Eltern-Ehrenamt

Es gibt den Tag des Ehrenamtes, es gab sogar 2011 das Jahr des Ehrenamtes in der EU. Geehrt werden da alle ehrenamtlichen Feuerwehrleute, Schöffen, Reservisten…

Aber was ist eigentlich mit dem ehrenamtlichem Elternengagement? Klar, als Eltern erziehen wir „ehrenamtlich“ unsere Kinder zu späteren Steuerzahlern – das ist so, das haben wir uns ausgesucht. Aber welcher Kindergarten käme ohne ehrenamtliche Nikolauspakete-Packer aus?  Welche Grundschule um engagierte Mütter und Väter, die Flohmärkte organisieren, Geld für den nächsten Theaterbesuch sammeln oder beim Ausflug als Begleitperson einspringen? Manche Elterninitiative lebt vom selbstgekochten Mittagessen der Mütter.

Ganz sicher ist: Ohne dieses Engagement hätten unsere Kinder weniger Highlights im Jahresverlauf, es gäbe weniger Anlässe, bei denen sich Eltern und Erzieher oder auch die Eltern untereinander besser kennenlernen könnten. Das Ganze hat also einen beträchtlichen gesellschaftlichen Wert für Eltern und Kinder.

Nicht zu vergessen die ehrenamtlichen Fußballtrainer, Skilehrer und Ballettlehrer, ohne die so manches Kind seine Lieblings-Sportart nie gelernt hätte.

Böse Stimmen sagen, dass viele gesellschaftliche Bereiche auf ehrenamtliches Engagement bauen und dadurch ganz konkret Geld sparen, im Zweifel zusätzliche (bezahlte) Mitarbeiter. Der Übergang ist sicher fließend – wo hört Engagement auf und fängt Ausnutzen an? Die meisten der Engagierten machen diese Jobs natürlich neben einem weiteren bezahlten (und natürlich anständig versteuerten) Job. Nicht zu vergessen Kinder und Haushalt. Wie war das noch mit der Burnout – Gefahr bei Eltern?

Ersatz eines möglichen Verdienstausfalls? Aufwandsentschädigung? Das ist bei dieser Art des gesellschaftlichen Engagements meist nicht vorgesehen. Der Lohn für das Elternengagement besteht allerhöchstens in einem Blumenstrauß am Jahresende – und manchmal nicht einmal das.

Selbst wenn die ehrenamtliche Arbeit Spaß macht – so ist es doch Arbeit und sollte als solches schlicht gewürdigt und anerkannt werden. Denn so manche beklagen, dass es eben mit dem Engagament der Eltern in dieser oder jender Einrichtung nicht weit her sei – vielleicht würde mehr gesellschaftliche und offizielle Anerkennung da ja Wunder wirken? Wie wäre denn mit einem „Tag des Elternengagements“ ?

Foto: Daniel Thornton

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