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Schreinfest und Thermalquellen – Ferien in Japan

Nach Japan mit Kind? Haben alle was davon und macht das allen Spass?? Unsere Autorin war mit Mann und sechsjährigem Sohn Lukas zwei Wochen lang in Tôkyô und Umgebung unterwegs. Sie sagt: super! Und Lukas sagt: „Da sprechen alle ganz anders“ – stimmt genau!

Sanftes Plätschern. Ein lauwarmer Wind kräuselt die dampfende Oberfläche und lässt die Bambusblätter rascheln. Hinter der heißen Quelle steigt der Berg steil an. Ungewohnte Vogelstimmen rufen aus dem Dickicht. Ich sitze morgens früh um halb sieben draußen, im Naturstein-Becken der Thermalquelle. Während ich die Tiefenentspannung bei 38 Grad genieße, gehe ich in Gedanken zurück zu den ersten lauten und aufregenden Tagen in Tôkyô.

 

Tôkyô – Downtown

Im traditionsreichen Downtown-Viertel Asakusa im nordwestlichen Teil von Tôkyô erlebten wir mittendrin das größte religiöse Fest der japanischen Hauptstadt, das Fest der Drei Schreine (Sanja Matsuri). Erstaunlicherweise waren noch zwei Monate vorher Zimmer im Hotel zu bekommen. Ein deutliches Zeichen, dass der Tourismus in Japan noch nicht wieder auf dem alten Stand von vor dem Erdbeben/Tsunami/der Kernschmelze zurück ist.

Unser traditionelles Hotel steht direkt neben dem großen Donnertor, einem der Wahrzeichen Tôkyôs. Rundherum gibt es viele kleine Läden, besonders traditionelles Kunsthandwerk, Messer, Scheren, Kimonos aus Brokat oder Baumwolle und zugehörige Accessoires, handgefertigtes Papier und jede Menge Essbares.

Beim Fest der Schreine

In den Tagen bevor das Fest beginnt werden die tragbaren Schreine vorbereitet, geputzt und geschmückt. Am ersten Abend werden dann in einer Zeremonie die Geistwesen, welche normalerweise in ihrem festen Haus verehrt werden, eingeladen, für die Dauer des Festes umzuziehen in einen der kleineren tragbaren Schreine, aus schwarz und golden bemaltem Massivholz.

Es ist wichtig, die Geistwesen bei Laune zu halten. Wenn sie sich langweilen oder ärgern, können sie den Menschen gefährlich werden. Deshalb werden sie einmal im Jahr zu ihrer Unterhaltung mehrere Tage lang durch die Straßen getragen und unter Anfeuerungsrufen rhythmisch geschwenkt. Jedes Viertel hat seine eigenen Schreine, seine spezielle Art zu rufen und seinen eigenen Stil. Die Männer und Frauen, welche die größeren Schreine tragen und schütteln, verrichten Schwerarbeit, viele blaue Flecke inbegriffen. Drei Tage lang sind bis abends um neun Uhr die rhythmischen „Wasshoi, wasshoi!“, und „Za! Za!“– Rufe, Flöten und Trommeln zu hören. Auch danach wird es nicht wirklich ruhig, aber ein paar Stunden Schlaf bekommen wir trotzdem.

Nach Tsunami und der Kernschmelze von Fukushima suchen viele Japaner Sicherheit in der Shinto-Religion, derzufolge die Natur Japans belebt ist von Geistwesen. Das größte religiöse Fest der Hauptstadt wollten im Mai 2012 zwei Millionen Besucher sehen.

Interessantes zum Probieren

In unserem Hotel gibt es keine Mahlzeiten. Da es aber um die Ecke einen Family-Mart gibt, einen Supermarkt, der fast rund um die Uhr auf hat, geht morgens einer von uns einkaufen. Es gibt eine große Auswahl von Reisbällchen (onigiri) mit verschiedener Füllung, z.B. Berggemüse oder einem Stückchen gebratenen Lachs. Es gibt aber auch Sandwiches zu kaufen und eingepackte süße Stückchen. Für drei Reisbällchen und Gemüse-Fruchtsaft für die Vitamine bezahlen wir ca. 500 Yen, etwa 5 Euro. Für ein Frühstück in einem Restaurant müssten wir mindestens 500 pro Person bezahlen.

Wer sich nicht gleich in ein Restaurant traut, kann sich auch tagsüber problemlos an kleinen Snacks (z.B. gedämpftem Brot mit Fleischfüllung = Nikkuman) satt essen, oder große Reiscracker einzeln kaufen, die frisch über Holzkohle gebacken werden. Essen ist ja ein wichtiger Bestandteil jedes Urlaubs. In Japan vielleicht noch mehr als woanders, denn hier gibt es nicht nur besonders viele Sterne-Restaurants, sondern auch beim Alltagsessen wird Wert auf Frische und Geschmack gelegt. Das gilt genauso für kleine Imbissbuden, das Kühlregal im Supermarkt oder für das Essen zuhause.

Eis gibt es übrigens in allerlei uns bekannten, aber auch in gewagten Geschmacksrichtungen: Schwarzer-Sesam-Softeis sieht gewöhnungsbedürftig grau aus, mundet aber köstlich. Das Süßkartoffel-Eis begeistert mich nicht so sehr. Unser Sohn mag Geschmacksrichtung Mandarine.

Fotoquelle: Barbara Leonhardt

Teil 2: Der Kinderumzug und das Sumoturnier
Teil 3: Japan von oben und Airhockey
Teil 4: Heiße Thermalquelle

Ferien als Wikinger

Im Wikinger-Zentrum bei Ribe in Dänemark können Familien „Ferien als Wikinger“ machen und als Laiendarsteller wie vor tausend Jahren leben.

Waffen klirren. Zwei Männer in Leinen und Leder üben eine Finte, Schwert gegen Schwert. Aus der Ferne tönt es „pling, pling“ aus der Schmiede. Christina sitzt mit ihrer drei Jahre alten Tochter Yonna auf dem Holzbock und zeigt ihr, wie sie den Stock richtig einspannen muss, um die Rinde abzuschälen.

Ein Augustnachmittag im Wikinger-Zentrum bei Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Etwa ab dem Jahr 700 kamen Wikinger zu Schiff, Pferd oder zu Fuß jeden Sommer hierher an den Rand des Wattenmeeres, wo der Fluss Ribe Aa in weiten Schwüngen gemächlich durch die Salzmarschen mäandert. Gehandelt wurden Waffen, Kleidung, Lebensmittel, Pferde, Schmuck aus Bernstein und Knochen.

 

Als Wikinger leben

Auf den Wiesen vor der Stadt kann man heute selbst ausprobieren, wie es einmal gewesen sein könnte. Während der Sommermonate leben Darsteller in den strohgedeckten Hütten aus Geflecht und Lehm oder in einfachen Leinenzelten auf dem Markt-Gelände. Die Freiland-Museen zu „beleben“ mit Darstellern in historischen Kostümen, ist eine Idee, die sich in den letzten achtzig Jahren von Dänemark aus in ganz Europa verbreitet, aber auch in Amerika schon lange Tradition hat.

Es gibt hauptberufliche „Wikinger mit Leib und Seele“, wie die Seifensiederin, die mit ihrem Mann den Grossteil des Jahres in selbstgenähter Kleidung aus Flachs, Wolle und Leder auf Mittelalter- und Wikingermärkten unterwegs sind (www.drakentrey.de). Andere Darsteller kommen aus Dänemark, Irland, Schweden, England, Schottland, Wales und sogar aus Texas. Lagersprache ist Englisch.

Ungewöhnliche Familienferien

Als Familie lässt es sich hier auf ungewöhnliche Weise Ferien machen, findet Christina aus Deutschland, die mit Mann und zwei Kindern schon öfter im Wikinger-Zentrum in Ribe war. „Für die Kinder finde ich es wichtig, dass sie einmal erleben, wie das ist, wenn man drei Stunden braucht, um einen Eintopf auf offenem Feuer zu kochen“, sagt die Mutter von zwei Kindern. „Sie können bei vielem mitmachen und Aufgaben übernehmen, z.B. Feuerholz sammeln. Da das Lagergelände abgegrenzt ist, können wir ihnen hier auch viel Freiheit lassen. Abends erfahren sie, dass es richtig dunkel ist, wenn man nur Fackeln oder Fettlämpchen hat. Dann treffen wir uns mit anderen Darsteller-Familien am Lagerfeuer oder, wenn es regnet, im Langhaus. Das ist richtig gemütlich.“ Ihr Mann kann seinem Interesse an frühzeitlichen Waffen und Kampftechniken nachgehen, Christina hat die Kleidung der Familie selbst genäht.

Ihre dreijährige Tochter Yonna zeigt stolz den Stock her, den sie abgeschält und angespitzt hat. Dann rennt sie über die Wiese davon. Sie will Gina, einer anderen Teilnehmerin aus Deutschland, helfen, eines der Pferde auf die Weide zu bringen. Gina ist mit ihrem Mann schon zum fünften Mal hier. „Wir bringen unsere eigene Ausrüstung mit“, sagt sie, „historisch richtige Kleidung und Eisengeschirr zum Kochen auf dem Feuer. Für die Übernachtung selber müssen wir nichts bezahlen. Aber wir müssen täglich von elf bis fünf, während der Öffnungszeiten, hier sein und den Besuchern Fragen beantworten, sie an unserem Leben hier teilhaben lassen.“

Bei den Sanitäreinrichtungen sind allerdings keine Original-Bedingungen angestrebt. Gina findet das gut so: „Wir dürfen die Besuchertoiletten und auch Duschen mitbenutzen. Die hygienischen Verhältnisse des frühen Mittelalters wünsche ich mir wirklich nicht zurück.“

Um Ferien in der Wikingerzeit zu machen, muss man sich rechtzeitig bewerben und möglichst Kenntnisse in einem alten Handwerk haben.

Wikinger für einen Tag

Auch als Tagesbesucher kann man bei vielem mitmachen. Zusätzlich zum Eintritt kann man einen Bon für 35 dänische Kronen (ca. € 5,-) kaufen. Dafür darf man das Schiessen mit Wikinger-Langbögen ausprobieren, eine Münze prägen und auf der Schnitzbank einen Stock zuspitzen.

Im Eintritt inbegriffen ist das Kampftraining für Kinder, mit Holzschwert und Schild. Dabei herrscht ein rauher Ton in englischer Sprache. Eltern werden zum Dolmetscher, und da nicht alle gut Englisch können, wird manches falsch übersetzt. Als wir da sind, weinen zwei Kinder und wollen dann lieber nur zuschauen, aber andere machen gerne mit. Es gibt eine Falkner-Vorführung und am Nachmittag eine Show, wo zwei große Gruppen von Darstellern gegeneinander kämpfen.

Mitmachen und probieren

Besucher dürfen auch von den frisch hergestellten Esswaren probieren und kleine Fladenbrote selber in der Eisenpfanne backen. Dazu gibt es Frischkäse aus dem Tontopf, oder es werden Fische geräuchert. Zwischen den Häusern weiden Schafe, Kühe und Pferde. Eine Henne führt ihre Kükenschar über den Hof.

Der Spielplatz ist liebevoll gestaltet mit Wikinger-Holzhäusern im Miniformat, Holzpferden und einer Kletterrunde mit Trittsteinen im Wasser und einer – historisch unkorrekten – Tunnelrutsche. Am Rand des Geländes ist in einem schönen Gutshof, dem alten Bischofssitz aus dem 18. Jahrhundert, ein Café für die Tagesbesucher. Wie überall in Dänemark darf man auch hier sein eigenes Picknick mitbringen, und im idyllischen Obstgarten genießen.

Weitere Orte, wo Familien Historiendarsteller werden können:

Außer im dänischen Ribe, gibt es auch im Hjemsted Oltidspark, nicht weit von der deutschen Grenze, die Möglichkeit, sich tage- oder wochenweise einzubuchen, und als Darsteller selber ein Teil der „living history“ zu werden. Schwerpunkt ist hier die Eisenzeit.

In Deutschland bietet das Federsee-Museum in Bad Buchau etwas ähnliches an, „Archäologie Live“, mit wissenschaftlicher Betreuung. Dort kann man beim Workshop „Eine Nacht in der Steinzeit“ im Freiluft-Dorf am Rand des Moorsees unter Anleitung eines Archäologen sich das Wissen der Steinzeit selbst erarbeiten: ein Feuer entzünden, ein Essen kochen, in einer der Hütten die Nacht verbringen.

Wo und wie kann man sich bewerben?

Ribe Wikinger-Zentrum: Geöffnet von Anfang Mai bis Oktober (2012 bis zum 19. Oktober). Als Darsteller sollte man sich bis zum 15. Mai des Jahres bewerben. Anmeldeformular: http://ribevikingecenter.dk/de/freiwillige/anmeldung.aspx

Im Eisenzeit-Park von Hjemsted: Darsteller in historischen Kostümen werden hauptsächlich während der Sommerferien-Zeit gebraucht. Aber auch zu anderen Zeiten kann man eine der sehr einfachen Eisenzeit-Hütten für 4-6 Personen zum Übernachten mieten, für 500 DK (ca. 70 Euro) pro Nacht. Es gibt auch die Möglichkeit, ein eigenes Zelt aufzuschlagen (40 DK = ca. 5 € pro Pers./Nacht).
Feste Anmeldefristen gibt es hier nicht. Wer schon in den Herbstferien fahren möchte, bitte beachten: Die Nächte an der Nordsee können im Herbst schon sehr kühl, windig und feucht sein.
http://www.hjemsted.dk/index.php/de/eisen-holidays
http://www.hjemsted.dk/index.php/de/eisen-familie

Federsee-Museum Bad Buchau: die “Archäologie Live – Eine Nacht in der Steinzeit” wird 2012 angeboten am 1./2. September und 6./7. Oktober. Jahresprogramm: http://www.federseemuseum.de/programm-2/jahresprogramm/

Bericht und Fotos: Barbara Leonhardt

Schreibabys: Warum schreit das Baby ständig?

Natürlich weinen Babys, wenn sie Hunger oder Durst haben oder wenn die Windeln voll sind. Die meisten lassen sich schnell wieder beruhigen, wenn ihre Bedürfnisse gestillt sind. Aber es gibt auch Säuglinge, die nahezu „rund um die Uhr“ quengeln und schreien.

Was ist nur los mit solchen Schreibabys? Was hilft den Kindern und ihren gestressten Müttern und genervten Vätern? Wie sinnvoll ist eine Säuglings-Eltern-Therapie?

Lukas kam auf die Welt und sechs Tage lang schien alles in Ordnung zu sein. Doch als in der Nacht Wolken am Himmel aufzogen und es zu regnen anfing, reagierte der Kleine mit einem „Donnerwetter“: Er weinte und schrie und kam nicht mehr zur Ruhe. Und Lukas quengelte und schrie weiter. Am Tag und in der Nacht. Mal zehn Minuten, mal drei Stunden lang. „Er hat viel gebrüllt, und das fast neun Wochen lang“, erzählt Maria Jahns (*Name geändert), die Mutter von Lukas, die ihren Sohn die meiste Zeit allein erzieht, weil ihr Mann beruflich viel im Ausland arbeitet.

„In den ersten Lebensmonaten war er manchmal rot und blau angelaufen vor lauter Schreien. Ich dachte, er bekommt keine Luft mehr“, erzählt die 41 Jahre alte Mutter, die alles ausprobierte, um ihren Sohn zufrieden zu stellen. Hat er Hunger oder Durst? Sind die Windeln nass? Hat er Blähungen? Ist ihm nur langweilig, will er spielen? Ist er so übermüdet, dass er nicht einschlafen kann? „Das einzige, was geholfen hat, war ihn zu tragen. Aber jedesmal, wenn ich ihn hinlegen wollte, fing er wieder an zu brüllen.“

Viel zu wenig Schlaf

Tagsüber schlief der Kleine höchstens eine halbe bis maximal eine Stunde lang – schon das leiseste Geräusch weckte ihn wieder auf. Lukas quengelte und schrie, und auch nachts gab er nur für maximal fünf Stunden Ruhe – statt den sonst üblichen 16 Stunden Schlaf kam er nur auf zehn. Ebenso wie Lukas bekam auch seine Mutter nicht genügend Schlaf: „Das Schreien war wie eine Foltermethode für mich“, erzählt Maria Jahns

Drei Stunden lang Geschrei

Heutzutage sprechen Wissenschaftler vom exzessiven oder vom übermäßigen Schreien, wenn ein Baby an drei aufeinander folgenden Tagen länger als drei Stunden unstillbar und scheinbar grundlos quengelt und schreit und sich dies über mehr als drei Wochen wiederholt.

Ob es sich bei einem Säugling um exzessives Schreien handelt oder nicht, hängt aber nicht nur mit der Schreidauer zusammen. Denn in die Definition wird auch die Situation der Mütter und Väter einbezogen: Denn vom unstillbaren Schreien spricht man auch dann, wenn sich die Eltern durch das Gebrüll ständig unter Stress gesetzt fühlen und psychische und/oder körperliche Probleme bekommen.

Heute weiß man, dass Babys, die exzessiv schreien, Probleme mit der Organisation des Schlaf-Wach-Rhythmus haben: Sie können schlecht einschlafen und bekommen deshalb zu wenig Schlaf. Fachleute bezeichnen das als „Regulationsstörungen der frühen Kindheit“. Häufig kommt zum exzessiven Schreien hinzu, dass es schwierig ist, diese Babys zu füttern. Die Angaben, wieviele Babys unstillbar schreien, schwanken – der Anteil beträgt zwischen zehn und 29 Prozent der Kinder.

Wer bietet Hilfe für einen solchen Fall und was erwartet Eltern und Kind dort? Anlaufstellen für Eltern mit Babys, die unstillbar schreien, gibt es in vielen Großstädten und auch in kleineren Orten bieten speziell ausgebildete Ärzte, Hebammen und Therapeuten mittlerweile Hilfe an. In diesen sogenannten Schreiambulanzen finden erschöpfte Eltern mit ihren Babys Hilfe.

Schreiprobleme frühzeitig behandeln

Schreiprobleme von Säuglingen und Kleinkindern sollten frühzeitig behandelt werden. Denn Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Babys, die exzessiv schreien, früher oder später auch Schlafstörungen und Probleme mit dem Essen und Trinken entwickeln können. Wenn es den Eltern nicht gelingt, diese Probleme zu bewältigen, kann es sein, dass sich die Schwierigkeiten im Laufe des Lebens fortsetzen. So hat man in retrospektiven Studien zum Beispiel festgestellt, dass aggressive Kinder als Babys viel geschrien haben.

Den eigenen Rhythmus finden

Experten gehen davon aus, dass das exzessive Schreien durch verschiedene Faktoren ausgelöst und aufrecht erhalten wird: Sie suchen die Ursachen nicht nur beim Baby selbst, sondern auch bei seinen Eltern und dem Miteinander von Mutter, Vater und Kind.

Der Hintergrund: Wenn ein Baby auf die Welt kommt, muss es sich erst einmal an seine neue Umgebung gewöhnen. Babys, die exzessiv schreien, fällt es jedoch schwer, ihren Rhythmus zu finden. Tagsüber schlafen sie zu wenig, manchmal sind es nur zehn bis 15 Minuten am Stück. In den Wachphasen wirken sie deshalb häufig unzufrieden. Viele dieser Babys können nicht gut abschalten, sie reagieren empfindlich auf Ortsveränderungen, lassen sich leicht irritieren und nur schwer trösten. Darüber hinaus haben Säuglinge mit einem solch „schwierigen“ Temperament häufig Probleme, eindeutige Signale zu senden. Die Folge: Die Eltern können nicht richtig einschätzen, was ihr Kind braucht oder will. Zum Abend hin wird das Quengeln und Schreien meist immer schlimmer – und um 23 Uhr oder um Mitternacht geht’s dann plötzlich ohne Weiteres.

Durch das Schreien ruft das Kind normalerweise die Eltern heran und macht sie nachdrücklich auf seine Bedürfnisse aufmerksam. So gesehen ist das Schreien ein sehr sinnvolles „Distanzsignal“, das die Eltern alarmiert und zum Handeln motiviert. Normalerweise beruhigt sich das Baby wieder, wenn die Ursache behoben ist. Dann können sich auch die Eltern wieder beruhigen – und der Kreislauf ist geschlossen.

Beim unstillbaren Schreien sind die Eltern jedoch ständig in Alarmbereitschaft: Durch den Dauerstress steigt bei vielen Müttern der Blutdruck, sie werden leichter erregbar, einige bekommen Depressionen, ihr Selbstwertgefühl ist verletzt und sie entwickeln eine Wut auf ihr Kind.

Die Signale richtig wahrnehmen

Doch wie kann man eine misslungene Kommunikation zwischen einem Baby und seinen Eltern wieder verbessern? Experten nutzen verschiedene Techniken und Therapiemethoden, um den Eltern und ihren Babys zu helfen. Ziel ist es vor allem, die Aufmerksamkeit der Mütter und Väter zu schärfen, damit sie die Signale ihres Kindes besser wahrnehmen. Beim exzessiven Schreien heißt das vor allem zu erkennen, wann der Säugling überreizt ist und wann er wieder Schlaf braucht – das ist bei Neugeborenen nach etwa 60 bis 90 Minuten Wachzeit der Fall.

Und wie können Eltern erkennen, dass ihr Baby eigentlich schlafen will? Zum Beispiel am Händchen – wenn es schlaff herunterhängt, bedeutet das „Ich bin müde“. Übermüdung kann sich aber auch durch eine motorische Unruhe, unkoordinierte Bewegungen und eine Neigung zum Überstrecken zeigen, möglicherweise hat das Baby auch gerötete Augenränder oder es reibt sich häufig die Nase.

Therapeuten motivieren die Eltern abzuwarten und sich nur von den Aktionen des Babys leiten zu lassen. „Watch, wait, and wonder“ (Beobachten, warten und sich wundern) lautet denn auch das Motto der säuglingsgeleiteten Psychotherapie – ein Konzept, das oft schon nach wenigen Sitzungen Erfolge zeigt.

In der Beratung können Therapeuten den Eltern auch neue Varianten zeigen, wie sie ihr Kind beruhigen, schlafen legen und füttern können und wie sie Grenzen setzen können. Da die meisten Schreibabys sehr aktiv sind, ist es hilfreich, wenn die Eltern mit ihnen zusammen gemeinsame „Ruheinseln“ aufsuchen und sie schon bei den ersten Anzeichen der Müdigkeit zum Schlafen bringen. Die kritischen Schreistunden überbrücken Mütter und Väter am besten beim Spazierengehen mit einem Tragetuch oder im Kinderwagen.

Damit die Mütter nicht unter der Belastung zusammenklappen, sollten sie auch immer wieder mal an sich selbst denken – und zwar ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Probieren Sie doch mal aus, wie es Ihnen geht, wenn Sie das Baby – wann immer es geht – dem Vater oder anderen Familienmitgliedern übergeben. Die meisten Mütter nutzen ihre „freien“ Stunden, um Schlaf nachzuholen, viele wünschen sich aber auch einfach nur mal einen Stadtbummel ohne Kind, ein Treffen mit Freundinnen oder Kolleginnen oder einen ruhigen Abend mit dem Partner. Ein kurzer Zeitabstand kann helfen, sich danach wieder umso fürsorglicher und ruhiger dem Baby zu widmen.

Hilfreiche Netz-Adressen für Eltern von Schreibabys

Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit (GAIMH) www.gaimh.de
Dort gibt es eine Liste für Eltern mit den Adressen von Anlaufstellen bei Problemen. http://www.gaimh.org/fuer-eltern/adressen-deutschland.html

www.schreibaby.de
Ein paar Tricks, wie man ein schreiendes Baby beruhigen kann und weitere Adressen von Schreiambulanzen

Autorin: Karin Hertzer www.karinhertzer.de

 

Offene Lebensmittel sicher verpacken


Kleine Kinder haben in jungen Jahren noch keinen großen Hunger, dementsprechend fallen die Portionen meist sehr klein aus, die sie zum Frühstück oder Mittagsessen bzw. zum Abendessen vertilgen.So bleiben jeden Tag diverse Reste an Lebensmitteln über, die im Kühlschrank aufbewahrt und später verzehrt werden.

Damit Nudeln und Fleisch, Wurst und Käse frisch bleiben, werden sie in den meisten Haushalten in Plastikdosen eingeschlossen, von Alufolie umschlossen oder in Frischhaltefolie gewickelt. Doch bleiben sie dann auch wirklich länger haltbar? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen und verraten Ihnen, wie sie offene Lebensmittel sicher verpacken können.

 

So bleiben angebrochene Lebensmittel länger frisch

  • Tipp 1: Grundsätzlich sollten alle Lebensmittel, egal welcher Art, in irgendeiner Form verpackt werden, bevor sie im Kühlschrank landen. Dadurch werden sie nicht nur länger haltbar, weil sie vor Bakterien geschützt sind, sondern sie behalten auch ihre Aromen und verbreiten die nicht über alle anderen Fächer bzw. Speisen.

 

  • Tipp 2: Für Wurst- und Käsescheiben oder flüssige Speisen eignen sich Plastikdosen wie die von Tupper besonders gut. Sie sind in der Anschaffung etwas teurer, doch kann man heutzutage auf Portalen wie kalaydo.de nach gebrauchten Behältern und Boxen Ausschau halten. Dort finden Mamis von Tupperware bis Louis Vuitton alles, was ihr (Sammler-)Herz für Küche und Haushalt begehrt.

 

  • Tipp 3: Alufolie ist mit Abstand das dickste und undurchlässigste Verpackungsmaterial, das es gibt. Zudem lässt sie keinen Sauerstoff an die offenen Lebensmittel, welche dadurch schneller verderben oder an Geschmack verlieren würden. Jedoch sollten Wurst, Salat oder Zitrusfrüchten aufgrund ihres hohen Säure- bzw. Salzgehaltes nicht in Alu gepackt werden.

 

 

  • Tipp 4: Für diese Lebensmittel eignet sich hingegen Frischhaltefolie besser, denn dadurch bleiben sie länger frisch. Zudem ist sie günstiger und umweltfreundlicher als Alufolie. Allerdings hat sie keinen so hohen Schutz gegen fremde Gerüche und Sauerstoff, weshalb die darin eingewickelten Speisen spätestens nach zwei bis drei Tagen verzehrt werden sollten.

Bild: © kalaydo.de

Familienplanung: nur wann?

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Irgendwann kommt im Leben eines Pärchens der Punkt, an dem es sich fragt, ob es Kinder möchte.

Ist die Beziehung bereit für ein Kind? Sind die Lebenspartner bereit, diese Verantwortung zu tragen? Und würde es der gemeinsamen Beziehung eher schaden oder sie stärken und fördern? Es ist eine wichtige Lebensentscheidung, die getroffen werden muss. Zumal beide Partner absolut einverstanden sein sollten.

 

Familie gründen: Ja oder Nein?

Möchte der eine Teil der Beziehung unbedingt Kinder und der andere Teil nicht, wird es zumeist kompliziert. Zunächst sollte niemand zu jenem großen Schritt überredet werden. Allerdings wäre es weiterhin egoistisch, dem anderen einen sehnlichen Wunsch ohne gründliche Überlegung partout zu verwehren. In solch einer Situation heißt es zunächst, das Gespräch zu suchen. Nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit Freunden oder Verwandten, die sich den Kinderwunsch bereits erfüllt haben. Durch Erfahrungen anderer kann man profitieren, andere Sichtweisen kennenlernen und vielerlei Aspekte des komplexen Themas Familienplanung beleuchten. Grundsätzlich sollte der Kinderwunsch nicht in der Hoffnung bestehen, die Beziehung zu retten. Dies ist für viele Paare eine Motivation, die nicht zwingend die Beste ist. Schließlich kann die Partnerschaft auch mit Kind scheitern und so leidet auch das Kind.

Problemquelle: schwanger werden

Der Wunsch nach einem Kind wird leider nicht immer allen Paaren sofort erfüllt. Für viele Frauen ist es nicht leicht, schwanger zu werden, weswegen man als Paar Geduld mitbringen sollte. Zumal immer mehr Frauen zu einem immer späteren Zeitpunkt den Kinderwunsch hegen und die Schwangerschaft zusehends schwieriger wird. Das Mutterglück im Alter ist dennoch nicht undenkbar. Unter http://www.netmoms.de/magazin/kinderwunsch/schwanger-werden/ finden sich einige Tipps und Tricks, wie man seinem Wunsch nach einem Kind ein Stückchen näher kommen kann. Sollte der Schwangerschaftstraum auch nach mehreren Versuchen scheitern, sollten Sie dennoch einen Arzt aufsuchen, da dieser ganz genau die Problemquelle herausfinden und lösen kann!

Familienplanung vs. Karriere

Doch wie genau erkennt man nun den richtigen Zeitpunkt? Darauf gibt es leider keine explizite Antwort, doch zumeist spüren beide Partner, wenn der Moment da ist. Bei manchen Paaren ist es eine ganz intuitive, fast spontane Entscheidung, während andere lange nachgrübeln und noch Zweifel besitzen. Und wieder andere richten ihren gesamten Lebensweg danach aus, Kinder zu kriegen. Neben den emotionalen Beweggründen, wie dem aufflammenden Mutterinstinkt, spielen bald auch ökonomische oder finanzielle Aspekte mit in die Entscheidung. Karriere oder Kind? Womöglich kommt es auch zu neuen Möglichkeiten, da ein Berufswechsel ansteht, der völlig neue Perspektiven bietet und die Familienplanung erst ermöglicht.

© Creatas Images/Thinkstock

Schöne Kinderfotos mit Persönlichkeit

Text-Bild-kleinEs dürfte wohl kaum Familienmitglieder geben, die häufiger mit der Kamera festgehalten werden, als der eigene Nachwuchs. Doch häufig wirken die Fotos gestellt, schöne Situationen auf dem Foto längst nicht mehr so energiegeladen wie in der Realität oder durch unruhige Hintergründe entstellt.

Dabei lassen sich zahlreiche Anfängerfehler in der Kinderfotografie einfach vermeiden.

Von vorne, von der Seite: Perspektivenwahl

Ebenso wie bei Erwachsenen wirken bei Fotos von Kindern die direkten Frontalaufnahmen eher langweilig. Hinzu kommt, dass auch Kinder oft extra zu lächeln versuchen, wenn sich die Kameralinse auf sie richtet. Nehmen Sie Ihr Kind daher stets etwas seitlich auf und gehen Sie mit ihm auf Augenhöhe, so vermeiden Sie unerwünschte Verzerrungen. Warten Sie zusätzlich einige Sekunden ab, damit sich das gestellte Lächeln des Kindes ein wenig lockert. Bringen Sie stattdessen Ihr Kind durch Späße zum Lachen oder erklären Sie ihm, was Sie machen, um es von der Linse abzulenken. Je besser Ihnen dies gelingt, umso natürlicher wirken die späteren Bilder.

Der Blitz ist bei Personenaufnahmen häufig ein Problem, wird jedoch besonders in Innenräumen verwendet, um schlechte Lichtverhältnisse aufzubessern. Um eine Überbelichtung zu vermeiden, sollten Sie nach Möglichkeit hohe Iso-Werte an der Kamera wählen und gerade bei Kinderaufnahmen soweit möglich den Blitz weg. Hierdurch vermeiden Sie im Vorfeld ein Augenzwinkern oder verkniffene Gesichtsausdrücke. Dies gilt besonders für Aufnahmen von Babys. Bei Babys sorgen Sie stattdessen lieber für ein gutes Licht im Umfeld (beispielsweise durch helle Hintergründe oder die Unterstützung einer sekundären Lichtquelle) und nutzen Sie ein Teleobjektiv, um Ihrem kleinen Schatz nicht zu nah auf die Pelle zu rücken. Nutzen Sie darüber hinaus weniger Tiefenschärfe oder fokussieren die Kameraeinstellung auf ein Detail im Vordergrund erhalten Sie individuelle, gute Kinderfotos mit weicher Ausstrahlung.

Aktive Kinder auch im Bild

Die schönsten Kinderbilder erhalten Sie jedoch durch gezielte Schnappschüsse. Mit einem Weitwinkelobjektiv können Sie schöne Situationen besonders kreativ festhalten. Sind die Kinder bei Ihrem Schnappschuss mitten in der Bewegung, kann die Einstellung für bewegte Bilder (zumeist durch ein laufendes, stilisiertes Figürchen gekennzeichnet) hilfreich sein. Besonderes Flair erhalten die Bilder Ihres Kindes, wenn Sie nicht immer nur das Kind als Ganzes zeigen: Trauen Sie sich an schöne Details wie die Hand ihres spielenden Kindes am Puppenhaus, beim Schieben eines Spielzeugautos oder eine Detailaufnahme vom Gesicht des Kindes, das gerade staunend einem Flugzeug oder einem anderen Gegenstand folgt.

Machen Sie dabei stets mehrere Bilder in Serie, haben Sie gute Chancen auf einen außergewöhnlich schönen Schnappschuss, der am Ende vielleicht sogar auf Leinwand gedruckt Ihr Zuhause zieren kann. Anbieter erlauben Ihnen die Gestaltung Ihrer schönsten Kinderfotos auf unterschiedlichen Materialien und in Ihrer Wunschgröße und bieten somit sicherlich auch ein schönes Geschenk für Großeltern und Paten.

Bild: myposter.de

 

Studenten im „Versicherungsloch“

Der Vater traute seinen Ohren nicht: Seine Tochter Marie (21) sollte tatsächlich aus den USA zurückfliegen, hier in Deutschland eine neue Reiseversicherung abschließen, um dann wieder zurück nach New York zu reisen?

 

Genau so hatte es die Versicherungsagent mitgeteilt. Dabei wollte seine Tochter Marie nur spontan ein Semester länger im Ausland studieren und dafür ihre Versicherung verlängern.

Die Ursache für das „Versicherungsloch“ liegt in den Verträgen der Versicherungen. Sie sind in der Regel auf eine bestimmte Laufzeit befristet, meistens bis zum Tag, an dem die Reisenden aus dem Flieger steigen und wieder deutschen Boden betreten. Wer sich dann aber im Ausland spontan dazu entscheidet, länger zu bleiben, sitzt in der Falle. Denn aus dem Ausland heraus, also während einer Reise, lassen sich in der Regel keine Reiseversicherungen abschließen. Das geschieht nicht ohne Grund: Die Versicherer fürchten, dass bereits erkrankte Menschen noch schnell eine Versicherung abschließen – um sie noch am selben Tag in Anspruch zu nehmen.

Nur wissen viele Studenten, aber auch Globetrotter oder andere Langzeitreisende nicht vorab genau, wie lange sie im Ausland bleiben.

Tipps für Studenten im Ausland:

Damit Studenten, die ein Auslandsemester absolvieren, sich alle Optionen offen halten können, gibt Hans Walter Schäfer, Versicherungsmakler in Niederkassel bei Bonn, folgende Tipps:

Zeitraum vorab verlängern:

Man sollte seine Versicherungspolice möglichst für einen längeren Zeitraum abschließen als die Reise dauert – zum Beispiel für ein Jahr, obwohl das Semester nur ein halbes Jahr dauert. Gleichzeitig sollte man allerdings unbedingt den Vertrag vorab studieren und schauen, ob man ihn stornieren kann und die Prämie erstattet bekommt, wenn man früher zurückkommt.

Kündigungsfrist beachten:

In manchen Versicherungsverträgen sind Sonderkündigungsrechte festgeschrieben. Dann fällt es noch einfacher, aus einem bestehenden Vertrag herauszukommen. Für den Versicherer entfällt ja letztlich auch das Risiko. Denn wer nicht mehr im Ausland ist, der kann auch nicht mehr im Ausland erkranken.

Notlösung finden:

Es gibt einige wenige Spezial-Versicherungen, die man aus dem Ausland heraus noch abschließen kann.

Der Vater von Marie griff zum letzten Tipp und fand eine Versicherung, die seine Tochter aus dem Ausland heraus versicherte. „Wir haben Glück gehabt. Denn so ein Flug ist nicht billig und wäre obendrein noch furchtbar unnötig gewesen“, sagt er. „Auch wenn wir unsere Tochter natürlich gerne schon früher in die Arme genommen hätten.“

Weitere Infos unter http://www.auslandstreff.de/

Foto: Vrenibean

Umzug in ein neues Zuhause: So unterstützen Eltern ihre Kinder

Umzüge sind ein Thema, für das sich nur wenige Personen begeistern können. Immerhin bringt ein Umzug zahlreiche Änderungen mit sich:

Die gesamte Familie ist ihr Zuhause gewöhnt und plötzlich gilt es dies zu verlassen. Doch häufig bleibt keine andere Wahl, da sich die Lebensumstände verändern. Wenn zum Beispiel der Arbeitgeber gewechselt wird, sich Nachwuchs anbahnt oder unglücklicherweise eine Scheidung ansteht, bleibt oft keine andere Wahl, als ein neues Zuhause zu suchen.

Ein Umzug ist stets eine Mammutaufgabe, die etliche Bereiche des Lebens betrifft. Viele Erwachsene denken vor allem an organisatorische Aufgaben und den Stress, der an einen Wechsel von Haus oder Wohnung geknüpft ist. Tatsächlich gilt es aber auch psychische Belastungen zu meistern, besonders für Kinder sind Umzüge nicht unbedingt leicht zu verkraften. Schließlich bringt ein Umzug zahlreiche Veränderungen mit sich – und mit der neuen Situation müssen Kinder erst einmal zurechtkommen.

Generell ist es daher empfehlenswert, unnötige Umzüge zu meiden, denn so lässt sich die Stressbelastung gering halten. Andererseits bietet ein Umzug auch stets die Chance, die Kinder zu fördern. Immerhin lernen sie hierbei, sich auf neue Situationen einzustellen und diese zu meistern. Wichtig ist im Grunde nur die Herangehensweise: Kinder dürfen mit der Situation nicht überfordert werden. Die folgenden Tipps sollen hierbei helfen.

 

Vor dem Umzug

  • Es sollte rechtzeitig damit begonnen werden, alle wichtigen Fragen rund um den Umzug zu klären, angefangen beim Sonderurlaub für den Umzug bis hin Kostenermittlung für gemietete Umzugsfahrzeuge. Da es immens viele Themenbereiche zu berücksichtigen gilt, ist es empfehlenswert, die {mnf=off}Checklisten von Umzug.de zu verwenden.


  • Ganz wichtig ist ein rechtzeitiges Informieren der Kinder. Es sollte mit ihnen darüber gesprochen werden, weshalb der Umzug erfolgt – ansonsten können die Kleinen oft keinen Sinn im Umzug erkennen, was womöglich zu Schwierigkeiten führt. Allerdings sollten Eltern darauf achten, dass sie ihre Kinder hierbei nicht überfordern.


  • Ganz wichtig ist es außerdem, die Kinder in den Umzug ausreichend einzubeziehen. Es ist zum Beispiel von großem Vorteil, wenn das Kind sein künftiges Kinderzimmer schon vor dem Einzig gesehen hat und daher mit der künftigen Umgebung schon ein wenig vertraut ist.

 

  • Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich von allen ihren Freunden zu verabschieden. Infolge bietet es sich an, eine kleine Abschiedsparty zu geben, zu der alle Freunde nochmals eingeladen werden. Den Kindern hilft solch ein Ereignis dabei, die Tragweite des Umzugs besser zu verstehen.


  • Bei Umzügen wird häufig die Chance genutzt, den Haushalt mit neuen Möbeln auszustatten. Das Kinderzimmer sollte jedoch eine Ausnahme bilden, da es für die Kleinen besser ist, ihre vertrauten Möbel nutzen zu können. Sofern neue Möbel eingeplant sind, werden diese besser erst zu einem späteren Zeitpunkt angeschafft. Bei Jugendlichen empfiehlt es sich wiederum, die Möbel direkt beim Umzug anzuschaffen: Sie wünschen sich meist neue Möbel, sodass ein Möbelkauf auch als positives Instrument genutzt werden kann, um sie für den Umzug zu begeistern.


  • Beim eigentlichen Umzug sind Kinder fehl am Platz – sie könnten dabei verletzt werden und außerdem sind solche Tage schlichtweg zu anstrengend. Damit eine Kinderbetreuung gewährleistet ist, gilt es sich um diese rechtzeitig zu kümmern.


  • Zudem sollten sich Eltern darüber Gedanken machen, wie sie bestehende Rituale ersetzen können. Viele Kinder sind regelmäßige Aktivitäten, wie beispielsweise Sport oder Musikschule, gewöhnt. Gerade wenn die Kinder hieran sehr große Freude haben, sollten sie diese Aktivitäten am neuen Wohnort am besten ungehindert fortsetzen können.

 

Am Tag des Umzugs

  • Wie bereits angedeutet wurde, sollten Kinder vom eigentlichen Umzugsgeschehen ferngehalten werden. Dieser Punkt ist sehr wichtig, da einfach ein zu großes Unfallrisiko besteht und auch die generelle Belastung den Kindern nicht zugemutet werden sollte.


  • Wichtig ist außerdem, dass das Kinderzimmer als eines der ersten Zimmer eingerichtet wird. Wenn der Einzug erfolgt, sollte das Zimmer vollständig nutzbar sein, damit eine vertraute Atmosphäre entsteht.

Die ersten Tage nach dem Einzug

Nach erfolgtem Einzug ist es gerade in der Anfangszeit ratsam, familientypischen Ritualen weiterhin nachzugehen. Die üblichen Essenszeiten sowie auch Schlafenszeiten helfen den Kindern dabei, ihre Routine beizubehalten und somit schneller Halt in der neuen Umgebung zu finden.

Leider kann es passieren, dass sich Kinder in der neuen Umgebung nicht zurechtfinden – und wenn dieser Zustand zu lange anhält, kapseln sie sich unter Umständen ab. Daher ist es empfehlenswert, rasch eine Begeisterung für neue Dinge zu entfachen und beispielsweise die neue Umgebung zu erkunden, damit die Bereitschaft entsteht, sich für neue Dinge zu interessieren und auf diese einzugehen.

 

Familienferien in Japan, Teil 2, der Kinderumzug und das Sumoturnier

Radioaktivität?

Ob manche der Lebensmittel radioaktiv belastet sind, steht nirgends angeschrieben, aber bei Gemüse steht oft das Herkunftsgebiet. Das Gesundheitsministerium bietet regelmäßig online Testergebnisse von Stichproben (http://www.mhlw.go.jp/english/topics/2011eq/index.html) Diskussionen darüber, ob die Testergebnisse aussagekräftig sind, dauern an (s. z.B. http://www.japanfocus.org/-Martin_J_-Frid/3722 und die Kommentare dazu). Unsere japanischen Freunde haben nach dem Atomunfall keine Milch gekauft, aber da ein Großteil der in Japan konsumierten Milch von der nördlichsten der großen japanischen Inseln, Hokkaidô, stammt, die weit weg liegt von Fukushima, gilt sie nun wieder als unbedenklich.

 

Der Kinderumzug

Unser Sohn schaut am zweiten Tag des großen Festes aus dem Fenster auf das lebhafte Treiben im Tempelbezirk und sagt fassungslos: „Schau mal, Japaner, Japaner, Japaner!“ Er hat aber schnell gemerkt, dass es in einer japanischen Menschenmenge recht friedlich zugeht. Die Tokyoter sind daran gewöhnt, sich in einer Menge zu bewegen. Schirme sind eingeklappt, Rucksäcke werden in der Hand getragen und nicht dem Hintermann ins Gesicht gerammt.

Lukas wird von den freundlichen Damen am Empfang mit Kinder-Festkleidung ausgestattet: dunkelblaue Baumwoll-Wickelhosen, eine Schürze und eine kurze Jacke darüber. Dann dürfen wir bei einem der Kinderumzüge mitmachen. Viele Kinder und Erwachsene ziehen ein geschmücktes Festwägelchen mit Trommeln darauf. Die japanischen Zuschauer finden den kleinen Ausländer in japanischer Festtracht „kawai“ (süss), und er wird oft fotografiert. Zur Erfrischung an dem heißen Tag gibt es hinterher geschabtes Wassereis mit buntem Sirup darauf.

Zu Fuss zum Sumo-Ringturnier

Am Nachmittag flüchten wir vor dem Gedränge, zumal sich der Himmel verdüstert hat und Regen angekündigt ist. Gleich morgens hatten wir Eintrittskarten für das Sumo-Turnier gekauft. Der Eintritt ist eigentlich teuer, aber Tagestickets für die hinterste Reihe werden günstig abgegeben. Für unser Kind zahlen wir nur umgerechnet 2 Euro Eintritt, wir Erwachsene kosten je 20 Euro. Die Sumo-Arena liegt auf der anderen Seite des Flusses. Wir spazieren gemütlich in einer halben Stunde am Sumida-Fluss entlang dorthin. Zur Motivation unseres wenig spazierbegeisterten Kindes verweilen wir unterwegs eine halbe Stunde auf dem Spielplatz

Als wir in der riesigen Sumo-Halle ankommen, sind die Wettkämpfe der zweiten Liga noch in vollem Gange, danach kommen die Kämpfer der ersten Liga. Die Zuschauerränge sind gut gefüllt, aber nicht komplett ausgebucht, wir finden schnell drei Plätze. Die Korruptions-Skandale der letzten Jahre haben Sumo in der Beliebtheit gegenüber anderen beliebten Sportarten wie Baseball und Fußball an Boden verlieren lassen. Da aber nach wie vor jedes der jährlich sechs Turniere im Fernsehen übertragen werden, sind die Kämpfer der ersten Liga so bekannt wie bei uns die Top-Spieler der Bundesliga.

Nun ziehen die Kämpfer in den Ring ein, alle sind mit farbenfrohen Schürzen ihrer Sponsoren geschmückt. Lukas hat schnell verstanden, worauf es beim Sumo ankommt: den anderen aus dem Ring zu drängen oder zu Fall zu bringen. Die Akustik ist hervorragend. Das laut zu hörende klatschende erste Aufeinanderprallen der Kontrahenten vermittelt einen guten Eindruck der Kraft und Dynamik dieses Sportes. Das Publikum geht mit, ruft die Namen der Kämpfer und feuert sie laut an.

Unsere Freundin Yuko, die uns nach Turnierende abholt, erzählt uns, dass die Trommeln, welche zu Beginn und Ende jedes Turniertages geschlagen werden, zu ihren Kindheitserinnerungen zählen. In den 1950er Jahren zogen Sumo-Kämpfer durch die benachbarten Viertel und präsentierten sich, um möglichst viele Zuschauer anzuziehen.

Fotoquelle: Barbara Leonhardt

Teil 1: Tôkyô Downtown und Fest der Schreine

Teil 2: Der Kinderumzug und das Sumoturnier

Teil 3: Japan von oben und Airhockey
Teil 4: Heiße Thermalquellen

Familienferien in Japan, Teil 3, Japan von oben und Airhockey

Ein Erdbeben
Plötzlich fällt unsere Sitzfläche nach unten, so fühlt es sich jedenfalls an. Ein Erdstoß, deutlich spürbar, aber harmlos, wie es ihn hier fast täglich gibt. Vor dem großen Beben im März 2011 hätte kaum jemand auch nur aufgeschaut, ein kleines Schaukeln, was ist das schon. Aber, das hat sich geändert. Ein kollektives, nicht Schreien, aber doch lautes Aufraunen erhebt sich in der Arena. Dieser eine Moment, diese eine Reaktion zeigt mir nachdrücklich, wie groß der Schock gewesen sein muss. Monatelang ließen größere und kleinere Nachbeben die Menschen nicht zur Ruhe kommen.

Erdbeben sind schwer vorauszusagen. Aber die Wahrscheinlichkeit eines großen Bebens für die Tôkyô-Region in den nächsten Jahren wird als „hoch“ eingestuft. Ein kleines Notfall-Päckchen haben wir Tag und Nacht immer dabei, Verbandszeug, ein paar Medikamente, Wasser, Energieriegel, auch wenn wir wissen, dass dies eher der Beruhigung unserer Nerven dienen mag

 

Riesenrad und Airhockey

Am nächsten Tag fahren wir mit der Monorail auf die künstliche Insel Odaiba in der Bucht von Tôkyô. Sie geht auf das 19. Jahrhundert zurück, angelegt als Verteidigungsanlage gegen etwaige Angriffe von Schiffen aus der westlichen Welt, Amerika und Europa.

Die Fahrt bietet uns spektakuläre Ausblicke, denn die Bahn fährt auf Stelzen durch Häuserschluchten und schließlich über eine der großen Brücken . Da wir vor Abfahrt des Zuges rechtzeitig an der Station Shinbashi einsteigen, bekommen wir einen Fensterplatz. Auf der Insel angekommen, möchten wir im Toyota-Showroom eine Fahrt im ferngesteuerten Auto durch das Versuchsgelände unternehmen. Aber an diesem Tag ist dies nicht möglich, da auf der Strecke ein Rennwagen-Tuning stattfindet.

Von der Rennstrecke weg, gehen wir durch das Venus-Kaufhaus, ein Konsumtempel mit Toscana-ähnlichen Piazzas unter einem künstlichen Himmel, an dem sich Wetter und Beleuchtung ständig ändern (http://www.venusfort.co.jp/multi/index_e.html). Im 1. Stock gibt es ein lärmendes Spielecenter, wo unser Sohn eine Runde Airhockey spendiert bekommt. Dabei müssen Spielsteine auf einem Luftkissen ins Tor geschossen werden. Der Reaktionsschnellste, das ist Lukas, gewinnt.

Japan von oben

Danach das Highlight für Lukas: Die versprochene Fahrt im gewaltigen Riesenrad (www.daikanransha.com). Davon gibt es gleich zwei auf Odaiba. Wir nehmen eine normale Gondel und können gleich einsteigen, heute keine Wartezeiten. Im Gegensatz zum London Eye mit seinen riesigen Gondeln, haben wir eine kleine Gondel nur für uns allein. In London hätten wir unsere Rucksäcke vorher einschließen müssen. Aber im relativ sicheren Japan hat niemand etwas dagegen, dass wir sie mitnehmen. Auf eine gläserne Gondel hätten wir 20 Minuten warten müssen, aber das ist mir nicht geheuer. Auch so ist mir auf 115 Metern recht mulmig – bloß nicht an Erdbeben denken – und ich bin froh, als wir nach 16 Minuten wieder auf relativ festem Boden stehen.

Danach braucht unser Sohn eine Spielpause. Wir bummeln einfach am Meer entlang, und machen, wie viele andere Familien, Picknick mit vegetarischem Sushi am Strand, unterhalb einer kleinen Schwester der amerikanischen Freiheitsstatue.

Zurück fahren wir mit dem Boot. Es gibt mehrere Linien, alle mit unterschiedlichem Betreiber. Jeder Ticketschalter gibt nur Infos zu seiner eigenen Linie, so dass es gar nicht so einfach ist, herauszufinden, welches Boot wann fährt und wieviel das kostet. Dafür fährt unser Wasser-Bus dann bis in die Nähe unseres Hotels. Die Fahrt gibt einen guten Eindruck davon, dass Tôkyô mal das kleine Fischerdörfchen Edo in einem sumpfigen Flussdelta war. Unterwegs zweigen immer neue Kanäle, Schleusen, Flüsschen ab.

Fotoquelle: Barbara Leonhardt

Teil 1: Tôkyô Downtown und Fest der Schreine
Teil 2: Der Kinderumzug und das Sumoturnier

Teil 3: Japan von oben und Airhockey

Teil 4: Heiße Thermalquelle