Schlagwort: Sprachentwicklung

Zungenbrecher, Sprachsalat, Mitmachreime, Quatschspinat

 Zicke, zacke, Zweibelbrei, zwiesel, zwasel, Zauberei. Zicke, zacke, zaus – und Du bist raus!

Wer das ewige „ene meine miste …“ leid ist, für den bietet dieses Buch einen kleinen Fundus neuer Abzählreime. Auch bisher kaum bekannte Zungenbrecher, wie der vom glitschigen Glubschfrosch sind eine wunderbare Ergänzung zu Fischers Fritzes Fischen. Die Reime und Sprüche dieses Buches sind wirklich alle neu und nicht, wie manchmal einfach alter Wein in neuen Schläuchen. Leider sind nicht alle so witzig und toll wie die Kontaktanzeige eines sprachbegabten Papageis. Aber das macht nichts, die Verse bieten, unterstützt von den tollen Bildern der freien Illustratorin und Grafikerin Yayo Kawamura, viele Anregungen für Gespräche und fürs selber Reimen.

Da Abzählen und Reimen schon im Kindergartenalter Spaß machen, ist dieses Buch schon für recht kleine Kinder gut geeignet. Im Grundschulalter, wenn durch Schreiben und Lesen das Sprachverständnis vertieft wird, machen Sprachspiele aus dieser Perspektive viel Spaß. Und unter den Erwachsenen gibt es ja auch noch genug, die Spaß am Reimen und Zungenbrechen haben. Dieses Buch ist also ein wirkliches Familienbuch an dem man lange Freude hat.

Regina Schwarz hat zunächst auf Lehramt studiert, dann Sozialpädagogik und seit 1984 schreibt sie Gedichte, Bilderbuchtexte, poetische Texte und auch humorvolle Gedichte für Erwachsene. Sie hat schon mehrere Preise gewonnen, zuletzt ist 2007 von ihr „Das verrückte Schimpfwörter ABC“ von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Buch des Monats gewählt worden.

Zungenbrecher, Sprachsalat, Mitmachreime, Quatschspinat, Gedichte von Regina Schwarz, mit Bildern von Yayo Kawamura, Ravensburger

Buchverlag Otto Maier GmbH, 2013, ISBN 978-3-473-44629-2 (12,99 Euro)

 

 

Über das Spielen

Warum spielen Kinder eigentlich und was ist dabei für Eltern wichtig? Wissenschaftler und Experten haben dazu verschiedene Ansichten. Wir von der Familothek haben auch welche. Fragen und Antworten zum Thema Spielen:

Welche Rolle spielen Spiele bei der kindlichen Entwicklung?

Den Alltag und Außergwöhnliches ausprobieren dürfen, Varianten, auch Fehler machen dürfen, ohne dass es Konsequenzen gibt – das ist ein wichtiger Punkt beim Spielen: Fällt der Plastiktopf beim Rühren um – na und? Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat seine eigenen Vorlieben im Spiel. Wenn ein Kind „frei“ spielt, wie es so schön heißt, hat es die Freiheit, dass sich individuelle Talente ausprägen können: Das Kleine hüpft schon zum hundertsten Mal auf einem Bein? Da brauchen die Beine gerade neue Muskeln. Seit Tagen schon muss die Puppe ständig auf dem Stoffpferd reiten? Da wird wohl der Bauernhofbesuch von letzter Woche verarbeitet.

Was sollten Eltern bei der Spieleauswahl für ihre Kinder beachten?

Aufs Kind sehen: Was möchte es, was interessiert es gerade? Dabei auch immer wieder einmal etwas Neues anbieten – Interessen kommen und gehen, in jedem Kindesalter. Am besten wissen die Kinder selbst, was sie gerne spielen möchten und brauchen dazu auch gar nicht viel Material. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Beim Thema Neue Medien müssen Eltern genauer hinsehen, erklären und auch Grenzen setzen. Damit sind Kinder erst einmal überfordert.

Gibt es auch ein „zuviel des Guten“?

Aber ja – ist das nicht bei den meisten Kindern heute so? Stichwort überquellende Kinderzimmer! Da hilft nur Aussortieren, wegstellen, zum Kinderflohmarkt geben…Zuviel ist es auch dann, wenn beispielsweise ein Kind die Leidenschaft eines Elternteils (des Onkels, der Oma) nicht teilt, und trotzdem immer wieder etwas dazu Passendes geschenkt bekommt – in der Hoffnung, es doch überzeugen zu können. Da wäre es besser, es einfach in zwei Jahren noch einmal zu probieren.

Sollten Kinder eher mit ihren Eltern, mit Gleichaltrigen oder allein spielen?

Sowohl als auch. Wer nur mit Gleichaltrigen spielt, kann sich allein vielleicht gar nicht beschäftigen. Wer nur allein spielt oder mit seinen Eltern, erlernt wichtige soziale Kompetenzen nicht. Am besten ist eine gesunde Mischung. So lernt das spielende Kind: Mit verschiedenen Menschen kann ich verschiedene Dinge gut tun, manche allein, manche besser zu zweit, in der Gruppe – wie im richtigen Leben!

Welche Fehler sollten Eltern in bezug auf „spielende Kinder“ unbedingt vermeiden?

Zuviel „angeleitetes Spielen“: Das Kind soll selbst bestimmen dürfen, womit es spielt. Dabei lernt es schließlich auch das Aktiv-Sein“ – und nicht nur zusehen, was die „Großen“ tun. Gleiches gilt für zuviel „Einmischen“ von Erwachsenen in ein Kinderspiel. Zuviel Angst und zuwenig Zutrauen in die Fähigkeiten des Nachwuchses ist auch problematisch – das kann Kinder in ihrem Spiel ganz schön hemmen.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?

Remo Largo vertritt in vielen seiner Bücher (Babyjahre, Kinderjahre, Schülerjahre) eine Aussage, die sich aus seinen wissenschaftlichen Untersuchungen ergibt: In vielen Entwicklungsstufen ist die Bandbreite der Unterschiede innerhalb einer Altersgruppe sehr viel größer als die Bandbreite der Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Jedes Kind ist erst einmal Kind und danach Junge oder Mädchen. Gerade bei kleineren Kindern sollte man deshalb weder etwas verhindern (Baustellen, Puppen) oder extra fördern, nur weil es zum Geschlecht passt oder nicht. Später kommt dann sowieso die soziale Komponente dazu – kein männlicher Grundschüler würde jemals freiwillig etwas rosafarbenes tragen , auch wenn es ihm eigentlich gefällt und Papa heute mit rosa Hemd ins Büro gegangen ist. Rebellion gegen den Mainstream kommt wohl eher später….

Wer noch mehr wissen möchte, findet diese Fragen und Anworten darauf von verschiedenen Experten in einer wirklich interessanten Broschüre zum kostenlosen Herunterladen
Broschüre Spielen 

Expertenmeinungen zum Thema Spielen, Fragen und unterschiedlichen Antworten von Fachleuten mit diversem Hintergrund bieten einen schönen Rundumschlag zum Thema.

Bild: Pieter Bruegel der Ältere – Die Kinderspiele, 1560

 

 

Frühenglisch: Pro und Contra

Soll man sein Kind ab dem 3. Lebensmonat in den Early-Englisch Kurs schicken? Oder als Kindergartenkind in die englische Spielgruppe? Das wird heiß und kontrovers diskutiert. Wir diskutieren mit:

PRO

Es ist toll, welche Chancen Kinder heute schon so früh haben können! Schön, wenn man mit dem Baby eine sinnvolle Beschäftigung hat, und das Kleine schon einmal an den Klang einer fremden Sprache gewöhnen kann. Und für das Kind selbst ist Zweisprachigkeit von Anfang an Normalität. Es singt und spielt in zwei Sprachen. Und viele Dinge graben sich bereits in ganz jungem Alter in das Bewusstsein – ein Geschenk fürs Leben! Vielleicht macht ja auch der Papa mit dem Baby den Kurs – dann haben beide eine reservierte Zeit miteinander.

Überhaupt haben Kinder im Vorschulalter noch ein unverkrampftes Verhältnis zum Lernen – das sollten verantwortungsvolle Eltern ausnutzen. Sie haben keine Angst, Fehler zu machen, sind stolz auf alles, was sie können. Wenn sie dann etwas lernen, was sie später in der Schule nutzen können, ist das ein Vorteil.

Mit einem privaten Englischkurs werden Vorschulkinder also noch vor der Schule auf spielerische Art gefördert und machen die grundlegende Erfahrung, dass Lernen Spaß machen kann. Das ist eine Erfahrung, die man keinem Kind nehmen sollte. Außerdem weiß man ja, dass Kinder im Vorschulalter Laute noch besser nachahmen können, als später im Leben. Das bedeutet, dass sie bei Frühenglisch lernen, akzentfrei zu sprechen. All dies sollte einem das Geld und den organisatorischen Aufwand wert sein.

Und wenn sie dann in die Schule gehen, kann man den Kurs doch nachmittags fortführen. Schließlich ist ja lernen im privaten Englischkurs meist besser organisiert, wird von Muttersprachlern unterrichtet und in kleineren Gruppen. Hier steht der Spaß im Vordergrund, und es ist gut, wenn Kinder auf jeden Fall die Erfahrung machen, dass man mit Spaß lernen kann. Und sicher bekommen sie bessere Noten im Fach Englisch, wenn sie die Sprache schon lange gelernt haben oder das neue Schulfach, wenn es eingeführt wird, nichts Neues mehr ist.

In der Schule kommt beim Sprachen lernen ja meist das freie Sprechen zu kurz – das können die Kinder dann im privaten Englischkurs lernen. Und das Wichtigste beim Sprachen lernen ist doch immer, dass es die Kommunikation mit anderen möglich macht. So manchem ist es einfach wichtig, dass das eigene Kind mit Englisch oder einer anderen Sprache in Kontakt kommt. Also, warum nicht? Dann ist es nicht schön, wenn sich Eltern deshalb als „Übereltern“ vor anderen rechtfertigen müssen.nicht..

CONTRA

Lasst die Kinder doch Kinder sein! Natürlich ist es hübsch, wenn man als Eltern dem Baby etwas Englisches vorsingt. Alles o.k., aber es darf doch bitte kein „Muss“ sein! Überhaupt, dieses Muss: Schon den Zweijährigen auf seine Karriere im Business vorbereiten, obwohl niemand weiß, ob er nicht vielleicht eine genetisch bedingte Rechtschreibschwäche hat oder handwerklich wahnsinnig begabt ist!

Am schlimmsten ist eigentlich, dass eine seltsame Atmosphäre entsteht: Alle, die nicht jede nur denkbare Möglichkeit ausschöpfen, um das Leistungspotenzial des Nachwuchses zu optimieren, haben ein schlechtes Gewissen: Was, wenn mein Kind jetzt „hintendran“ ist, nur weil wir nicht zum Frühenglisch gegangen sind? Schlimmer noch: Vielleicht müssen sie sich vor anderen rechtfertigen? „Es war mit Musikalischer Früherziehung, Mutter-Kind-Turnen und Capoeira einfach zuviel….

Es stellt sich die Frage, was denn eigentlich das Sprachen lernen in einem Sprachkurs für Vorschulkinder so „bringt“. Es gibt genügend Pädagogen, die den Ansatz verfechten: Kinder sollen das lernen, was sie wollen – und zu der Zeit, die sie wollen. Viele Pädagogen sind gegen die sogenannte Verkopfung von Lernen in der Vorschulzeit (in der Schule sieht das dann ja anders aus): Kinder lernen eben nicht mehr, wenn sie möglichst viele Kurse besuchen. Das Hirn sucht sich seine eigenen Lehrstoff. Kinder lernen in ihrem Tempo und nach ihrer Interessenlage – und eben nicht nur durch gewollte Vermittlung von Wissen. Vielleicht lernen sie deshalb ja viel schneller als die langsamen Erwachsenen, weil sie es auf ihre Weise tun: Wenn sie Lust dazu haben, die Inhalte mit Emotionen verbinden können und nach ihrem eigenen Rhythmus. Zum Beispiel, wenn sie beide Sprachen in einem zweisprachigen Haushalt lernen. In einem Kurs geben andere vor, wann gelernt wird.

Ob wirklich etwas hängen bleibt, wenn die sprachlichen Erfahrungen aus der frühen Kindheit in der Schule durch so viele andere Lernstoffe überlagert werden? Wer weiß. Gut wäre nur: Auf das Kind heute schauen und was für das Kind jetzt gut wäre – nicht an irgendwelche Jobs, Schulnoten oder oder Ähnliches in ferner Zukunft denken. Übrigens: Der Gedanke, dass es in 20 Jahren Computer gibt, die als schriftliche und mündliche Simultanübersetzer im Handtaschenformat beim Business- oder Reisetrip immer dabei sind – so abwegig ist der wirklich nicht…

Zweisprachigkeit: Doping fürs Gehirn

Eine neue Studie untermauert: Zweisprachigkeit macht das Gehirn aktiver und hilft dabei,  mühelos bei verschiedenen Anreizen fokussiert zu bleiben. Außerdem beugt sie dem Verfall kognitiver Fähigkeiten im Alter vor.

„Trae la pelota aquí”, mit ihrer Tochter Isabel spricht Pilar Sanchez, in Alicante geboren und aufgewachsen, immer Spanisch. Dabei spricht sie sonst fließend Deutsch. „Ich will, dass Isabel von klein auf zweisprachig aufwächst.“ Diese Einstellung zum Bilingualismus ist heutzutage fast überall verbreitet. Zurecht, denn immer mehr Studien beweisen, dass zweisprachige Kinder viele Vorteile davon haben.

Studie: Bilingualität trainiert das Gehirn

Ganz aktuell hat eine Gruppe Wissenschaftler der Northwestern University in Illinois in einer Studie bewiesen, dass der sprachliche Reichtum zweisprachiger Menschen, deren Gehör, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis fördert und das kognitive Multitasking verbessert.

Die Studie, in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science (Pnas) veröffentlicht (Quelle: http://www.pnas.org/content/early/2012/04/23/1201575109.abstract?sid=1ed7c16b-25ba-4d3f-89b7-2979f4455a7d ), analysiert, welche Auswirkungen die Bilingualität auf das Gehirn ausübt, insbesondere auf die subkortikalen Hörzentren, wenn sie verschiedenen Anreizen ausgesetzt werden. Es war bereits bekannt, dass Musizieren sich sehr positiv auf die Gehirnleistung auswirkt.

Das Team von Neurowissenschaftlern der Universität Illinois um Viorica Marian und Professor Nina Kraus hat eine positive Antwort auf die Frage gefunden, ob die Praxis, zweisprachig zu sein, auch die Art und Weise verändert, wie das Gehirn (in der evolutionsbiologisch ältesten Region des Organs) Klänge und Laute verarbeitet.

Neurobiologische Beweise

Für die Studie wurden durch Elektroden die Gehirnreaktionen zu verschiedenen Lauten und Geräuschen von 48 gesunden Studenten gemessen. 23 davon waren zweisprachig (Englisch und Spanisch). Unter normalen Bedingungen waren die Reaktionen der beiden Probanden-Gruppen ähnlich. Sobald Hintergrundgeräusche hinzugefügt wurden, zeigte die zweisprachige Gruppe viel bessere Wege, die Laute zu verarbeiten. Sie konnte viel leichter wichtige Informationen erkennen, die Stimme des Sprechers isolieren und die Hintergrundgeräusche ausblenden. Ähnlich waren die Ergebnissen bei Aufgaben, die eine besondere Ausdauer und Aufmerksamkeit voraussetzten.

Die Studie erbringt den neurobiologischen Beweis, dass zweisprachige Menschen anders auf Laute reagieren. „Man löst Kreuzworträtsel oder Puzzles, um das Gehirn zu trainieren“ erklärt Doktor Marian, „aber die Vorteile, die wir bei zweisprachigen Probanden festgestellt haben, kamen automatisch und nur dadurch, dass sie zwei Sprachen verstehen und gewöhnlich benutzen.“ „Diese Vorteile des Bilingualismus sind besonders ausgeprägt und betreffen außerdem die Aufmerksamkeit und die Codierung von Lauten und Klängen.“ ergänzt Professor Kraus.

Bilingualität trainiert ein Leben lang

Dass Bilingualität ganz natürlich und automatisch neurobiologische Vorteile bietet, hatte bereits 2010 eine kanadische Studie bewiesen (http://www.neurology.org/content/75/19/1726.abstract). Diese belegt, dass die Zweisprachigkeit, wenn sie im täglichen Leben ausgeübt wurde, bei älteren Alzheimer Patienten das Auftreten der typischen Symptome um circa 5 Jahren hinaus zögern kann. Kein Medikament kann bis dato eine ähnlich positive Bilanz in der Alzheimerbehandlung aufweisen.

Medien zum Theme Zweisprachigkeit und Kindern:

   

   

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Zweisprachigkeit in der Familie? Kommentieren Sie weiter

Mehr Kinder mit Sprachstörungen in Behandlung

 Wenn eine Krankenkasse ihre Behandlungszahlen veröffentlicht, gibt das Aufschluss über Krankheiten bei uns. Jetzt hat die Barmer unter anderem Zahlen zu Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen genannt und das Ergebnis ist erschreckend.

Rund 10 Prozent der Kinder haben Sprachstörungen

Laut  Barmer GEK Arztreport 2012 stellen Ärzte bei jedem dritten Kind im Vorschulalter eine Sprachentwicklungsstörung fest. Bundesweit liegt der Anteil an Kindern mit Sprech- und Sprachstörungen bei 10,3 Prozent.Insgesamt sind innerhalb eines Jahres 1,12 Millionen Kinder zwischen 0 und 14 Jahren betroffen.

Jungen häufiger betroffen als Mädchen

Dabei haben Jungen häufiger Sprachschwierigkeiten als Mädchen: Bei rund 38 Prozent von ihnen wird im sechsten Lebensjahr so eine Entwicklungsstörung festgestellt, dagegen nur bei rund 30 Prozent der Mädchen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Behandlung: 20 Prozent aller fünfjährigen Jungen erhalten eine Logopädie-Verordnung, dagegen nur 14 Prozent der gleichaltrigen Mädchen.

Aus den veröffentlichten Zahlen ist nicht ersichtlich, ob eine krankhafte Störung oder nur eine Entwicklungsverzögerung behandelt wurde. Das können wohl die Experten schwer abgrenzen, so die Barmer Krankenkasse.

Ein Erfahrungsbericht

„Die anderen Kinder haben Leo im Kindergarten gehänselt, weil er den ersten Buchstaben jeden Wortes weggelassen hat“ erzählt Susanne von ihren Erfahrungen mit Sprachstörungen beim eigenen Sohn. Nach der ersten Orientierung ging Leo zur Logopädin, über ein halbes Jahr lang, ohne Erfolg. „Er sollte ständig Worte mit „F“ üben, nur diese“, so die Mutter. Nach einem Wechsel kam der Durchbruch: „Die andere Logopädin hat uns erzählt, dass Leo bis jetzt nach alten Methoden gelernt hatte, das konnten wir ja nicht wissen“. Schon nach den ersten Stunden war Besserung in Sicht, heute als Vorschulkind, spricht Leo ganz normal. Gar nicht veraltet waren übrigens die Stundensätze der ersten Logopädin – die private Krankenkasse schätzte sie als zu hoch ein und wollte sie nicht übernehmen. Das klingt ganz so, als wäre die Branche trotz hoher Behandlungszahlen noch nicht genügend professionalisiert.

Vergleiche lohnen

Für Betroffene Eltern kann das nur heißen: Ganz genau nachfragen, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt und auch einmal zu einem zweiten Logopäden gehen oder überhaupt mehrere Anbieter vergleichen. Und ruhig gleich nach dem Stundensatz fragen, und im Zweifel die Krankenkasse ansprechen. Für Leo ging die Geschichte jedenfalls gut aus: Heute ist er vor lauter Spielen mit den Anderen aus dem Kindergarten nicht mehr wegzukriegen.

Zahlen des Berichtes: Barmer