Zeitreise ins Warschauer Ghetto

28 Tage, so lange kann der Widerstand im Warschauer Ghetto der SS trotzen. 28 Tage sind eine lange Zeit und keiner hätte gedacht, dass sie es so lange schaffen. Besonders Mira, die fiktionale Hauptperson des Buches ist überrascht. Sie hat lange überlegt, ob sie sich überhaupt dem Widerstand anschließen soll.

Als reiche und privilegierte Arzttochter aufgewachsen muss Mira im Ghetto um das tägliche Überleben kämpfen. Essen ist knapp und ihre Mutter hat sich nach dem Selbstmord des Vaters in die Traurigkeit zurückgezogen. Und dann ist da noch Hannah, ihre kleine lebenslustige Schwester, die es zu beschützen gilt.

Herzlichen Glückwunsch an den Autor! Dieser Roman wurde aktuell mit dem renommierten Jugendbuchpreis Buxtehuder Bullen 2014 ausgezeichnet! http://www.buxtehuder-bulle.de/de/

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Was für ein Mensch willst Du sein?
Diese Frage stellt sich ihr immer wieder, soll sie auch zur Prostituierten der Nazis werden, um sich zu schützen und genug Essen für ihre Familie zu haben, so wie ihre Freundin?
Darf man Menschen töten, um andere und sich selbst zu schützen?

Mira, die sich selbst nicht als mutigen Menschen empfindet entscheidet sich für den Widerstand und kämpft, tötet Menschen und schmuggelt Waffen ins Ghetto und später Menschen heraus.

David Safier hat es auf brillante Weise verstanden die historischen Fakten in einen spannenden Roman einzubetten und dabei weder ins verharmlosend, affektheischende oder blutrünstige abzugleiten. Er bleibt vielen historischen Fakten treu, nur die Hauptpersonen sind erfunden, damit, wie er selbst sagt, er mehr schriftstellerische Freiheit hat die Geschichte zu gestalten. Dadurch hat er es auf grandiose Weise geschafft, der Geschichte eine starke Emotionalität zu verleihen, ohne dabei den moralischen Zeigefinger erhoben zu haben.

Mira ist eine ganz normale Jugendliche, die sich auch nicht immer richtig verhält. Und wie auch im Alltag heutiger Jugendlicher ist nicht immer klar, was die richtige Entscheidung ist. Obwohl heute hoffentlich niemand seinen Freund bewusstlos schlägt. Mira tut das, um ihren Freund Daniel daran zu hindern freiwillig mit den Waisenkindern, um die er sich kümmert, ins KZ zu gehen. Dann verliebt sie sich in Amos, obwohl sie nicht einverstanden ist mit seinem Ziel, möglichst viele Nazis mit in den Tod zu nehmen.

Was für ein Mensch will ich sein? Das Buch von Daniel Safier macht auch für heutige Jugendliche klar, dass jeder diese Frage für sich immer wieder neu beantworten muss.

David Safier begann seine berufliche Laufbahn im Hörfunk und im Fernsehen. Sein Drehbuch zu der Serie „Mein Leben & ich“ bekam 2003 den MDR Kinder Film und Fernsehpreis Goldener Spatz. Auch für die von ihm entwickelte bekannte Stikom „Berlin Berlin“ bekam er den Adolf Grimmer sowie den Deutschen Fernsehpreis.
Sein Roman Debut hatte er 2007 mit „Mieses Karma“. Seit dem hat er sechs Romane veröffentlicht, die meist eher ungewöhnliche Themen haben. In „Muh“ geht es um eine ostfriesische Kuh, die als Rettung vor dem Schlachter ihr Glück in Indien sucht, dem Land der heiligen Kühe. Sein Roman „Jesus liebt mich“ wurde 2012 verfilmt.

28 Tage, David Safier, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-211744, ab 12 Jahren (7,99 Euro).
Ab August 2015 als Taschenbuch zu kaufen.

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