Schlagwort: Leseförderung

Arbeitsblatt Anlauttabelle

Ein erstes Arbeitsblatt zum lesen Lernen mit Hilfe der Anlauttabelle zum herunterladen. Wer es nicht kennt: Die Anlauttabelle weist jedem Buchstaben einen Laut aus einem Wort zu, das die Kinder bereits kennen. Da steht dann der Ofen für „O“, der Apfel für „A“ und so weiter. Die Familothek-Anlauttabelle wird immer wieder gern heruntergeladen – ein buntes Hilfsmittel zum lesen Lernen für Vorschulkinder und Erstklässler.

Arbeitsblatt mit Bildern der Anlauttabelle

Passend dazu zum Herunterladen ein kurzes Arbeitsblatt mit den gleichen Bildern wie sie die Familothek-Anlauttabelle hat. So finden die kleinen Leseanfänger den Buchstaben schnell und kommen hoffentlich mit den Zeichnungen und dieser Art des lesen Lernens schnell zurecht.

Arbeitsblatt-Anlauttabelle

Das Lesen lernen mit der Anlauttabelle ist immer wieder in der Diskussion, sowohl bei Experten als auch bei Eltern von Grundschülern. Manche Kinder lieben es und haben gar keine Probleme damit, für manche Kinder ist das gar nichts. Wie sind Ihre Erfahrungen damit? Wir freuen uns über Kommentare!




Krimi für Erstleser: Detektiv Paule und ein verflixt verzwickter Fall

Ein spannendes Buch für Erstleser, also Kinder ab Ende der ersten Klasse, die gerade lesen lernen: Paule ist ein super Detektiv, er kann unlösbare Fälle lösen. Leider weiß das noch keiner. Seine kleine Schwester Nina, auf die er aufpasst, wenn ihre Eltern arbeiten, kann unlösbare Knoten in Paules Schnürsenkel knoten.

An einem solchen Nachmittag hat Paule sein Büro im Park aufgebaut und wartet auf seinen ersten Fall. Nina sitzt unter seinem Klapptisch und verknotet seine Schnürsenkel. Aber es kommt niemand. Nachdem Paule sein Büro kurz verlassen muss, um mit Nina aufs Klo zu gehen, hat er plötzlich seinen ersten Fall. Und kurz darauf gleich noch einen zweiten. Am Ende des Nachmittags sind beide Fälle gelöst und Paule ist sich ganz sicher, das morgen ganz viele Kunden kommen.

Detektivgeschichte in Fibelschrift

Diese kurze Detektivgeschichte ist in großer Fibelschrift geschrieben, so dass Erstleser gut zurechtkommen. Die Kapitel sind kurz und man kommt schnell voran, so dass die Kinder, die lesen lernen, Erfolgserlebnisse haben. Die Geschichte ist von Heribert Schulmeyer ausführlich illustriert, was den Übergang vom Bilderbuch zum eher textlastigen Kinder- und Jugendbuch erleichtert.

Empfohlen sind die Bücher für Erstleser aus der Leseraben Reihe für Lesestufe 2 ab der zweiten Klasse. (Andere Empfehlungen für Erstleser) Da der Inhalt doch recht einfach ist, sollten die Kinder es nicht zu spät in die Hände kriegen. Ab Mitte der zweiten Klasse liegen die Interessen der Kinder oft schon bei anderen Büchern. Da auch Kindergartenkinder beim Vorlesen Spaß an der Geschichte haben, könnte man es auch zunächst vorlesen. Vielen Kindern fällt es am Anfang leichter, eine Geschichte selbst zu lesen, die sie schon kennen. Weitere Tipps zum lesen Lernen

Detektiv Paule und ein verflixt verzwickter Fall, Rüdiger Bertram, mit Bildern von Heribert Schulmeyer, Leserabe, Lesestufe 2, Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, 2013, ISBN 978-3-473-36299-8 (6,99 Euro)

Die Schwester vom kleinen Vampir: Anna von Schlottersteins Nächtebuch

Bei dem Namen Angela Sommer-Bodenburg, dürfte es bei Einigen klingeln, bei anderen vielleicht erst, wenn man noch „Rüdiger der kleine Vampir“ nennt. Er, beziehungsweise die Geschichten über ihn, sind mittlerweile mehr als 30 Jahre alt: Der erste Band erschien bereits 1979. Mittlerweile gibt es 20 Bände, Fernsehserien, Theaterstücke und einen Kinofilm von ihm.

Aber nun hat sich Angela Sommer Bodenburg etwas Besonderes einfallen lassen. Es gibt nicht etwa den 21. Band vom kleinen Vampir, nein, es gibt ein Buch von seiner kleinen Schwester Anna von Schlotterstein. Sie war, wie Einige vielleicht erinnern, in Anton Bohnsack verliebt.

Das neue Buch ist keine Weiterführung der anderen Bände, sondern ein „noch einmal Erzählen“ aus einer anderen Sicht. Im Buch erzählt Anna von Schlotterstein aus der Ich-Perspektive, es ist ihr Nächtebuch: Da Vampire ja tagsüber schlafen können sie keine Tagebücher schreiben, sondern schreiben folglich Nächtebücher.

Tagebücher zu lesen ist anders, als einen Roman zu lesen, die Spannung wird anders erzeugt und es wird natürlich alles genau der Reihe nach erzählt. Was für den erwachsenen Leser etwas langweilig sein mag, kann für kleine Leseanfänger genau das Richtige sein. Sie können sich sehr gut in Anna hineinversetzen, gerade weil es aus der „Ich-Perspektive“ geschrieben ist.

Aber auch für die Erwachsenen ist das Nächtebuch ein Schmankerl, besonders natürlich für die, die die Anton-Bücher selbst als Kind gelesen haben. Man erkennt die Ereignisse wieder, erinnert sich und bekommt doch eine neue, nämlich Annas Sichtweise, auf die Ereignisse präsentiert.

Zunächst erfährt der Leser wie es ist, ein Vampir zu werden, und das Anna eigentlich gar keiner werden wollte. Wie sich Anna in Anton verliebt, welche Sorgen sie sich um ihren Bruder Rüdiger macht. Und vor allem wie sie immer ihr Nächtebuch verstecken muss, weil das absolut unvampirisch ist, und sie bestimmt riesigen Ärger bekommen würde, wenn es jemand fände.

Anna von Schlottersteins Nächtebuch, Angela Sommer-Bodenburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag 2012, ISBN 978-3-499-21560-5 (9,99 Euro)


  

 

Abenteuer auf hoher See

Es ist Sonntagmorgen und eigentlich sollte alles gemütlich sein, wie sonst sonntags auch. Ist es aber nicht, und daran ist Annekind schuld, Kasimirs kleine Schwester, kaum größer als ein Brot und fast nie still.

Kasimir ärgert sich, seine Mutter hat nur Augen und Ohren für Annekind. Deswegen frühstückt er schnell, nimmt seinen Hund Ferdinand und sie gehen ihren Lieblingsweg: zum Leuchtturm.

Aber Kasimir kommt nicht zurück, er wird von Piraten entführt. Er hat schon oft davon geträumt Pirat zu werden, aber ganz so toll ist es dann erst mal nicht. Aber immerhin hat er Ferdinand dabei, und allmählich freundet er sich auch mit den Piraten an. Als er sie dann einmal ganz alleine rettet, ist er vollends von ihnen anerkannt: Ein Piratenüberfall, wo sich doch Piraten nicht gegenseitig überfallen, eigentlich. Kasimir schafft es clever, ein paar von ihnen zu überwältigen und steuert dann dass Schiff weg vom Angreifer-Schiff. Um seine Angst zu übertönen singt er dabei ganz laut.

Natürlich gibt es noch viel mehr Spannendes und Aufregendes und auch noch was Romantisches, aber zu viel wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Irgendwann bekommt Kasimir dann ziemlich große Sehnsucht nach Hause. Aber eigentlich heißt es bei den Piraten: „einmal Pirat, immer Pirat!“. Ob er sie wohl dennoch überzeugen kann, ihn nach Hause zu bringen?

Dieses feinfühlige Buch von Elke Schmitter, erzählt von einem Jungen, der eigentlich lieber träumt, ein Held zu sein, als wirklich einer sein zu wollen. Und der dann doch in diesem Abenteuer über sich hinaus wächst. Irgendwie ist es natürlich eine Jungensgeschichte, Piraten eben, aber irgendwie auch nicht, denn Kasimir hat auch Angst und erzählt von seinen Gefühlen, ohne dass das Buch dadurch zu einem „Mädchenbuch“ werden würde. Geschickt bleibt die Autorin zwischen den Klischees und erhebt sich damit über sie hinaus, so dass es ein wirklich gutes Buch ist, für Jungen und Mädchen.

Das Buch ist empfohlen ab 9 Jahre – mit seinen über 150 Seiten ist es aber schon eine ganz schöne Herausforderung für junge Leser. Wer da neben der spannenden Geschichte noch etwas Motivation braucht, den locken die sehr gut passenden Bilder von Rotraud Susanne Berner zum nächsten Kapitel. Die Illustratorin kennt fast jeder aus ihren bekannten Wimmelbüchern.

Für Elke Schmitter, die bisher Gedichte und Romane veröffentlicht hat, ist es das erste Kinder- und Jugendbuch. Man merkt ihrer Sprache an, dass sie Kindern auf Augenhöhe begegnet und weder eine kindliche noch eine zu komplizierte Sprache verwendet. Man kann nur hoffen, dass es nicht ihr letztes Buch für diese Altersgruppe bleiben wird.

Ich, Kasimir – an Bord eines Piratenschiffs, 2012, Bloosmbury Kinder und Jugendbücher, Bloomsbury Verlag GmbH Berlin, ISBN 978-3-8270-5368-8 (14,90 Euro)

 

 

Der kleine Drache Kokosnuss – Abenteuergeschichten für Kinder

Kokusnuss und der schatz

Modern und trotzdem phantastisch, bunt, kindgerecht und spannend – das sind die Abenteuergeschichten vom kleinen Drachen Kokosnuss. Der kleine Drache erlebt mit seinen Freunden, einem Fressdrachen und einem Stachelschwein, viele Abenteuer.

Die ungewöhnlichen Hauptpersonen wohnen auf einer „Dracheninsel“ – doch sind die Abenteuergeschichten durchaus modern: Da finden die Abenteurer eine Schatzkarte und rüsten sich für eine Schatzsucher-Expedition durch den Dschungel der Dracheninsel. Da lernen sie einen berühmten Professor kennen, der direkt in das Innere einer ägyptischen Pyramide entführt wird. Kokosnuss reist um die Welt, in die Steinzeit, zu den Indianern, in den Weltraum und soweiter undsoweiter. Themen, die Kinder interessieren, absolut kindgerecht und mit dem richtigen Maß an Spannung erzählt.

Die Freunde heißen Kokosnuss, Mathilda und Oskar – es gibt keine geschlechtsspezifisch geprägten Hauptpersonen. Dadurch sind die Geschichten für Jungen und Mädchen gleichermaßen spannend, lustig und interessant. Dies hat gerade in der Altersgruppe ab sechs Jahre schon fast Seltenheitswert.

Autor Ingo Siegner hat die mittlerweile recht umfangreiche Kokosnuss-Reihe liebevoll bebildert – den orangenen Drache möchte man am liebsten knuddeln. Und das geht natürlich, denn wer bereits Fan ist, kann sich den Drachen als Stofftier ins Kinderzimmer stellen oder sich anderweitig mit Kokosnuss & Co umgeben – von der Mütze bis zur Brotdose.

Wunderbar: Den kleinen Drachen Kokosnuss gibt es nicht nur als Vorlese – oder Lesebuch, sondern auch im Programm einiger Verlage, die Bücher zum Lesenlernen anbieten. So kann man beispielsweise einige Abenteuer als Version „Erst ich ein Stück dann Du“ kaufen.
Mehr zum Lesen lernen hier http://www.familothek.de/tipps-leseanfaenger-lesen-lernen.html

Auch die Hörbücher sind zu empfehlen – mit einer Mischung aus vorgelesener Geschichte und den Stimmen der Hauptpersonen.

Eine Auswahl zum direkt Bestellen:

      

 

Hörbücher

 

 

„Erst ich ein Stück dann Du“

 

Lesen lernen und Lesen üben mit der Silbenmethode

Der Mildenberger Verlag hat zwei Leserabengeschichten als Ausgabe farbiger Silbentrennung herausgegeben. (mehr zu dieser Methode hier http://www.familothek.de/tipps-leseanfaenger-lesen-lernen.html )

Lesestufe eins: Pimpinella Meerprinzessin und der Delfin (ab 6 Jahre)

Pimpinella Meerprinzessin und der Delfin ist eine Geschichte deren knapp 40 Seiten in 4 Kapitel unterteilt sind. Jede Seite ist farbig schön gestaltet, so dass es auch immer etwas zu der Geschichte zu sehen gibt. Auf jeder Seite sind 2 bis 9 Zeilen gut lesbare große Schrift mit den farbig getrennten Silben, was die Betonung erleichtert. Die Geschichte ist leicht verständlich und hat einen kleinen Spannungsbogen, als die Meerprinzessin mit ihrem neuen Freund, dem Delfin in den verbotenen Korallenwald schwimmt.

Die meisten Wörter sind leicht zu lesen, aber es gibt auch ein paar kniffligere wie „Fischkunde-Stunde“, „schnurstracks“ oder „Wasserrosen“. Aber ein bisschen Herausforderung ist ja auch gut. Schön an den Büchern der Lesestufe 1 ist, dass die Kinder das Erfolgserlebnis haben, ein ganzes Buch alleine durchgelesen zu haben. Am Ende gibt es einige Leserätsel, die auch als Schreibanregung verwendet werden können. Außerdem kann man am Gewinnspiel teilnehmen, das geht ganz leicht übers Internet. Übrigens auch bei älteren Leserabenbüchern noch.

 

Lesestufe zwei: Fußballgeschichten (ab 7 Jahre)

Hier gibt es vier verschiedene Geschichten, die jeweils etwas mehr Text und etwas weniger Bilder als die Lesestufe eins enthalten. Lesestufe zwei bedeutet übrigens nicht, dass diese Bücher erst ab der zweiten Klasse zu lesen sind. Die Lesefähigkeit, -lust und -ausdauer ist von Kind zu Kind ganz unterschiedlich und es sollte individuell geschaut werden, welche Bücher gerade passen. Lesestufe eins und zwei lassen sich auch gut parallel lesen.

Die Fußballgeschichten sind wirklich gut und keine „nur Jungs“ Geschichten. Es gibt Mädchen, die Fußball spielen, und jede Geschichte hat neben dem Fußball ein weiteres Thema, das jedes Kind interessiert: Konkurrenz, Einschüchterung, die ungeliebte Babysitterin oder ähnliches. Auch hier gibt es am Ende Leserätsel, die zeigen, ob die kleinen Leser auch den Inhalt wahrgenommen haben, und natürlich auch ein Gewinnspiel.

 

Pimpinella Meerprinzessin und der Delfin und Fußballgeschichten, erschienen in der Reihe Leserabe Lesestufe 1 bzw. 2 im Mildenbergerverlag, Ravensburger. ISBN Pimpinella: 978-3-619-14352-8, ISBN Fußballgeschichten: 978-3-619-14355-9, je 4,99Euro.

 

 

Mission im Lesedschungel

Ein schönes Spiel, mit dem Kinder vom 7-10 Jahre „Abenteuer im Dschungel“ bestehen können. Sie bekommen auf kleinen Karten Aufgaben gestellt, die sie mit Hilfe eines großen Spielbrettes und gemeinsam lösen müssen. Dazu benötigen die Spieler den Tiptoi Stift von Ravensburger – eine Art „Minicomputer“, der durch antippen auf Stellen des Spielbrettes reagiert und mündliche Anweisungen gibt. Die Software für das jeweilige Spiel müssen die Eltern vorher übers Internet auf den Stift laden.

Nicht unbedingt zum Lesen üben

Das Spiel wird als Lernspiel zum Lesen lernen vermarktet und hm, das ist es eigentlich nicht. Wenn ein Kind einigermaßen lesen kann, hat es keine Schwierigkeiten, die Karten mit den Anweisungen für den Lesedschungel zu verstehen, auch die langen Karten in der schwierigsten Lesestufe. Und um Lesen zu üben, wird in dem Spiel einfach zu wenig gelesen. Allerdings regen die Aufgaben dazu an, dass die Spieler das Geschriebene wirklich g e n a u lesen – und das ist sicher ein guter Lerneffekt für Grundschüler.

Tipps, wie Eltern mit Leseanfängern üben können, finden Sie übrigens auch hier: Tipps für Leseanfänger

Geschichten miterleben durch den „sprechenden Stift“

Die Kombination Stift und Spielbrett hat einen besonderen Effekt. Denn der elektronische Stift erzählt über seinen kleinen Lautsprecher eine von 15 Abenteuergeschichten. Und durch die persönlichen Spielaufgaben im Rahmen der Geschichte fühlen sich die Mitspieler als Teil des Abenteuers. Das Ganze hat ein bisschen den den „Computerspieleffekt“ mit „nicht mehr aufhören können“. Gleichzeitig kleben die Spieler glücklicherweise nicht an einem Bildschirm, sondern sitzen gemeinsam um ein Spielbrett. Manche Aufgaben bestehen beispielsweise auch darin, Kniebeugen zu machen oder um den Tisch zu laufen.

Und manchmal müssen alle Mitspieler in einer Minute alle 7 Affen (10 Tiger, 5 Tempel o.ä….) im Dschungel – also auf dem großen bunten Spielbrett, das einem Wimmelbild gleicht – finden. Also ehrlich, das ist nicht einfach und erfordert Konzentration! Leider haben die Spieler nur zwei Versuche, sonst ist die komplette jeweilige„Mission im Lesedschungel“ gescheitert. Klar, wer das Spiel zum 20. Mal oder mit vier Personen spielt, die zusammen arbeiten, findet die Affen sicher schnell. Aber es wäre doch gut, verschiedene Zeiten einstellen zu können, in denen die Lösung gefunden werden muss. Sonst kommt ganz schnell Frust auf.

Fazit

Nicht unbedingt zum Lesen üben, aber schön zum gemeinsamen Spielen – auch mit den Großen. Und die Idee mit dem elektronischen Stift bietet unglaublich viele Möglichkeiten.

   

Ravensburger Spielverlag: tiptoi® Lernspiel: Mission im Lese-Dschungel
Für 1 bis 4 Spieler von 7 bis 10 Jahren, für ca. 19 Euro.

Tiptoi Stift, circa 29 Euro

 

 

Tipps für Leseanfänger

Wer mit einer Erstklässlerin oder einem Zweitklässler (und Ältere) unter einem Dach wohnt, kennt vielleicht diverse Methoden, um die Sprösslinge zum Lesen üben zu motivieren. Aber für so manchen „Lesemuffel“ war noch nicht das Richtige dabei. Hier Tipps zum Lesen üben:

  • Die Bücher nach der Silbenmethode aus der Reihe Leserabe vom Mildenberger Verlag. Jede neue Silbe hat eine andere Farbe, rot und blau wechseln sich ab und so weiß ein Kind eher, wie es ein Wort betonen muss. Es gibt Geschichten zu verschiedenen Themen, entweder als eine längere Geschichte mit mehreren Kapiteln oder mehrere kleinere Geschichten, wie zum Beispiel die Krimigeschichten zum Mitraten. Am Ende gibt es immer noch ein Leserätsel, was auch nochmal zum schreiben einlädt.
    Hier zwei Rezensionen dazu bei Familothek.
  • Wer auch gerne mal längere Geschichten mag, dem sei die Reihe „Erst ich ein Stück, dann Du“ vom CBJ Verlag empfohlen. Den Hauptteil der Geschichte liest zugegebener Maßen der oder die Erwachsene, aber auf jeder Seite ist ein Absatz größer und fett gedruckt, den liest das Kind. Die Unterbrechungen verhindern den Aufbau von Lesefrust; und die Freude darüber, dass es mit der Geschichte richtig voran geht motiviert obendrein. Auch hier gibt es Geschichten zu den verschiedensten Themen und auch die Varianten einer großen Geschichte oder eben mehrerer kleiner, wobei die dann schon 20 bis 30 Seiten haben.
  • Wer will, kann dies auch einfach selber machen: Ein interessantes Buch, das den Leseanfänger interessiert, und dann die Abmachung: „Erst ich ein Stück und dann Du“ – wobei es bei richtigen Leseanfängern auch großartig klappen kann, „Du das erste (oder die ersten zwei) Wort(e) und ich den Rest des Satzes“ zu vereinbaren. Schön an der Methode ist, dass die Kinder die Bücher lesen können, die sie interessieren und ihnen gefallen. Außerdem können die Eltern bei fortschreitendem Können die Spielregeln anpassen (ein Satz Du, ein Satz ich; eine Seite Du, eine Seite ich“).Kleiner Tipp: Gerade Kinderbücher zum ersten selbst Lesen haben oft kurze Sätze. Bei der Vereinbarung „Du die ersten zwei Worte des Satzes, ich den Rest“ lesen also auch Anfänger schon ganz schön viel….
  • Comics – den schlechten Ruf haben sie schon lange verloren, und gerade zum Lesen Lernen eignet sich das Geschriebene in Verbindung mit lustigen Bildern wunderbar. Vielleicht lernen die Kinder dabei nichts unbedingt pädagogisch Wertvolles, aber am allerallerwichtigsten ist es sowieso erst einmal, dass sie Spaß am Lesen als solches bekommen.

Am Anfang ist es nur Mühe – so ähnlich wie Skifahren lernen. Aber wenn ein Leseanfänger später erlebt, wieviel Spaß man lesend haben kann und wieviele interessante Dinge jeder lesend erfahren kann, dann merkt er oder sie hoffentlich, wie toll lesen ist. Und dann muss sie später in ihrem Leben hoffentlich niemand mehr zum Lesen motivieren.

   

Ideen: Dr. Katja Sichau
Bildquelle: aboutpixel.de / sommerfeeling © mr.nico

Sesamstrasse für Vorschulkinder im Internet

Sesamstrasse.de ist online. Mit einer eigenen Seite für Vorschulkinder bereichert sesamstrasse.de seit April 2012 das altersgerechte Angebot im Internet für Vorschulkinder.

Die Internetanfänger können mit dem Online-Angebot komplett selbständig umgehen, denn alle wichtigen Informationen der Seite erzählt die Figur Ernie. Die Leseassistenz von Mama und Papa entfällt.

Spaß und erste Erfahrung mit dem Computer

Im Mittelpunkt der Sesamstrasse im Internet sollen Spaß, Spiel und Unterhaltung mit den Figuren Ernie, Bert, Elmo und Grobi stehen. Kleine Filme, Bilder und interaktive Spiele für Internetanfänger sind im Angebot. Die Website ist nicht zu überfrachtet, damit Kinder sie erfassen können; mit der langsamen Mausführung können Drei- bis Sechsjährige spielerisch erste Erfahrungen mit der Computernutzung machen.

Inhaltsbeschreibung für Erwachsene

Die Menüführung von sesamstrasse.de ist intuitiv, und die Kinder suchen dort ja auch nichts Bestimmtes. Als Erwachsener ist es aber sinnvoll, sich die Inhalte der Seite einmal anzuschauen, um weiterhelfen zu können, wenn der kleine Internetnutzer einmal nicht weiter weiß. Hier die Seitenbeschreibung

Tipps zur Medienerziehung – von Anfang an

Ebenfalls interessant für Eltern, deren Kinder jetzt die ersten Erfahrungen mit Computer und Internet machen  – denn diese werden sicher nicht die letzten sein: Eine Sammlung von Tipps für Eltern zur Internetnutzung von Kindern und aktuelle Forschungsergebnisse zu dem Thema. Auch diese Infos sind über sesamstrasse.de zu erreichen.

Lesetipps online – Leipziger Lesekompass

Kleine Bücher“fresserin“ oder mäkeliger Kurz-Anleser? Gute Bücher bringen Stoff und Freude für beide Gruppen kleiner Leser und die vielen Kinder, deren Lesefreude irgendwo dazwischen liegt.

Aber das Angebot ist riesengroß, und außerdem möchte man als Eltern nicht alle Bücher vorher lesen müssen. Hilfen gibt es viele, auch im Internet. Ausgewählte Neuerscheinungen des Bücherfrühlings finden Eltern und Kinder in einem Onlneportal, dem „Leipziger Lesekompass“ , der die Bücher für alle Altersgruppen bewertet.

Der 2012 von der Stiftung Lesen und der Leipziger Buchmesse erstmals herausgegebene Leipziger Lesekompass stellt 30 Titel für zwei- bis 14jährige Kinder und Jugendliche vor, die von einer Jury aus Jugendlichen und Fachkräften ausgewählt und bewertet wurden. Alle Titel sind neu auf dem Markt. Der Bewertungskompass umfasst sowohl Bücher als auch Hörbücher und DVDs. Eine kleine Inhaltsangabe hilft Eltern, das Richtige für den Nachwuchs zu finden.

Die drei Broschüren mit jeweils zehn Empfehlungen für die Altersgruppen zwei bis sechs Jahre, sechs bis zehn Jahre und zehn bis 14 Jahre stehen zum Download unter Leipziger Lesekompass zur Verfügung.

Foto: Stilfehler