Kategorie: Rezensionen

Hier kommen die Rezensionen

Die Insel der perfekten Frauen

Die als Fantasy einzustufende Geschichte „Seeherzen“ von Margo Lanagan spielt auf der kleinen Insel Rollrock. Die Geschichte ist aus der Perspektive von verschiedenen Personen über mehrere Generationen geschrieben, was die Lektüre sehr vielschichtig macht, aber auch einen etwas geübten Leser voraussetzt.

Zu Beginn sind viele Menschen auf der Insel rothaarig und sommersprossig und es gibt viele Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen. Eines dieser Mädchen ist Miskaella. Sie ist nicht hübsch und auch von ihrer Art her eher eine Außenseiterin. Eines Tages aber entdeckt sie eine besondere Gabe an sich, und das Leben auf der Insel verändert sich dramatisch.

Miskaella kann aus weiblichen Robben Frauen herausholen. Diese Frauen sind schön: dunkelhaarig, schlank und mit verführerischen vollen Lippen, so dass kein Mann ihnen wiederstehen kann. Außerdem sind sie fügsam und lieb und nicht so störrisch und eigensinnig wie die rothaarigen Frauen von Rollrock.

Nachdem Miskaella die erste Frau aus einer Robbe geholt hat, kommen nach und nach alle Männer der Insel zu ihr, und bezahlen sie dafür, dass sie ihnen eine Frau aus einer Robbe holt. Die betrogenen rothaarigen Frauen verlassen nach und nach die Insel, bis es nur noch Robbenfrauen, Männer und dunkelhaarige Jungen auf der Insel gibt. Was passiert, wenn eine Robbenfrau ein Mädchen bekommt bleibt lange ein Geheimnis.

Im letzten Teil des Buches wird klar, dass die Robbenfrauen nicht glücklich sind. Daniel, der Sohn einer Robbenfrau erkennt das: „Sie hatte gelogen, um mich loszuwerden. Sie fühlte sich nicht wohl – sie fühlte sich hundeelend. ….sie war unglücklicher als ich es je gewesen war; sie war unglücklicher als alles Unglück, das ein Junge wie ich es sich überhaupt vorstellen oder verstehen könnte.“ Und er beschließt etwas dagegen zu tun.

Die Geschichte der 1960 geborenen Australierin Margo Lanagan ist sehr spannend und zieht den Leser in seinen Bann. Dennoch bleibt auch ein wiederstrebendes Gefühl. Natürlich, es ist ein Fantasy Buch, dennoch, das Bild der Frauen, die ausgetauscht werden gegen Robbenfrauen, und auch das Bild der Männer, die im Angesicht der Robbenfrauen plötzlich willenlos in deren Bann gezogen werden, hinterlässt ein schalen Nachgeschmack. Losgelöst von Geschlechterbildern betrachtet ist es ein spannendes Buch, in dem eine wirklich fantasievolle Idee schriftstellerisch fantastisch umgesetzt wurde.

Margo Lanagan hat schon viele Bücher veröffentlicht, darunter viele unter verschiedenen Pseudonymen (siehe Wikipedia Eintrag zu Margo Lanagan). Sowohl ihr Roman „Black Juice“ als auch „Seeherzen“ wurden mit dem „World Fantasy Award“ ausgezeichnet. Ihr Kurzgeschichten- Band „White Times“ wurde von der American Library Association als „Best Book for young Adults“ ausgezeichnet. Auf Deutsch von ihr erschienen sind „Ligas Welt“ und „Voll erwischt vom Leben“. Außerdem ein sich sehr spannend anhörendes Romanprojekt: „Klick!: ein Roman geschrieben von 10 Autoren“. Unter diesen 10 sind Nick Hornby, bekannt für seinen Roman „About a boy“, der ja auch verfilmt wurde. Auch Roddy Doyle ist dabei, der „Fish und Chips““ geschrieben hat und (auch sehr empfehlenswert für Kinder ab 8). Klick! Ist also sicher auch eine Lektüre wert.

Seeherzen, Margo Lanagan, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21160-7-5, ab 14 Jahren (16,99 Euro).

Buster, König der Sunshine Coast

Erst die Schule und dann……? Für Sebastian ist das schon klar, er will Reisen. Und zwar nach Thailand. Der große Bruder eines Freundes war dort und hat tolle Geschichten erzählt: Von Partys und so…Eine Reise hatten ihm seine Eltern versprochen, wenn er die Schule schafft – das war, nachdem er sitzengeblieben war.

Eines Abends kommt er so betrunken nach Hause, dass er das Schlüsselloch nicht findet: („gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, warum Schlüssel immer anschwellen, wenn man betrunken ist?“) Seine Eltern müssen ihn ins Haus lassen, bekommen seinen Zustand mit und stornieren das Ticket nach Thailand.

Da die Reise aber versprochen war, soll er trotzdem reisen dürfen, aber mit mehr „Struktur“. Die Eltern haben ihn auf einer Sprachschule in Kanada angemeldet. Als Sebastian, genannt Bastian, dort ankommt, stellt sich heraus, dass es die Schule gar nicht gibt. Er kauft sich ein Zelt und setzt sich in den Bus, um die Sunshine Coast zu erkunden.
Was er findet, ist Ruhe, viele interessante Leute und auch ein wenig sich selbst. Es gibt Orte, an denen er länger bleibt, wie das Kaff Apphill, wo er sogar überlegt, für immer zu bleiben.

Auf dem ersten Campingplatz bekommt er seinen kanadischen Namen: Buster. Erst nerven ihn die beiden Radfahrer, die ihm die Ruhe auf dem Platz nehmen, den er bisher für sich hatte. Aber dann freunden sie sich an und rauchen jede Menge Joints zusammen. Da sie Bastian nicht aussprechen können, nennen sie ihn Buster und er bleibt dabei.
Thorsten Nesch weiß, wovon er spricht: Hat er doch selbst von 1998 bis 2003 in Kanada gelebt. Der 1968 in Solingen geborene Autor hat bereits mehrere Romane geschrieben, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene. Seine Homepage ist eine wahre Fundgrube an interessanten Romanen, Zusatzmaterial, Blogbeiträgen und Songs – denn auch die schreibt und singt er. Thorsten Nesch ist ein sehr aktiver Autor, der es gerne trubelig mag und auch gerne an Schulen oder sonst in der Öffentlichkeit Lesungen abhält.

In „Buster, König der Sunshine Coast“ trifft er die Jugendsprache sehr gut, ohne dabei anbiedernd zu wirken. Er erzählt den Sommer eines heranwachsenden Jungen und vermittelt dabei doch viel mehr. Bastian verkörpert einen recht typischen Jugendlichen aus Deutschland, viel Party im Kopf und wenig Ernsthaftes. Er zeigt aber auch, dass er, wenn es darauf ankommt, und wenn er Verantwortung hat, durchaus gut damit zurecht kommt. Und dass er auch schwierige Situationen gut meistert. Trotzdem wird er nicht als Überflieger dargestellt, sondern ruft zum Beispiel ab und zu ganz „brav“ seine Eltern an. Von Münztelefonen aus. Dass er sein IPhone beim Besäufnis verloren hat, hatte er ihnen noch nicht gesagt. Auch, dass es die Schule nicht gibt, erfahren sie erst, als er wieder in Deutschland ist.

Thorsten Nesch ist ein vielseitiger Autor, der auch Hörspiele schreibt und schon für mehrere Preise nominiert war und zahlreiche Stipendien erhalten hat. Auch dieser Roman ist für den Bachman Preis in Klagenfurt eingereicht.

Buster, König der Sunshine Coast, Thorsten Nesch, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21499-8, ab 14 Jahren (8,99 Euro).

Mickan ist ganz zufrieden mit sich

Aus dem Alltag einer Achtjährigen: Mickan wird bald 8 und findet sich weder total hübsch, noch ist sie die Hässlichste im Universum. Wenn sie länger in den Spiegel schaut, so etwa eine Viertelstunde, dann bekommt sie ein sonderbares Gefühl. Sie nennt es das „Ich-Gefühl“. Dann ist das im Spiegel plötzlich sie und sie muss mehrmals hintereinander „ich bin ich“ sagen und dann ist alles wieder normal.

Mikan ist ein aufgewecktes Mädchen und Emma Adbage lässt sie in ihrer eigenen Sprache von ihrem Leben erzählen. Vom Wandertag, für den sich ihre Mutter extra bei den Nachbarn einen Kompass für sie ausgeliehen hat. Als Mickan sich dann im Wald verläuft, geht sie in Richtung des Pfeiles und findet ihre Gruppe wieder, das Gerät entpuppt sich allerdings trotzdem als alter Liftkartenhalter vom Skifahren. Auf dem Nachhauseweg hält sie die Hand ihrer Freundin Penny, ein richtiger Kumpel ist nämlich besser als ein falscher Kompass.

Emma Adbage lässt Mickan mit viel trockenem Humor über ihr Leben erzählen, zum Beispiel von dem Tag, als ihre Klasse feststellt, dass die Fische aus dem Klassenaquarium weg sind. Die Lehrerin verdächtigt Pecka, der öfters mal was im Schilde führt, der weiß aber von nichts. Die Fische müssen gestohlen worden sein. Ein Mädchen weint und Mickan und Penny malen Fisch-Such-Plakate und hängen sie auf.

Neben der Fisch-Geschichte gibt es noch die Geschichte von der Theateraufführung, die sich als roter Faden durch das Buch zieht. Viele der anderen Kapitel stehen für sich, „die schrecklichen Dinge“ zum Beispiel oder auch Mickans Analyse über Jungen und Mädchen, die wirklich sehr lesenswert ist, nicht nur für Kinder.

Emma Adbage ist 1982 geboren und hat schon mehrere Kinderbücher geschrieben. „Mickan ist ganz zufrieden mit sich“ ist allerdings das erste, das ins Deutsche übersetzt wurde. Interessanterweise gibt es auf Französisch bereits drei ihrer Bücher. Emma Adbage sagt, dass sie sich von der Sprach von Kindern inspirieren lässt, nach der Lektüre von „Mickan ist ganz zufrieden mit sich“ glaubt man ihr das aufs Wort, und hofft, dass es bald mehr davon auf Deutsch zu lesen gibt.

Mickan ist ganz zufrieden mit sich eignet sich hervorragend zum selbstlesen ab der zweiten Klasse bis zur vierten oder fünften Klasse. Es ist aber auch eine Freude zum Vorlesen.

Mickan ist ganz zufrieden mit sich, Emma Adbåge, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ISBN 978-3-499-21359-5, ab 7 Jahren (12,99 Euro).

„Tonnerwetter, heute ist ja mein Geburtstag“

Typisch Dr. Brumm: Er freut sich auf einen Tag, an dem er nichts vorhat, außer ausgiebig zu frühstücken und danach die Reißfestigkeit der Hängematte im Garten zu testen.

Dr. Brumm hat Geburtstag!

Aber es kommt mal wieder anders. Er hat nämlich heute Geburtstag und seinen Freunden eine Party versprochen. Jetzt muss er improvisieren, denn zugeben, dass er es vergessen hat, will er natürlich nicht. Zunächst scheint es trotz fantasievoller Ideen – Eierlaufen ohne Eier, Tauziehen ohne Tau und Sackhüpfen ohne Sack – ein eher langweiliger Geburtstag zu werden. Aber dann hat Dr. Brumm eine wirklich gute Idee: Sie helfen Bauer Hackenpiep und machen um die Wette das Heu. Da ist sogar Bauer Hackenpiep mal zufrieden. Und als Frau Hackenpiep dann auch noch einen Schokoladenkuchen serviert, sind sich alle einig: „Das ist die beste Geburtstagsparty, die wir je gefeiert haben.“
In typischer Dr. Brumm Manier hat Daniel Napp dieses Kinderbuch verfasst und detailreich illustriert. Es ist mittlerweile das 11. Dr. Brumm Buch und es soll nicht das letzte gewesen sein, verspricht Daniel Napp auf seiner Homepage.

Daniel Napp, geboren 1974, ist studierter Illustrator. Seine Diplomarbeit hat er mit „Dr. Brumm versteht das nicht“ gemacht. Und kurz darauf weitere Kinderbücher veröffentlicht. Für „Dr. Brumm will´s wissen“ hat er die Eule des Monats bekommen und „Dr. Brumm gibt Gas“ ist als Erstlesebuch des Monats vom Borromäusverein ausgezeichnet worden. Mittlerweile arbeitet er in einem Gemeinschaftsatelier in Münster. Dort illustriert er nicht nur seine eigenen Geschichten, sondern auch die anderer Autoren. So hat er zum Beispiel das neue Bilderbuch vom Kleinen Wassermann illustriert, und auch die Bilder in den Latte Igel Geschichten des finnischen Autors Sebastian Lybeck sind aus seiner Feder bzw. seinen Pinseln.

„Dr. Brumm feiert Geburtstag“ ist wie alle Dr. Brumm Bücher super zum Vorlesen und Bilder anschauen für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Die große deutliche Schrift macht es aber auch zu einem idealen Buch zum selber Lesen für Leseanfänger.

Wer von den Büchern noch nicht genug hat, dem kann man einen Besuch auf Daniel Napps Homepage (www.Daniel-Napp.de) nur empfehlen. Sie ist eine wahre Fundgrube an Zusatzinformationen: Zum Beispiel, dass Dr. Brumm seinen Dr. Titel fürs Honigessen bekommen hat. Und Daniel Napp erzählt mit vielen Bildern, wie ein Buch von ihm entsteht. Außerdem findet man einen Trailer zu einem Dr. Brumm Trickfilm Projekt, sowie Links zu Interviews mit Daniel Napp, zum Beispiel bei der Kinderbuchcouch, wo man das Interview als Film anschauen kann. Wer lieber selbst aktiv wird, findet zahlreiche Bastelbögen zu den verschiedenen Geschichten von Daniel Napp.

Dr. Brumm feiert Geburtstag, Daniel Napp, Thienemann Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, 2014, ISBN 978-3-522-43743-1, ab 5 Jahren (je 12,99 Euro).

„Wie lange dauert der Tod?“

Als der Thienemann Verlag mir „Nie mehr Wolkengucken mit Opa“ vorschlug, dachte ich: Endlich einmal ein Kinderbuch zum Thema Tod und Trauer. Als ich das Buch in den Händen hielt war mein erster Gedanke: „Welch schöne Bilder! Die Illustratorin Verena Körting hat Bilder von solch intensiver Atmosphäre geschaffen, dass man allein durch das Betrachten schon mitten in der Geschichte ist.

Die Geschichte handelt von Lilli, die immer stundenlang mit ihrem Opa auf der Schaukel am alten Kirschbaum saß und die Wolken mit ihm anschaute. Sie sahen die fantastischsten Dinge und es war ihnen nie langweilig.

Eines Tages ist Opa im Krankenhaus und sieht dünner und kleiner aus als sonst. „Und an einem windigen Tag passiert es – einfach so, ohne dass jemand etwas dagegen tun kann.“
„Opa ist gegangen“ sagt die Nachbarin, aber sie weiß auch nicht wohin. Lilli versteht nicht, warum er sie nicht mitgenommen hat, und Oma und seinen Kegelfreund. Lilli ist sauer „der Tod ist doof“ ruft sie und dann, als Oma ihr Opas alten Gartenhut aufsetzt, da kann sie auch endlich weinen.

Lilli malt ein Herz für Opa und überlegt, ob er ein Kuscheltier mitnehmen sollte und was er anziehen soll, im Sarg.

Es gibt ein Gespräch mit dem Pfarrer und die Beerdigung und Lilli überlegt, ob es langweilig ist, wenn man tot ist.

In der Geschichte von Martina Baumbach wird das Kindergartenkind Lilli durch die Tage vor und nach der Beerdigung begleitet. Lillis Reaktion auf den Tod ihres geliebten Opas wird in all ihren Facetten gezeigt: Unverständnis, Trauer, Wut. Aber Lilli findet auch Trost in ihren eigenen Erfahrungen mit Maikäfern, die sie mal in einer Schachtel gesammelt hatte. Als sie nach ein paar Tagen wieder nach ihnen schaute, haben sie sich nicht mehr bewegt. Aber sie sahen friedlich aus, als wären sie zufrieden mit all dem Gesumme dass sie in ihrem Leben veranstaltet hatten. Auch die Zeiten mit der Familie und das Gespräch mit dem Pfarrer geben Lilli Trost und helfen ihr mit der Situation umzugehen.

„Nie mehr Wolkengucken mit Opa“ ist ein wunderbar einfühlsames Buch über die wohl schwersten Momente im Leben. Es ist besonders geeignet für Kinder im Kindergarten und der Grundschule. Die beiden letzten Seiten, die sehr viele gute Tipps für trauernde Kinder und ihre Eltern beinhalten, sind aber auch noch für ältere Kinder geeignet.
Die Münchener Autorin hat schon viele Kinder und Jugendbücher veröffentlicht und widmet sich gerne auch den schwierigeren Themen (Kuddelmuddel in Omas Kopf, Und Papa sehe ich am Wochenende, Jette zieht um). Auch im Radio kann man Martina Baumbachs Geschichten hören, in Bayern 1 kommen sie manchmal als Betthupferl. Den Link findet man auf www.martinabaumbach.de.

Nie mehr Wolkengucken mit Opa, Martina Baumbach und Verena Körting, Thienemann Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, 2014, ISBN 978-3-522-30372-9, ab 4 Jahren (12,99 Euro).

Ein kindgerechtes Tablet: Clempad von Clementoni

„Ein eigenes Tablet“ jauchzte der Nachwuchs, als das Paket mit dem Clempad plus ab sechs Jahre bei uns eintraf. Vor lauter Aufregung wurde das Gerät auch gleich fallen gelassen. Und schon war der erste Grund für ein eigenes Kindertablet gefunden: Mit extra gepolsterten Kanten ist dieses ziemlich robust und hält mehr aus, als die erwachsene Variante der großen Markenhersteller.

Schnell hatten wir für die Kinder eigene Profile angelegt, die ihnen ihren Bereich zuweisen. Mit eigenem Zugang, Kinderpasswort und einer vereinfachten Bildsprache, damit sich die Computeranfänger zurechtfinden. Will der vorwitzige Nachwuchs aus reiner Neugierde in den Bereich der „Großen“ wechseln, ist das nicht möglich. Denn die haben einen eigenes Erwachsenen-Passwort. Mit diesem können sie den Zugang für die Kinder verwalten oder das Tablet selbst nutzen, um im Internet zu surfen – so wie bei einem vollwertigen Android-Tablet. Auch die Kinder surfen auf ihrem Clempad Tablet – aber nur auf voreingestellten Seiten, die wir als Eltern ganz nach Wunsch erweitern können. Also: Sicheres Surfen im Internet für die Kinder und ein sehr beruhigendes Gefühl für uns Erwachsene.Clempad2

Das Allerwichtigste – so ist es bei uns – ist aber das Spielen mit dem Tablet. Und da gibt es bereits voreingestellte Lern-Apps mit Spielen: Vom intelligenten Puzzlen über Wiedererkennungsspiele bis zur Geschichte, die vorgelesen wird oder der kleine User selber lesen kann. Das war toll zum Lesen üben, denn beim dritten Mal ging es schon viel besser! Beim “Mathe-Rennen”, ein anderes Beispiel, lösen die Kinder “ganz nebenbei” Rechenaufgaben und wiederholen das Einmaleins.

Für die Kids sind es Spiele, aber ohne es zu merken, lernten sie etwas dabei. Deshalb sind die Lern-Apps aufgeteilt in Lernbereiche wie Kommunikation und Sprache, Kenntnis der Welt oder Logik. Wenn ich zum Beispiel wissen will, wie viele Herausforderungen mein Sprössling im Lernbereich Logik gemeistert hat, kann ich in meinem Elternbereich einfach einmal nachschauen. Dazu muss ich nicht einmal an das Kindertablet. Über mein eigenes Smartphone kann ich – genauso wie über das Tablet direkt – Einstellungen vornehmen und den Kinderbereich kontrollieren.

Im Kinderbereich können die Sprösslinge außerdem Musik hören, Videos aufnehmen und Fotos machen – wie die Großen! Wenn die Kids bei den ersten Schritten Hilfe benötigten, waren natürlich wir Erwachsene da und zeigten ihnen, wie sie es machen sollen oder spielten eine Runde mit. Wie schön, dass auch ein Computer zur Kommunikation Kind/Eltern beitragen kann und sie gemeinsam diese Welt entdecken können.

Übrigens: Wenn emsige kleine User die Zeit an ihrem Tablet vergessen (und auch die Mama gerade mit dem Kopf woanders ist) dann gibt es die Zeitbegrenzung, die Eltern für jedes Kind und jeden Tag einzeln einstellen können. Wollen die Kinder außerhalb dieses Zeitraumes an das Tablet – zum Beispiel abends, wenn die Eltern vielleicht abgelenkt sind – dann können sie sich nicht in ihren Bereich einloggen. Es beruhigt einen als Mutter doch sehr muss ich sagen, wenn die Medien-Nutzung der zeitlichen Elternkontrolle unterworfen ist.

Das Clempad gibt es übrigens auch schon in einer anderen Version für Kinder ab drei Jahre („Mein erstes Clempad“). Mehr dazu unter Kindertablets.

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Weihnachtsbasteln ohne Stress

Mal wieder Lust auf Weihnachtsbasteleien? Aber keine Lust auf komplizierte Bastelanleitungen bei denen am Ende nichts Schönes herauskommt? Dann ist das neue Bastelbuch von Ravensburger genau das Richtige. Marlies Schiller stellt auf 90 Seiten mehr als 30 Bastelideen zu Weihnachten vor.

Da sind recht schnelle Dinge dabei wie die Tannenbäume aus Papier, die mit einem Holzspieß auf einem Apfel sitzen. Es sind süße Dinge zum Backen dabei und schöne Geschenk Ideen. Für jede Bastelei gibt es einen gut sichtbaren „Das brauche ich“ Kasten, so dass man auch wirklich alles Notwendige da hat, wenn es los gehen soll.

Wir haben das Herstellen von einmaligen Weihnachtskugeln für Sie getestet: Hier die Anleitung

Zunächst mal: die Idee ist toll, die Vorschläge funktionieren und sind nicht zu kompliziert. Ein paar Extra Tipps haben wir für Sie aber doch noch:
1) Bastel-Leim hört sich an wie etwas ganz Besonderes aus dem Bastellfachgeschäft. Auf Nachfrage sagte man uns dort aber, dass es einfacher Tapetenkleister aus dem Baumarkt genauso tut.

2) Bevor man loslegt, sollte man sich eine Vorrichtung basteln, an der man die fertigen Kugeln zum Trocknen aufhängen kann.

3) Die Wollkugeln sehen toll aus und sind wirklich einfach, auch schon unter 8 Jahren.

4) Die marmorierten Glaskugeln sind etwas komplizierter. Wenn man Nagellack in ein Wasserglas tut und dann die Kugel hinein taucht, dann hängt der Nagellacktropfen unten an der Kugel. Auch das sieht schön aus, um aber an mehr Stellen der Kugel Farbe zu bekommen muss man etwas mehr rumprobieren. Das Glas sollte groß genug sein, dass man die Kugel darin wenden kann und auch während die Kugel im Wasser ist, noch Nagellack hinzufügen kann. Mehrere Farben mischen ist auch toll.

Weihnachtsbasteln15) Beim Bekleben der Kugeln sollte man immer bedenken, dass die Kugeln ja hängen und man eher von unten darauf schaut, als von oben.

6) Ganz einfach und wirklich super aussehend ist das Bestreuen mit Glitzerstaub. Entweder man streut den Glitzerstaub auf die mit Kleister bepinselte Kugel oder man streut den Glitzerstaub auf eine Unterlage und rollt die eingekleisterte Kugel hindurch.

Die Kugeln kann man super selber aufhängen, oder auch ganz toll verschenken.
Viel Spaß beim Basteln.

Tolle neue Bastelideen für Weihnachten, Marlies Schiller, Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, Ravensburg, 2014, ISBN 978-3-473-55304-4, empfohlen für Kinder ab 8 (12,99 Euro).

Gewinner Gewinnspiel: Mit Nintendo Englisch lernen

Lernen mit Spaß – klar geht das besser mit Hilfe elektronischer Möglichkeiten. Schließlich sind die Kids oft ganz wild auf elektronische Spiele – zum Beispiel auf dem Nintendo. Seit September 2014 gibt es ein neues Lernspiel für den Gameboy der Reihe 2DS und 3DS. Es heißt „Englisch lernen mit Biff, Chip und Kipper“.

Das Programm aus der Oxford University Press Reihe gibt es in drei Stufen von 3-8 Jahre, 3-10 und 3-12 Jahre. Die Aufgaben sind sehr auf das Hörverständnis beim Englisch lernen ausgerichtet und nutzen die elektronischen Möglichkeiten endlich einmal aus:

Die Kinder müssen zum Beispiel Worte und Töne nachsprechen: Der Nintendo nimmt ihre Stimme auf und lässt sie nachhören, ob sie die Töne oder Wörter richtig ausgesprochen haben. Die ganz Kleinen dürfen bereits Töne wie Hundegebell nachmachen. Wer schon Schulkind ist, hört englische Worte, schreibt sie auf dem kleinen Bildschirm und bekommt sofort das Feedback, ob die Schreibweise richtig war. Kindgerecht ist darüberhinaus die Möglichkeit, die Worte auf dem kleinen Bildschirm nachzuschreiben – ein bisschen wie auf einer elektronischen „Zaubertafel“.Vor allem der Zusammenhang zwischen Buchstaben, die ähnlich klingen, aber unterschiedlich ausgesprochen werden (Beispiel rain und day) sind dabei Schwerpunkt.

Außerdem gibt es englische Geschichten und Fragen dazu auf unterschiedlichem Niveau. Sie werden vorgelesen oder können selbst gelesen werden. Bilder unterstreichen die Sätze in den Geschichten, damit die Kinder auch verstehen, wenn sie nicht alle Worte der Geschichte kennen.

Als Animation zum Weitermachen gibt es Stempelchen und zum Beispiel ein Puzzle, welches sich vervollständigt, wenn alle Geschichten eines Levels gelesen wurden. Süß ist auch der Baum, der bei geschafften Wörtern wächst und wächst. Wer keine Lust mehr hat, kann eine angefangene Aufgabe nicht so ohne Weiteres „skippen“. Denn dann fragt das Programm nach: „Wenn du jetzt skippst, werden alle erreichten Punkte der Lektion nicht gespeichert“ – und das ist auch ein Anreiz!

Das Lernprogramm ist sehr umfangreich, jedoch nicht auf einen deutschen Lehrplan abgestimmt. Außerdem ist es komplett auf englisch – deshalb sollten Erwachsene dem lernenden Kind schon ab und zu über die Schulter schauen. Als Begleitung oder Vertiefung der Englischstunden in der Schule ist „Englisch lernen mit Biff, Chip und Kipper“ sehr gut geeignet, kommt doch in der Schule das Sprechen oft zu kurz.

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Gewinner des elektronischen Lernspiels und des Nintendo 2 DS!

Familothek verloste Gewinne in einem Gesamtwert von 350 Euro: Dreimal drei Spielpakete “Englisch lernen mit Biff, Chip und Kipper” im Wert von circa 90 Euro, einmal davon inklusive einem Nintendo 2DS im Wert von circa 120 Euro.
Was ist war tun? Mitspieler beantworteten folgende Frage:

Welches deutsche Sprichwort entspricht dem englischen Satz: “Haste makes waste”?:
A “Eile mit Weile” oder
B “Hier bitte keinen Müll einwerfen

Einsendeschluss war der 10. Dezember 2014.

Und hier die Gewinner:

Arnold Z. aus Sprendlingen, Sandra F. aus Himmelstadt, Alexandra D. aus Dortmund. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit den Spielen!

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Finnische Kinderbücher – schöne Geschichten

Bei der Buchmesse in Frankfurt war 2014 Finnland zu Gast – Grund genug, über ein Kinderbuch aus Finnland zu schreiben:

Die, „Geheimakte Wuff“ von Toula Kallioniemi hat der Ravensburger Verlag aktuell in der Übersetzung aus dem Finnischen auf den Markt gebracht.

Eine Familiengeschichte ist das Thema von diesem Kinderbuch. Nah am Leben der kleinen Leser, aber trotzdem mit Abenteuern aus dem Alltag gespickt.

Aus dem Leben gegriffen ist die Geschichte von Eeros Familie, der sich so sehnlichst einen Hund wünscht und allerhand anstellt, damit er sich einen verdient. Die Teilnahme an einem Tanzwettbewerb ist dabei nur die am wenigsten absurde Möglichkeit. Enno kommt dabei auf die Spur eines Tierquälers.

Die Familie in dieser Geschichten ist etwas eigen – sympathisch eigen. Eeros Mutter ist meist am Rande des Nervenzusammenbruchs, hat aber das Herz auf dem rechten Fleck. Außerdem geht es in Eeros Familie mit den zwei älteren Brüdern um deren ersten Freundinnen, die der kleine Bruder aufmerksam beobachtet. Immer wieder wechselt die Erzählperspektive außerdem zu dem älteren Bruder.

Schön für die kleinen Leser, dass sie sich mit den Figuren der Geschichte identifizieren können. Die Alltags-Abenteuer sind so, dass sie auch ihnen durchaus passieren könnten, aber trotzdem spannend und interessant sind.

Der Tonfall der Geschichte ist lakonisch, nett , einfach geschrieben und damit eine klassische Kindergeschichte für Grundschulkinder. Die Welt, die es dort zu erleben gibt, ist keine „Heile-Welt-von – Bullerbü“, sondern eine reale Welt von heute – auch wenn die Geschichte im nordischen Winter spielt. Alles in allem – finnische Kinderliteratur scheint eine Bereicherung für die deutschen Büchermarkt zu sein!

 

 

Thea Sisters – Kinderbücher ab acht Jahre

Schlau, nett, hübsch und vor allem ein tolles Team: Der Redakteur der „Neuen Nager Nachrichten“, Geronimo Stilton wurde an dieser Stelle bereits vorgestellt. Auch seine Schwester Thea Stilton kam in diesem Buch bereits vor. Nun macht sie ihre eigene Karriere. Aufgrund einer Einladung, einen Kurs über Abenteuer-Journalismus zu halten, begibt sich Thea mal wieder zum Mausford College, wo sie selbst mal studiert hat. Dort lernt sie fünf reizende Mäusemädchen kennen: Colette, Pamela, Pauline, Nicky und Violet. Jede mit ihren Eigenheiten und besonderen Begabungen, aber alle sind sehr nett und sehr schlau.

Bald schon geschehen merkwürdige Dinge im Mausford College: Thea glaubt öfter einen Schatten zu sehen, ist sich aber nicht sicher. Der tollpatschige Student Hans Mausner kommt ihr irgendwie bekannt vor, aber sie weiß nicht woher. Und dann ist er plötzlich ganz verschwunden. Außerdem fehlen noch große Töpfe, ein Gartenschlauch und die Harke des Gärtners. Die fünf Mäusemädchen machen sich auf die Suche. Sie knacken den Drachencode und entdecken einen Geheimgang. Am Ende klärt sich auch das Geheimnis um Hans Mausner auf.

Am Anfang jedes Buches werden die fünf Mäusemädchen mit einem Steckbrief vorgestellt, so dass man sie schon ein bisschen kennt. Jede hat ihre individuellen Stärken und Schwächen, was sie sehr sympathisch macht. Sie ergänzen sich damit außerdem zu einem sehr guten Team.

Von den Thea Sisters gibt mittlerweile viele Abenteuer, so dass es keine langen Wartezeiten auf das nächste Abenteuer geben muss.
Das zweite Abenteuer führt die fünf Mädchen nach Peru, wo sie eine geheime Stadt entdecken, einem Archäologen helfen und die Schurken davon abhalten eine Tür der Stadt zu zerstören.
Im dritten Abenteuer reisen die Mädchen nach Paris, wo sie einen Skandal in der Mode-Szene aufdecken. Das fünfte Abenteuer spielt in Mailand, in der Welt des Balletts. Seit dem 1.9. 14 gibt es noch vier weitere Bücher für die ganz großen kleinen Fans (Titel: siehe unten).

Die Bücher sind wie auch die von Geronimo Stilton witzig aufgemacht: Manche Wörter sind anders geschrieben, es gibt immer wieder Hinweise zum Mit-Raten. Außerdem allgemeine Informationen über die Länder und Orte, an denen sich die Mäusemädchen aufhalten, so dass bei der Lektüre auch etwas Allgemeinwissen vermittelt wird. Die Sprache ist gut zu verstehen und die Bücher nicht zu dick, so dass auch nicht so geübte Leser und Leserinnen durchaus Spaß an der Lektüre haben.

Zu den Stilton Büchern gibt es eine schön gestaltete Internetseite mit Leseproben, Ausmalbildern, Briefpapier und einem Gewinnspiel (www.theasisters.de).

Die Thea Sisters und der Drachencode,Die Thea Sisters und die geheime Stadt, Die Thea Sisters und der Modedieb, Die Thea Sisters und der tanzende Schatten.

Seit September 2014: Die Thea Sisters und das Rätsel von New York, Die Thea Sisters und der indische Prinz, Die Thea Sisters und der Schatz im Eis, Die Thea Sisters und die Jagd nach dem blauen Skarabäus.

Thea Stilton, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2014, ab 8 Jahren (je 7,99 Euro).