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Ein Kinderkalender als Fenster zur Welt

Kinder lieben Reime – und sie lieben Rituale: Dafür gibt esvon der Internationalen Jugendbibliothek wieder einen ganz besonderen Kalender. Mit 53 Gedichten und Bildern aus aller Welt macht er aus jedem Montag einenfröhlichen Wochenstart: Aufstehen, Blatt umdrehen – Abreißen ist auch erlaubt –und laut vorlesen!

Da gibt es ein Himmelsnashorn, das, logisch, vom Himmel fällt. Oder die Kakaken unterm Bambusblatt, ausgerechnet in Schweden. Es gibt eine seltsame Mondnacht in China. Und ein wunderschönes Wiegenlied aus Griechenland. Von Katzen wird berichtet, und auch vom Kotzen …

Ja, liebe Eltern,  ihr müsst schon mal was aushalten bei diesen frechen Texten! Und wenn es sich mal nicht reimt, mehrsprachig ist es garantiert immer – und damit ein Fenster zur Welt.

Zum neunten Mal haben die Kalender-Macher die schönsten Kindergedichte aus ihrer internationalen Büchersammlung übersetzen lassen und mit Original-Wortlaut und Original-Illustration großformatig auf Papier gebracht.

Der Kinder Kalender 2019“, Verlag edition momente, mit Lyrik von Algerien bis Argentinien, von Korea bis Kanada.

60 Blätter, 53farbige Illustrationen, 33 x 30,5 cm, 20 Euro, ISBN 978-3-0360-5019-5

Wiesn-Kinder: Willkommen auf dem Oktoberfest

Zum ersten Mal so richtig „live“ dabei auf der Wiesn war ich nach der Geburt meiner Tochter. Meine Zimmernachbarin im Krankenhaus, Mitmutter und Urmünchnerin, hatte sich einen Fernseher auf unser Zimmer stellen lassen. Die Kiste flimmerte, sobald die Übertragung von der Theresienwiese losging, bis spät in die Nacht…

Noch heute bekommt unsere Theresa strahlende Augen, wenn man sie fragt, wo sie geboren ist. „Ich bin ein Münchner Wiesn-Kind“, lautet die stolze Antwort. Folgerichtig feierten wir ihren ersten Geburtstag auch gemeinsam mit den Großeltern beim Frühschoppen auf dem Oktoberfest: Riesenbreze fürs Kind, Hendl für die Mutter und zwei süffige Radler für die Großeltern. Und zur Krönung gab es vom Riesenrad aus München von oben mit herrlichem Bergblick.

Auch meine Freundin Marina, eigentlich aus Berlin stammend, hat ein Wiesn-Kind. „Ein Muss ist für uns der Trachten- und Schützen-Festzug am ersten Sonntag“, sagt die dreifache Mutter. „Zu Annas Geburtstag versuchen wir immer aufs Oktoberfest zu gehen.“ Die Familie nützt dann die Familientage mit den ermäßigten Preisen. „Allerdings waren unsere Kinder schon oft von den vielen Eindrücken so überwältigt, dass sie nur noch ein Mal Karussell fahren wollten“, erzählt Marina. „Das hat ihnen gereicht, wir hatten dann immer noch Chips übrig.“

Mit den Familien aus München und dem Umland hat die Wiesn ein treues Publikum, das in den vergangenen Jahren allerdings immer mehr verschreckt wurde. Wenn bereits wochentags gegen 13 Uhr unsere Freunde aus aller Herrn Länder mit lustigen Hüten auf den Köpfen bei dem Absingen fröhlicher Lieder für einen derartigen Lärmpegel sorgen, dass man mit kleinen Kindern nur noch fluchtartig das Festzelt verlassen kann.

Doch auch das diesjährige Oktoberfest soll sich von einer familienfreundlicheren Seite zeigen:

Familienbereich

Hier genießen Familien „ihren Bereich“, in dem Fahrvergnügen für Kinder, Wiesn-Spaß und Bewirtung in einer Straße gebündelt ist. Der Familienbereich ist 2012 in der Straße 3/Ost, den Eingang beleuchtet eine Leuchtschrift.

Dort gibt es beispielsweise den „Pemperlprater“ ein traditionelles Karussell aus der Biedermeierzeit, das die Karussellfahrt mit Ringelstechen verbindet.Außerdem lockt ein Kasperltheater.

Kostenloser Plan für Familien

Wo sich sonst die Fahrgeschäfte und Schausteller auf Familien eingestellt haben und kindgerechte Angebote bieten, sehen Familien auf einem eigens entwickelten Oktoberfest-Plan mit dem Titel „Wiesn Hits für Kids“. Hier sind die Fahrgeschäfte für Kleine, Ponyreitbahnen und anderes verzeichnet.

Außerdem die praktischen Hinweise auf Familien-Einrichtungen:  Kinderwagenabstellplatz, Spielplätze in der Nähe, das Servicezentrum mit Wickelstube und die Station für Kinder, die ihre Eltern aus dem Auge verloren haben.

Ab Wiesn-Beginn (also ab 22.9.2012) wird der Plan kostenlos beim Tourismusamt München am Hauptbahnhof und am Marienplatz sowie auf dem Festgelände selbst verteilt.

Tipps zum Wiederfinden des Nachwuchses…

…,damit dieser im Gedränge nicht verloren geht: Am besten ein T-Shirt in Leuchtfarben oder andere auffällige Kleidungsstücke am Tag des Wiesnbesuchs für die Kinder wählen. Und natürlich: Die Handynummer eines begleitenden Elternteils auf die Hand oder den Arm des Kindes schreiben (Kugelschreiber lässt sich nach dem Wiesnbesuch leicht wieder säubern).

Die meisten Fahrgeschäfte haben jeden Tag bereits ab 10:00 Uhr auf – ein früher Besuch mit Kindern vermeidet das größte Gedränge.

Sparen für Familien

Jeden Dienstag ist auf dem Oktoberfest von 12-18 Uhr traditioneller Familientag. Viele Fahrgeschäfte, Imbissbuden und Süßigkeitenstände haben Sonderpreise.

An allen Wochentagen lockt die sogenannte „Mittagswiesn“ mit Vergünstigungen im Bierzelt zwischen zehn und 15 Uhr. Übrigens: Traditionell dürfen Biergartenbesucher in München ihre eigene Brotzeit mitbringen – und das gilt auch für die Wiesn! Aber: Getränke müssen gekauft werden.

Das sollten Sie meiden

Ab 20 Uhr dürfen Kinder unter sechs Jahren nicht mehr in die Bierzelte, auch nicht in Begleitung ihrer Eltern. Kinderwagen sind Sonntag bis Freitag von Wiesnbeginn bis 18 Uhr erlaubt. Am Samstag dürfen keine Kinderwägen auf die Festwiese, das Gedrängel ist einfach zu groß.

2012: Das Zentral-Landwirtschaftsfest statt „Oide Wiesn“

Vom 22. bis 30. September 2012 findet auf dem südlichen Teil der Theresienwiese das 125. Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest statt. Rund 653 Aussteller aus der Land- und Forstwirtschaft werden erwartet – es dreht sich um Themen wie erneuerbare Energien und Qualitätssicherung von Lebensmitteln. Für Kinder gibt es ein großes Tierzelt mit Schweinen, Rindern und Schafen sowie Schauvorführungen. Das ZLF 2012 kostet aber Eintritt: Erwachsene zahlen 13,50 Euro, Kinder von 6 – 14 Jahre bereits 4 Euro. Da lohnt sich vielleicht die Schnupperkarte täglich ab 14.30 Uhr: Eine Erwachsenenkarte kostet dann nur 6 Euro, Kinder ab 6 Jahre zahlen 2 Euro. Weitere Informationen unter http://www.zlf.de.

Die „Oide Wiesn“ war in den letzten Jahren immer etwas ruhiger und mit ihren weniger wilden und dafür wunderschönen historischen Karussells und Kinderspaß. Ideal geeignet für eine Familienbesuch, gerade mit kleineren Kindern. Leider gibt es  diese Veranstaltung wegen des Landwirtschaftsfestes erst wieder 2013.

Text und Foto: Lisa Hilbich

 

Kinder im Herbst wetterfest einkleiden

Text-Bild-kleinWer seine Kinder an kalten oder regnerischen Tagen immer unter Verschluss hält, darf sich nicht wundern, warum der Nachwuchs im Winter ständig erkältet ist. Denn beim Spielen im Freien wird das Immunsystem der Kleinen durch die frische Luft und die viele Bewegung gestärkt. Allerdings nur dann, wenn die Kleinen auch wetterfest angezogen sind.

Natürlich gibt es schon seit eh und je spezielle Regenkleidung für Kinder, die aus besonders dicht gewebten Stoffen sowie einer speziellen Beschichtung wie Wachs oder Öl besteht – dadurch ist sie wind- und wasserfest. Allerdings hatte sie den Nachteil, dass Feuchtigkeit (in dem Fall also Schweiß) nicht nach außen gelangen kann und sich die Kleinen somit beim Spielen unterkühlen können. Deshalb gibt es inzwischen atmungsaktive Matschhosen und Regenjacken für den Nachwuchs im Internet, zum Beispiel unterhttp://www.limango-outlet.de/kindermode. Diese hält den Körper auf der einen Seite trocken, auf der anderen transportiert sie Feuchtigkeit nach außen. Damit ist es jedoch noch nicht getan, denn beim Kauf von entsprechender Kleidung für Kinder muss nicht nur auf das Material geachtet werden. Welche Faktoren eine ebenso große Rolle spielen? Wir verraten es Ihnen in den folgenden drei Tipps:

 

  • Tipp 1: Nicht nur das Material der Kleidung sollte wasserdicht sein, sondern auch die Nähte. Je nach Hersteller bzw. Marke sind diese nicht nur doppelt, sondern getapt oder geschweißt, damit keine Feuchtigkeit durchsickern kann – im Gegensatz zu normalen Nähten gibt es dann keine Nadeleinstiche, durch die Wasser ins Gewebe dringen kann.
  • Tipp 2: Im Herbst geht die Sonne früher unter, dadurch ist es abends schneller dunkel, auch wenn es noch nicht spät am Abend ist. Falls Ihre Kinder dann noch draußen spielen dürfen, sollten Sie beim Kauf von Regenkleidung unbedingt darauf achten, dass sich an der Kapuze, auf der Rückseite der Jacke und den Ärmelbündchen Sicherheitsreflektoren befinden.
  • Tipp 3: Die Arm- bzw. Fußbündchen sollten idealerweise verstellbar sein, am besten mit einem Reißverschluss oder Druckknöpfen. Das hat den Vorteil, dass auf der einen Seite kein Regen durch die Hose oder Jacke dringen kann, auf der anderen Seite werden Hände und Füße somit nicht beim Spielen verdeckt und können richtig eingesetzt werden.

© Ryan McVay/Digital Vision/Thinkstock

Die erste Reitstunde

Mein Kind hat seine erste Reitstunde – ein Erfahrungsbericht:

Der Himmel wölbt sich sehr hoch über die weiten Wiesen. Das Grasen der Pferde ist das einzige Geräusch, nur alle paar Minuten unterbrochen durch ein einzelnes Auto, das vorbeifährt.

Mein Sohn Lukas, 7,  bekommt heute seine erste Reitstunde. Hier im Urlaub an der dänischen Nordseeküste ist Zeit und Gelegenheit dafür.
Zusammen mit Jana, einer Praktikantin aus Nordrhein-Westfalen, darf er sein schwarzes Islandpferd „Topas“ von der idyllisch gelegenen Weide direkt am Meer holen. Lukas ist aufgeregt und hüpft hin und her, aber Jana erklärt ihm, dass im Umgang mit Pferden alles möglichst ruhig ablaufen soll. Striegeln darf  Lukas, unter Aufsicht, selbst. Topas bekommt keinen Sattel, sondern nur eine Decke auf den Rücken und einen Gurt um den Bauch geschnallt.

 

Kinder dürfen sofort selbst reiten

Ich erinnere mich an eigene Reitstunden und erwarte, dass Lukas auf seinem Pferd an einer Leine, der „Longe“,  im Kreis geführt wird. Stattdessen zeigt ihm die freundliche junge Reitlehrerin Madita, wie er aufsteigen und die Zügel halten soll. Lukas darf sofort selbst reiten und ist sehr konzentriert bei der Sache. Madita erklärt mit ruhiger Stimme, worauf er achten soll.

Ich sitze in der Sonne, geniesse die Stille ringsum, und wundere mich, wie angstfrei Lukas auf dem kleinen Pferd um das Viereck der Sandbahn reitet. Madita lässt ihn Gymnastikübungen auf dem Pferderücken machen. Dabei geht sie nicht nur mit dem kleinen Reiter, sondern auch mit dem Pferd rücksichtsvoll und freundlich um.

Als Lukas dann einige Runden traben darf, nimmt sie die Zügel und läuft nebenher.

Am Ende der Stunde strahlt Lukas. Er ist sehr zufrieden und stolz und darf Topas mit Karotten belohnen.

Reiterhof in Ho

Den Reiterhof im Dörfchen Ho, das an einer geschützten Bucht am Rand des Nationalparks Wattenmeer liegt, führt Madita zusammen mit ihrer Familie, die aus Norddeutschland stammt. Praktikantin Jana ist schon seit etlichen Wochen hier. Nachdem sie mit der Schule fertig war, hat sie einige Monate zu überbrücken bis zum Beginn ihrer Ausbildung. Der Reiterhof sucht das ganze Jahr über Praktikanten, die gegen Kost und Logis mindestens zwei Monate unterstützen, Pferde versorgen, bei der Betreuung der Reitschüler helfen, und auch bei den Ausflugstouren zu Pferd mitreiten. Interessenten ab 16 Jahre mit viel Pferde-Erfahrung können sich per Email bewerben.

Einzel-Reitunterricht für Anfänger kostet 25,- Euro/Stunde, bei Buchung von drei Reitstunden oder in der Kleingruppe ist es günstiger.
Nähere Infos bei www.vestmose.dk

Text und Foto: Barbara Leonhardt

„Mamiiii, wie lange dauerts noch?“ Einkaufen mit Kindern

Bummeln in der City, ohne Zeitdruck. Einfach schlendern, sich treiben lassen von einem Geschäft ins nächste. Mal etwas anprobieren und noch etwas, Stoffe fühlen, sich Anregungen holen, auswählen, schmökern, gemütlich eine Latte Macchiato trinken. Welch ein Genuss.

„Mamiiii, wie lange dauert’s noch?“ Dieses entspannte Vergnügen ist allerdings nicht allen Bevölkerungsgruppen möglich. Gehört man zu den „Familien mit Kindern“, reduziert sich der Begriff  „Einkaufsbummel“ schnell auf ein gestöhntes  „Ich/wir müssen mit den Kindern in die Stadt“. Dahin ist aller Flair. Logistik ist gefragt: Was brauchen wir am dringendsten? Wie kommen wir am besten in die Stadt, welche Strecke gehen wir, wo gibt’s was zu Essen, was sind die Joker wenn den Kindern der Geduldsfaden reißt?

Zwischenstopps einplanen

Ich baue in meine Wege gerne Spielzeugläden und Zoohandlungen ein. Aber die liegen natürlich nicht immer unbedingt dort, wo die Geschäfte für Erwachsene sind.  Mit dem Versprechen, noch beim Spielzeugladen reinzuschauen, lässt sich so manche Viertelstunde zugunsten der Kleideranprobe heraus handeln. Allerdings finden bei diesen Besuchen immer einige Playmobil-Männchen, Puppenkleidchen oder Mini-Rennwagen den Weg in unser Kinderzimmer.

Die Stimme aus dem Off…

Man kann ja vieles allein kaufen, aber ab und zu habe ich meinen Mann doch gerne dabei (häufiger er mich). Besonders, wenn es um Kleidung geht. In den meisten Bekleidungshäusern sieht man Verkäuferinnen inzwischen ja eher selten. Heute genieße ich das. Kein Augenverdrehen, wenn Theresa quengelt und Jakob erst Wutanfälle bekommt und dann dringend mal muss. In diesen Momenten meldet sich garantiert die Stimme aus dem Off: „Wie gefällt Dir die Hose? Kannst Du mir mal die allererste bringen, die saß doch am besten…“ Wir haben allerdings noch lange kein passendes Hemd, Polo-Shirt, Pulli, Sakko etc. dazu.

Selbst etwas kaufen? Keine Zeit!

Zugegeben,  solche Situationen erfordern meinen ganzen Vorrat an Gelassenheit. Ich verzichte dann häufig darauf, auch für mich etwas zum Anziehen zu kaufen. Wie soll man angesichts quengelnder Kinder und genervtem Mann die alles entscheidende Frage „Macht das auch wirklich eine gute Figur?“ ehrlich beantwortet bekommen?

Es gibt auch kinderfreundliche Läden

Kürzlich hatte ich ein überraschendes Erlebnis. Unterwegs mit meinem fünfjährigen Sohn, sah ich auf dem Weg zur U-Bahn vor der Filiale einer großstadttypischen Ladenkette einen Mantel hängen. Genauso einen suchte ich schon lange… Rein, passende Größe gefunden, Hose, Jackett, T-Shirt auch und schon kam sie, die entsetzliche Frage: „Mamiii, wie lange dauert’s noch?“. In der Umkleide dann die große Überraschung: Großzügige Kabinen im Halbkreis angeordnet und von allen einsehbar: Eine Ledercouch zum Sitzen, Kasperlpuppen, Kugelbahn. Jakob war begeistert, fortan war nur noch das leise Klacken der Murmeln zu hören. Unser Aufenthalt in diesem Einkaufsparadies dauerte lange, gekrönt von einem schicken Outfit für mich.

Mandalas machen’s möglich

Manchmal gönne ich mir beim Einkaufen in der City einen kurzen, aber heftigen Rausch der Sinne in der Länge von zwei ausgemalten Mandalas pro Kind.  Während Theresa und Jakob im Untergeschoss eines Einrichtungshauses auf Kindermöbeln sitzen und mit Farbstiften die Muster ausmalen (pädagogisch sehr wertvoll…) sauge ich in rasender Geschwindigkeit Eindrücke in mich auf: Blumen, Bildbände, Stoffe, Möbel, Schnickschnack. Aber eben nur maximal vier Mandalas lange.

Ich habe auch einen Lieblingsherrenausstatter. Dort steht ein hölzernes Spielboot mit Büchern, Spielzeug und es gibt Mineralwasser für die ständig durstigen Kehlen. Und die Verkäuferin an der Kasse kann das Geschehen beobachten – falls man schnell in ein anderes Stockwerk muss. Leider hat dieses Geschäft nicht überall Filialen.

Einkaufen mit Kindern ist Schwerstarbeit

Aber alles in allem, Ausnahmen bestätigen die Regel: Einkaufen mit Kindern ist Schwerstarbeit. Manchmal frage ich mich, wofür man Erwachsene mit Kindern so bestraft. Es scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass zufriedene Eltern gerne wieder kommen. Sie trinken nach einer erfolgreichen Shopping-Tour  auch noch eine Latte Macchiato, essen etwas und kaufen Eis für die Sprösslinge. Und die Kinder von heute sind ja auch die Kunden von morgen… Könnte das mal bitte jemand weitersagen?

Lisa Hilbich

Bildquelle: aboutpixel.de / kaufrausch © maçka

Mrs. Perfect

Man hat es schon nicht leicht als Mutter. Im früheren, kinderlosen und berufstätigen Leben hatte es völlig ausgereicht,  sich mittelmäßig motiviert und mitarbeitend am Arbeitsplatz zu präsentieren, privat alle Jubeljahre eine einfache Party mit Nudelsalat und Prosecco zu schmeißen und sich einzurichten wie die anderen gleichaltrigen Menschen auch: Eine bunte Mischung aus schwedischem Einrichtungshaus und Studentenbude.

Als Mutter braucht es Spitzenleistungen auf allen Gebieten

Aus und vorbei, für alle Zeiten. Als Mutter reicht dieses langweilige Mittelmaß nicht aus, es verlangt nach Spitzenleistungen auf allen Gebieten. In der Arbeit ist man seit den Kindern und der Teilzeit ständig auf der Flucht. Es wird auf eine ausgedehnte Mittagspause verzichtet, die sich die anderen Kollegen selbstverständlich gönnen, um das straffe Pensum irgendwie in sechs Stunden zu bewältigen. In der Kantine findet man nie Teilzeitmütter, wohl aber eine belegte Semmel kauend den Telefonhörer unter das Kinn geklemmt, die Tastatur vollbröselnd vor dem PC.  Schnell wird noch dies und das im Schweinsgalopp erledigt, bevor die Teilzeitarbeitszeit vorbei ist und der Kindergarten ruft.

Partys sind dafür nun generalstabsmäßig geplante Events, perfekt durchgestylt,  immer mit Motto und die anspruchsvolle kleine, mengenmäßig große Gästeschar isst alles, nur keinen Nudelsalat. Zur Belustigung reicht auch nicht mehr, die Gäste sich selbst und dem Alkohol  zu überlassen,  es müssen stadtteilübergreifende Schatzsuchen, Auftritte eines Kleinkunstzauberers oder mindestens eine Hüpfburg in der Größe eines Einfamilienhauses sein.

Das Catering umfasst zwei komplette Mahlzeiten,  einmal süß und fettig und zur späteren Stunde die Variante salzig und fettig. Alkohol gibt es nur am Schluss der Veranstaltung, die abholenden, seit Stunden kinderfreien und entspannten Mitmütter trinken gerne einen kleinen Prosecco, der Gastgeberin nebst Gatten steht der Sinn seit Stunden nach Schnaps.

In der Wohnung liegt, logisch, viel Kinderspielzeug herum,  aber auch ein schleichender Prozess hat unbemerkt stattgefunden, das vermehrte Auftreten von Dingen, die die Welt nicht braucht aber unglaublich hübsch, niedlich oder stylisch sind. Es sind diese rot –weiß getupften Schneidebrettchen, die plötzlich niedliche pink-grüne Gießkanne auf dem Balkon, die rosa- braun karierten reizend-ironischen Rehkitze auf den Sofakissen und schließlich der Kleidungsstil von Tochter und Gattin, der in Lindgrens Krachmacherstraße auch nicht fehl am Platze wäre.

Schaulaufen auf dem Kinderspielplatz

Das publikumswirksame Schaulaufen in allen Kategorien des Wettbewerbs „Mutter von Format“, angefangen vom niedlich angezogenen Kleinkind, schickstem exklusiven Kinderwagen mit Edelholzbügel und teurem Eulensonnensegel,  der stylisch- lässigen Mutter, möglichst in Größe 36, trotz dreier nachweislich ihr zugehöriger Minis, findet schließlich auf dem angesagten Kinderspielplatz des Viertels statt. Ansonsten kann die Mama auf Facebook zeigen, was sie so kann oder natürlich im eigenen Blog. Kleckern war gestern, in der Zeit vor dem Kind, jetzt wird geklotzt, man hat ja sonst nichts zu tun.

Dagmar Martin

Die Suche nach dem Krippenplatz

Traditionell standen schon immer ein paar Esel um eine Krippe herum. Knappe 2000 Jahre später hat sich an diesen biblischen Verhältnissen nicht viel verändert. Die heutigen Esel umlagern die neuzeitigen, urbanen Krippen mit der unfassbaren Forderung, ihre nicht mehr ganz neugeborenen Kinderlein aufzunehmen.

Aber statt wie damals königlichem Besuch mit kostbaren Geschenken beizuwohnen, erfahren die modernen Esel, heute auch Eltern genannt, dass es in dieser oder jener Herberge kein Platz gibt.

Kein Platz in der Herberge, äh Krippe

Da helfen auch kein gequältes Aufbäumen und der Hinweis auf Berufstätigkeit, teure Mieten, dringendem Bedarf und einer aktuellen Wartezeit, die lediglich um Stunden die Spanne von Schwangerschaft und bisheriger Lebenszeit des Kindes übersteigt. Ungehört verhallt das Flehen und störriges Verharren mittels Telefon oder persönlicher Anwesenheit im Wahrnehmungshorizont des jeweiligen Krippenpersonals.

Große Gruppen von Eseln versammeln sich zu Tagen der offenen Türen und werden in großen Scharen in farblich ansprechend gestaltete, geschmackvoll eingerichtete Krippen gescheucht, in dem motiviertes Personal mit leuchtenden Augen das pädagogische Konzept erklärt. Traurig blicken die Esel umher und versuchen mit glänzenden Fell und besonders liebreizend gekleidetem Nachwuchs die Hüter der Krippen von sich und dem Kinde zu überzeugen.
Mittlerweile würden viele Esel in ihrer Verzweiflung ihren Nachwuchs in grottigen Altbauwohnungen bei Wasser und Brot lassen, wenn, nur wenn es auch dort einen Betreuungsplatz gäbe.

Reiche Esel wählen eine private Krippe

Sehr reiche Esel oder vor Verzweiflung schon wahnsinnig Gewordene, wählen deshalb gleich eine private Krippe, die mit Hochglanzprospekten, Conciergeservice, Yogastunden und selbstverständlich Englischunterricht wirbt – alles schon zum Preis einer Halbtagsstellenlohnzahlung eines normalsterblichen Esel.

Ab August treibt man die Esel vor Gericht, damit sie ihr neues Anrecht auf einen Platz in der Krippe einklagen können. Doch dämmert es jetzt schon auch dem dümmsten Esel, dass es dadurch nicht mehr gute Hirten, auch Erzieher genannt, geben wird. Diese Spezies ist so rar wie ein olivenessendes Kleinkind und besonders in Ballungsräumen dank schlechter Bezahlung extrem selten auf dem Arbeitsmarkt anzutreffen.

Die Esel werden also weiter vor den Krippen stehen, nur wenig später vor den Kindergärten, den Horten und noch ein paar Jahre später vor den Alten und Pflegeheimen. Geduldig, beharrlich, stoisch! Was für ein Eselleben!

Dagmar Martin

Umzug trotz Schwangerschaft: Geht das?

Text-Bild-kleinWenn sich Nachwuchs ankündigt, entscheiden sich werdende Eltern oftmals für einen Umzug noch während der Schwangerschaft, damit das neue Heim vor der Geburt bezogen werden kann. Doch nicht nur die Wohnungssuche selbst ist mit viel Arbeit verbunden, sondern auch der Wohnungswechsel im Anschluss.

Stellt sich die Frage, ob der Umzugsstress für Mutter und Kind überhaupt noch gesund ist? Schließlich dürfen schwangere Frauen nicht schwer heben, können also nicht wirklich mit anpacken, wenn es darum geht, das gesamte Hab und Gut in Kisten zu verstauen und abzutransportieren. Und auch die Besichtigungstermine können zur nervenaufreibenden Geduldsprobe werden, sodass der Mann am Ende alleine nach einer neuen Wohnung suchen muss. Oder gibt es noch andere Lösungen? Wir verraten Ihnen, wie Sie die Arbeit als Paar fair aufteilen können, ohne dass die werdende Mutter großem Stress ausgesetzt wird oder der werdende Vater den Umzug alleine stemmen muss.

Mit Babybauch auf Wohnungssuche: So funktioniert’s!

  • Wenn es darum geht, eine größere Bleibe zu finden, können Sie erst einmal das Internet zurate ziehen. Zum einen bietet das World Wide Web eine Vielzahl an Immobilienportalen, die Sie kostenlos nutzen können, zum anderen kann sich die werdende Mutter hinsetzen und in Ruhe nach einer neuen Wohnung suchen – zusammen mit ihrem Mann versteht sich.

 

  • Da die Schwangere nicht dabei helfen kann, die Kartons und Möbel zu tragen, sollten Sie sich professionelle Hilfe bei einer Spedition holen. Das ist zwar mit weiteren Kosten verbunden, doch können Sie auch dabei sparen, wenn Sie sich bei Umzugsauktion hier anmelden und die Preise verschiedener Anbieter im Vorfeld miteinander vergleichen.

 

  • Die Planung kann die Frau übernehmen, die Umsetzung der Mann. Im Klartext bedeutet das: Als werdende Mutter können Sie die Farbe der Wände bestimmen, den Bodenbelag (u.a. Teppich oder Laminat) aussuchen oder erste Kindermöbel online bestellen. Das Streichen, Verlegen und Zusammenschrauben überlassen Sie dann Ihrem Mann.

 

  • Auch bei der Einrichtung können Schwangere mithelfen, indem Sie vor dem Umzug einen Grundriss erstellen und alle Möbel dort einzeichnen, wo Sie in der neuen Wohnung stehen sollen. Diesen Plan geben Sie anschließend den Mitarbeitern der Spedition, damit alles an seine richtige Stelle kommt und der Mann am Ende keine Möbel wieder mühsam verrücken muss.

 

Bild:© George Doyle/Stockbyte/Thinkstock

 

Mein Kind will Radrennen fahren!

Radfahren ist für Kinder die erste große Freiheit. Manche Kinder wünschen sich, Radrennen zu fahren – sei es auf der Straße mit dem Rennrad oder im Gelände mit dem Mountainbike.

Dabei spielen nicht unbedingt Radprofis aus dem Fernsehen eine Rolle als Vorbild, sondern Verwandte, Freunde oder Nachbarn oder ein zufällig gesehenes Radrennen.

Fette Reifen Rennen

Der beste Weg, dem Kind Renneindrücke zu ermöglichen, ist die Teilnahme an einem Fetten Reifen Rennen des RadClub Deutschlands  (www.fette-reifen-rennen.de) , bei dem die Kinder mit ihrem Straßenrad auf einer abgesperrten Runde ihr erstes Radrennen fahren können. Normalerweise hat der ausrichtende Radsportverein auch eine Jugendabteilung und Eltern können sich hier über die Angebote informieren. Die Internetauftritte der Radsportverbände und des Bund Deutscher Radfahrer halten mit Suchabfragen ebenfalls die Kontaktdaten von Vereinen in der Nähe vor. 

Folgende Informationen sollten Eltern beim Radverein in Ihrer Nähe abfragen:

  • Gibt es ein spezielles Angebot für Kinder?
  • Wieviele Kinder trainieren dort?
  • Sind die Trainerinnen und Trainer speziell ausgebildet?
  • Werden die Kinder auch bei Rennen betreut?
  • Gibt es auch Trainingswochenenden?

Das Einstiegsalter im Radsport ist normalerweise etwas höher als in anderen Sportarten, die meisten Vereine haben deshalb Angebote ab etwa 10 Jahren.

„Aktuelle Befürchtungen von Eltern, ihr Kind würde im Verein Kontakt zu Dopingpraktiken bekommen ist heutzutage völlig unbegründet“, so Ulrich Fillies vom RadClub Deutschland.“Radsport im Verein ist nicht nur der richtige Schritt zu einem gesunden Erwachsenwerden sondern auch eine gute Lebensschule.“

Powered by: Radclub Deutschland e.V., www.radclub.de

Weitere interessante Artikel für aktive und radsportbegeisterte Familien bei Familothek:

Welche Kissen sind für Kinder geeignet?

Text-Bild-kleinBabys werden in den ersten Monaten weder zugedeckt, noch schlafen sie auf einem Kissen. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist die Erstickungsgefahr durch lose Decken anfangs sehr hoch, zum anderen sind die Nackenwirbel sehr empfindlich. Deshalb bekommt der Nachwuchs erst im Kleinkindalter seine eigene Bettwäsche und schlummert bis dahin im Schlafsack.

Während Sie bei der Decke nicht viel falsch machen können, sollte das Kissen spezielle Anforderungen erfüllen. Andernfalls kann es vorkommen, dass Ihr Kind keinen geruhsamen Schlaf findet. Hinzu kommt, dass die Nackenwirbel überdehnt werden können, wenn Ihr Nachwuchs auf dem Bauch oder auf der Seite schläft – und das Kissen zu prall gefüllt ist. Deshalb gilt es beim Kauf einige Kriterien zu beachten. Welche das sind, erläutern wir Ihnen gerne im nächsten Abschnitt.

Kauftipp: Derzeit gibt es im Shop von Strauss unter http://www.strauss-innovation.de/heimtextilien/kissen/kissenhuellen/ reduzierte Kissenbezüge in verschiedenen Größen, Farben und Mustern!

Kaufkriterien für Kinderkissen: Worauf muss ich achten?

  • Das erste Kissen sollte möglichst flach sein, weil viele Kinder auf dem Bauch oder auf der Seite schlafen und sich ihre Nackenwirbel überdehnen würden, wenn ihr Kopf zu hoch liegt. Besonders praktisch sind deshalb sogenannte Nachfüllkissen, die mit Ihren Kindern mitwachsen können, indem man das Material mit der Zeit immer wieder auffüllt.

 

  • Normale Kopfkissen sind 80 x 80 Zentimeter groß, allerdings sind diese für Kinder nicht geeignet. Sie würden mit ihrem halben Körper darauf liegen, und wenn man das Kissen stattdessen umgeklappt, wäre es einfach zu hoch. Deshalb empfehlen wir Ihnen Kinderkissen in den Größen 40 x 60 cm oder 30 x 30 Zentimetern.</li>

 

  • Auch das Material spielt beim Kauf eine entscheidende Rolle, denn es sollte frei von Schadstoffen sein, also hautfreundlich, und auch atmungsaktiv. Darüber hinaus sollte das Kissen heiß gewaschen werden können, sprich auf mindestens 60 Grad, um es von möglichen Bakterien und Keimen zu befreien sowie von Schmutz- und Schweißrückständen.

Bild: © Jupiterimages/Creatas/Thinkstock