474-5

 

Illegale Musiktauschbörsen: Wie „belehre“ ich mein Kind?

Der Bundesgerichtshof hat am 15.11. 2012 entschieden, dass Eltern nicht für illegales Filesharing ihres Kindes haftbar gemacht werden können.

Voraussetzung ist, dass die Eltern „das Kind „über das Verbot einer rechtswidrigen Teilnahme an Internettauschbörsen belehren.“ (Originaltext Urteil, mehr dazu in einer Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes

Was ist Filesharing?

Das Teilen von Dateien über Online-Tauschbörsen gilt als Urheberrechtsverletzung. Bei Jugendlichen ist es besonders beliebt, da sie sich Musiktitel herunterladen können, ohne das Taschengeldbudget belasten zu müssen. Wir nennen hier mit Absicht keine Beispiele, um keine Recherchehilfe für Urheberrechtsverletzungen zu geben.

Im Fall, der vor dem BGH verhandelt wurde, versuchten Musikverlage von den Eltern eines Dreizehnjährigen Schadensersatz für die von ihm heruntergeladenen Dateien zu bekommen mit dem Argument, die Eltern hätten ihre Aufsichtspflicht verletzt.

Ständige Überwachung ist keine Pflicht

Der BGH urteilte, dass Eltern die Schäden des Sohnes nicht übernehmen müssten.“Eine Verpflichtung der Eltern, die Nutzung des Internet durch das Kind zu überwachen, den Computer des Kindes zu überprüfen oder dem Kind den Zugang zum Internet (teilweise) zu versperren, besteht grundsätzlich nicht.“

Aber: Auch wenn das Herunterladen nicht strafrechtlich verfolgt werden kann, kann sich der Nachwuchs unter unglücklichen Umständen mit der geteilten Datei einen Computervirus auf dem heimischen Rechner einfangen – die sind nämlich oft so gestrickt, dass sie Virenschutzprogramme umgehen können. Also besser, wenn der Jugendliche im Haus diese Börsen gar nicht nutzt!

Vorlage für ElternLegales Filesharing

Aber wie „belehrt“ man nun seine Kinder darüber, dass das Herunterladen von Songs aus dem Internet über Tauschbörsen nicht legal und gefährlich ist? Wir haben eine kleine Vorlage gestaltet, die den Jugendlichen das Thema näher bringt. Sie können diese hier kostenlos herunterladen und nutzen.

Wir sind keine Juristen und können nicht garantieren, ob das Lesen und Unterschreiben unserer Vorlage als Beweis für eine „Belehrung“ vor Gericht ausreicht. Trotzdem sollten die Kinder das Papier unterschreiben – dann fühlen sie sich mehr daran gebunden und merken, dass dies eine ernste Angelegenheit ist – denn das ist es.

 

 

 

Was lernen unsere Kinder eigentlich, wenn sie fernsehen?

Sandmännchen, Kleiner roter Traktor, Lillifee und pur+ – Fernsehen gehört um Alltag unserer Kinder wie zum Alltag ihrer Eltern. Bei den meisten zeitlich beschränkt, klar, meist auch ausgewählt – aber Einfluss nimmt das, was Kinder im Fernsehen sehen, ganz sicher auf das Weltbild unserer Kinder.

Eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jungend- und Bildungsfernsehen (IZI) hat Kinder selbst gefragt, und dabei ist Erstaunliches herausgekommen. Die Studie fragte 1.412 Kinder (7 und 10 Jahre) in Deutschland, den USA, Schottland, Irland, Argentinien und Kuba, was sie mal so richtig vom Fernsehen gelernt hätten.

Faktenwissen, aber auch Rollenvorbilder – die, die da sind

Und dabei hat man festgestellt, dass Kinder aus dem Fernsehen alles Mögliche lernen. Erzählen sie von Dingen, die sie bei „Willi wills wissen“ oder „pur +“ gelernt haben, ist das Elternherz noch ganz zufrieden – Motto: Fernsehen kann auch bilden“ .

Aber neben Faktenwissen lernen sie aus dem Fernsehen erwiesenermaßen auch Verhaltensweisen. Das heißt: So, wie sich Hanna Montana verhält, so wie Supermann die Probleme löst – das nehmen sie sich als Vorbild. Klar von einer Sendung wird kein Weltbild geprägt und natürlich weiß ein Grundschüler bereits, dass wir nicht in der Welt von Star Wars leben. Aber trotzdem: Als Erwachsener ist man schon so voll von Bildern, fest in seinem Weltbild, dass man auf die Vorbildfunktion von Filmen zu wenig achtet. Aber unsere Kinder sehen anders fernsehen, daran sollten wir immer einmal denken.

Auch reine Kindersendungen sind durch den Import von so manchen platten amerikanischen Jugendserien oder Zeichentrickfilmen nicht immer gute Vorbilder. So manches Mal schauen sich die kleinen Zuschauer davon ein Weltbild ab, welches ihren Eltern vielleicht nicht gefällt.

Manchmal geht es sogar soweit, dass die Kinder Gefahren wahrnehmen, die so real gar nicht existieren. In der Studie des Instituts sagte eine Junge aus Argentinien, dass „Zug fahren gefährlich ist“, weil er einmal den Bericht über ein Zugunglück gesehen hatte.

Selbst genau hinschauen

Also: Genau hinschauen, was der Nachwuchs so konsumiert. Warum nicht mal daneben setzen, und die gleiche Sendung schauen? Muss ja nicht immer sein. Auch mal fragen, was denn da jetzt so interessant war. Kinder suchen sich selbst aus, was sie von dem Gesehenen mitnehmen – da ist es gut, wenn man als Eltern fragt. Um sich ein Bild davon zu machen, was sich denn im kleinen Gehirn neben sich so festgesetzt hat.

Dem Kind helfen, das Gesehene in einen Kontext zu setzen, wenn es das selbst nicht kann, weil ihm eigene Erfahrungen fehlen. So zum Beispiel im Falle des Zugunglücks: „Überlege mal, wie oft wir schon Zug gefahren sind….“

Es gibt durchaus gute Sendungen im Fernsehen für Kinder – trotzdem lohnt sich ein zweiter und dritter Blick von erwachsenen Augen in die „Glotze“, wenn die Kindersendung läuft.

Foto: Michael Sander