Kleiner Amadeus? Klassik für Kinderohren

Kinder lieben Musik. Ihre erste Erfahrung mit Musik machen sie meist mit Schlaf- und Kinderliedern. Die elterliche Stimme beruhigt.

„Ich glaube, unmusikalische Kinder gibt es nicht“, sagt Heidrun Pollini, Orchestermusikerin und Mutter zweier Kinder aus Dresden. Die Urformen kindlichen Musizierens – das Nachahmen von Tönen und Geräuschen, Mitsingen einfacher Melodien, die Freude an rhythmischer Bewegung und Tanz oder auch einfach nur am Erzeugen von Rhythmen – und sei es mit Stöckchen oder Topfdeckeln – ist jedem von uns mehr oder minder stark mitgegeben. Die Frage ist, inwieweit diese Anlagen gefördert oder vernachlässigt werden. Das Vorsingen der Eltern ist da der einfachste und direkteste Weg. Und es lässt sich – wenn dies wirklich nicht möglich sein sollte – mit einer kleinen und guten Auswahl an Musik-CD’s (Kinderchöre!), die möglichst gemeinsam und regelmäßig (z.B. abends) gehört werden, ebenso Freude und Interesse an Musik wecken.“

Wie wichtig Musik und Gesang für die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Gehörs sind, zeigen zahlreiche aktuelle Untersuchungen aus dem Bereich der Gehirnforschung. So erleichtert Singen und Musizieren die Sprachentwicklung und das mathematische Verständnis.

 

Was singen?

Am Besten geeignet sind natürlich die klassischen Kinderlieder. Text vergessen, Melodie ebenfalls? Macht nichts, es gibt zahlreiche, hübsch illustrierte Liederbücher zum Nachschauen, Ansehen und Nachsingen. Übrigens immer ein tolles Geschenk für kleine Jubilare.

 

Musik für Kleine – ab wann?

Die Frage, wann man am besten mit dem Musikunterricht beginnt, hängt nicht zuletzt von den Angeboten vor Ort ab. Manche Musikschulen und Volkshochschulen bieten bereits für die ganz Kleinen ab zwei Jahren Gruppen an. Der Musikkonzern Hohner hat für diese Altersstufe den „Musikgarten“ entwickelt, der sich allerdings schnell auf das stetige Wiederholen von  „Eideidei“ und „Lalala“ beschränkt. Empfehlenswert ist „Musikalische Früherziehung“ etwa ab dem dritten Lebensjahr. Sie wird oft auch schon im Kindergarten angeboten. Hier lernen die Kinder erste rhythmische Bewegungen, Klatschen, Kinderlieder, Laufen nach Musik, usw.

Zwischen sechs und acht Jahren ist dann das ideale Alter, um mit einem Instrumentalunterricht zu beginnen. In der Schule haben die Kinder schon gelernt, sich über längere Zeit zu konzentrieren, Lesen und Schreiben ist nicht mehr absolutes Neuland. „Ein gelungenes Instrumentalspiel hängt allerdings nicht allein von Lust und Begabung des Schülers ab. Achten Sie unbedingt auf fundierten Unterricht mit ausgebildeten Musikpädagogen“, empfiehlt Heidrun Pollini. „Er sollte sein Fach beherrschen, eine gute Beziehung zum Schüler aufbauen und im Idealfall eine anregende, nachahmenswerte Persönlichkeit darstellen. Und es muss Kindern und Eltern von Anfang an klar sein, dass das Erlernen eines Instrumentes unbedingt ein Mindestmaß an regelmäßigem Üben voraussetzt.“

 

Welches Instrument? Rauf aufs „Instrumenten-Karusell“

Welches Instrument darf es denn sein? Wenn noch kein konkreter Wunsch besteht, lohnt es sich, verschiedene Instrumente auszuprobieren. Für die ersten Versuche bieten Musikschulen oft „Instrumenten-Karussells“ an, in denen die Kinder nach Lust  und Laune verschiedene Instrumente ausprobieren können. Bestimmt stellt sich bald heraus, ob die Begeisterung für ein Streich-, Zupf-, Blas- oder Schlaginstrument am größten ist.

Die Anschaffungskosten sind je nach Instrument unterschiedlich. Eine gute Blockflöte gibt es schon ab 27 €. Dagegen ist ein Klavier natürlich wesentlich teurer!

Am Besten leiht man für den Start und zum Ausprobieren kostengünstig ein Instrument. Bei der Finanzierung von Instrumenten und Musikunterricht  empfiehlt es sich, die Familie und Freunde zu aktivieren. Eine Instrument und der entsprechende Musikunterricht dazu sind ideale Geschenke zu Weihnachten! Die Kinder freuen sich und der elterliche Geldbeutel wird entlastet. Davon profitieren die jungen Musiker ein Leben lang. Mehr als vom xten Playmobil-Männchen im Kinderzimmerchaos.

Klassische Musik für Kinder?

Musik ist heute allgegenwärtig. Es dudelt am Telefon und Handy, im Supermarkt, im Kinderzimmer. In den Medien kommen die Kinder heute fast nur noch mit moderner Musik in Berührung. Wie kann man trotzdem Kinder an anspruchsvollere Musik heranführen?

 

Peter und der Wolf, Little Amadeus und Ritter Rost

Zum Beispiel durch Bilderbücher mit CDs. Im Buchhandel oder Musikgeschäften (und natürlich auch in öffentlichen Bibliotheken) gibt es zahlreiche hübsch illustrierte Begleitbücher mit darauf abgestimmten CD’s. Besonders empfehlenswert ist ein Klassiker, den schon kleine Kinder lieben und verstehen: „Peter und der Wolf“ (Annette Betz Verlag). „Ein Haus voll Musik“ stellt die unterschiedlichen Instrumentengruppen vor (Schott) und das Singspiel „ Die Zauberflöte“ (Annette Betz Verlag) führt schon zur Oper hin.

Kinder lieben auch die Abenteuer von „Ritter Rost“, dem Burgfräulein Bö und dem Drachen Koks (terzio Verlag). Musikalisch mixt der rostige Ritter in seinen  anspruchsvollen Kompositionen Elemente von Musical, Schlager und Klassik . Die hintergründig ironischen Anspielungen amüsieren Erwachsene…

Im KIKA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, gibt es immer wieder die Zeichentrickserie „Little Amadeus“ mit der wunderbaren Musik des großen Meisters. Die Episoden erzählen Geschichten aus der Kindheit des Musikgenies und von seinem Leben in der Stadt Salzburg. Mit dabei sind auch sein Hund Pumperl, Schwester Nannerl, Vater Leopold und Freund Kajetan. Amadeus und seine Freunde finden immer einen Weg, sich mit Hilfe der Musik aus jeder noch so brenzligen Situation zu befreien. Natürlich gibt es die insgesamt 26 kurzen Episoden auch auf DVD.

Lisa Hilbich

Gute Anfänger-Blockflöten gibt es hier:

 

Die o.g. Medien sind unter anderem hier erhältlich:

   

   

   

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