Linnaeushof in Holland – Europas größter Spielplatz

Aktives selber Spielen, nicht passive Bespaßung. Seit über 50 Jahren gibt es den Linnaeushof, „Europas grootste speeltuin“ (größter Spielplatz Europas), eine halbe Autostunde entfernt von Amsterdam.

Gerade eben noch schien die Sonne, jetzt regnet es, als wir für zwei Erwachsene und unseren achtjährigen Sohn Lukas jeweils 12,- Euro Eintritt bezahlen. Den Parkplatz für unser Auto bezahlen wir auch gleich mit (5,50 € extra). Es ist ein Mittwoch, die holländischen Schulferien laufen noch. Trotzdem ist nicht viel los. Wir kommen fast überall ohne Wartezeit dran.

Spielgeräte – Antrieb mit Muskelkraft

Das Besondere hier ist, dass Eltern (oder noch mobile Großeltern) und Kinder gemeinsam fahren, rutschen, kreiseln, balancieren und spielen können, und dabei die Spielgeräte selbst antreiben.

Als erstes ziehen wir uns in Zweiersitzen am Seil nach oben auf einen bunten, sich drehenden Turm. Zum Glück wird unsere Muskelkraft maschinell verstärkt. In sieben Metern Höhe haben wir einen guten Überblick über die verschiedenen Spielbereiche, den Wasserspielplatz, den See mit der Kletterinsel, über die ein Sessellift hinwegfliegt. Als wir das Seil loslassen, schweben wir sanft wieder nach unten. Ein schönes Gefühl!

Es gibt bekannte Klassiker, zum Beispiel Schaukeln, aber auch etliche Geräte, die wir noch nie irgendwo gesehen haben. Bei manchen müssen Eltern oder Kinder kräftig in die Pedale treten, z.B. um horizontale und vertikale Karussells anzutreiben. Dadurch ist naturgemäß alles langsamer, sanfter, weniger extrem als in einem herkömmlichen Vergnügungspark.

Eine Monorail ruckelt langsam in drei Metern Höhe an ihrer Schiene entlang. Lukas ist begeistert. Darf ich mal alleine? fragt er. Er darf. Wir strampeln im Wagen hinter ihm. Es gibt einen Bereich, der eher für Kleinkinder gedacht ist, und einige Fahrgeräte sind erst ab sieben Jahren erlaubt. Beim Sessellift, meinem persönlichen Favoriten, und anderen Fahrgeräten sind 90 kg Körpergewicht die Obergrenze. Einige Spielgeräte sind auch für Rollstuhlfahrer zu nutzen.

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Spielen auch bei Regen oder Hitze

Für den großen Wasserspielplatz ist es zu kalt heute, aber wir rutschen auf der Riesenrutsche alle drei um die Wette, hopsen nebeneinander auf den Trampolinen und balancieren auf Hoppel-Fahrrädern – ein ganz neues Fahrgefühl. Die Mitmach-Tanzshow des Maskottchens, dem „Hasenkanin“ Bennie Broek, schauen wir uns an, weil Lukas die niederländische Sprache so gerne hört.

Beim nächsten Regenguss flüchten wir uns in die Cafeteria, wo es Chicken-Nuggets, aber auch Brötchen gibt, die frisch für uns belegt werden. Den Preis finden wir in Ordnung (2,75 € für die einfache Variante mit Schinken/Käse). Man darf aber auch eigenen Proviant mitbringen.

Für hartnäckigen Regen hat der Betreiber, die spanische Aspro-Gruppe, einen Indoor-Spielbereich eingerichtet. Es gibt dort Fahrzeuge und ebenfalls eine kleinere Schwebe-Monorail, Tischkicker, Airhockey und anderes. Alleine dafür wäre aber der Eintritt eindeutig zu teuer. Also besser Regenzeug und, zum Trockenwischen der Sitzflächen, ein Handtuch mitnehmen, um wirklich alle 350 Spielstellen (Betreiberangabe) nutzen zu können. Ein paar Attraktionen kosten extra (z.B. Kartbahn, Minigolf, Fußball-Flipper), aber darauf verzichten wir, es gibt genügend anderes.

Was uns nicht so gut gefiel: Alle Informationen, einschließlich des Internet-Auftritts, gibt es nur auf Holländisch. Englisch hier und da wäre schön. Trotzdem: Erst als der Park schließt, gehen wir zum Auto. Mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit nach einem prima Urlaubstag mit viel Bewegung an der frischen Luft.

www.linnaeushof.nl

Text und Fotos: Barbara Leonhardt

 

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