„Mamiiii, wie lange dauerts noch?“ Einkaufen mit Kindern

Bummeln in der City, ohne Zeitdruck. Einfach schlendern, sich treiben lassen von einem Geschäft ins nächste. Mal etwas anprobieren und noch etwas, Stoffe fühlen, sich Anregungen holen, auswählen, schmökern, gemütlich eine Latte Macchiato trinken. Welch ein Genuss.

„Mamiiii, wie lange dauert’s noch?“ Dieses entspannte Vergnügen ist allerdings nicht allen Bevölkerungsgruppen möglich. Gehört man zu den „Familien mit Kindern“, reduziert sich der Begriff  „Einkaufsbummel“ schnell auf ein gestöhntes  „Ich/wir müssen mit den Kindern in die Stadt“. Dahin ist aller Flair. Logistik ist gefragt: Was brauchen wir am dringendsten? Wie kommen wir am besten in die Stadt, welche Strecke gehen wir, wo gibt’s was zu Essen, was sind die Joker wenn den Kindern der Geduldsfaden reißt?

Zwischenstopps einplanen

Ich baue in meine Wege gerne Spielzeugläden und Zoohandlungen ein. Aber die liegen natürlich nicht immer unbedingt dort, wo die Geschäfte für Erwachsene sind.  Mit dem Versprechen, noch beim Spielzeugladen reinzuschauen, lässt sich so manche Viertelstunde zugunsten der Kleideranprobe heraus handeln. Allerdings finden bei diesen Besuchen immer einige Playmobil-Männchen, Puppenkleidchen oder Mini-Rennwagen den Weg in unser Kinderzimmer.

Die Stimme aus dem Off…

Man kann ja vieles allein kaufen, aber ab und zu habe ich meinen Mann doch gerne dabei (häufiger er mich). Besonders, wenn es um Kleidung geht. In den meisten Bekleidungshäusern sieht man Verkäuferinnen inzwischen ja eher selten. Heute genieße ich das. Kein Augenverdrehen, wenn Theresa quengelt und Jakob erst Wutanfälle bekommt und dann dringend mal muss. In diesen Momenten meldet sich garantiert die Stimme aus dem Off: „Wie gefällt Dir die Hose? Kannst Du mir mal die allererste bringen, die saß doch am besten…“ Wir haben allerdings noch lange kein passendes Hemd, Polo-Shirt, Pulli, Sakko etc. dazu.

Selbst etwas kaufen? Keine Zeit!

Zugegeben,  solche Situationen erfordern meinen ganzen Vorrat an Gelassenheit. Ich verzichte dann häufig darauf, auch für mich etwas zum Anziehen zu kaufen. Wie soll man angesichts quengelnder Kinder und genervtem Mann die alles entscheidende Frage „Macht das auch wirklich eine gute Figur?“ ehrlich beantwortet bekommen?

Es gibt auch kinderfreundliche Läden

Kürzlich hatte ich ein überraschendes Erlebnis. Unterwegs mit meinem fünfjährigen Sohn, sah ich auf dem Weg zur U-Bahn vor der Filiale einer großstadttypischen Ladenkette einen Mantel hängen. Genauso einen suchte ich schon lange… Rein, passende Größe gefunden, Hose, Jackett, T-Shirt auch und schon kam sie, die entsetzliche Frage: „Mamiii, wie lange dauert’s noch?“. In der Umkleide dann die große Überraschung: Großzügige Kabinen im Halbkreis angeordnet und von allen einsehbar: Eine Ledercouch zum Sitzen, Kasperlpuppen, Kugelbahn. Jakob war begeistert, fortan war nur noch das leise Klacken der Murmeln zu hören. Unser Aufenthalt in diesem Einkaufsparadies dauerte lange, gekrönt von einem schicken Outfit für mich.

Mandalas machen’s möglich

Manchmal gönne ich mir beim Einkaufen in der City einen kurzen, aber heftigen Rausch der Sinne in der Länge von zwei ausgemalten Mandalas pro Kind.  Während Theresa und Jakob im Untergeschoss eines Einrichtungshauses auf Kindermöbeln sitzen und mit Farbstiften die Muster ausmalen (pädagogisch sehr wertvoll…) sauge ich in rasender Geschwindigkeit Eindrücke in mich auf: Blumen, Bildbände, Stoffe, Möbel, Schnickschnack. Aber eben nur maximal vier Mandalas lange.

Ich habe auch einen Lieblingsherrenausstatter. Dort steht ein hölzernes Spielboot mit Büchern, Spielzeug und es gibt Mineralwasser für die ständig durstigen Kehlen. Und die Verkäuferin an der Kasse kann das Geschehen beobachten – falls man schnell in ein anderes Stockwerk muss. Leider hat dieses Geschäft nicht überall Filialen.

Einkaufen mit Kindern ist Schwerstarbeit

Aber alles in allem, Ausnahmen bestätigen die Regel: Einkaufen mit Kindern ist Schwerstarbeit. Manchmal frage ich mich, wofür man Erwachsene mit Kindern so bestraft. Es scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass zufriedene Eltern gerne wieder kommen. Sie trinken nach einer erfolgreichen Shopping-Tour  auch noch eine Latte Macchiato, essen etwas und kaufen Eis für die Sprösslinge. Und die Kinder von heute sind ja auch die Kunden von morgen… Könnte das mal bitte jemand weitersagen?

Lisa Hilbich

Bildquelle: aboutpixel.de / kaufrausch © maçka

1 Kommentare

  1. Hallo liebes Familothek-Team,

    herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen, informativen Seite! Ich habe Euch gleich mal bei Twitter geadded & folge Euch somit nun auch ganz offiziell.

    Weiterhin viel Erfolg & viele Grüße,

    David von limango

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