Kategorie: Erziehung

Gemeinsam essen – ein vernachlässigtes Familienritual

Morgens keine Zeit, mittags alle in der Schule/Kita/Arbeit, abends beim Sport oder verabredet? Ein gemeinsames Familienessen ist heutzutage keine leichte Organisationsaufgabe. Trotzdem: Welchen Experten man auch fragt: Jeder sagt, dass gemeinsame Mahlzeiten für die Familienkultur wichtig sind:

  • Sie schaffen einen Zeitrahmen, in dem sich alle Familienmitglieder gemeinsam treffen
  • Sie sind ein Ritual. Rituale sind für den Zusammenhalt in allen Kulturen wichtig. In einer Familie geben sie Kindern Sicherheit, da sie einfach wissen, was wann geschieht. Besonders wichtig heutzutage, wo sich ständig etwas ändert.
  • Sie helfen, die Familie gesund zu ernähren. Wer regelmäßig einigermaßen ausgewogen isst, braucht nicht ständig zwischendurch Süßigkeiten oder anderes. Gewohnheit hilft also bei der Ausprägung gesunder Lebensweisen – von Anfang an.

Wie machen wir das Familienessen besonders schön?

Es gibt viele Ideen, wie man ein Familienessen für alle lustig und schön gestalten kann:

  • „Jeder esse was er kann, nur nicht sein Nebenmann“: Ein Tischgebet muss es nicht sein – kann es aber natürlich. Ein netter Spruch, wenn alle sitzen – eine schönes und einfaches Ritual.
  • Kinder einbeziehen: Wenn Zeit ist, können Kinder aller Altersstufen auch mal mitkochen – dann schmeckt’s sicher nochmal besser. Spätestens bei der Zubereitung des Nachtischs (inklusive naschen) haben Sie sie sicher auf Ihrer Seite…
  • Oder Kellner: Spielen Sie doch einmal Restaurant und lassen Sie den Nachwuchs das essen servieren – natürlich mit der Serviette über dem Arm!
  • Jeder darf sich einmal etwas wünschen: einmal die Woche ist „Wunschessen-Tag“ Wechselweise gibt es das Lieblingsessen eines Familienmitgliedes.

Und was kochen wir da bloß?

Wenn man es geschafft hat, eine gemeinsame Mahlzeitentermin zu finden , ist so mancher Zeitplan restlos überfordert, geht es darum, für das gemeinsame Essen einzukaufen. Gemeinsam gekocht ist aber oft netter,und auch gesünder. Abhilfe gibt es bei verschiedenen Lieferanten, die die Zutaten zu einem Familienessen sowie die Rezepte gleich nach Hause liefern, wie zum Beispiel Kochzauber. Kochen und schnippeln muss man allerdings noch selbst – aber das kann ja auch sehr gemeinschaftfördernd sein. Die Variante gibt es übrigens in einigen Städten auch im Laden: Zutaten und Rezepte können Sie dort gleich im Paket kaufen. Informieren Sie sich und testen Sie die verschiedenen Varianten, sie können in einigen Fällen das gemeinsame Mahl retten.

Aber: Es dürfen auch einmal simple Pfannkuchen, Spaghetti oder Würstchen sein – Hauptsache alle sitzen gemeinam um den Tisch, reden vom Tag, essen, lachen…

Piep, piep piep – guten Appetit!

Illustration: Isabelle Dinter

Noch ein paar Ideen für Familienkochbücher
 

Wie viel Zucker ist in…?

Zuckertabelle

Wieviel Zucker ist genau in ausgewählten Süßigkeiten? Die Familothek-Zuckertabelle:

Name des Produkts Inhalt Gesamtzuckergehalt,
Gramm je Portion
Anzahl
Zucker-Würfel
Ehrmann Früchtetraum 125g 21,9 7
Fruchtzwerge 50g 7,6 3
Fruchtzwerge – weniger süß 50g 6,4 2
Zott Monte Schokomahlzeit 62,5g 9,9 3
Jogurt mit Frucht, 3,3%Fett 150g 17,6 6
Müllermilch 500ml 65,5 22
Milch 1,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milch 3,5% 1 Glas (200ml) 10 3
Milchschnitte 28g 4,8 2
Kinder Maxi King 35g 9,5 3
Kinder Pingui 31g 6,5 2
Nesquik-Snack 26g 8,5 3
Corny Müsli-Riegel 25g 7,3 2
Aldi Knusperone Müsli-Riegel 26g 5,8 2
Ferrero Duplo 18g 7,3 2
Ferrero Hanuta 20,8g 7,1 2
Ferrero Kinderschokolade 1 Riegel (12,5g) 4,8 2
Milky Way 25g 18 6
Mars 58g 40 13
Schokolade, Vollmilch 100g 54 18
Gummibärchen 100g 78 26
Nuss-Nougat Creme 400g 233 78
Nutella 400g 198,8 66
Ketchup (je Sorte unterschiedlich) 500g 120 40
Kellogs Cornflakes 500g 43 14
Kellogs Smacks 375g 183,8 61
Seitenbacher Müsli 750g 183 61
Dr. Oetker Vitalis Kusper Grains 375g 204 68
Getränke
Aldi Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 16,4 6
Hohes C 1Glas (200ml) 15 5
Lidl Eistee Zitrone 1Glas (200ml) 14 5
Lipton Eistee Lemon 1 Glas (200ml) 14,3 5
Capri Sonne 1 Glas (200ml) 19,8 6,5
Apfelsaft 1 Glas (200ml) 21 7
Oragnensaft 1 Glas (200ml) 18 6
Multivitaminsaft 1 Glas (200ml) 24 8
Sauerkirschnektar 1 Glas (200ml) 28 9
Cola 1Dose (330ml) 35 12Pusteblumen_klein

Fotos von Nachwuchsfotografen

In einer der letzten Veröffentlichungen baten wir unsere Leser, uns Fotos zu schicken, die ihre Kinder fotografiert hatten (Fotos von Kindern fotografiert). Hier Ergebnisse des Aufrufes und Ergebnisse eines Kinderfotoworkshops in München:

 

Ein Mülleimer steht im Walde…. Lukas, 6 Jahre

 

Fiona, 10 Jahre

 

Daniel, 7 Jahre

 

Fortsetzung folgt…..

Interesse daran, den Nachwuchs fotografisch schulen zu lassen? In München gibt es Fotoworkshops für Kinder. Mehr dazu: Fotoworkshop

 

 

 

Wenn Kinder fotografieren

Wenn man Kinder mit einem Fotoapparat auf Tour schickt, gemeinsam geht oder die Kids einfach nur zu Hause mit der Digitalkamera auf Motivjagd gehen, kommen oft spannende Bilder heraus. Meist wären Erwachsene selbst kaum auf Idee gekommen, dies oder jenes zu verewigen. Woran liegt das?

„Kinder haben ein barrierefreies Auge“, sagt die Fotografin Simone Naumann, die in Kinderworkshops zum Thema Fotografieren viel Erfahrungen mit Kids und dem Medium Fotografie machte. „Sie sind sind noch viel offener im Kopf als Erwachsene und suchen deshalb freier nach Motiven.“

Genauso muss es wohl sein – denn wer von uns käme auf die Idee, die geometrische Anordung von Spielsachen oder einen Mülleimer im Wald zu knipsen? Ja, da können wir Erwachsene noch etwas von unseren Kindern lernen, das ist schön.

Wenn sie Interesse haben, können Kinder sich grundlegender mit Fotografie beschäftigen. In ihren fünftägigen Foto-Workshops beispielsweise, vermittelt Simone Naumann technische Grundbegriffe zu Kamera, Licht und Bildgestaltung. Sie lässt Kinder ab 9 Jahre und Jugendliche auf Motivsuche gehen und zeigt ihnen, wie sie ihre Ergebnisse mit Photobearbeitungsprogrammen noch verbessern können.

„Kinder gehen ernsthaft mit dem Thema Fotografie um,“ , sagt die Fotografin über ihre jungen Teilnehmer. „Fotos machen ist nicht nur „einfach mal draufhalten“, sondern eine ernste Sache – auch das sieht man den Fotos später  an.“

Tolle Motive, ungewöhnliche Blickwinkel, schöne Fotos – vor ein paar Wochen haben wir von der Familothek dazu aufgerufen, uns von Kindern gemachte Fotos zu schicken. (Nachwuchsfotografen) Eine Auswahl der eingesandten Fotos sowie eine Auswahl der Kinderfotos aus dem letzten Ferienworkshop von Simone Naumann hier: Fotos, die Kinder gemacht haben

Kinderworkshops Fotografie in München

 

 

Über das Spielen

Warum spielen Kinder eigentlich und was ist dabei für Eltern wichtig? Wissenschaftler und Experten haben dazu verschiedene Ansichten. Wir von der Familothek haben auch welche. Fragen und Antworten zum Thema Spielen:

Welche Rolle spielen Spiele bei der kindlichen Entwicklung?

Den Alltag und Außergwöhnliches ausprobieren dürfen, Varianten, auch Fehler machen dürfen, ohne dass es Konsequenzen gibt – das ist ein wichtiger Punkt beim Spielen: Fällt der Plastiktopf beim Rühren um – na und? Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat seine eigenen Vorlieben im Spiel. Wenn ein Kind „frei“ spielt, wie es so schön heißt, hat es die Freiheit, dass sich individuelle Talente ausprägen können: Das Kleine hüpft schon zum hundertsten Mal auf einem Bein? Da brauchen die Beine gerade neue Muskeln. Seit Tagen schon muss die Puppe ständig auf dem Stoffpferd reiten? Da wird wohl der Bauernhofbesuch von letzter Woche verarbeitet.

Was sollten Eltern bei der Spieleauswahl für ihre Kinder beachten?

Aufs Kind sehen: Was möchte es, was interessiert es gerade? Dabei auch immer wieder einmal etwas Neues anbieten – Interessen kommen und gehen, in jedem Kindesalter. Am besten wissen die Kinder selbst, was sie gerne spielen möchten und brauchen dazu auch gar nicht viel Material. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Beim Thema Neue Medien müssen Eltern genauer hinsehen, erklären und auch Grenzen setzen. Damit sind Kinder erst einmal überfordert.

Gibt es auch ein „zuviel des Guten“?

Aber ja – ist das nicht bei den meisten Kindern heute so? Stichwort überquellende Kinderzimmer! Da hilft nur Aussortieren, wegstellen, zum Kinderflohmarkt geben…Zuviel ist es auch dann, wenn beispielsweise ein Kind die Leidenschaft eines Elternteils (des Onkels, der Oma) nicht teilt, und trotzdem immer wieder etwas dazu Passendes geschenkt bekommt – in der Hoffnung, es doch überzeugen zu können. Da wäre es besser, es einfach in zwei Jahren noch einmal zu probieren.

Sollten Kinder eher mit ihren Eltern, mit Gleichaltrigen oder allein spielen?

Sowohl als auch. Wer nur mit Gleichaltrigen spielt, kann sich allein vielleicht gar nicht beschäftigen. Wer nur allein spielt oder mit seinen Eltern, erlernt wichtige soziale Kompetenzen nicht. Am besten ist eine gesunde Mischung. So lernt das spielende Kind: Mit verschiedenen Menschen kann ich verschiedene Dinge gut tun, manche allein, manche besser zu zweit, in der Gruppe – wie im richtigen Leben!

Welche Fehler sollten Eltern in bezug auf „spielende Kinder“ unbedingt vermeiden?

Zuviel „angeleitetes Spielen“: Das Kind soll selbst bestimmen dürfen, womit es spielt. Dabei lernt es schließlich auch das Aktiv-Sein“ – und nicht nur zusehen, was die „Großen“ tun. Gleiches gilt für zuviel „Einmischen“ von Erwachsenen in ein Kinderspiel. Zuviel Angst und zuwenig Zutrauen in die Fähigkeiten des Nachwuchses ist auch problematisch – das kann Kinder in ihrem Spiel ganz schön hemmen.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?

Remo Largo vertritt in vielen seiner Bücher (Babyjahre, Kinderjahre, Schülerjahre) eine Aussage, die sich aus seinen wissenschaftlichen Untersuchungen ergibt: In vielen Entwicklungsstufen ist die Bandbreite der Unterschiede innerhalb einer Altersgruppe sehr viel größer als die Bandbreite der Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Jedes Kind ist erst einmal Kind und danach Junge oder Mädchen. Gerade bei kleineren Kindern sollte man deshalb weder etwas verhindern (Baustellen, Puppen) oder extra fördern, nur weil es zum Geschlecht passt oder nicht. Später kommt dann sowieso die soziale Komponente dazu – kein männlicher Grundschüler würde jemals freiwillig etwas rosafarbenes tragen , auch wenn es ihm eigentlich gefällt und Papa heute mit rosa Hemd ins Büro gegangen ist. Rebellion gegen den Mainstream kommt wohl eher später….

Wer noch mehr wissen möchte, findet diese Fragen und Anworten darauf von verschiedenen Experten in einer wirklich interessanten Broschüre zum kostenlosen Herunterladen
Broschüre Spielen 

Expertenmeinungen zum Thema Spielen, Fragen und unterschiedlichen Antworten von Fachleuten mit diversem Hintergrund bieten einen schönen Rundumschlag zum Thema.

Bild: Pieter Bruegel der Ältere – Die Kinderspiele, 1560

 

 

Marmelade kochen mit Kindern

Infos zum Thema Marmelade kochen mit Kindern und  Ideen für einfache Rezepte hier: Einfache Marmeladenrezepte

Schade, schon vorbei: Newsletter abonnieren und gewinnen!

Wer vielleicht noch etwas Ausrüstung braucht, bevor es mit dem Marmelade Kochen losgehen kann, meldet sich am besten bei unserem Newsletter an. Unter unseren Newsletterabonnenten verlosen wir

5x 1 Einmach-Set: Passiermühle & Marmeladendose Farm von WMF und Südzucker Gelier Zucker 1plus1, Gelier Zucker 2plus1, Gelier Zucker 3plus1 (jedes Set kostet ca. 75€)

Noch mehr Rezepte von WMF und Südzucker, den richtigen Helfern fürs Einmachen, auf der Früchtezeit-Aktionsseite www.meinsuedzucker.de

Anmeldeschluss war der 10. Juli 2013.

 

 

Pommes, Pommes, Pommes oder: Die Kinderspeisekarte

Da ist die ganze Familie unterwegs, kehrt irgendwo in einem „gutbürgerlichen“ Restaurant ein, die Großen suchen sich ein Erwachsenenessen aus und kriegen dann die sogenannte „Kinderkarte“ zu sehen: Diese ist meist niedlich verpackt, in mehr oder minder geschmackvollem Kinder-Design.

Manchmal können die Kleinen sie ausmalen – und wollen es auch, falls sie die Kinderfiguren der siebziger Jahre, die dort gezeichnet sind, noch kennen oder zumindest süß finden. Die Namen der Gerichte reichen von „Pippi Langstrumpf“ über „Fix und Foxi“ bis zu „Harry Potter“. Der Inhalt ist viel zu oft gleich schlecht: Schnitzel mit Pommes, Fischstäbchen mit Pommes, Würstchen mit Pommes, ganz vielleicht ist ein Kartoffelknödel mit Sauce dabei. Die Preise sind meist fürstlich im Vergleich zum Erwachsenengericht und wenn man bedenkt, dass der Koch (oder der Azubi) zur Zubereitung dieser Gerichte die Großpackung öffnet und die Fritteuse bedient.

Und was macht das normale Kind zwischen 2 und 10 Jahre in solchen Fällen? Es jubelt „Pommes“!!! Und welches Elternteil würde hier im Restaurant Geschrei und Gemotze riskieren, nur damit Mia oder Phillip bei „Mama Gemüse mitessen“? Ein lesekundiges Kind hat sowieso die bunten Zeichnungen sofort gefunden und die Bestellung von „…..mit Pommes“ bereits ohne Diskussion selbst abgesetzt.

Die meisten Kinder essen nicht pausenlos Junkfood, sondern wären für „Reis mit Sauce“ oder ähnlich Harmloses im Restaurant durchaus zu haben. Nur es gibt diese kaum. Und wenn die frittierten vitaminfreien Goodies so beworben werden – klar, da schlagen Kids zu! Ab und zu mal Pommes ist doch nicht so schlimm, sagen Sie – aber was machen wir die drei Wochen im Urlaub? Während die Erwachsenen täglich wechselnde Gerichte der Tageskarte genießen, jauchzen die Kinder ein ums andere Mal „Pommes!“ …und zeigen bei der Heimkehr Anzeichen von leichtem Skorbut.

Während Restaurants mit ausländischem Essen oft ihre eigenen leckeren Gerichte schlicht als halbe Portion (zum halben Preis) anbieten, sind diese unsäglichen Kindergerichte gerade bei der gutbürgerlichen Gastronomie, die sonst im Durchschnitt gar nicht schlecht kocht, viel zu sehr verbreitet.

Liebe Gastronomen – Ihr wollt doch, dass Ihr auch in zwanzig Jahren Gäste habt und die sollen doch Eure Qualität zu schätzen wissen oder? Was macht Ihr, wenn die Kinder von heute als Eure Gäste von morgen gleich beim Fastfoodlieferanten essen, weil „Restaurantbesuch“ seit frühester Kindheit mit „Pommes“ und Frittierkram verbunden ist…?

Facebook – Tipps und Tricks für Eltern

Welche Strategien helfen Eltern, wenn ihre Kinder bei Facebook & Co online gehen? Ein Gespräch mit dem Medienreferenten Uli Sailer.

Nicht jeder hat Zeit und Lust ein ganzes Buch über Internetsicherheit zu lesen. Welche wichtigsten Tipps würden Sie einem Facebook Nutzer geben?

Die Anmeldung sollte nicht nebenbei geschehen, man sollte sich genügend Zeit dafür nehmen und vor allem auch die Nutzungsbedingungen lesen, auch wenn das etwas langweilig ist. Vor allem aber sollte man seine Kontoeinstellungen und die Einstellungen der Privatsphäre sehr sorgfältig machen. Bei www.klicksafe.de gibt es eine sehr nützliche Broschüre dazu.

(Außerdem von uns ein Tipp, ein Ratgeberbuch zu Facebook, aufgemacht für die junge Zielgruppe: Facebook aber richtig)

Welche Tipps haben Sie für Eltern eines jugendlichen Facebook Nutzers?

Für besonders wichtig halte ich, dass sich die Kinder und auch die Eltern an die Regeln halten, das heißt, dass man keinen falschen Namen angibt und kein falsches Geburtsdatum, denn Facebook fordert ganz klar den echten Namen.

Die Kinder zu überwachen halte ich für den falschen Ansatz, denn auch sie haben ein Recht auf Privatsphäre. Vielmehr sollte man darauf achten mit seinen Kindern im Gespräch zu bleiben. Also mal nachfragen, Interesse zeigen und offen sein für das was die Kinder erzählen. Dann kann man ziemlich sicher sein, dass die Kinder einem erzählen, wenn sie wirklich in Schwierigkeiten geraten zum Beispiel viel Geld zahlen sollen. Wichtig ist natürlich, dass man die Aktivitäten der Kinder nicht verteufelt, denn dann erzählen sie einem nichts mehr. Das wäre fatal, denn Probleme, die Kinder im Internet haben können sie in der Regel nicht alleine lösen.

Welche konkreten Einstellungen sind notwendig, um ein sicheres Profil anzulegen für mich oder meine Kinder?

  • Ganz wichtig ist es bei den Privatsphäreneinstellungen nur „Freunde“ zu wählen und nicht „Freunde von Freunden“, sonst können unüberschaubar viele Leute zu private Dinge auf dem Profil sehen.
  • Die Option, ob andere Suchmaschinen auf die Chronik zugreifen können muss unbedingt auf „aus“ sein.
  • Ein wichtiger Check ist es, von einem anderen Benutzerkonto, also zum Beispiel das eines Bekannten, mit dem man nicht auf Facebook befreundet ist, das eigene Profil anzuschauen, um zu sehen, wie viel jeder einfach so zu sehen bekommt.
  • Private und personenbezogene Daten sollten so wenige wie möglich auf Facebook auftauchen. Also niemals die Schule nennen, die man besucht, oder den Betrieb in dem man arbeitet und schon gar nicht Namen von Kollegen oder gar Chefs nennen. Eine negative Äußerung über den Chef auf Facebook kann ein Kündigungsgrund sein.
  • Bei den Benachrichtigungen sollte man die Kontoeinstellung überprüfen, so dass man nur wichtige Nachrichten bekommt, sonst ist das Postfach so überflutet, dass man Gefahr läuft, wichtige Nachrichten zu übersehen.

Worauf muss ich als Elternteil genau achten, wenn ich die Facebookseite meines Kindes beobachte? Wie viel Zeit pro Woche muss ich dafür rechnen?

Man sollte die Facebookseite seines Kindes gar nicht beobachten, Kinder haben wie gesagt auch ein Recht auf eine Privatsphäre. Nur im Gespräch mit den Kindern sollte man bleiben und eine möglichst positive offene Beziehung haben, damit die Kinder bei echten Problemen zu einem kommen und man ihnen dann helfen kann.

Was tu ich, wenn’s passiert ist? Also die Tochter zur Geburtstagsparty mit 1.000 Freunden eingeladen hat? Der Sohn per Facebook gemobbt wird?

In ersterem Fall kann man glaube ich nur die Polizei rufen.
Bei Mobbing kommt es darauf an, was passiert, wen es eher klassisches offenes Mobbing über das Internet ist, dann sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, zunächst mit dem Klassenlehrer und der Schule sprechen, sowie mit dem Schulsozialarbeiter oder bei einer Beratungsstelle außerhalb der Schule.
Wenn es darum geht, dass jemand ein Fake-Profil, also ein künstliches Profil, angelegt hat, dann wenden Sie sich gerne an mich, (www.uli-sailer.de) und ich helfen Ihnen herauszufinden wer das ist.
Oft passiert finanzielle Abzocke über das Internet oder es werden Abmahnungen geschickt, hier sollten sie unbedingt sofort reagieren und sich an einen Anwalt wenden, der auf dieses Gebiet spezialisiert ist. Auch da helfe ich ihnen gerne persönlich weiter.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer berichtete am 18.11.2012 auf dem Heilbronner Bildungskongress, dass Firmen in den USA bei Bewerbern mittlerweile aus den von Facebook gespeicherten Daten ein Persönlichkeitsprofil erstellen lassen. Es gibt wohl schon Fälle in denen Leute den Job daraufhin dann nicht bekommen haben, obwohl sie ihn aufgrund der Bewerbungsunterlagen bekommen hätten.
Gibt es eine Möglichkeit dagegen vorzugehen oder sich davor zu schützen? Und: Inwieweit nutzen deutsche Firmen schon solche Möglichkeiten?

Ein Blick auf das Facebook Profil reicht oft schon aus um Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu schließen und dann evtl. von einer Einladung zum Bewerbungsgespräch abzusehen. Allein die Gruppen auf denen die Person drauf ist, verrät viel über einen. Außerdem kann man auf Facebook sehen, was andere über diese Person reden, auch hier verstecken sich viele Informationen. Dagegen angehen kann man nicht, es lässt sich keinem Arbeitgeber nachweisen, dass es an den Informationen aus dem Internet lag, dass der oder die Bewerberin nicht genommen wurde. Ähnlich wie bei der Gleichstellung ist eine gleichwertige Qualifikation schwer nachzuweisen. Aber vorbeugen lässt sich natürlich, indem man genau schaut, was man im Internet über sich selbst veröffentlicht. Ob Firmen diese Informationsquelle wirklich systematisch nutzen kann ich nicht sagen, aber ich weiß von Fällen, wo der Juniorchef mal in der Mittagspause aus Spaß den neuen Praktikanten auf Facebook angeschaut hat. Der hatte dort über den Chef gelästert und war seinen Praktikumsplatz sofort los.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Eltern nicht für illegale Musikdownloads ihrer Kinder haften sofern sie ihre Kinder aufgeklärt haben. Wie klären Eltern ihre Kinder darüber auf?

Ja, auch den ersten Blick hört sich das Urteil gut an, auf den zweiten ist es aber nicht mehr so viel wert, es bringt tatsächlich nur etwas für Kinder unter 14 Jahren. In diesen Fällen muss die Anklage fallen gelassen werden. Kinder über 14 dagegen haften selbst, und dass heißt dann im Zweifelsfall, dass sie einen sogenannten Titel bekommen und Einkommen, also auch später ihr Gehalt gepfändet wird bis der Schaden bezahlt ist. Da diese Dinge nicht verjähren, kann das ein Leben lang dauern. Da aber kaum Eltern ihrem Kind so etwas zumuten werden, werden weiterhin die Eltern zahlen, es hat sich also nicht wirklich viel geändert.

Die Aufklärung durch die Eltern, dass die Kinder keine illegalen Downloads tätigen dürfen, muss tatsächlich schriftlich festgehalten werden. Ist dies erfolgt gelten die Kinder als von ihren Eltern aufgeklärt und die Eltern sind ihrer Pflicht nachgekommen, aber ob ihnen das soviel bringt ist fragwürdig, wie ich oben erläutert habe. Allerdings verdeutlicht den Jugendlichen dieses Vorgehen vielleicht den Ernst der Lage.
(Eine Vorlage zur Aufklärung Illegale Musiktauschbörsen)

Manche Experten empfehlen, die Eltern sollten mit ihren Kindern Computerspiele spielen. Was halten Sie von einer derartigen Empfehlung?

Das ist eine gute Empfehlung. Wenn man selber mal spielt, dann ist das eine gute Gelegenheit mit dem Kind im Gespräch zu bleiben. Außerdem erfährt man am eigenen Leibe, welches Suchtpotential diese Spiele haben. Wenn man das Verhalten des Kindes besser versteht, und das Kind sich ernst genommen fühlt, lassen sich leichter gemeinsam Strategien und Regeln entwickeln, den Computerkonsum zu beschränken.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Schluss, vieles dreht sich um Facebook, dabei sollte man auch andere nicht aus dem Blick verlieren. Google zum Beispiel ist ein viel größerer Datensammler als Facebook. Auch hier lohnen sich ein Blick in die Betriebsanleitung und ein Blick hinter die offensichtliche Kulisse.

Das Gespräch führte Dr. Katja Sichau

Noch mehr zu dem Thema in unserer Buchempfehlung: Facebook, Twitter und Co – aber sicher

Mehr zum Gesprächspartner: http://uli-sailer.de

Bildquelle: aboutpixel.de / modern zombies 2.0 © Christoph Ruhland

Facebook, Twitter & Co. Aber sicher!

Facebook gehört mittlerweile für viele zum Alltag, entweder sind sie selbst Mitglied oder sie kennen Personen, die Mitglieder sind. In Familien sind dies häufig die Kinder. Ihren Eltern stehen den Aktivitäten ihrer Kinder dann oft mit Unwissen und Skepsis gegenüber.

 

Skepsis angebracht

Dass diese Skepsis durchaus angebracht ist zeigt das neue Buch über die Sicherheit in sozialen Netzwerken von Manuel Ziegler. Auf über 150 Seiten stellt der junge Autor sehr detailliert und verständlich die verschiedenen Gefahren und meist auch eine sinnvolle Abhilfe vor.

Was gibt es alles?

Zunächst führt er ausführlich in die verschiedenen sozialen Netzwerke, wie Facebook, Twitter, Google+, VZ-Netzwerke und Xing ein. Anhand seiner Darstellung kann man ein sicheres Benutzerprofil anlegen und die Einstellungen des eigenen Profils auf Sicherheit überprüfen.

Sehr anschaulich verdeutlicht der Autor, welche Informationen man in einem sozialen Netzwerk mit Freunden teilen kann, und welche man lieber nicht dort einspeisen sollte. Die Reichweite der eigenen Informationen, und auch die Möglichkeiten diese zu missbrauchen, sind den meisten Nutzern, auch den Erwachsenen, nicht klar.

Finanzielle Interessen stehen dahinter

Besonders interessant ist das Kapitel über die Interessen der Facebook- Betreiber. Schließlich ist die Mitgliedschaft meist kostenlos, die eigentlichen Kunden sind diejenigen, die die Werbeanzeigen schalten. Vielen, gerade jugendlichen Nutzern ist nicht bewusst, dass soziale Netzwerke nicht aus reiner Freundlichkeit zur Verfügung gestellt werden, sondern knallharte finanzielle Interessen dahinter stehen: Die persönlichen Daten der Mitglieder sind interessant, denn je personalisierter Werbeanzeigen platziert werden können, desto effektiver sind sie, und desto teurer für den Werbekunden – und damit einträglicher für den Netzwerkbetreiber. Inwieweit man diese Datenweitergabe unterbinden oder auch unterwandern kann, ohne gegen die Regeln der Netzwerke zu verstoßen, zeigt der Autor ausführlich.

Reale Gefahren

Auch Datendiebstahl, Rufmord und Identitätsdiebstahl sind reale Gefahren der sozialen Netzwerke. Auch hier zeigt das Buch Möglichkeiten des Schutzes auf und beschreibt eindrücklich die Hintergründe bei den Netzwerkbetreibern. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind Passwörter. Es gibt vermutlich nicht mehr viele Personen, die nicht für die ein oder andere Internetseite ein Passwort haben. Die Wahl des Passwortes ist überaus wichtig, je einfacher diese sind, desto einfacher sind sie zu knacken. Manuel Ziegler schreibt, dass rund 20% der Internetnutzer nur 5000 verschiedene Passwörter verwenden, erschreckend wenig. Auf keinen Fall sollten Namen oder auch das Wort „Passwort“ verwendet werden. Eine sinnvolle Generierung von sicheren Passwörtern wird in Kapitel 4 erläutert.

In einem Nachwort stellt der Autor außerdem die Vor- und Nachteile des Verzichts einer Mitgliedschaft dar.
Der Anhang ermöglicht die Vertiefung einzelner Bereiche und enthält verdeutlichende Abbildungen. Ein Stichwortverzeichnis erleichtert die Suche nach einzelnen Begriffen.

Facebook, Twitter & Co. Aber sicher!, 2012, Carl Hanser Verlag München, ISBN 978-3-446-43466-0, ebook erhältlich unter  ebook ISBN 978-446-43474-5

 

Kinderfotos – toll, was Kids sehen!

Seitdem die Digitalfotografie völlig normal ist, gibt es eine neue künstlerische Kategorie: Die der Kinderfotos.

Früher musste man draufdrücken, Fime zum Entwickeln bringen, fetige Fotos wieder abholen, alle Abzüge bezahlen…das ist ja glücklicherweise vorbei. Heute hingegen drückt man einfach drauf los und wenn es nichts geworden ist, dann eben einfach noch einmal. So lässt man auch den Nachwuchs mit der Kamera auf Motivsuche gehen: Das Legomännchen unterm Glastisch von unten fotografiert, die Fussballbilder in interessantem Lichteinfall auf dem Küchentisch… Bei dem vielen spielerischen Ausprobieren und „Drauf-los-Knipsen“ kommen mal gar nichts, mal „experimentelle Bilder“ und manchmal auch erstaunliche Ergebnisse heraus! Denn, das wissen wir: Kinder sehen die Welt anders als die Großen und fotografieren deshalb auch einfach anders als wir Großen oder gar ein professioneller Fotograf.

Ein wunderschönes Beispiel dafür sind die Ergebnisse eines Fotowettbewerbs des Museums Mensch und Natur in München: Kinder und Jugendliche von 7-18 Jahren sollten unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ Naturbilder einreichen. Die Ergebnisse kann man hier http://www.natur-im-fokus.de/anschauen oder im Museum selbst. (Bis zum 3. Februar 2013; danach geht die Ausstellung auf Tour durch Bayern, Ausstellungstermine auf der Homepage).Weil wir finden, dass Kinder nicht nur die Natur außergewöhnlich fotografieren, starten wir hier einen Aufruf:

Wir veröffentlichen gute Kinderfotos

Ihr Kind hat ein tolles Foto gemacht? Schicken Sie es uns mit einer kleinen Geschichte dazu, wo und wie das Foto entstanden ist. Wir veröffentlichen die besten auf unserer Website. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse!

Wenn die eigenen Kinder mehr über Fotografie lernen möchten:

 

Foto: privat