Kategorie: Kindergartenkind

Der passende Kindergarten, die passende Kita

Tipps, worauf Eltern bei der Auswahl der Kita, des Kindergartens achten sollen. Den idealen Kindergarten, die ideale Kita gibt es nicht – und wer jetzt sagt, „aber doch, unserer!“, der kann sich wirklich freuen. Natürlich können sich die Eltern vieles nicht aussuchen: In manchen Städten sind sie froh um einen Platz bis 16:00 oder eine Einrichtung die gut zu erreichen oder zu bezahlen ist. Trotzdem kann man sich ja manchmal doch zwischen zwei oder drei Kitas entscheiden. Hier ein paar Anregungen, worauf Mama und Papa dann achten sollten:

Das Kita-Konzept

Manche Häuser verteilen lange Handbücher mit pädagogischem Fachchinesisch, um ihre Kompetenz darzustellen. Hmmm, sie sollen doch mit Kindern gut umgehen. Fällt das bei aller Theorie nicht hinten herunter? Aber ein klares, gutes Konzeptpapier mit wichtigen Infos ist als Grundlage gut. Darin steht hoffentlich Folgendes:

  • Öffnungszeiten? Wenn die Einrichtung Freitags um 12:00 Uhr schließt, der Arbeitgeber aber sein Büro bis 15:00 besetzen will, wird es schwierig, nein – schlicht unmöglich.
  • Wie ist der Start geplant? Ähnlich wie beim ersten Arbeitstag in Mamas Büro kann man daraus eine Menge für die Wertschätzung des Kindes als Neuankömmling lesen. Gibt es Schnuppertage? Hat mein Kind einen großen „Paten“, ein älteres Kind, das den Start erleichtert?
  • Was lernen die Kinder im Kindergarten? Und wie? Musikalische Früherziehung, Kinderenglisch, Naturwissenschaften für Kinder? Schön, wenn die Kleinen Anregungen bekommen, zu viel ist allerdings auch nichts. Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Kinder bei zu großem Angebot präsentierter Lerninhalte weniger auf die Idee kommen, selbst aus eigenem Antrieb zu lernen. Zum Beispiel zu spielen, existenziell für die kindliche Entwicklung. Wem etwas Wichtiges fehlt, kann dies selbst meist problemlos nach dem Kindergarten ausgleichen und den Sohn zur Musikstunde o.ä. bringen.
  • Entwicklungsgespräche? Soll es sie geben und wie sind sie geplant? Darüber kann man ruhig einmal genauere Fragen stellen. Sehr wichtig ist auch, ob sich die Erzieher zwischendurch mit den Eltern über das Kind austauschen. Bei diesen „Zwischen-Tür-und-Angelgesprächen“ erfahren Eltern oft eine Menge Neues über ihr Kind.
  • Kooperation mit benachbarten Grundschulen? Das scheint Eltern von Zweijährigen weit weg, kommt aber ganz sicher: Der Sprössling wird Vorschulkind und dann ist ein sanfter Übergang zum neuen Lebensabschnitt „Schule“ sehr hilfreich.

Das Kita-Personal

  • Offensichtlich ist der Personalschlüssel (=Betreuer pro Kind), der bei oft günstigeren städtischen Kindergärten höher ist, als bei privaten. Doch der Personalschlüssel sagt wenig über das Engagement der Erzieher aus.
  • Ein großer Punkt ist Sympathie. Das eigene Kind muss jahrelang mit den Erziehern auskommen. Ein wichtiger Punkt also: Wie sympathisch sind die Menschen, die dort arbeiten? Werden Fragen beantwortet oder ausweichend beschieden? Wie reagieren die Zuständigen auf die Fragen anderer Eltern – als Beobachter kann man das ganz gut einschätzen: Nehmen sie sie ernst oder wiegeln sie sie ab?
  • Ein zweiter Punkt ist Kompetenz: Wieviel Erfahrung bringen die Leute mit und nicht zuletzt: Wie engagiert erscheinen sie? Toll ist auch einmal ein männlicher Erzieher – ist dieser allerdings unsympathisch, heißt das auch nichts.
  • Kleiner Tipp: Vertreter des Elternbeirates sind bei Tagen der offenen Tür manchmal dabei: Sie sehen die Einrichtung aus der Eltern-Perspektive, geben also andere Auskünfte als Erzieher – Ansprechen lohnt sich!

Andere Eltern

Bei Elterninitiativen hat man häufig viel Kontakt mit anderen Eltern – die sollten einem dann auch prinzipiell sympathisch sein. In manchen Einrichtungen sehen die Eltern einander nur beim Bringen und Holen der Kinder. Aber wer das zum Austausch nutzt, bekommt sicher mehr Insiderinfos als andere. In manchen großen Kitas wird unter Eltern noch nicht einmal gegrüßt – das ist sicher kein Pluspunkt. Schließlich will man ja auch dem eigenen Kind ein bisschen Höflichkeit beibringen. Und wie soll es das lernen, wenn die Eltern der Kindergartenfreunde an Mama vorbeischauen?

Andere Kinder

Ein schwieriges Thema, denn zumeist finden die Tage der offenen Tür ja ohne andere Kinder statt und die beiden großen Nachbarjungs, vor denen die Dreijährigen Angst haben, gehen vielleicht sowieso ab Herbst in die Schule. Schön ist es schon, wenn das Kind zu Beginn schon ein paar Kinder kennt – aber je nach Kind ist es manchmal auch nicht ganz so wichtig. Denn Kinder befreunden sich schnell.

Wichtig allerdings, gerade bei den immer zahlreicheren Einrichtungen, die Kinder aller Altersklassen aufnehmen: Gibt es Kinder im selben Alter und Entwicklungsstadium? Denn ein Vierjähriger wird sich auf Dauer mit ausnahmslos Zweijährigen wahrscheinlich langweilen. Nicht ganz unwichtig allerdings, ob Freunde aus dem Kindergarten einmal mit dem eigenen Kind in die Schule gehen werden oder überhaupt in der Nachbarschaft wohnen. Ersteres kann den Schulstart erleichtern. Kinder in der Nachbarschaft sind schöner für Eltern und Kind: Dann müssen nicht alle zum Freundebesuch durch die ganze Stadt oder viele Kilometer über Land.

Die Räumlichkeiten

Wegen des gesetzlich festgelegten Krippenausbaus sind viele Häuser dazu übergegangen, eine Kooperationseinrichtung mit Kindern von 0-6 Jahre zu werden. Manche haben dazu noch ein teiloffenes oder offenes Konzept. Das kann dann schon einmal 150 Kinder in einem Riesenhaus bedeuten. Manche Einrichtungen haben das richtig gut im Griff, können die Kleineren von den Größeren trennen, wenn es nötig ist und haben trotz eines offenen Hauses immer wieder kleinere organisatorische oder räumliche Einheiten, um den Kindern Sicherheit zu bieten. Da hilft nur: Fragen!

  • Manche privaten Träger beeindrucken Eltern mit niedlichst bemalten Wänden – schön, aber das ist dem eigenen Kind höchstwahrscheinlich herzlich egal. Es gibt nette kleine Elterninitiativen, die aber unter Platzmangel, gerade draußen, leiden. Mit einem Rundgang hat man das schnell heraus.
  • Das Kindergartenessen ist auch immer wieder ein wichtiges Thema bei der Entscheidung für einen Kindergarten. Gut, es sollte nicht zu 100% aus Fastfood bestehen. Aber wenn sonst alles passt und nur der Bio-Anteil des Essens zu niedrig ist?

Der Weg

Geht man einmal zum Sprechtag hin, ist noch alles o.k. Aber 4 Jahre lang dreimal umsteigen und dann noch der lange Fußweg mit dem trödelnden Sohnemann? Wer nicht mehr im Buggy sitzt, geht erst einmal seeehr langsam mit kurzen Beinen und gesundem Interesse an seiner Umwelt (sprich jedem Steinchen und Stöckchen auf dem Weg) Wer alleine fürs Hinbringen zuständig sind, wird diesen Weg 4 mal täglich, 5 Tage die Woche machen. Der Weg kann also durchaus zum k.o.-Kriterium werden.

Kind und Kindergarten müssen passen

Last but not least: Bei all den Informationen und Überlegungen das eigene Kind nicht vergessen. Braucht der Nachwuchs unbedingt viel Auslauf oder ist das Bastelangebot ganz wichtig? Ist es besser, wenn sie mit ihrer Freundin in die Einrichtung kommt oder kann sie nicht genug Anregung von anderen Kindern bekommen? Die Mutter aus der Nachbarschaft schwärmt vom Kindergarten mit der tollen Ausstattung? Aber ob der sehr streng geregelte Tagesablauf zu der eigenwilligen Tochter passt?

Anschauen, fragen, überlegen, entscheiden – viel Glück!

Foto: Pixabay, ptra

Es war einmal…. Märchen heute vorlesen?

Schneewittchen, Frau Holle, Rotkäppchen… wie zeitgemäß sind Märchen heute?

Wenn in den Radionachrichten von Grausamkeiten die Rede ist, schalten Eltern um, wenn ihre Kinder dabei sind. Und niemand käme auf die Idee, den Nachwuchs unter zehn in neueste Horrorstreifen zu schleppen. Aber gleichzeitig sollen wir ihnen Geschichten von Hexen im brennenden Ofen, abgehackten Fersen und ausgestochenen Augen vorlesen?

Trotzdem – viele Kinder lieben Märchen Die klare Aufteilung in gut und böse und die recht einfache Struktur machen sie kindgerecht. Märchen bieten Orientierung in der kindlichen Welt: Gut und böse ist sehr klar verteilt und meistens gewinnt das und der Gute.

Aber: Werden mit den Märchen nicht auch die antiquierten Vorstellungen des Mittelalters an unsere Kinder vermittelt? Schöne Königstöchter werden prinzipiell als Gewinn an Märchenhelden vergeben, grausame Strafen für Vergehen (teeren, federn und so weiter) sind an der Tagesordnung.

Davon abgesehen: In vielen alten Geschichten und Fabeln steckt eine Menge Lebensklugheit. Da ist der kleine Held schwach und wird unterschätzt, kommt aber mit Witz und Intelligenz zum Ziel (Sieben auf einen Streich / Däumeling). Stellvertretend durchleben unsere Kinder mit Märchen Konflikte – in einer fantastischen Welt und deshalb wie im Spiel für sie. Märchen regen die  Fantasie an, und auch dies ist eine schöne Wirkung. Und gerade die überlieferten alten Märchen aus dem deutschsprachigen Raum bieten den allerersten Zugang zu unserer Kultur.

Also dann doch Märchen – aber wie und wann?

Zuerst einmal: Nicht jedes Märchen ist für jedes Kind in jedem Alter geeignet. Wer ein schreckhaftes Kind mit eher zu viel Fantasie hat, sollte vielleicht nicht schon der Dreijährigen „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ vorlesen. Also lieber vorsichtig anfangen und immer beobachten, wann es genug ist. Und Märchen erst einmal vorlesen, bevor man die CD oder gar DVD einlegt. Das Vorlesen hat den Vorteil, dass Eltern ihren Kindern ungewohnte Situationen erklären können: Dass man heute solche grausamen Strafen in unserem Land nicht mehr verhängt; dass früher die Mädchen eben nicht gefragt wurden, wen sie heiraten wollten, sie heute selbst entscheiden, und so weiter. So nähern sich Große und Kleine gemeinsam Schritt für Schritt der wunderbaren, fantastischen und vielseitigen Welt der Märchen.

Hier eine Sammlung der besten Märchenlinks im Internet

  • Hier kann man nicht nur Märchen kostenlos im Internet lesen, sondern sich sogar als Newsletter  per E-Mail zusenden lassen: http://www.internet-maerchen.de/
  • Diese private Homepage bietet neben vielen verschiedenen klassischen Autoren auch eigene Märchen, sowie antike Sagen und antike Autoren, ethnische Märchen und sogar englischsprachige Elemente. http://www.maerchen.net/ Die Aufmachung der Webseite ist Geschmackssache, aber als Märchenfundus unendlich vielseitig.
  • Auch bei Spiegel Online kann man beim Gutenberg-Projekt Klassische Literatur online lesen – darunter natürlich Märchen, Geschichten, Fabeln. Zum Beispiel alle Märchen von Hans Christian Andersen, kostenlos: http://gutenberg.spiegel.de/
  • Auf dieser Seite kann man Grimms Märchen in verschiedenen Sprachen lesen und als Hörbuch anhören: http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/index
  • Wer die Kurzfassungen lesen will, um sich schöne Märchen auszusuchen: http://www.maerchen-archiv.de/

Image by Johannes Plenio from Pixabay 

Kinder zum Zähneputzen animieren

„Zähne putzen macht mir Spaß, in der Hand ein Wasserglas…“ So tönt es hoffnungsfroh von der Kinderlieder CD. Die Realität sieht viel zu oft anders aus: Kariöse Zähne schon mit drei oder jeden Abend ein Wutanfall im Bad.

Wie kriegt man die Kleinen bloß zum Putzen?

Lieder, Gedichte, Geschichten und absolute Kompromisslosigkeit

Zahnputzlieder, kleine Geschichten und Reime helfen gerade Kleineren, das Zähne putzen wie ein Spiel aussehen zu lassen. Manche lassen sich auch mit lustigen, selbst ausgesuchten Zahnbürsten oder einer elektrischen Zahnbürste eine Zeitlang überzeugen. Auch immer die Kinderzahnpasta wechseln kann erst einmal helfen – schließlich haben diese für Eltern oft ungeniessbaren Zahnpasten unterschiedliche Geschmacksrichtungen.

Irgendwann merken die meisten Kinder, dass Zähneputzen ein „Muss“ ist. Und welches Trotzkind mag schon gerne ein „Muss“? Da hilft dann nur die hundertprozentige Konsequenz, inklusive Brüllen, Zappeln lassen und festhalten. Wer meint, dass sei doch nicht nötig, dem sei gesagt: Niemand würde sein Kind einfach so auf die Straße laufen lassen, nur weil es Lust dazu hat. Klar, einmal Zähneputzen auslassen ist nicht so schlimm, aber wenn das einreisst, wird es schlimm….Kinderzahnärzte berichten von Zweijährigen mit acht kariösen Milchzähnen und der Reaktion der Mutter „Er putzt eben nicht gerne….“.

Vorbilder zeigen

Den absoluten Klassiker zum Thema Zähne putzen, Karius und Baktus gibt es übrigens hier:
http://www.dailymotion.com/video/xbdk4_karius-und-baktus_school

Obwohl ja diskutiert wird, ob die zwei netten Männchen nicht zu nett dargestellt werden – nämlich so nett, dass die Kinder sie im Mund haben und nicht vertreiben wollen….Aber wenn Eltern und Kinder Film oder Buch gemeinsam ansehen, können Eltern schon dafür sorgen, dass Kinder das Richtige aus der Geschichte herauslesen. Darüberhinaus gibt es noch viele weitere neue Kinderbücher zum Thema Zahnpflege.

Drastisch, aber je nach Kind ein Ausprobieren wert: Dem Kind deutlich zeigen, wozu es führt, wenn man sich nicht die Zähne putzt. Anschauungsmaterial findet man beispielsweise hier: http://www.lda-lsa.de
Unsere Vorfahren haben sich nämlich nicht die Zähne geputzt und Schädelfunde von Frühmenschen zeigen deutlich deren kariöse Zähne. Aber bitte dabei nicht warnen oder gar drohen „das passiert Dir auch“, sondern einfach mal zeigen, wie das bei anderen war. Vielleicht geht es weniger drastisch, beispielsweise wenn der Hund Mundgeruch hat…

Sehr gut ist auch die Argumentation mit den Süßigkeiten: Wer nicht Zähne putzt, darf keine Süßigkeiten essen, damit die Zähne nicht kaputt gehen. Zwar liebt nicht jedes Kind Süßigkeiten – die meisten aber schon!

In welcher Lage?

Hilfreich – und manchmal kommt man nicht darauf – mit dem Kind die ideale Lage suchen, um die Zähne zu putzen. Das kann sitzend auf dem Schoß sein, auf dem geliebten Sofa oder auch im Bett – Hauptsache, das Kind lässt putzen. Eine gute Zahnputzposition ist es, das Kind den Kopf in den Schoß des Putzenden legen zu lassen. Man kommt an alle Zähne heran und kann das Kind im Zweifel festhalten. Auch die Fernsehablenkung hilft natürlich – sollte aber lieber nicht zur Gewohnheit werden.

Blau im Mund – schlecht geputzt!

Ein Tipp für etwas ältere Kinder, die bereits verstehen, dass Zähne putzen wichtig ist, aber öfter einmal „keine Lust“ haben: Eine Flüssigkeit, die, wenn man sie 30 Sekunden im Mund hat, den Zahnbelag blau färbt.  Die Luxusversion ist ein ähnlicher Test beim Zahnarzt: Hier werden phosphorisierende Lösungen genutzt, die den Zahnbelag im Schwarzlicht sichtbar machen – cooooler Effekt!

Die blaue Lösung oder Tabletten mit gleichem Effekt bekommt man im Handel – sie ist absolut ungefährlich und ab und zu damit gespült, hält das Engagement beim Zähne putzen aufrecht. In der Drogerie nachfragen!

Mehr dazu bei uns:

Wie putzt man Kinderzähne richtig?

Einmal im Halbjahr: Besuch beim Kinderzahnarzt

Was tun bei Zahnunfall

http://www.familothek.de/bilderbuecher-milla-zahnfee-gewinnen.html

Medien zum Thema:

   

Plaque-Tests und Einfärbetabletten für die Zähne:

 

Illustration: Isabelle Dinter

 

 

Wie kommen wir ohne Trotzanfall nach Hause?

Neeeein, ich will nicht nach Hause“ – die dreijährige Sofia wirft sich brüllend in den Sand des Spielplatzes. Andere Eltern schauen auch schon herüber, denken vielleicht „Puh, ich heute nicht“. Ruhig bleiben, ist hier wieder einmal angesagt. Und darüber hinaus gibt es gerade in dieser Situation Möglichkeiten, den Abschied etwas zu erleichtern:

  • Kinder haben bis zum Schulalter keinerlei Zeitgefühl. Sie müssen also nicht wissen, dass es jetzt bald Zeit für das Abendessen ist, auch wenn die Sonne schon lange Schatten wirft. Deshalb sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall darauf vorbereiten, dass bald der Abschied naht. Und zwar am besten 5-10 Minuten vorher, damit sich das Kind darauf vorbereiten kann.
  • Ist es dann soweit, lassen Sie am besten das Handy klingeln (um den Ablauf der fünf Minuten anzuzeigen). Dieses Wunderding wird interessanterweise lieber akzeptiert, als die Stimme von Mama. Mehr dazu hier: Erziehen Sie auch mit Eieruhr?
  • Wenn Sie Glück haben, gehen die Eltern eines Freundes noch ein Stück Weg mit Ihnen nach Hause. Am besten verabreden Sie sich gleich zu Beginn für eine Heimgeh-Zeit.
  • Manche Kindern hilft es, sich nicht nur von Menschen, sondern auch von den Dingen zu verabschieden. „Tschüss Schaukel, bis morgen“, oder „Wiedersehen Trampolin“ kann Mutter und Kind einen stressfreien Heimweg bescheren. Beliebt ist es auch, wenn die Kleinen sich vorstellen können, dass die Rutsche jetzt schlafen geht. Dann sollten allerdings nicht noch zwanzig ältere Kinder darauf herumturnen.

Foto: Tumisu from Pixabay

Gute Eltern-Infos für die Medienerziehung

Die Medienwelt ist bunt – und manchmal gefährlich für Kinder. Aber eine gute Medienerziehung kann schützen. Und was muss ich als Eltern dazu wissen? Informationsportale, Initiativen & Co geben Ratschläge zu Themen wie Mediennutzung von Kindern, Internet, Fernsehen, Computerspiele und Co. Oft weiß man erst einmal nicht, wer dahinter steckt.

Da wir in Deutschland außerdem den Föderalismus haben, fühlen sich im Zweifel sechzehn verschiedene Stellen der öffentlichen Hand besser oder schlechter bemüßigt, Ratschläge und Tipps zur Medienerziehung zu geben. Viele Infos sind in erster Linie gut – aber auch verwirrend. Hier deshalb eine kleine Auswahl, welche weiterführenden Infos zum Thema Medienerziehung wir empfehlen können:

Schau hin Newsletter

„Schau hin“ nennt sich selbst „Medienratgeber für Familien“. Dahinter steht neben dem Bundesfamilienministerium und den öffentlichen Fernsehsendern das Erste und ZDF auch die TV – Zeitschrift TV Spielfilm sowie der Telefonanbieter Vodafone. Also ein Mix aus privatwirtschaftlichen und öffentlichen Stellen.

Ein kostenloses Newsletterprogramm verschickt an Interessenten 30 Tage lang alle zwei Tage einen Newsletter mit thematischem Schwerpunkt. Die Mails bieten einen schönen Überblick über alle Medienfragen, die einem als Eltern mit Kindern in einem bestimmten Alter so am Herzen liegen. Das geht von Computernutzung über Fernsehen bis zu Werbung, Lernspiele oder Handynutzungstipps. Der kurze Newsletter hat jeweils eine Fülle weiterführender Links zum jeweiligen Thema. Es gibt drei Varianten je nach Altersstufen 3-6 Jahre, 7-10 Jahre und 11-13 Jahre.

Wer also Kinder hat, die beginnen, sich ganz besonders mit dem einen oder anderen Medium zu befassen – unbedingt abonnieren!

Zum Thema Online-Spiele haben wir uns mit einer Medienpädagogin von Schau hin unterhalten.

Flimmo TV

Der Verein „Programmberatung für Eltern e.V.“ gibt einen aktuellen Fernsehratgeber für Eltern heraus. Die Initiative, an der sich fast alle Landesmedienanstalten Deutschlands beteiligen, bespricht laufende Sendungen im Fernsehen unter dem Aspekt, welche für ein gewisses Alter geeignet sind, gerade noch akzeptabel oder auch schädlich sein können. So zum Beispiel Sendungen, die Realität mit Soap-Charakter vermischen oder einem gefährlichen Schönheitsideal huldigen. Geschmacksfragen werden dabei allerdings nicht beleuchtet – was für Eltern vielleicht albern und ohne pädagogischen Wert erscheint, aber harmlos ist und unterhält, wird auch so eingestuft. Flimmo gibt es ganz neu auch als App.

Klicksafe

Als Initiative für mehr Sicherheit im Internet, gegründet im Auftrag der Europäischen Kommission nennt sich Klicksafe auch „EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz“. Das Projekt führen die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen gemeinsam. Auch hier gibt es eine Fülle von Elternratgebern, Broschüren, Tipps und Flyer zu den unterschiedlichsten Medienthemen. Wer sich nicht beispielsweise 52 Seiten zum Thema Social Communities herunterladen möchte, kann die Infos kostenlos gedruckt bestellen. Dann bekommt er (oder sie) umfangreiche Infos zum Thema, um mit den eigenen Kindern auf einer Wellenlänge diskutieren zu können.

Geschichten von Elmar

Vom Thienemann Verlag gibt es einen neuen Sammelband: „Das neue große Elmar Buch“. Für nur knapp zwanzig Euro bekommt man hier sechs von Elmar Abenteuern.

Elmar und das Känguru das glaubt nicht springen zu können. Es meint, dass es nur hüpfen kann und damit beim großen Springwettbewerb verlieren wird. Elmar und seine Freunde machen ihm klar, dass Hüpfen und Springen das gleiche ist, aber bis das Känguru das eingesehen hat wird es ganz schön knapp mit dem Springwettbewerb.

Immer wieder ist es faszinierend, wie David McKee große Probleme in seinen Elmar Geschichten kinderleicht anpackt und löst. In „Elmar und die Nilpferde“ geht es darum, dass die Nilpferde im Elefantenfluss Zuflucht suchen, da ihr eigener Fluss ausgetrocknet ist. Die Elefanten beschweren sich bitterlich und wollen die Nilpferde vertreiben. Elmar aber findet die Ursache heraus und gemeinsam arbeiten alle an einer Lösung gearbeitet – und am Ende haben die Nilpferde Ende ihren Fluss wieder. Als Elmar die Elefanten auf ihre Hilfsbereitschaft anspricht erwidern sie: stell dir vor unser Fluss wäre ausgetrocknet. So eine Haltung wünscht man sich bei den Menschen auch öfter.

Auch die Geschichte von Rosa, die ihre Herde verloren hat und die Elmar zurückbringt zu ihrer durch und durch rosa Elefantenherde, ist immer wieder schön zu lesen.

Als Elmar mal einen eingeklemmten Schmetterling befreit, sagt dieser zum Dank: „Vielleicht kann ich dir ja auch mal helfen, du brauchst mich nur zu rufen.“ Elmar schmunzelt, wie soll ein Schmetterling einem Elefanten schon helfen? Aber schon bald braucht er seine Hilfe, denn nur der Schmetterling kann zu der Höhle fliegen in der Elmar gefangen ist und schnell Hilfe holen.

Nachdem Elmar dem Regenbogen seine Farben wiedergegeben hat und selbst auch immer noch bunt ist, wundern sich die Tiere. Elmar aber sagt: „Ach weißt du, es gibt Dinge, die kann man verschenken, ohne sie dabei selber zu verlieren. Zum Beispiel Freundschaft, Liebe oder eben meine Farben.“

Zu guter Letzt enthält dieser Band noch „Elmars großer Tag“. Das ist der Tag an dem sich alle Tiere des Waldes bunt anmalen und nur Elmar als grauer Elefant herumläuft.

Auch nach diesen sechs Geschichten möchte man am liebsten gleich noch mehr Elmar Geschichten lesen. Die letzte Neuerscheinung der Elmar-Reihe ist „Elmar und das Monster“:

Elmar, der bunt karierte Elefant, war gerade zu seinem Morgenspaziergang aufgebrochen, da hörte er ein Furcht einflößendes. „Pass auf, Elmar“ riefen die Vögelchen und die kleinen Tiere, während sie an ihm vorbei eilten, „da ist ein Monster!“ Elmar denkt sich: Ein Monster? Wirklich? Und geht erst mal weiter. Nach und nach begegnet er den Affen, dem Tiger, den Krokodilen, dem Löwen und den anderen Elefanten. Alle rennen weg und raten Elmar ihnen zu folgen, denn das Monster brüllt immer wieder schrecklich laut. Elmar aber denkt nicht daran umzudrehen, er denkt sich stattdessen: Ein Monster, spannend, sehr interessant, und: Ich habe noch nie ein Monster gesehen! Anstatt umzudrehen geht er vorsichtig weiter.

Am Ende findet er das Monster: Es heult so laut, weil es Angst hat. Es muss durch den Wald und es hört ständig irgendwelche Monster brüllen. Am Ende lachen alle über ihre Angst. Diese wunderbare Geschichte über die eigene Angst und die Angst, die man selber vielleicht anderen einflößt ist wie immer in wunderbar bunten fantasievollen Bildern dargestellt, die einen ganz mitnehmen in die Welt von Elmar und seinen Freunden.

Von David McKee gibt es mittlerweile mehr als 20 Elmar Geschichten, die erste erschien bereits 1969. Angefangen zu publizieren hat David McKee aber schon fünf Jahre vorher, mit seinem Erstlingswerk: Two Can Toucan. Ausgezeichnet wurde er 1987 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch für „Du hast angefangen! Nein, du!“. Wenn man die Elmar Bücher mag, dann lohnt es sich vielleicht auch mal in das vielfältige andere Werk von David McKee reinzuschauen, das neben den beiden genannte Büchern noch viele weitere enthält.

Elmar und das Monster, David McKee, Thienemann Verlag, Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-522-43777-6, (12,99 Euro).
Das neue große Elmar-Buch, David McKee, Thienemann Verlag, Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-522-43776-9, (19,99 Euro).

Kakerlaloop – Kakerlaken spielen mit

Ein neues „Kakerlaken-Spiel“ ist auf dem Markt! Schon die Vorgänger-Version des Spiels mit der elektronischen Kakerlake macht einen riesigen Spaß – hat man doch das Gefühl, dass ein neues „Haustier“ mit einem Eigenleben in der Familie Einzug gehalten hat. Die Rezension dazu: Kakerlakak.

Spaß mit elektronischen Kakerlaken

Auch bei der neuen Version des Kakerlaken-Spieles aus dem Hause Ravensburger spielt eine batteriebetriebene Hexbug – Figur, die sich selbständig bewegt, die Hauptrolle. Kakerlaloop ist allerdings noch raffinierter: Hier ist der Miniroboter in bunter Kakerlakenform der „Störer“ eines eigentlich recht einfachen Spieles. In diesem müssen Spielfiguren – bunte „Käfer“ – den Küchenboden von links nach rechts per Würfelzug auf Spielfeldern überqueren. Doch dann kommt die elektronische Kakerlake aus dem „Keller“ des Spielfeldes. Wen sie auf ihrem Weg über das Spielfeld trifft, der muss vielleicht zurück oder vielleicht schiebt sie ihn sogar ein Stückchen weiter? Absolut spannend und unvorhersehbar, wenn die computergesteuerte Kakerlake (nein, auch diese sieht gar nicht eklig aus) über die transparenten Tunnel auf dem Spielfeld auftaucht und dort solange herumsaust, bis sie zufällig wieder im Tunnel verschwindet.

Wie auch das Spiel Kakerlakak, ist das ein eher lebhaftes Spiel, bei dem jeder schnell würfeln und ziehen muss, um seine Käfer vielleicht auf einer der Erhebungen des Spielplans vor der Kakerlake „retten“ zu können. Da hätte es übrigens vom Hersteller auch etwas mehr als nur einen Würfel geben können, damit der Spielfluss nicht am Weitergeben des Würfels scheitert. Denn der Würfel hat nur bis zu vier Punkte (zum Teil mehrfach) – für das Spiel sehr geeignet, aber so etwas hat eine Familie nun mal nicht vorrätig.

Trotzdem: Kakerlaloop ist ein Spiel, das die ganze Familie um den Spieltisch vereint und das für alle Altersgruppen seinen Reiz hat – das kann man nicht von jedem Kinderspiel sagen. Geeignet ist es bereits für Kinder ab fünf Jahre. Doch auch für ältere Kids haben damit einen lustigen und spannenden Zeitvertreib – hier geht’s mal einfach nur um Spaß. Und auch die Erwachsenen werden schnell vom „Fieber“ ergriffen, diesem vermaledeiten elektronischen Krabbelviech ein Schnippchen zu schlagen! Außerdem: Jede Runde dauert nicht lang, circa 10 bis 15 Minuten – da geht auch einmal eine Runde zwischendurch.

Für Kindergartenkinder: Lyra ist ganz heimlich

„Ich hätte auch so gerne was Du hast“. Jeder kennt dieses Gefühl, jemand hat etwas, das man selbst auch gerne hätte. Bei Kindern ist dieses Gefühl, auf Spielzeug bezogen, oft besonders ausgeprägt, und wenn sich dann eine Gelegenheit bietet…..

In dem Bilderbuch „Lyra ist ganz heimlich“ von Marie Norin und Emma Adbage bietet sich Lyra eine solche Gelegenheit. Rally ist ihre beste Freundin, sie spielen im Kindergarten zusammen und danach meistens noch bei Lyra oder bei Rally. Eines Tages sind sie bei Lyra und nachdem Rally nach Hause gegangen ist, entdeckt Lyra, dass Rally ihren Teddy Nalla vergessen hat. Nalla ist so süß und so weich, sie kann die Beine bewegen und richtig sitzen und Lyra beschließt, dass Nalla bei ihr übernachten darf. Und auch das Wochenende verbringt Nalla bei Lyra. Dann ist Montag und Lyra steckt Nalla in ihren Rucksack, doch dann entscheidet sie, dass Nalla doch lieber zuhause bleibt. Als Rally im Kindergarten nach Nalla fragt schaut Lyra weg. Auch will sie dieses Mal nicht am Nachmittag mit Rally spielen. Doch die Tage sind jetzt lang und langweilig und nichts macht mehr richtig Spaß

Irgendwann ist Rally dann doch bei Lyra und entdeckt ihren Teddy, sie freut sich so, dass sie vor Freude tanzt und sie Disco spielen. Beide haben wieder richtig Spaß miteinander. Nachdem Rally gegangen ist, liegt Nalla wieder bei Lyra, Rally hat sie wieder vergessen. Aber diesmal rennt Lyra zum Fenster, ruft Rally hinterher und wirft den Teddy zu ihr hinunter.

Dieses liebevoll illustrierte Buch zeigt genau die Gefühle von Kindergartenkindern in ihrer Sprache, so dass keine Gefahr des erhobenen Zeigefingers entsteht. Dadurch, dass man Lyra so gut verstehen kann, wird sie nicht zur Bösen abgestempelt, sondern zur sympathischen Figur, die selber merkt, in welche blöde Lage sie sich gebracht hat. Obwohl es eine einfache kurze Geschichte ist, bietet sie viel Gelegenheit für Fragen und anschließende Gespräche. Warum hat Lyra den Teddy nicht zurückgegeben, und warum war Rally nicht böse, sondern bietet Lyra am Ende sogar an, sich den Teddy zu teilen? So kann man mit Kindergartenkindern auf ihrer Ebene das Thema Neid und Großherzigkeit thematisieren, ohne moralisch ermahnend daherzukommen.

Die Autorin und Übersetzerin Marie Norin ist im deutschsprachigen Raum noch nicht bekannt. 1967 geboren schrieb sie zunächst Lyrik, bevor sie 2007 mit einem Roman debütierte, der auch gleich für einen schwedischen Literaturpreis nominiert wurde.

Die Autorin Emma Adbage kennen wir schon von dem Buch „Mickan ist eigentlich ganz zufrieden mit sich“ indem sie auch sehr treffend die Sprache und Gedankenwelt eines Grundschulkindes trifft.

Lyra ist ganz heimlich, Marie Norin und Emma Adbage, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2015, ISBN 978-3-499-21341-0 (12,99 Euro).

Spielplätze – vorher checken!

Endlich geht es raus in die Sonne – und die Kids können auf den Spielplatz! Doch Spielplätze können auch gefährlich sein: Nach langem Winter und Matschzeit sind so manche Spielgeräte gefährlich verrottet. Im Sommer selbst haben vielleicht abendliche Feierrunden den Spielplatz in eine Müllhalde mit Zigarettenkippen und Alkoholresten in bunten Flaschen verwandelt.

Es lohnt sich also als Erwachsener die eine oder andere Runde über das Spielgelände zu drehen, bevor man die Kleinen auf Geräte und Gelände loslässt. Folgende Stationen sind dabei hilfreich:

  • Geräte genauer anschauen, einmal umkreisen: Spitze Metallteile bergen Verletzungsgefahr, verrottetes Holz wird vom Spielgerät zur Stolperfalle, in abgerissenen Seilen können sich Kinderfüße verfangen. Das ist leider nicht so selten, wie es klingt.
  • Mitspielen: Spielgeräte müssen auch für Erwachsene immer zu benutzen sein. Wer sich also auch einmal auf die Rutsche schwingt, merkt gleich selbst, ob die Stufen hinauf gefährlich wackeln.
  • Bodenbelag checken: Das ist eine besonders gemeine Falle für spielende Kinder – wenn sich zum Beispiel Glas-Müll im Sand findet und die Kinder unbedarft vom Klettergerüst hinein hüpfen.
  • Bescheid sagen! Viele Spielplätze haben irgendwo einen Aufkleber mit einer Telefonnummer, bei der sich Eltern und Anwohner melden können, wenn die Plätze und Geräte in keinem guten Zustand sind. Am besten sofort, das Handy haben ja meist alle dabei.

Spielplatzpate werden! Wer sich sowieso ständig auf Spielplätzen „herumtreibt“ (und dies tun zum Beispiel Eltern von Kindergartenkindern im Sommer ständig), kann daraus gleich ein ehrenamtliches Engagament für den Spielplatz vor der Haustür machen. Spielplatzpaten haben je nach Kommune etwas unterschiedliche Aufgaben. Auf jeden Fall sind sie für die Gemeinde Ansprechpartner für den jeweiligen Spielplatz und sehen nach, ob alles dort in Ordnung ist. Sie können aber auch Feste auf den Spielplätzen organisieren oder eine durch die Gemeinde gestellte Spielgerätekiste verwalten.

Am besten einmal die eigene Stadt oder Gemeinde mit dem Stichwort „Spielplatzpate“ googeln!

Foto: TÜV Rheinland.

Spielideen für drinnen

Regen, Matsch oder Eiseskälte – Spielideen für drinnen kann man nie genug haben! Wer einigermaßen entspannte Nachbarn und ein Minimum an Platz hat, kann auch in Haus und Wohnung für Bewegung sorgen. Hier ein paar Ideen, selbst ausprobiert und für gut befunden:

Spielidee 1: Seiltanzen auf dem Boden

Ein möglichst langes Seil auf den Boden legen und schon kann es losgehen: Wer traut sich, auf dem zwischen zwei Hochäusern/Berggipfeln hoch gespannten Seil zu balancieren? Ist gar die berühmte Seiltänzerin aus dem Zirkus bei der Vorstellung zu sehen? Oder der Clown, der erst noch etwas üben muss? Wer keine Lust auf Rollenspiele hat, kann auch einfach ein Wettrennen machen: Wer schafft es am schnellsten – ohne daneben zu treten natürlich! – über das Seil zu laufen?

Spielidee 2: Akrobatik mit Mama und Papa

Viele Kinder lieben es – Mama und Papa haben dabei auch gleich ein Workout, wenn die Kids auf ihnen herumturnen. Je nach Größe (und Kilos!) der Kinder gibt es viele Varianten:

  • Engelchen flieg“ – an beiden Händen von Mama und Papa
  • „Flieger“ – das Kleine wird von einem Erwachsenen an einem Fuß und einer Hand gefasst und im Kreis gedreht
  • Kleinkinder-Hängematte: Zwei Erwachsene halten ein stabiles Tuch zwischen sich und schaukeln das Kind in der „Hängematte“ – je nach Alter und Abenteuerlust des Kindes sanft oder wilder! Immer und überall durchzuführen und ganz sicher ein Erfolg. Bei mehreren Kindern stellt sich sicher noch ein anderer Effekt ein: Ja, auch warten muss man irgendwann im Leben einmal lernen.

Akrobatik für etwas ältere Kinder

  • „Auf den Füßen laufen“: Das Kind stellt sich auf die Füße des Erwachsenen und der läuft los, während das Kind versucht, bei den „langen“ Schritten auf den Füßen des Erwachsenen zu bleiben. Das ist meistens nicht so einfach und schult natürlich den Gleichgewichts-Sinn. Geht übrigens vorwärts und rückwärts: Der Erwachsene geht vorwärts und rückwärts oder das Kind steht mit dem Gesicht zum Erwachsenen oder dreht sich um und schaut nach vorn.
  • Auf den Knien stehen. Das kennt man schon fast aus dem Zirkus: Ein Erwachsener geht leicht in die Knie und lässt das Kind auf seine Knien balancieren, es hält sich an den Händen des Großen fest. Das geht auf einem Bein, vorwärts, rückwärts….Gut für Zirkusposen! Ganz gut ist hier ein weicher Untergrund, falls das Kind abrutscht. Außerdem: Ein echtes Workout für den „Großen“!
  • Salto mit Mama und Papa: Das Kind hält sich an den Händen und dreht sich rückwärts oder vorwärts im Minisalto um die Arme. Auch hier: Auf eine weiche Unterlage achten.

Spielidee 3: Dschungel & Co

Das Wohnzimmer oder Kinderzimmer wird zum gefährlichen Dschungel mit wilden Tieren, die auf Bäumen (Stühlen) liegen, im Wasser (Teppich) lauern oder gut getarnt (unter dem Tisch) auf ihre Beute warten. Was passiert, wenn der bekannte Naturforscher die Szene betritt? Oder das Krokodil den vorwitzigen Vogel fressen will, aber zu behäbig ist? Solche Rollenspiele gehen natürlich auch mit Zirkus oder Zoo. Nett (und bewegungsfördernd) ist es, wenn die Kinder Tiere nachmachen können. Aber wenn es sein muss, kann es ja auch Star Wars oder die Pirateninsel sein!