Kategorie: Weihnachten

Weihnachten kommt immer so plötzlich!

Die Schritte werden schneller, die Listen und Warteschlangen länger, die Geheimverstecke gehen langsam aus – bald ist Weihnachten! Haben wir schon etwas für Tante Ella? Was machen wir am 2. Feiertag? Ist noch Zeit, den gewünschten Kapuzen-Pulli für den Nachwuchs zu bestellen oder mache ich lieber den Ladenmarathon, damit er pünktlich unter dem Baum liegt ?

Ja, ja seit Jahren sagen uns Zeitungen und Philosophen, wir sollen doch endlich einmal wieder die Vorweihnachtszeit genießen… Und jedes Jahr geht es wieder los. Diese Menschen mit den guten Ratschlägen haben sicher keine Kinder: Jüngere, die mit ernster Miene sagen „psst im Keller schläft der Weihnachtsmann!“ – wer kann da schon widerstehen und nicht versuchen, aus dem geheimnisvollen Bartträger einen Freudebringer an Heiligabend zu machen? Oder Ältere, denen man mit dem Strahlen über den richtigen Pulli endlich einmal wieder eine positive Regung in der sonst so coolen Pubertierenden-Miene entlockt?

So reiht sich das Elternteil seufzend in die Reihe der Weihnachts-Rennenden ein, beseelt davon, den Lieben eine richtig schöne Vorweihnachtszeit und ein unvergessliches Fest zu bereiten. Das geht meistens schief. Und das haben wir alle schon erlebt. Denn was bringt der schönste Festtagsschmaus/Dekowahnsinn/Geschenksegen, wenn Mama und Papa erschöpft unter dem Weihnachtsbaum liegen statt sitzen? Wenn die Erwartungen an das Fest der Liebe wegen unendlich vieler Vorbereitungsarbeit unerfüllbar hoch sind?

Eben. Nix. Also liebe Eltern, einen Gang runterschalten bringt mehr Weihnachtsfreude als die perfekte, perfekte Vorbereitung. In diesem Sinn: Fröhliche Weihnachten!

P.S.: Dieser Artikel steht schon länger in der Familothek, seit 2014. Er wurde 2019 aktualisiert. Leider hat sich am Inhalt gar nichts geändert.

Foto: Pixabay, silviarita

Weihnachtskugeln basteln

Kugeln für den Weihnachtsbaum – kreativ und bunt! Basteln mit Kindern ist gerade zu Weihnachten eine schöne Sache. Kompliziert soll es aber nicht sein, damit die Kleinen auch mitbasteln können und nicht nur Zuschauen. Hier eine tolle Idee aus einem Weihnachts-Bastel-Buch des Ravensburger Verlages (Rezension hier) .

Bastelanleitung Weihnachtsbaumkugeln

Sie brauchen:

  • Einfarbige WeihnachtsbaumkugelnWeihnachtsbasteln3

Nach Lust und Laune:

  • Bastel-Leim
  • Glitzerpulver – oder Kunstschnee
  • Strasssteine oder Pailetten
  • buntes Klebeband
  • Spitzenstoff oder Tortenbodendeckchen
  • Wolle

Für marmorierte Weihnachtskugeln:

  • ein altes großes Glas
  • Wasser
  • Nagellack

Weihnachtskugeln basteln – so geht’s:

Die einfarbigen Weihnachtskugeln mit den Bastelzutaten oben nach Geschmack verzieren und bekleben: Mit Pailletten, Glitzerpulver, Spitzenstoff oder buntem Klebeband. Die Kugeln mit den Wollfäden kreuz und quer umwickeln. Toll ist der Effekt mit den marmorierten Weihnachtskugeln, z.B. aus Glas: Ein altes Glas (z.B. Marmeladen- oder Gurkenglas) zur Hälfte mit Wasser füllen. Ein paar Tropfen Nagellack dazu und hinein mit einer Kugel. Herausziehen, ein paar Minuten trocknen lassen und fertig ist die ganz individuelle Weihnachtskugel!

Zusätzliche Tipps für diese Bastel-Idee und mehr über das Bastelbuch: Tolle neue Bastelideen für Weihnachten, Marlies Schiller, Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, Ravensburg, 2014.

Die stressigen Jahreszeiten

 Alle reden vom Fasching als der „fünften“ Jahreszeit und von der Wiesn als der „schönsten“. Dabei wird übersehen, dass es auch „stressige“ Jahreszeiten gibt, sogar zwei pro Jahr. Die liegen im Dezember und Juli. Routinierte Familienmanagerinnen bauen vor und blocken während dieser Wochen kurzerhand den Terminkalender.

In den paar Wochen vor Weihnachten halten nahezu jeder Kindergarten, jede Schulklasse, Musikgruppe, Krabbel- und Spielgruppe und selbstverständlich auch alle Sportvereine, Fitnesscenter und sonstigen Vereine Weihnachtsfeiern ab. Kerzen brennen, Tannenzweige liegen herum, die lieben Kinderlein mühen sich mit  Aufführungen und Flötenstücken ab. Es gibt Lebkuchen, Plätzchen und besinnliche Lieder. Der Terminkalender quillt über. Es wird gefeiert, als ob man sich zum letzten Mal sehen würde. Kommt denn eigentlich niemand zur Besinnung? Das Leben geht auch nach Weihnachten weiter – ziemlich sicher!

Die Weihnachtsfeierei treibt bunte Blüten: Nikolausfeier der Spielgruppe, Adventsturnier des Reitvereins, Adventsbuffett des Fitness-Clubs, Elternbeiratsbesuch des Christkindlmarktes, Weihnachts-Aufführung der Turnkinder, Plätzchen-Fest in der Logopädiepraxis, Theaterbesuch des Fördervereins, Advents-Fußball der Kollegen und Weihnachtsbrunch der Sauna-Damen. Dazu kommen die obligatorischen Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis, die alljährlich über Millionen von Arbeitnehmern hereinbrechen. Ein wahrer Fest- und/oder Fress-Marathon!

Im Juli ist die Situation übrigens ähnlich. Es blühen einem Straßenfeste, Stadtfeste, Stadtteilfeste, Dorffeste, Waldfeste, Spielgruppen-, Kindergarten- und Schulfeste sowie Grill- und Sommerfeste der Feuerwehr, der Kirchengemeinde, des Chors, aller Sportvereine und nahezu aller übrigen Vereine. Es wird gefeiert, als ob es die übrigen 11 Monate im Jahr nichts zu feiern gäbe. Dabei gilt auch hier: Das Leben geht nach den Sommerferien weiter – ganz bestimmt!

Eigentlich sollte man beim Unterschreiben eines Aufnahmeantrages für einen Verein deutlich sichtbar vermerken, dass man sich nicht in der Lage sieht, im Dezember an Weihnachtsfeiern und im Juli an Grill- und Sommerfesten teilzunehmen, weil man schon zu den Weihnachtsfeiern, Grill- und Sommerfesten aller anderen Vereine und Einrichtungen gehe. Vielleicht sieht man sich ja dort zufällig? Aber ob das etwas nützt?

Besser, man tritt nur Vereinen bei, die garantiert keine Weihnachtsfeiern, Grill- und Sommerfeste veranstalten. Sagen Sie es mir, wenn Sie einen kennen?

Lisa Hilbich

Foto: Maarit Ignatius-Kuittinen from Pixabay